{"id":8486,"date":"2017-11-07T22:39:14","date_gmt":"2017-11-07T21:39:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=8486"},"modified":"2019-05-17T13:11:03","modified_gmt":"2019-05-17T11:11:03","slug":"rene-obermann-kaempft-fuer-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2017\/11\/rene-obermann-kaempft-fuer-europa\/","title":{"rendered":"Ren\u00e9 Obermann: K\u00e4mpft f\u00fcr Europa!"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_8489\" aria-describedby=\"caption-attachment-8489\" style=\"width: 241px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8489\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07--300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"241\" height=\"241\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07--300x300.jpg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07--320x320.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07--560x560.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07--90x90.jpg 90w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07--640x640.jpg 640w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07--180x180.jpg 180w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07--200x200.jpg 200w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07--633x633.jpg 633w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07--100x100.jpg 100w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07--150x150.jpg 150w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/07-.jpg 709w\" sizes=\"auto, (max-width: 241px) 100vw, 241px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8489\" class=\"wp-caption-text\">Ren\u00e9 Obermann, Partner und Managing Director bei Warburg Pincus<\/figcaption><\/figure>\n<h3 id=\"denn-eine-zweite-heimat-haben-wir-nicht-ein-aufruf-an-die-unternehmer-des-kontinents-mit-der-politik-einen-new-deal-zu-vereinbaren\">Denn eine zweite Heimat haben wir nicht. Ein Aufruf an die Unternehmer des Kontinents, mit der Politik einen &#8222;New Deal&#8220; zu vereinbaren.<\/h3>\n<p>Wir Unternehmer und Manager h\u00e4tten es uns nicht ausgesucht, doch nun zwingt uns die j\u00fcngste Entwicklung zur politischen Einmischung.\u00a0In den USA ist ein Unternehmer an der Macht, doch einer, der die westlichen Werte missachtet und f\u00fcr Protektionismus und Abschottung steht. In Gro\u00dfbritannien, wo ich seit Jahren arbeite, hat eine unverantwortliche Politik in den Brexit gef\u00fchrt, der \u00f6konomisch widersinnig und zugleich gef\u00e4hrlich ist \u2013 und ebenfalls auf Abschottung setzt. In beiden F\u00e4llen wurde wirtschaftliches Handeln gewisserma\u00dfen zwangspolitisiert. Rassismus und autorit\u00e4re Tendenzen greifen um sich. Beide widersprechen sowohl unserer inneren Einstellung als auch unserem Verst\u00e4ndnis von Vielfalt und Unternehmenskultur. Darum sollten wir als proeurop\u00e4ische Unternehmer diese Politisierung erkennen, unsere \u2013 jedenfalls \u00f6ffentliche \u2013 Zur\u00fcckhaltung aufgeben und f\u00fcr mehr Europa k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Wo auf der Welt soll denn sonst die Einheit von freier Marktwirtschaft, offener Gesellschaft und globaler Zusammenarbeit besser gew\u00e4hrleistet sein? Wo k\u00f6nnen demokratische, sozial verantwortliche Unternehmer am besten profitabel arbeiten, ohne ihre Werte zu verraten, wenn nicht in Europa? Hier liegt die Wurzel unserer so global gewordenen Biografien und die Heimat unserer Werte. Darum m\u00fcssen wir uns intensiver als zuvor daf\u00fcr einsetzen, die EU zu st\u00e4rken, im wirtschaftlichen, aber auch geistigen Wettbewerb mit den anderen Superm\u00e4chten. \u00d6konomisch, demografisch und ideengeschichtlich gesehen sind wir doch auch eine Supermacht, selbst wenn wir es vielleicht nicht sein, geschweige denn zeigen wollen.