{"id":3190,"date":"2015-03-10T00:19:12","date_gmt":"2015-03-10T00:19:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=3190"},"modified":"2015-03-11T00:36:22","modified_gmt":"2015-03-11T00:36:22","slug":"reformbedarf-bei-europas-gesundheitssystemen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2015\/03\/reformbedarf-bei-europas-gesundheitssystemen\/","title":{"rendered":"Reformbedarf bei Europas Gesundheitssystemen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3192\" aria-describedby=\"caption-attachment-3192\" style=\"width: 204px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Dorothee-Deuring.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-3192\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Dorothee-Deuring.jpg\" alt=\"Report von: Dorothee Deuring\" width=\"204\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Dorothee-Deuring.jpg 247w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Dorothee-Deuring-83x100.jpg 83w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Dorothee-Deuring-166x200.jpg 166w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Dorothee-Deuring-100x120.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 204px) 100vw, 204px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3192\" class=\"wp-caption-text\">Report von: Dorothee Deuring<\/figcaption><\/figure>\n<h4 id=\"das-gesundheitswesen-in-europa-ist-ein-aushaengeschild-gewesen-wenn-es-um-die-entwicklung-neuer-medikamente-und-die-medizinische-betreuung-ging-es-hat-so-die-weltweit-gesuendeste-gesellschaft-mit-de\">Das Gesundheitswesen in Europa ist ein Aush\u00e4ngeschild gewesen, wenn es um die Entwicklung neuer Medikamente und die medizinische Betreuung ging. Es hat so die weltweit ges\u00fcndeste Gesellschaft mit der h\u00f6chsten Lebenserwartung hervorgebracht. Dies ist allerdings mit immensen Kosten f\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand einhergegangen. In der gesamten Europ\u00e4ischen Union suchen die L\u00e4nder jetzt nach neuen Wegen, um die Art und Weise wie die Gesundheitsf\u00fcrsorge bereitgestellt und betrieben wird, zu reformieren. Die Harmonisierung der Gesundheitsf\u00fcrsorge \u00fcber die einzelnen EU-L\u00e4nder hinweg ist hierbei ein Weg, w\u00e4hrend ein anderer eine breitere Versorgung durch privat finanzierte, qualitativ hochwertige Gesundheitsf\u00fcrsorge sein k\u00f6nnte.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ischen Gesundheitsf\u00fcrsorgesysteme haben dazu beigetragen, dass man in Europa die Gesellschaft mit der h\u00f6chsten Lebenserwartung vorfindet. Allerdings sind diese Systeme auch die teuersten weltweit. Deutschland gibt 11 Prozent seines BIP f\u00fcr das Gesundheitswesen aus und hiervon werden rund 77 Prozent von der \u00f6ffentlichen Hand finanziert. Steigende Kosten im Gesundheitswesen, eine immer \u00e4lter werdende Bev\u00f6lkerung und eine zunehmende Rate an chronischen Krankheiten haben in allen Mitgliedsstaaten der Europ\u00e4ischen Union zu fortw\u00e4hrenden Versuchen gef\u00fchrt, die Gesundheitsversorgung zu reformieren.<\/p>\n<p>Das unterschiedliche Erbe der europ\u00e4ischen Gesundheitsf\u00fcrsorgesysteme sowie deren Abh\u00e4ngigkeit von \u00f6ffentlicher Finanzierung machen jegliche Reformen zu einem h\u00f6chst emotionalen Thema in der \u00f6ffentlichen Diskussion.<\/p>\n<h3 id=\"geringe-konvergenz\">Geringe Konvergenz<\/h3>\n<p>Die EU hat Richtlinien herausgegeben, um die Gesundheitsf\u00fcrsorgesysteme \u00fcber ihre Mitgliedstaaten hinweg zu harmonisieren. Dadurch sollte es leichter werden, die Kosten zu kontrollieren, neuartige Therapeutik mit der europ\u00e4ischen Gesetzgebung in Gang zu bringen und eine bessere Nutzung der Kapazit\u00e4ten von Krankenh\u00e4usern und Gesundheitsdienstleistungen \u00fcber alle Grenzen hinweg zu erreichen.