{"id":5272,"date":"2016-01-29T11:56:24","date_gmt":"2016-01-29T11:56:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=5272&#038;lang=de"},"modified":"2016-02-01T14:02:10","modified_gmt":"2016-02-01T14:02:10","slug":"globale-trends-europas-schwachstellen-koennten-erneut-zu-einer-krise-fuehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2016\/01\/globale-trends-europas-schwachstellen-koennten-erneut-zu-einer-krise-fuehren\/","title":{"rendered":"Globale Trends: Europas Schwachstellen k\u00f6nnten erneut zu einer Krise f\u00fchren"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_2462\" aria-describedby=\"caption-attachment-2462\" style=\"width: 158px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2462\" style=\"color: #444444; font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; line-height: 1.5; float: right; display: inline; margin: 4px 0px 12px 24px;\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Prof-Enrico-Colombatto-244x300.jpg\" alt=\"Prof Enrico Colombatto\" width=\"158\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Prof-Enrico-Colombatto-244x300.jpg 244w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Prof-Enrico-Colombatto-800x980.jpg 800w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Prof-Enrico-Colombatto-320x392.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Prof-Enrico-Colombatto-560x686.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Prof-Enrico-Colombatto-633x776.jpg 633w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Prof-Enrico-Colombatto-82x100.jpg 82w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Prof-Enrico-Colombatto-640x784.jpg 640w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Prof-Enrico-Colombatto-163x200.jpg 163w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Prof-Enrico-Colombatto-98x120.jpg 98w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Prof-Enrico-Colombatto.jpg 838w\" sizes=\"auto, (max-width: 158px) 100vw, 158px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2462\" class=\"wp-caption-text\">Report von\u00a0Professor Enrico Colombatto<\/figcaption><\/figure>\n<h4 id=\"die-fuehrenden-politiker-europas-haben-es-versaeumt-die-strukturellen-probleme-die-die-krise-des-jahres-2008-offenlegte-zu-loesen-auch-mit-den-fragen-die-in-den-letzten-jahren-aufgeworfen-wurden\">Die f\u00fchrenden Politiker Europas haben es vers\u00e4umt, die strukturellen Probleme, die die Krise des Jahres 2008 offenlegte, zu l\u00f6sen. Auch mit den Fragen, die in den letzten Jahren aufgeworfen wurden, haben sie sich nicht auseinandergesetzt. Beispiele hierf\u00fcr sind die hohe Staatsverschuldung, die B\u00f6rsenblase und die verzerrte Risikowahrnehmung, die aus den k\u00fcnstlich niedrigen Zinss\u00e4tzen der Eurozone resultiert. F\u00fcr den Moment hat sich die Situation stabilisiert. Die Finanzm\u00e4rkte begeben sich in eine Periode der hohen Volatilit\u00e4t, doch eine Panik konnte vermieden werden. Die Frage lautet, ob diese Ruhe anhalten wird oder ob die wirtschaftlichen Herausforderungen der Europ\u00e4ischen Union zu neuen, ausgewachsenen Krisen f\u00fchren werden.<\/h4>\n<p><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p>Dieser Report ist Teil der GIS-Serie \u00fcber Globale Trends, die Szenarien \u00fcber das Gesamtbild beschreiben will \u2013 Szenarien, die die Welt in diesem Jahr und dar\u00fcber hinaus formen werden.<\/p>\n<p>IN\u00a0LETZTER ZEIT\u00a0verl\u00e4uft die politische Gestaltung auf EU-Ebene eher entt\u00e4uschend. Nach Jahren der Rezession und Stagnation planten die meisten Regierungschefs eigentlich, die Krise der \u00f6ffentlichen Finanzen und der Banken hinter sich zu lassen. Sie hofften, dass die wirtschaftlichen Wachstumsraten relativ schnell die Schulden und die Budget-Defizitquoten ihrer L\u00e4nder eind\u00e4mmen w\u00fcrden \u2013 was h\u00f6here Zinsen und Schuldendienstkosten ertr\u00e4glich machen w\u00fcrde und den Druck, den die notleidenden Kredite auf die Bankenbilanzen aus\u00fcben, lindern k\u00f6nnte. Dieser Plan sah auf dem Papier gut aus, doch dazu br\u00e4uchte man ein j\u00e4hrliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2 bis 3 Prozent.