<\/p>\n<p>Viel zu lange hat unsereins das Klagelied \u00fcber Br\u00fcssel mitgesungen (mea culpa). Doch es geht nicht um Br\u00fcssel oder B\u00fcrokratie. Es geht vielmehr um die Grundfrage, ob Europa sich mit seiner Art, zu leben und zu arbeiten, behaupten kann.<\/p>\n<p>Wir haben doch von\u00a0Macron\u00a0eine fantastische Chance bekommen, in eine neue europ\u00e4ische Dimension zu wachsen, auch wenn nicht jeder seiner Vorschl\u00e4ge sinnvoll ist.<\/p>\n<h3 id=\"wie-also-koennen-wir-wirtschaftsleute-europa-denn-nun-staerken\">Wie also k\u00f6nnen wir Wirtschaftsleute Europa denn nun st\u00e4rken?<\/h3>\n<p>Es f\u00e4ngt mit dem Reden an: Als Unternehmer, Manager und Investoren haben wir erhebliche kommunikative Reichweite. Damit k\u00f6nnen wir helfen, Europas Binnen- und Bindekr\u00e4fte zu mobilisieren, gerade unter den jungen Leuten. Damit es etwas vergleichbar Gro\u00dfes zu En Marche in Frankreich auch hierzulande geben kann, m\u00fcssen wir dar\u00fcber mit ihnen diskutieren, an (Berufs-)Schulen, Universit\u00e4ten, in den Betrieben. Plattformen f\u00fcr die proeurop\u00e4ischen Argumente hat man als F\u00fchrungskraft viele. Meiner Erfahrung nach besteht bei Sch\u00fclern und Studenten gro\u00dfes Interesse am Austausch mit Wirtschaftsf\u00fchrern. Und in den Belegschaften wird ohnehin hei\u00df debattiert, nur eben selten mit den Chefs. Vielleicht haben wir den Eindruck erweckt, Politik sei etwas, das nicht in die Unternehmen geh\u00f6rt, das uns nur von der eigentlichen Arbeit abh\u00e4lt. Doch sie ist Teil davon, sp\u00e4testens jetzt.<\/p>\n<p>Keine Frage, Europa k\u00e4mpft an vielen Fronten: Migration und Integration, digitale Infrastrukturen, Euro-Zusammenhalt, Klimaschutz, (IT-\/Cyber-)Sicherheit und Verteidigung, B\u00fcrgerrechte und Datenschutz, Sicherung fairen Wettbewerbs, Regulierung des Finanzmarktes \u2013 die Liste lie\u00dfe sich fortsetzen. Und ja, hier und dort wird \u00fcberreguliert \u2013 aber jeder der genannten Bereiche erfordert enge Kooperation, einen verbindlichen europ\u00e4ischen Rechtsrahmen oder technische Standardisierung. Bei der Digitalisierung wird es besonders deutlich: Wir brauchen den einheitlichen Binnenmarkt, um die Skalierungschancen Europas zu nutzen und wenigstens ansatzweise ein\u00a0level playing field\u00a0mit China und USA zu schaffen. Letzteres ist eine entscheidende Grundlage f\u00fcr den Erfolg hiesiger Software- und Internetunternehmen. (K\u00f6nnen wir es beispielsweise schaffen, dass die auf Datenmonopolen basierende Wertsch\u00f6pfung nicht dauerhaft au\u00dferhalb Europas stattfindet?)<\/p>\n<p>Vor allem aber brauchen wir Solidarit\u00e4t. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die immer noch zu\u00a0hohe Jugendarbeitslosigkeit\u00a0in Teilen S\u00fcdeuropas muss als unser aller Problem verstanden werden, zu dessen L\u00f6sung wir beitragen k\u00f6nnen, etwa durch Standortinvestitionen und Ausbildungsangebote. Mindestens aber durch ein Eintreten f\u00fcr offene Binnengrenzen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich werden auch immer mehr Menschen nach Europa dr\u00e4ngen, wenn wir nicht entschlossen und wirksam zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Herkunftsl\u00e4ndern beitragen. Das wird die Schl\u00fcsselaufgabe f\u00fcr den Zusammenhalt Europas sein, denn wir haben erst einen Hauch des humanit\u00e4ren Problems bei uns gesp\u00fcrt. Die Prognosen \u00fcber die Zahl der Verzweifelten, die bereit sind, f\u00fcr ein menschenw\u00fcrdiges Leben alles zu wagen, variieren, manche reden von 100 Millionen. Ein L\u00f6sungsansatz, n\u00e4mlich Bek\u00e4mpfung der Fluchtursachen durch Hilfe vor Ort, wurde zwar formuliert, doch \u00fcber die Dimension dieses &#8222;Projektes&#8220; wei\u00df man nur: Es muss mehr gemacht werden, schneller und dauerhaft.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen das Problem auf jeden Fall auch als unser eigenes begreifen.<\/p>\n<p>Es wird uns enormes Geld und viele Jahre Arbeit von europ\u00e4ischen Fachleuten und Unternehmen kosten, die technologischen, medizinischen, infrastrukturellen und politischen Voraussetzungen in den L\u00e4ndern mitzuentwickeln, in denen die an ihrer Perspektivlosigkeit Verzweifelten sonst keine Alternative zur Flucht mehr sehen. Aus dem einstigen Au\u00dfenthema &#8222;Entwicklungshilfe&#8220; wird ein dr\u00e4ngendes Binnenproblem, das nur mit der Wirkungsmacht des europ\u00e4ischen Kollektivs leidlich gel\u00f6st werden kann.<\/p>\n<h3 id=\"diversitaet-ist-eine-staerke\">Diversit\u00e4t ist eine St\u00e4rke<\/h3>\n<p>Sicher, mehr europ\u00e4ische Einigung ist unbequem und bisher wenig popul\u00e4r, unter anderem, weil sich nicht nur nationalistisch gef\u00e4rbte Politiker lange Zeit im Br\u00fcssel-Bashing gefielen. In Frankreich ist Europa bei der Wahl an der Katastrophe vorbeigeschrappt. Aber tr\u00e4gt das Eis? Die Brexit-Vertreter oder die zentrifugalen Kr\u00e4fte europafeindlicher Politik in Teilen Osteuropas, ebenso wie Le Pen und Wilders, haben ja nicht abgedankt. Sie spielen denen in die H\u00e4nde, die am Auseinanderbrechen der EU ein Interesse haben, deren &#8222;divide et impera&#8220;-Absicht unverhohlen zum Ausdruck kommt.<\/p>\n<p>Es ist uns\u00e4glich, was hier in Gro\u00dfbritannien im letzten Jahr passiert ist. Nicht zuletzt, weil die Wirtschaftsf\u00fchrer wenig und wenn \u00fcberhaupt, dann zu sp\u00e4t in Erscheinung traten, um f\u00fcr den Verbleib in Europa zu k\u00e4mpfen. Wegen der enormen Komplexit\u00e4t dieses Austritts und der absehbar dramatischen Folgen sollte man die Hoffnung auf den Exit vom Brexit, und sei er im Ergebnis nur faktisch statt formalrechtlich, nicht aufgeben. H\u00e4tte Corbyn die Weitsicht gehabt, f\u00fcr einen Verbleib in der EU zu k\u00e4mpfen, wer wei\u00df, wo das Land heute st\u00fcnde. Die soziale Schieflage in Gro\u00dfbritannien springt einen geradezu an, und das hat rein gar nichts mit der EU zu tun, eher mit einer falschen Wirtschafts-, Steuer- und Sozialpolitik \u00fcber viele Jahre. Gro\u00dfbritannien als das h\u00e4ufig genannte &#8222;liberale Gewissen&#8220; in der EU w\u00e4re jedenfalls nicht das Mustersystem f\u00fcr ein chancengerechtes, besseres Europa, selbst wenn es in der EU bliebe. \u00dcberhaupt muss man sich heute fragen, warum sich ausgerechnet die USA und Gro\u00dfbritannien vorerst in diese nationalistische Sackgasse man\u00f6vriert haben.<\/p>\n<p>Dass Europa besser, auch robuster werden muss, steht f\u00fcr mich bei aller proeurop\u00e4ischen Gesinnung au\u00dfer Frage. Auch hier kann die Wirtschaft \u00fcber ihre jeweiligen Sektorinteressen hinaus mit Rat und Tat sehr helfen.