{"id":7962,"date":"2017-06-12T10:36:38","date_gmt":"2017-06-12T08:36:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=7962"},"modified":"2019-05-17T13:54:00","modified_gmt":"2019-05-17T11:54:00","slug":"jaap-de-hoop-scheffer-die-chancen-der-krise-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2017\/06\/jaap-de-hoop-scheffer-die-chancen-der-krise-nutzen\/","title":{"rendered":"Jaap de Hoop Scheffer: Die Chancen der Krise nutzen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_7958\" aria-describedby=\"caption-attachment-7958\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7958\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-300x267.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-300x267.jpg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-800x712.jpg 800w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-1160x1032.jpg 1160w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-320x285.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-560x498.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-1920x1708.jpg 1920w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-640x569.jpg 640w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-1120x996.jpg 1120w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-1600x1423.jpg 1600w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-1266x1126.jpg 1266w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-225x200.jpg 225w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-633x563.jpg 633w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-112x100.jpg 112w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-768x683.jpg 768w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1-337x300.jpg 337w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Jaap-de-Hoop-Scheffer-1.jpg 2226w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7958\" class=\"wp-caption-text\">Jaap de Hoop Scheffer, ehemaliger Generalsekret\u00e4r der NATO<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es ist schon oft gesagt worden, dass Europa wirtschaftlich und finanziell ein Riese ist, politisch ein Heranwachsender und milit\u00e4risch ein Zwerg. Aber kann es sich den Luxus noch leisten, es dabei zu belassen?<\/p>\n<p>Schauen Sie die Herausforderungen und Bedrohungen an, vor denen wir stehen: Klimawandel, Migration, Terrorismus, Pandemien und Staatsverfall, um nur einige zu nennen. Nichts davon kann durch auf der Ebene der Nationalstaaten gel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt, dass wir Europa mehr brauchen als jemals zuvor. Ich bin kein F\u00f6deralist, aber es ist mir bewusst, dass wir die Europ\u00e4ische Union st\u00e4rken m\u00fcssen. M\u00f6glicherweise kommen wir dabei in den Genuss unerwarteter Unterst\u00fctzung:<\/p>\n<p>Da ist Donald J. Trump, der zur europ\u00e4ischen Einigung beitr\u00e4gt. Er hat die Deutschen zu der Einsicht gebracht, dass sie eine F\u00fchrungsrolle \u00fcbernehmen und das deutsch-franz\u00f6sische Tandem wiederbeleben sollten. Das ist durch die Wahl von Emmanuel Macron zum franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten m\u00f6glich geworden.<\/p>\n<p>Auch Vladimir Vladimirovich Putin hilft uns. Die EU wacht allm\u00e4hlich aus ihrer Lethargie auf. Gemeinsam geben Trump und Putin der EU den Schub, den sie braucht.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist da auch noch Brexit, die gravierendste Entscheidung, die Gro\u00dfbritannien je getroffen hat, und eine, die enorme Folgen f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union hat. Man darf nicht vergessen, dass es unsere wichtigste Milit\u00e4rmacht ist, die austritt. Brexit wird eine gemeine, harte Angelegenheit werden, die viele Wunden schl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Und doch sind wir gut beraten, auch die Chancen dieser Krise zu nutzen. Der Brexit vergr\u00f6\u00dfert den Druck auf Deutschland und Frankreich, sich gemeinsam f\u00fcr ein Update der EU einzusetzen.