<\/p>\n<p>Das tats\u00e4chliche Wachstum in Europa im Jahr 2015 sah jedoch eher tr\u00e4ge aus: In der Eurozone waren es nur 1,6 Prozent und in der EU etwa 1,9 Prozent, und das vor allem aufgrund der st\u00e4rkeren Leistungen des Vereinigten K\u00f6nigreichs und Polens. Die drei gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften der Eurozone \u2013 Deutschland, Frankreich und Italien \u2013 wuchsen um rund 1,7 Prozent, 1,1 Prozent und 0,9 Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass die wiederholten Bem\u00fchungen, Leistung und Vertrauen durch eine \u00e4u\u00dferst gro\u00dfz\u00fcgige Geldpolitik zu schaffen, zu armseligen Ergebnissen gef\u00fchrt haben. Ein Gro\u00dfteil der Liquidit\u00e4t versickerte in den Finanzm\u00e4rkten, da die Investoren das Geld verwendeten, um Aktien und Hochzinsanleihen zu kaufen. Anstatt die Produktion zu stimulieren, schufen die\u00a0neuen Euros Blasen, aus denen man nur schwer die Luft wieder herauslassen kann.<\/p>\n<h3 id=\"politische-traegheit\">Politische Tr\u00e4gheit<\/h3>\n<figure id=\"attachment_5262\" aria-describedby=\"caption-attachment-5262\" style=\"width: 353px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5262\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Mario-Draghi-477x300.jpg\" alt=\"Mario Draghi\" width=\"353\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Mario-Draghi-477x300.jpg 477w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Mario-Draghi-320x201.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Mario-Draghi-159x100.jpg 159w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Mario-Draghi-318x200.jpg 318w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Mario-Draghi-300x189.jpg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Mario-Draghi-180x113.jpg 180w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Mario-Draghi.jpg 485w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5262\" class=\"wp-caption-text\">Davos, 23. Jan. 2016: Der Europ\u00e4ische Zentralbanks-Chef Mario Draghi (li.) besucht eine Session auf dem Weltwirtschaftsforum (Foto: dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es ist unwahrscheinlich, dass die EU im Jahr 2016 oder in den folgenden Jahren hohe Wachstumsraten erreichen wird. Dazu br\u00e4uchte man deutliche Produktivit\u00e4ts-Steigerungen, angetrieben durch den technologischen Fortschritt. Stattdessen ersticken die \u00dcberregulierung, der schwache Schutz der Eigentumsrechte, die hohen Steuern, zu gro\u00dfz\u00fcgige Sozialsysteme und ineffiziente B\u00fcrokratien auf nationaler und supranationaler Ebene weiterhin die unternehmerischen Initiativen und die langfristigen Investitionen.<\/p>\n<p>Dies sind die Kernprobleme vieler europ\u00e4ischer L\u00e4nder, die sie aus den letzten zehn Jahren geerbt haben \u2013 und keines von ihnen hat sie ernsthaft bek\u00e4mpft. Ein grunds\u00e4tzlicher wirtschaftlicher Wandel ist nicht in Sicht. Im November ver\u00f6ffentlichte die Europ\u00e4ische Kommission ihre Prognose\u00a0f\u00fcr das Wachstum in der EU im Jahr 2016: F\u00fcr die Eurozone sagt ihr wirtschaftliches Modell lediglich 1,0 Prozent Wachstum voraus, die von der Kommission jedoch auf 1,8 Prozent aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise und des schwachen Euro sch\u00f6ngerechnet werden konnten. Die Vorhersagen sind unterschiedlich, doch so viel ist klar: Das Wachstum wird bescheiden ausfallen sowie anf\u00e4llig f\u00fcr viele Risiken sein, und eine quantitative Lockerung wird auch nicht helfen.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund d\u00fcrften die beiden wichtigsten Schwachstellen der EU-Wirtschaft keine Besserung erfahren \u2013 die \u00f6ffentlichen Finanzen und das \u00fcberkapitalisierte Bankensystem mit seinen gro\u00dfen Mengen an faulen Krediten. Angesichts der derzeitigen politischen Tr\u00e4gheit wird eines der folgenden drei Szenarien als Folge von Ereignissen eintreffen, die diese Schwachstellen sehr schnell in Notf\u00e4lle verwandeln k\u00f6nnten.