Podiumsdiskussion · 3. November 2026, 17:00–18:30 Uhr · Haus der Wirtschaft (BDA), Berlin
Lange Zeit war die EU-Erweiterung ein Thema geduldiger Rhetorik und langsamer Verfahren. Das hat sich geändert. 2026 hat der Beitrittsprozess ein Tempo aufgenommen, das noch vor kurzer Zeit kaum jemand erwartet hätte – und damit sind die Fragen, die Europa nicht länger aufschieben kann, sehr konkret geworden.
Am 3. November bringt United Europe Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Berlin, Tirana und Pristina mit einem der führenden deutschen Kenner der Region zusammen. Gemeinsam fragen wir: Was braucht es, damit die Erweiterung gelingt – für die Beitrittskandidaten und für die Union selbst?
Die Erweiterung ist zurück – und sie nimmt Fahrt auf
Die Dynamik ist real. Montenegro befindet sich in der Schlussphase seiner Verhandlungen und will diese bis Ende 2026 abschließen; der Beitritt wird für 2028 angestrebt. Albanien folgt dicht dahinter: Mitte Oktober hat das Land ein weiteres Verhandlungskapitel vorläufig geschlossen – das vierte in diesem Herbst – und arbeitet darauf hin, die Gespräche innerhalb des kommenden Jahres abzuschließen. Das Erweiterungspaket 2026 der Europäischen Kommission, das Ende Oktober vorgelegt wird, soll Beitrittsfahrpläne für die Vorreiter, darunter Albanien und Montenegro, enthalten.
Die EU-Erweiterungskommissarin hat 2026 als Rekordjahr für die Erweiterungspolitik bezeichnet. Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt bereitet sich die Union nicht nur darauf vor, über neue Mitglieder zu sprechen, sondern sie aufzunehmen.
Die strategischen Weichenstellungen
Diese Beschleunigung bringt schwierige Fragen mit sich – und sie sind längst nicht mehr theoretisch.
Bleibt eine größere Union handlungsfähig? Eine Union mit 30 oder mehr Mitgliedern muss neu denken, wie sie Entscheidungen trifft, ihre gemeinsamen Politiken finanziert und die Rechtsstaatlichkeit schützt. Reform und Erweiterung der EU sind zwei Seiten derselben Medaille.
Was brauchen die Beitrittskandidaten? Verlässliche Zeitpläne, faire und transparente Kriterien sowie spürbare Vorteile schon auf dem Weg – vom Zugang zum Binnenmarkt bis zu Investitionen in Infrastruktur, Energie und Konnektivität – halten reformorientierte Regierungen und Bürgerinnen und Bürger an Bord.
Was gewinnt Europa? In einer umkämpfteren Welt ist die Erweiterung auch eine geopolitische Entscheidung. Ein stabiler, wohlhabender und integrierter Westbalkan stärkt Europas Sicherheit, seine wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und sein Gewicht in der Welt. Für europäische Unternehmen bedeutet sie größere Märkte, kürzere Lieferketten und neue Partner direkt vor der Haustür der Union.
Stimmen aus Berlin, Tirana und Pristina
Unser Podium bringt diese Perspektiven zusammen:
- Gunther Krichbaum, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, über die Rolle Deutschlands und die Reformen, die die Union angehen muss, um für neue Mitglieder bereit zu sein.
- S.E. Ferit Hoxha, Minister für Europa und Auswärtige Angelegenheiten der Republik Albanien, als Vertreter eines der Vorreiter im aktuellen Beitrittsprozess.
- Jeton Zulfaj, Chefunterhändler der Republik Kosovo mit der Europäischen Union, über die europäischen Ambitionen des Kosovo und den Weg, der noch vor ihm liegt.
- Milan Nic, Senior Research Fellow der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), mit einem analytischen Blick auf die Region und die Politik der Erweiterung.
Moderiert wird die Diskussion von Maximilian Mörseburg, Geschäftsführer von United Europe.
Warum dieses Gespräch gerade jetzt wichtig ist
Die Entscheidungen der kommenden Monate – in Brüssel, in den nationalen Hauptstädten und in den Beitrittsländern – werden die Europäische Union auf Jahrzehnte prägen. United Europe ist überzeugt, dass Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft diese Debatte gemeinsam gestalten müssen. Deshalb freuen wir uns auf einen offenen und zukunftsgerichteten Austausch – und auf Ihre Fragen und Perspektiven.
Seien Sie dabei
Datum: 3. November 2026 Uhrzeit: 17:00–18:30 Uhr Ort: Haus der Wirtschaft, BDA | Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Berlin
Die Anmeldung ist verpflichtend. Bitte melden Sie sich bis zum 29. Oktober unter an.
Wir freuen uns, Sie begrüßen zu dürfen.