<\/p>\n<p>Die EU ist mit ihrer Sprach- und Rechtsvielfalt heterogener als die USA, machttechnisch subsidi\u00e4rer verfasst als China oder Russland. Auch die wirtschaftssystemischen Unterschiede sind erheblich \u2013 von sozial-marktwirtschaftlich \u00fcber ausgepr\u00e4gt liberal bis zu etatistisch \u00fcberreguliert. Aber im Kern ist die EU-Wirtschaft noch frei von politischer, quasimonopolistischer oder gar politisch-oligarchischer Macht\u00fcberformung wie in China, den USA oder Russland. Und sie ist sozialer als in den USA oder in China.<\/p>\n<p>Die Diversit\u00e4t unserer Wirtschaftsordnung ist eine St\u00e4rke, st\u00e4ndig stehen Systeme im Wettbewerb und im Austausch miteinander, doch zugleich stellt sie eine Schw\u00e4che im Au\u00dfenverh\u00e4ltnis dar, wenn wir nicht endlich geschlossener auftreten. Nehmen wir nur die Asymmetrie in der Rechtsanwendung zwischen den USA und Europa oder die unfairen Bedingungen f\u00fcr europ\u00e4ische Unternehmen in China. Viele Firmen werden durch die Anwendung amerikanischen Rechts auch f\u00fcr ihr Handeln auf nicht amerikanischem Gebiet mit enormen Verfahrenskosten oder sogar Strafzahlungen konfrontiert. Nun haben die Amerikaner scharfe Gesetze und scheinen mit ihren (digitalen) Ermittlungsmethoden auch im Wirtschaftsstrafrecht, sagen wir es vorsichtig, nicht zimperlich zu sein. Auch deshalb hat es in der Vergangenheit wichtige Erfolge zum Beispiel bei der Korruptionsbek\u00e4mpfung oder wie j\u00fcngst im Abgasskandal gegeben. Gleichwohl, wir haben in Europa seit L\u00e4ngerem klare und scharfe Compliance-Regeln, die auf unsere Unternehmen anzuwenden sind. Damit w\u00fcrde man auch dem immer wieder ge\u00e4u\u00dferten Verdacht vorbeugen, dass die USA durch den Export ihres Rechtssystems ihre Wettbewerber schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber China m\u00fcssen wir Europ\u00e4er mit einer Stimme auf Symmetrie im offenen Handel dr\u00e4ngen. Hier ist es nicht auf Dauer hinzunehmen, dass unsere Unternehmen auf dem chinesischen Markt unfreier agieren m\u00fcssen als umgekehrt.<\/p>\n<p>Unsere EU-Wirtschaft ist in einen Ordnungsrahmen gebettet, den wir ohne starke EU-Institutionen nicht aufrechterhalten k\u00f6nnten, nehmen wir nur die entschlossen handelnde Wettbewerbsbeh\u00f6rde in Br\u00fcssel. Dort wird wichtige Arbeit geleistet. Man halte sich nur einmal im Fall von Google vor Augen, wie unsere EU-Wettbewerbsrechtler ganzen Armadas von Spitzenjuristen gegen\u00fcbersitzen und unfassbare Massen von Daten und Dokumenten auswerten m\u00fcssen. Und das ist kein Einzelfall, gerade die neuen De-facto-Internetmonopole erfordern kompetente und leistungsf\u00e4hige \u00dcberwachung. Sie werden sonst zu unkontrollierbaren parallelstaatlichen Machtfaktoren und verzerren den Wettbewerb mit europ\u00e4ischen Unternehmen noch st\u00e4rker als bisher. Wir m\u00fcssen uns darum seitens der Wirtschaft f\u00fcr die St\u00e4rkung solch wichtiger EU-Institutionen einsetzen.<\/p>\n<p>Und zur Zukunft der EU generell: Sie steht und f\u00e4llt mit bestens ausgebildeten Menschen. Nicht nur, aber besonders im Bereich der Naturwissenschaften und der Informatik. Die Situation in den Schulen, aber auch bei der IT-Bildung \u00fcber alle Altersklassen ist unbefriedigend. Wir als europ\u00e4ische Wirtschaftsvertreter k\u00f6nnten einen &#8222;New Deal&#8220; mit der Politik vereinbaren und europaweit gezielte Bildungsprojekte starten, Sascha Lobo brachte zum Beispiel den guten Gedanken einer digitalen Volkshochschule auf. Auch damit l\u00e4sst sich mehr Chancengerechtigkeit schaffen. Es ist ein Gebot gesellschaftlicher Fairness und zugleich eine gro\u00dfe wirtschaftliche Notwendigkeit.