<\/p>\n<h3 id=\"erschuetterung-der-banken\">Ersch\u00fctterung der Banken<\/h3>\n<p>Das erste, wahrscheinlichste, Szenario geht davon aus, dass Europa weiter macht wie bisher. In diesem Zusammenhang w\u00fcrde die Europ\u00e4ische Zentralbank auch weiterhin ihre quantitative Lockerung beibehalten, in der Hoffnung, die Spannungen zu entsch\u00e4rfen und den<\/p>\n<p>Finanzinstituten die Liquidit\u00e4t bereitzustellen, die sie ben\u00f6tigen, um neue \u00f6ffentliche Schulden zu \u00fcbernehmen und ihre Bilanzen zu st\u00fctzen. Dieses Szenario w\u00fcrde dazu f\u00fchren, dass die sehr niedrigen Zinsen beibehalten werden, solange zwei Voraussetzungen erf\u00fcllt sind: Die Inflation bleibt bescheiden und das europ\u00e4ische Bankensystem wird von keiner gro\u00dfen Krise ersch\u00fcttert.<\/p>\n<p>Die erste Bedingung ist realistisch: Die schwelenden Spannungen und die Unsicherheit werden sicherstellen, dass die Gesamtnachfrage verhalten bleibt. Allerdings wird auch der Bankensektor weiterhin schw\u00e4cheln. Zum Beispiel werden die italienischen Banken mit faulen Krediten im Gesamtwert von mindestens 200 Milliarden Euro belastet \u2013 vier kleine Banken waren bereits gezwungen, zu schlie\u00dfen. Sie sind nicht die einzigen faulen Eier. Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn die Europ\u00e4er beginnen, ihren Banken-Bilanzen mehr Aufmerksamkeit zu schenken \u2013 und es pl\u00f6tzlich sehr eilig haben, ihre Verm\u00f6genswerte dem zuverl\u00e4ssigsten Akteur zu \u00fcbertragen. Es gibt keine M\u00f6glichkeit, dass die W\u00e4hrungsbeh\u00f6rden diese Flut eind\u00e4mmen k\u00f6nnten: Viele kleine Banken w\u00fcrden zugrunde gehen. Die \u00d6ffentlichkeit w\u00fcrde vermutlich die gro\u00dfen Banken als sicherer erachten und es k\u00e4me zu einer umfassenden Ersch\u00fctterung des europ\u00e4ischen Finanzsystems. Die kleinen Banken w\u00fcrden verlieren, die gro\u00dfen Banken gewinnen.<\/p>\n<h3 id=\"defizitabbau\">Defizitabbau<\/h3>\n<p>Ein zweites Szenario reflektiert eine Situation, in der es den EU-Volkswirtschaften gelingt, ihre Haushaltsdefizite abzubauen. Dies w\u00fcrde die bestehenden strukturellen Ungleichgewichte verringern. Das Leben \u00fcber den Verh\u00e4ltnissen und die zunehmende Verschuldung verhie\u00dfen h\u00f6here zuk\u00fcnftige Steuern und sie w\u00fcrden langfristig das Vertrauen untergraben. Der Defizit-Abbau d\u00fcrfte auch den Druck auf die Finanzm\u00e4rkte verringern. Die Regierungen w\u00e4ren bei einem Zinsanstieg etwas weniger anf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Darauf z\u00e4hlen die EU-Beh\u00f6rden. Nach den von der Europ\u00e4ischen Kommission ver\u00f6ffentlichten Daten wird das Haushaltsdefizit f\u00fcr den Euroraum im Jahr 2015 auf 2,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesch\u00e4tzt (selbst wenn man die sieben L\u00e4nder ber\u00fccksichtigt, die Gefahr laufen, die EU-Defizitgrenze von 3 Prozent zu rei\u00dfen) und im Jahr 2016 soll es knapp 1,8 Prozent betragen. Das Ziel ist realistisch. Es ist jedoch unklar, ob einige der wichtigsten L\u00e4nder (darunter Spanien und Italien) Erfolg bei der Bereinigung ihrer \u00f6ffentlichen Finanzen haben werden, ohne die Steuern zu erh\u00f6hen und so das Wachstum zu opfern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5263\" aria-describedby=\"caption-attachment-5263\" style=\"width: 644px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5263\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Tusk-and-Juncker.jpg\" alt=\"Strasbourg, France, Jan. 19, 2016: European Council President Donald Tusk (L) and European Commission President Jean-Claude Juncker (R) at a session of the EU parliament (source: dpa)\" width=\"644\" height=\"409\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Tusk-and-Juncker.jpg 445w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Tusk-and-Juncker-320x204.