{"id":4665,"date":"2015-09-16T08:36:33","date_gmt":"2015-09-16T08:36:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=4665"},"modified":"2016-02-15T22:02:02","modified_gmt":"2016-02-15T22:02:02","slug":"esko-aho-die-nachste-grose-welle-reiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2015\/09\/esko-aho-die-nachste-grose-welle-reiten\/","title":{"rendered":"Esko Aho: Die n\u00e4chste gro\u00dfe Welle erreichen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_4097\" aria-describedby=\"caption-attachment-4097\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Esko_Aho.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4097\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Esko_Aho-200x300.jpg\" alt=\"Esko Aho, former Finnish Prime Minister\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Esko_Aho-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Esko_Aho.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Esko_Aho-67x100.jpg 67w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Esko_Aho-133x200.jpg 133w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Esko_Aho-80x120.jpg 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4097\" class=\"wp-caption-text\">Esko Aho, ehemaliger Ministerpr\u00e4sident von Finnland<\/figcaption><\/figure>\n<p>Andy Haldane, der Chef\u00f6konom der Bank von England, hat die Schaffung von Wachstum mit Surfen verglichen: Man muss auf die n\u00e4chste gro\u00dfe Innovationswelle warten.<\/p>\n<p>Es liegt auf der Hand, dass die Digitalisierung die n\u00e4chste gro\u00dfe Sache ist. Wir m\u00f6gen glauben, dass wir schon digitalisiert worden sind. Aber tats\u00e4chlich ist es bei der Digitalisierung bisher vor allem um neue Unterhaltungs-Dienstleistungen gegangen. Was jetzt ansteht, ist die Digitalisierung von Industrie, Logistik, Verkehr, Finanzen und Bildung. F\u00fcr Europa ist dies Herausforderung und Chance zugleich.<\/p>\n<p>Lassen Sie uns einen Augenblick zur\u00fcckschauen. In den 90er Jahre f\u00fchrte Europa in der Technologie f\u00fcr mobile Dienstleistungen. Die Voraussetzungen waren alle da: Wir hatten stark in Forschung und Entwicklung investiert, wir verf\u00fcgten \u00fcber die richtigen Bildungssysteme, wir waren die ersten, die Handy-Standards harmonisierten, und wir hatten die EU, die die \u00d6ffnung der M\u00e4rkte durchsetzte. In den 90er Jahren bot Europa f\u00fcr diese Technologien das beste \u00d6kosystem der Welt.<\/p>\n<p>Warum sind wir ins Hintertreffen geraten? Warum befinden sich heute alle wichtigen Unternehmen in den USA?<\/p>\n<p>So lange es vor allem um die Hardware ging, hinkten die Amerikaner hinterher. Aber als sich der Schwerpunkt auf Software und digitale Inhalte verlagerte, \u00fcberholten sie uns. Sie haben einen Markt von 330 Millionen Menschen im Vergleich zu den kleinen und zersplitterten M\u00e4rkten, die wir in Europa haben.<\/p>\n<p>Diese Runde haben wir verloren. Es macht keinen Sinn zu versuchen, die USA einzuholen. Aber die n\u00e4chste Welle kommt: Die Ausweitung der Digitalisierung von der Unterhaltungsbranche auf die reelle Wirtschaft.<\/p>\n<p>Wenn wir die n\u00e4chste Runde gewinnen wollen, m\u00fcssen wir auf f\u00fcnf Aspekte achten:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Den richtigen Zeitpunkt<\/strong>: Hier sind wir in einer guten Position, denn dies ist genau der richtige Moment, um in Europa f\u00fcr Wachstum zu sorgen.<\/li>\n<li><strong>Revolution\u00e4re Technologie<\/strong>: Hier stimmen die Voraussetzungen ebenfalls. Die Kluft zwischen dem technologischen Potenzial und den im Einsatz befindlichen technologischen Anwendungen nimmt zu.<\/li>\n<li><strong>Risikofreude<\/strong>: Hier sieht Europa nicht so gut aus. Wir brauchen neue Kooperationsmodelle zwischen dem privaten und dem \u00f6ffentlichen Sektor, um besseren Zugang zur Finanzierungen zu erm\u00f6glichen. F\u00fcr neue Unternehmen ist es ein echtes Problem, dass man einen Business Plan braucht, um Geld zu bekommen.<br \/>\nWie soll man auch einen Business Plan f\u00fcr Innovationen entwerfen? Business Pl\u00e4ne werden von Beratern aufgestellt, nicht von Unternehmern. Aber Innovation kann man nicht planen. Man muss bereit sein, Risiken einzugehen, um Innovationen zu erm\u00f6glichen.<\/li>\n<li><strong>Einen neuen Typ von Talenten<\/strong>: Unser Bildungssystem entstammt dem Industrie-Zeitalter. Jetzt brauchen wir Leute, die viele Disziplinen beherrschen.<\/li>\n<li><strong>Das richtige \u00d6kosystem<\/strong>: F\u00fcr die Digitalisierung der Unterhaltungsbranche brauchte es nicht viel staatliche Regulierung. Wenn es aber um die Realwirtschaft geht, haben die Regierungen eine Schl\u00fcsselrolle. Wir brauchen eine gute Zusammenarbeit zwischen dem \u00f6ffentlichen und dem privaten Sektor.<br \/>\nDie Schaffung eines digitalen Binnenmarktes in Europa w\u00fcrde ein j\u00e4hrliches Mehrwachstum von 0.5 Prozent erm\u00f6glichen, fast genauso viel der urspr\u00fcngliche EU-Binnenmarkt. Die europ\u00e4ischen Regierungschefs reden schon seit 2010 \u00fcber den digitalen Binnenmarkt, aber es wurden keine Entscheidungen getroffen. F\u00fcnf Jahre sind schon vertan worden. Wir k\u00f6nnen es uns nicht leisten, so weiter zu machen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Bin ich optimistisch?<\/p>\n<p>Ich bin ehrlich. Europa ist zu langsam, wenn es darum geht, den Wandel herbeizuf\u00fchren. Aber wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass die USA und China ebenfalls fundamentale Schw\u00e4chen haben. In den USA hat die Regierung immer nur eine sehr eingeschr\u00e4nkte Rolle gespielt. Mit der Digitalisierung der Realwirtschaft wird dies Probleme verursachen. In China m\u00fcsste sich das gesamte System stark ver\u00e4ndern, um wirkliche Innovationen zuzulassen.<\/p>\n<p>Der Erfolg wird uns dennoch nicht in den Scho\u00df fallen. Es ist Zeit, in Wissenschaft, Innovation und Technologie zu investieren. Dazu gibt es keine Alternative, wenn wir an unserem Wohlstand und unserer Idee eines sozialen Europas festhalten wollen. Wir m\u00fcssen es schaffen, die n\u00e4chste Welle zu erreichen.<\/p>\n<p><em>Der ehemalige finnische Ministerpr\u00e4sident Esko Aho, Senior Partner von Nokia, hielt diese Rede zur Er\u00f6ffnung des Young Professionals Seminar in Helsinki am 28. August 2015.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andy Haldane, der Chef\u00f6konom der Bank von England, hat die Schaffung von Wachstum mit Surfen verglichen: Man muss auf die n\u00e4chste gro\u00dfe Innovationswelle warten. 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