<\/p>\n<p>Was sind die n\u00e4chsten Schritte?<\/p>\n<ul>\n<li>Wir m\u00fcssen den Euro st\u00e4rken. Das bedeutet, dass wir die Bankenunion vollenden, Steuern harmonisieren und ein gemeinsames Einlagensicherungssystem entwickeln.<\/li>\n<li>Wir m\u00fcssen sicherstellen, dass die EU ihre Au\u00dfengrenzen sch\u00fctzen kann. Wenn wir daran scheitern, werden wir die Grenzen innerhalb der EU nicht mehr offenhalten k\u00f6nnen. Viele der Freiheiten, die wir genie\u00dfen, werden verloren gehen. Ein wirksamer Schutz der Au\u00dfengrenzen macht es auch erforderlich, Vereinbarungen mit den L\u00e4ndern Nordafrikas und Subsahara-Afrikas zu schlie\u00dfen, selbst wenn das nicht leicht wird.<\/li>\n<li>Die EU sollte milit\u00e4risch auf eigenen F\u00fc\u00dfen stehen k\u00f6nnen. Ich glaube nicht an das sofortige Ende der Pax Americana, die uns Jahrzehnte der Stabilit\u00e4t beschert hat, aber wir brauchen unsere eigene Verteidigung. Wenn n\u00f6tig, m\u00fcssen wir auch in der Lage zu Milit\u00e4reins\u00e4tzen au\u00dferhalb unserer Grenzen sein. Ich bin immer ein \u00fcberzeugter Atlantiker gewesen, aber ich glaube, dass Europ\u00e4er zu sein dazu gut passt.<\/li>\n<li>Wir m\u00fcssen so viel Wettbewerbsgleichheit mit China und den USA schaffen wie m\u00f6glich. Die Welt bewegt sich in Richtung eines neuen G2, und wir d\u00fcrfen nicht zwischen den beiden Polen zerdr\u00fcckt werden.<\/li>\n<li>Wir m\u00fcssen den Rechtsstaat und seine Institutionen sch\u00fctzen. L\u00e4nder wie Ungarn, Polen und zum Teil auch die Slowakei \u2013 oder, au\u00dferhalb der EU die T\u00fcrkei und Mazedonien \u2013 sind dabei, zu illiberalen Demokratien zu werden. Sie halten Wahlen ab, aber es fehlt ihnen an Respekt f\u00fcr die Institutionen, die unsere demokratischen Werte verk\u00f6rpern. Es gibt eine Erosion und einen Mangel an Respekt f\u00fcr die unabh\u00e4ngige Justiz, die Redefreiheit und die Pressefreiheit. Wir m\u00fcssen unser Haus in Ordnung bringen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich hoffe, dass Deutschland gemeinsam mit Frankreich bereit ist, die F\u00fchrung zu \u00fcbernehmen. Wir sollten optimistisch sein und auf die deutsch-franz\u00f6sische F\u00fchrung vertrauen. Die Reformen sollten sehr pragmatisch angegangen werden.<\/p>\n<p>Zum jetzigen Zeitpunkt sollten wir nicht versuchen, die EU-Vertr\u00e4ge zu \u00e4ndern. Wir sollten im Rahmen der bestehenden Vertr\u00e4ge bleiben und die Vielfalt innerhalb der EU akzeptieren. Nicht bei allem k\u00f6nnen und sollen 28 (oder, nach dem Brexit, zu 27) Mitgliedsstaaten mitmachen.<\/p>\n<p>Einige Mittel- und Osteurop\u00e4er werden dies nicht m\u00f6gen, weil sie das Risiko nicht eingehen wollen, zur\u00fcckgelassen zu werden. Aber die EU wird nicht \u00fcberleben, wenn wir versuchen, alles immer mit allen zu tun.<\/p>\n<p><em>Jaap de Hoop Scheffer war Au\u00dfenminister der Niederlande und Generalsekret\u00e4r der NATO. Heute lehrt er Internationale Beziehungen und Diplomatische Praxis an der Universit\u00e4t Leiden. Dieser Beitrag ist Teil einer Rede, die Jaap de Hoop Scheffer beim Young Professionals Seminar am 2. Juni 2017 in Amsterdam hielt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist schon oft gesagt worden, dass Europa wirtschaftlich und finanziell ein Riese ist, politisch ein Heranwachsender und milit\u00e4risch ein Zwerg. 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