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Tusk-and-Juncker-157x100.jpg 157w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Tusk-and-Juncker-314x200.jpg 314w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Tusk-and-Juncker-300x191.jpg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Tusk-and-Juncker-180x114.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5263\" class=\"wp-caption-text\">Stra\u00dfburg, 19. Jan. 2016: Donald Tusk (li.), der Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Rates, und der Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Kommission, Jean-Claude Juncker, er\u00f6rtern die EU-Wirtschafts- und W\u00e4hrungspolitik (Foto: dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<h3 id=\"geliehene-zeit\">Geliehene Zeit<\/h3>\n<p>Das dritte Szenario w\u00fcrde eintreten, wenn die Zinss\u00e4tze bald zu steigen beginnen, unabh\u00e4ngig davon, was die Europ\u00e4ische Zentralbank tut. Mit anderen Worten, die Investoren beginnen, sich Gedanken \u00fcber das Risiko zu machen, denn sie erkennen, dass eine Bruttorendite von 4 Prozent auf Risikoanlagen unzureichend ist und sie verlangen darum, dass die Kreditnehmer mehr bezahlen. In j\u00fcngster Zeit zeichnete sich der Markt f\u00fcr die so genannten \u201eHochzinsanleihen\u201c durch solch eine Denkweise aus. W\u00e4hrend der n\u00e4chsten Monate k\u00f6nnte dieser vorsichtigere Ansatz bei der Risikobereitschaft selbst relativ gute Kreditnehmer treffen.<\/p>\n<p>Sollten sich die Kreditnehmer weigern, h\u00f6here Raten zu zahlen, und sollte die Inflation niedrig bleiben, werden die Investoren auch nicht mehr hohe Geb\u00fchren an ihre Verm\u00f6gensverwalter entrichten, denn diese k\u00f6nnen nur\u00a0noch Einnahmen anbieten, die nahe Null sind. Da die Asset-Management-Geb\u00fchren seit kurzem f\u00fcr viele Banken zu den wichtigsten Einnahmequellen geworden sind, h\u00e4tte dies Auswirkungen auf die gesamte Branche. Und wie s\u00e4he die gegens\u00e4tzliche Entwicklung aus? Falls die Kreditnehmer akzeptieren, dass sie h\u00f6here Zinsen zahlen m\u00fcssen, werden in der Realwirtschaft Spannungen auftreten, da Tausende Unternehmen in der gesamten EU unter dem Gewicht der h\u00f6heren Schuldendienstkosten zusammenbrechen k\u00f6nnten.<\/p>\n<h3 id=\"ein-suechtig-machendes-medikament\">Ein s\u00fcchtig machendes Medikament<\/h3>\n<p>Alles in allem sieht es danach aus, dass die Strategie, die die europ\u00e4ische Politik zurzeit verfolgt, darin besteht, einfach die Daumen zu dr\u00fccken. Falls nichts passiert, wird die quantitative Lockerung wie ein Placebo wirken, das den Banken die Liquidit\u00e4t bietet, die sie brauchen, um einen pl\u00f6tzlichen Ansturm zu vermeiden. Doch keine der Krankheiten, die die Volkswirtschaften der EU befallen haben, kann damit geheilt werden. Im besten Fall wird die quantitative Lockerung als Schmerzmittel wirken, aber man muss dabei beachten, dass die meisten Volkswirtschaften bereits eine gef\u00e4hrliche Abh\u00e4ngigkeit von diesem Medikament entwickelt haben.<\/p>\n<p>Eine zuk\u00fcnftige ausgeglichene Budgetierung macht hier keinen gro\u00dfen Unterschied. Sie k\u00f6nnte wieder etwas Vertrauen herstellen, doch sie d\u00fcrfte kaum Europas wirtschaftliche Verwundbarkeit bei ausw\u00e4rtigen Schocks mindern. Letzteres kann aus verschiedenen Richtungen kommen. Der Dollar k\u00f6nnte abgewertet werden, vor allem, falls sich die US-Notenbank gegen\u00fcber einer neutralen Geldpolitik verschlie\u00dft. Ein relativ starker Euro w\u00fcrde am Ende die Branchen bedrohen, die mit Importen konkurrieren. Traditionelle Exportm\u00e4rkte f\u00fcr EU-Produzenten \u2013 vor allem China und andere gro\u00dfe Entwicklungsl\u00e4nder \u2013 k\u00f6nnten einen Wachstumsstillstand erleiden, was wiederum die Aussichten f\u00fcr einige der f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Hersteller verschlechtert.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Monate werden keine \u00dcbergangszeit sein. Stattdessen wird eine unbehagliche Ruhe herrschen, falls keine wichtigen Ereignisse eintreten oder eine gro\u00dfe Panik ausbricht, wenn etwas schief l\u00e4uft. Das entscheidende Barometer, das man im Auge behalten muss, ist der Zustand der europ\u00e4ischen Bankenbranche.