<\/p>\n<p>Im Kern enthielte dieser New Deal zwei Punkte: eine Art &#8222;Soli&#8220;, gezielt einzusetzen f\u00fcr mehr digitale Kapazit\u00e4t und Kompetenz in Schulen und Unis. Und zweitens: mehr IT-Fortbildung in den Unternehmen und mehr Zusammenarbeit mit IT-Bildungseinrichtungen. Das k\u00f6nnte uns innerhalb von zehn Jahren schon einen riesigen Schritt nach vorne bringen, es ist neben der digitalen Infrastruktur sogar der gr\u00f6\u00dfte Hebel f\u00fcr ein starkes und wohlhabendes Europa.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen die Realit\u00e4t sehen, wie sie ist, und nicht, wie wir sie gern h\u00e4tten. China und seine Unternehmen haben im letzten Jahr angeblich mehr Geld f\u00fcr die F\u00f6rderung von Artificial Intelligence aufgewendet als die USA. Die beiden Weltm\u00e4chte sind jedenfalls im Wettlauf um die technologische F\u00fchrung.<\/p>\n<p>In einer Zeit, da Netzwerkeffekte und Gr\u00f6\u00dfenvorteile eine treibende Kraft f\u00fcr Innovationserfolg im globalen Wettbewerb sind, muss Europa als ein integrierter Markt zu bearbeiten sein, insbesondere in der Digitalwirtschaft. (Was ist in zehn Jahren eigentlich nicht digital basierte Wirtschaft?) Nur dann k\u00f6nnen wir mit den \u00fcberm\u00e4chtigen Technologie- und Internetkonzernen auf Augenh\u00f6he sein. Und nur dann k\u00f6nnen wir bei der Sicherheit im Netz technologisch mithalten. Im Internet der Dinge werden Milliarden Maschinen, Fahrzeuge, Sensoren, Roboter et cetera direkt \u00fcber das Netz kommunizieren. Da bekommt IT-Sicherheit eine ganz neue Dimension.<\/p>\n<p>Auf sich gestellt, sind die EU-Mitgliedsl\u00e4nder und deren Unternehmen f\u00fcr diese Aufgaben und Verhandlungen zu klein und machtlos. All das schaffen wir also nur mit vereinten Kr\u00e4ften.<\/p>\n<p>Die EU muss gleichzeitig wetterfest gemacht werden. Mit der drastischen Geldmengen-Ausweitung der letzten Jahre haben auch wir nicht nur die Konjunktur befl\u00fcgelt, sondern gro\u00dfe Wechsel auf die Zukunft ausgestellt, die wir durch Wachstum und Besch\u00e4ftigung in den n\u00e4chsten Jahren bedienen m\u00fcssen. So richtig krisenfest f\u00fchlt sich unsere Lage noch nicht an. Dazu ist die Situation in den L\u00e4ndern der Euro-Zone noch viel zu unterschiedlich. Politik, Wirtschaft und Finanzen in der EU m\u00fcssen daher immer eng zusammengedacht werden, um die Gemeinschaftsw\u00e4hrung unanfechtbar zu machen und die wirtschaftliche Kraft aller Mitgliedsl\u00e4nder zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Wir sind von einem starken Europa existenziell abh\u00e4ngig. Eine zweite Heimat haben wir nicht in der Tasche. Gelegentlich h\u00f6rte man: &#8222;Dann gehen wir halt weg &#8230;&#8220; \u2013 angesichts der Lage in der Welt dr\u00e4ngt sich die Frage auf: &#8222;Wohin denn?&#8220;<\/p>\n<p><em>REN\u00c9 OBERMANN<\/em><br \/>\n<em> ist Partner und Managing Director bei Warburg Pincus und seit Mai 2017 Mitglied im Herausgeberrat der ZEIT.<\/em><\/p>\n<p>Mit freundlicher Genehmigung der ZEIT (Ausgabe Nr. 41\/2017)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Denn eine zweite Heimat haben wir nicht. Ein Aufruf an die Unternehmer des Kontinents, mit der Politik einen &#8222;New Deal&#8220; zu vereinbaren. 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