<\/p>\n<p>In Analogie zu den Richtlinien zur Sozialf\u00fcrsorge liegen die Richtlinien zur Gesundheitsf\u00fcrsorge in Europa jedoch ausschlie\u00dflich im Zust\u00e4ndigkeitsbereich jedes einzelnen Landes. Es gibt bislang nur eine geringe Konvergenz bei den einzelnen europ\u00e4ischen Gesundheitssystemen sowie im Hinblick auf die Strategien in der Gesundheitspolitik. Um ein neues Medikament auf den Markt zu bringen &#8211; mit Ausnahme von Arzneimitteln f\u00fcr besonders seltene\u00a0Krankheiten, sogenannte &#8222;orphan drugs&#8220; oder Therapeutika f\u00fcr seltene Erkrankungen &#8211; muss die Zustimmung von der Arzneimittelbeh\u00f6rde jedes einzelnen Landes eingeholt werden. Die Erstattung f\u00fcr diese Therapeutika ist ebenfalls eine nationale Angelegenheit, ebenso wie die Marktzulassung f\u00fcr Generika oder die Vergabe von Zulassungslizenzen f\u00fcr \u00c4rzte.<\/p>\n<h3 id=\"unterschiedliches-tempo\">Unterschiedliches Tempo<\/h3>\n<p>Die pharmazeutischen Unternehmen und die Organisationen im Gesundheitswesen stehen in Europa einem weitaus komplexeren und kostspieligeren Markteintrittsprozess gegen\u00fcber als in den Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p>Ein Gesundheits\u00f6konom eines f\u00fchrenden pharmazeutischen Unternehmens sagte, &#8222;Es ist, als ob man ein Territorium Burg um Burg erobert&#8230;&#8220;. Jeder EU-Mitgliedstaat kann unterschiedliche Kriterien anwenden, wenn es um die Zulassung von Medikamenten geht. Hierbei sind zumeist therapeutische und wirtschaftliche Parameter inkludiert. Au\u00dferdem operieren die europ\u00e4ischen L\u00e4nder\u00a0mit unterschiedlichem Tempo. Die Empfehlung der EU, Therapeutika nach ihrer Markteinf\u00fchrung zu \u00fcberwachen &#8211; ein Standard in den Vereinigten Staaten, um eine bessere Medikamenten-Risikokontrolle zu erreichen -, ist bislang nur in zwei EU-Staaten eingef\u00fchrt worden, in Gro\u00dfbritannien und Deutschland. Die letzten Daten, die von der Europ\u00e4ischen Kommission in Zusammenarbeit mit der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Februar 2015 zur Gesundheit und zu den Gesundheitssystemen in 35 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern pr\u00e4sentiert wurden, umfassten alle Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ischen Union, die Beitrittskandidaten sowie die Mitglieder der Europ\u00e4ischen Freihandelsassoziation (EFTA). Die Daten offenbaren die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise des Jahres 2009 und die Auswirkung der anschlie\u00dfenden K\u00fcrzungen im Gesundheitswesen.<\/p>\n<h3 id=\"hoehere-lebenserwartung\">H\u00f6here Lebenserwartung<\/h3>\n<p>Die Lebenserwartung steigt in der EU auch weiterhin. Sie erreichte im Jahr 2012 im Durchschnitt 79,2 Jahre (82,2 Jahre bei Frauen und 76,1 Jahre bei M\u00e4nnern). Dies stellt gegen\u00fcber dem Jahr 1990 eine Zunahme von 5,1 Jahren dar. Zwischen den Mitgliedstaaten mit den h\u00f6chsten und niedrigsten Werten bestehen jedoch Ungleichheiten, die sich in einer L\u00fccke von bis zu 8,4 Jahren manifestieren. So ist zum Beispiel die S\u00e4uglingssterblichkeit in Griechenland im Laufe der letzten beiden Jahre gestiegen und die Lebenserwartung ist auf ein Niveau zur\u00fcckgegangen, das man normalerweise in Entwicklungsl\u00e4ndern vorfindet. Diese Beobachtung wird gr\u00f6\u00dftenteils dem Zusammenbruch der \u00f6ffentlichen Dienstleistungen im Anschluss an die Finanzkrise zugeschrieben.