<\/p>\n<p>Dieser Bericht wurde von\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\/de\/expert\/professor-enrico-colombatto\" target=\"_blank\">Professor Enrico Colombatto<\/a>\u00a0verfa\u00dft und wird unseren Mitgliedern mit freundlicher Genehmigung von \u00a9\u00a0 Geopolitical Information Service AG, Vaduz zur Verf\u00fcgung gestellt:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\/de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.geopolitical-info.com\/de\/<\/a><\/p>\n<h3 id=\"verwandte-themen\">Verwandte Themen:<\/h3>\n<ul>\n<li><span class=\"Apple-style-span\"><a class=\"articleClickableTitle\" href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\/de\/article\/1450856541137480500\" target=\"_blank\">Der Nullzins gef\u00e4hrdet Ersparnisse und politische Reformen<\/a><\/span><\/li>\n<li><a class=\"articleClickableTitle\" href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\/de\/article\/1448349172942479700\" target=\"_blank\">EU-Regulierungsbeh\u00f6rden nehmen das Transfer-Pricing ins Visier \u2013 Ist die steuerliche Kontrolle das wahre Ziel?<\/a><\/li>\n<li><a class=\"articleClickableTitle\" href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\/de\/article\/1447228185597073700\" target=\"_blank\">Der geplante Fiskalausschuss k\u00f6nnte die politischen Gr\u00e4ben in der EU vergr\u00f6ssern<\/a><\/li>\n<li><a class=\"articleClickableTitle\" href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\/de\/article\/1437032780791736100\" target=\"_blank\">Der Morgen danach \u2013 Wo stehen Griechenland und Europa nach dem Referendum?<\/a><\/li>\n<li><a class=\"articleClickableTitle\" href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\/de\/article\/1424069953034412700\" target=\"_blank\">Das EZB-Programm der &#8218;Quantitativen Lockerung&#8216; sollte in Europa keine falschen Hoffnungen wecken<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"LEFT\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GIS-logo-claim-final.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2159\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GIS-logo-claim-final-300x108.png\" alt=\"GIS-logo-claim-final\" width=\"111\" height=\"40\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GIS-logo-claim-final-300x108.png 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GIS-logo-claim-final.png 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GIS-logo-claim-final-180x65.png 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 111px) 100vw, 111px\" \/><\/a><\/p>\n<div>\u00a0\u00a9\u00a0Geopolitical Information Service AG, Vaduz<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\" target=\"_blank\">www.geopolitical-info.com<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die f\u00fchrenden Politiker Europas haben es vers\u00e4umt, die strukturellen Probleme, die die Krise des Jahres 2008 offenlegte, zu l\u00f6sen. Auch mit den Fragen, die in den letzten Jahren aufgeworfen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[620],"tags":[614,520,612,610,613,611,208],"powerkit_post_featured":[],"class_list":{"0":"post-5272","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-news-de","7":"tag-bankenkrise","8":"tag-finance-de","9":"tag-finanzen","10":"tag-global-trend-de","11":"tag-globaler-trend","12":"tag-policy-de","13":"tag-wachstum"},"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5272","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5272"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5272\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5290,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5272\/revisions\/5290"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5272"},{"taxonomy":"powerkit_post_featured","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/powerkit_post_featured?post=5272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}