Das Römische Manifest: Vorschläge der nächsten Generation

Am 25. März feiert die Europäische Union Geburtstag. Dann ist es 60 Jahren her, dass die sechs Gründungsmitglieder die Römischen Verträge unterzeichnet haben. Zur Vorbereitung dieses Jahrestags hat United Europe ein besonders wichtiges Projekt gestartet: Zusammen mit dem Deutsch-Italienischen Zentrum für Europäische Exzellenz Villa Vigoni haben wir eine kleine Gruppe von herausragenden jungen Wissenschaftlern und anderen Berufstätigen versammelt. Ihr Auftrag ist es, eine gemeinsame Vision der Zukunft Europas zu erarbeiten. Gerade in dieser Zeit der Krisen und der Selbstzweifel in der EU ist es die nächste Generation, die Europas Mission neu bestimmen sollte.

Villa Vigoni Header_Deutsch

Das Ergebnis dieser Arbeit – unser Römisches Manifest – werden wir den europäischen Regierungen und Institutionen im Vorfeld des Jahrestages im März 2017 in Rom vorstellen. Die Autoren sind junge Europäer im Alter zwischen 25 und 40. Sie stammen aus Deutschland und Italien, aber auch aus Ländern wie den Niederlanden, Österreich, Bosnien, Griechenland und Großbritannien. Zur Hälfte besteht die Gruppe aus jungen Wissenschaftlern aus Fachbereichen wie Geschichte, Philosophie, EU-Recht und öffentlicher Führung. Die andere Hälfte sind junge Berufstätige, beispielsweise aus Wirtschaft, Medizin und Öffentlichkeitsarbeit.

Im Januar und Februar 2017 treffen sich die Teilnehmer in drei Arbeitsgruppen, um ihre Vorstellungen für das Manifest zu entwickeln. Jede Arbeitsgruppe wird von einem Schirmherrn oder einer Schirmherrin begleitet, die wegen ihrer großen politischen Erfahrung und europäischen Überzeugung ausgewählt wurden.

Peer Steinbrück

Peer Steinbrück

Arbeitsgruppe 1 hat den Auftrag, ein neues Narrativ für Europa zu entwerfen. Seit den Anfängen war es das wichtigste Ziel des vereinten Europas, Frieden und Wohlstand auf unserem Kontinent zu sichern. Grundsätzlich wollen wir an diesem Ziel festhalten. Es bedarf aber einer neuen Interpretation, um den Europäern vor Augen zu führen wozu Europa gebraucht wird. Schirmherr dieser Arbeitsgruppe ist der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, der sich seit langem mit dem europäischen Narrativ auseinandersetzt.

 

Felipe Taddei

Filippo Taddei

Arbeitsgruppe 2 befasst sich mit den Institutionen und Entscheidungsverfahren in Europa, die in ihren heutigen Ausprägung nicht nur ineffektiv, sondern auch intransparent sind. Es schadet auch der Legitimität der europäischen Institutionen, dass ihre Bürger nicht verstehen, wie sie funktionieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die nationalen Regierungen unpopuläre Entscheidungen gerne der EU zuschreiben, und zwar auch dann, wenn sie selbst an deren Zustandekommen beteiligt waren. Professor Filippo Taddei, Direktor des Bologna Instituts für Politikforschung der Johns Hopkins Universität und Chefökonom der italienischen Demokratischen Partei, ist Schirmherr dieser Gruppe.

 

Sylvie Goulard

Sylvie Goulard

Arbeitsgruppe 3 wird ein Konzept entwickeln, wie sich die europäische Identität konkretisieren und im Bewusstsein der Europäer verankern lässt, um Europa seinen Bürgern näher zu bringen. Überall in Europa haben die Menschen gemeinsame Wurzeln in der Geschichte, der Kultur, der Politik, der Gesellschaft und ihren Werten. Auch die geografische Nähe führt dazu, dass die Europäer eine gemeinsame Bestimmung haben. Aber wir müssen erreichen, dass sich sehr viel mehr Menschen in Europa – einschließlich der Älteren und einschließlich von Menschen unterschiedlichen Bildungsniveaus – dieses Bewusstsein zu eigen machen. Nur dann wird die europäische Einigung wieder an Akzeptanz gewinnen. Sylvie Goulard, französische Europa-Abgeordnete und liberale Politikerin, ist Schirmherrin dieser Arbeitsgruppe.

Ende Februar werden sich alle drei Arbeitsgruppen zur Schlussredaktion des Manifests in der Villa Vigoni am Comer See treffen. Für die Präsentation in Rom wird das Dokument in drei Sprachen – Englisch, Italienisch und Deutsch – veröffentlicht.

Wir danken den folgenden Organisationen und europäischen Universitäten für Ihre Unterstützung.

Finanzielle Unterstützung:

Friedrich Stiftung
Jaakko Pöyry Holding Oy
Stiftung Mercator

Kooperationspartner:

Ambasciata della Repubblica Federale die Germania Roma
Bologna Institute for Policy Research
Ca‘ Foscari University of Venice
Dublin City University
Europäische Akademie Berlin
Europawissenschaften Berlin
Graduate School Government and European Studies Slovenia
Humboldt Universität
Polis 180
Project for democratic union
RUB Europadialog
Ruhr Universität Bochum
Schwarzkopf Stiftung
Yes

Medienpartner:

Cicero
Comitate Ventotene
Europa United
European Generation
Il Caffé Geopolitico
neos
Prospettiva Europea
Stand Up For Europe
The European
Vox Europ

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Kommentare

Ein Kommentar, diskutieren Sie mit:

  1. Georg Sick, Januar 25, 2017, 1:54 pm Antworten

    Der Arbeitsgruppe 2 kann ich empfehlen einen kritischen Blick auf die Arbeit der Umwelt NGO’s in Brüssel zu werfen. Nach meiner Beobachtung als Mitglied verschiedener Ausschüsse werden von dort überwiegend überzogene Forderungen auf den Weg gebracht.Wenn dann noch von unserer deutschen Regierung ehemalige NABU Vorsitzende (z.B. Jochen Flasbarth) zu Verhandlungsführern (Weltklimakonferenz) entsandt werden, kommen Ergebnisse, die außerhalb wirtschaftsskeptischer Kreise nicht mehr vermittelbar sind. Die Macht der NGO’s in Brüssel zu untersuchen wäre sehr lohnend.

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