<\/p>\n<p>Die Gesundheitsausgaben nahmen in realen Werten gerechnet &#8211; also inflationsbereinigt &#8211; im Zeitraum von 2009 bis 2012 im Durchschnitt um 0,6 Prozent pro Jahr ab. Dieser Ausgabenr\u00fcckgang ging auf K\u00fcrzungen bei der Arbeitskr\u00e4fteanzahl und den gezahlten Geh\u00e4ltern im Gesundheitswesen, auf eine Reduzierung der Beitr\u00e4ge, die an den Gesundheitsversorger bezahlt wurden, auf niedrigere Arzneimittelpreise und Selbstzahlungen vonseiten der Patienten zur\u00fcck.<\/p>\n<h3 id=\"uebermaessige-buerokratie\">\u00dcberm\u00e4\u00dfige B\u00fcrokratie<\/h3>\n<p>Bei der Eingrenzung der Kosten hat man sich historisch gesehen auf die hochprofitable, pharmazeutische Industrie\u00a0und deren therapeutische Produkte konzentriert, die nur 15-20 Prozent des durchschnittlichen europ\u00e4ischen Budgets im Gesundheitswesen ausmachen. Die politischen Entscheidungstr\u00e4ger haben erst vor kurzem ihren Fokus auf die Hauptkostentreiber im Gesundheitswesen verlagert. Dies sind die Krankenhausdienstleistungen und die Handhabung chronischer Krankheiten.<\/p>\n<p>Vergleichende Daten zeigen auch, dass ein Monopol bei der staatlichen Krankenversicherung, wie man es zum Beispiel in \u00d6sterreich mit den dortigen &#8218;Gebietskrankenkassen&#8216; und deren exzessiver B\u00fcrokratie vorfindet, viel kostspieliger und rigider ist als privat gef\u00fchrte Krankenversicherungssysteme.<\/p>\n<p>Dies ist einer der Gr\u00fcnde, weshalb die Schweiz im Jahr 2014 gegen die Einf\u00fchrung eines einheitlichen \u00f6ffentlichen Krankenversicherungssystems gestimmt hat, das das derzeitige private Versicherungssystem ersetzt h\u00e4tte.<\/p>\n<h3 id=\"wartezeiten\">Wartezeiten<\/h3>\n<p>Die Zahl der \u00c4rzte pro Kopf &#8211; ein Ma\u00df f\u00fcr den Zugang zu gesundheitlicher Versorgung &#8211; hat sich seit 2000 in allen EU-L\u00e4ndern au\u00dfer Frankreich erh\u00f6ht. Dort blieben die Zahlen stabil.<\/p>\n<p>Die Zahl der praktizierenden Krankenschwestern ist ebenfalls bis auf zwei EU-Mitgliedstaaten in allen \u00fcbrigen EU-L\u00e4ndern gestiegen. Dies ist haupts\u00e4chlich auf die Tendenz zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass Patienten von teurer Krankenhausbehandlung auf die Pflege zu Hause \u00fcberwechselten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3193\" aria-describedby=\"caption-attachment-3193\" style=\"width: 435px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Europe-has-helped.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3193\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Europe-has-helped.jpg\" alt=\"Europe has helped create the world's healthiest and longest=living society     (photo: dpa)\" width=\"435\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Europe-has-helped.jpg 588w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Europe-has-helped-320x199.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Europe-has-helped-560x348.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Europe-has-helped-161x100.jpg 161w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Europe-has-helped-322x200.jpg 322w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Europe-has-helped-300x186.jpg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Europe-has-helped-483x300.jpg 483w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Europe-has-helped-180x112.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3193\" class=\"wp-caption-text\">Europas Gesundheitssysteme haben die ges\u00fcndeste und am l\u00e4ngsten lebende Gesellschaft der Welt hervorgebracht (Foto: dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Wartezeiten f\u00fcr chirurgische Eingriffe, bei denen es sich nicht um Notfallbehandlungen handelt, variieren erheblich von einem zum anderen EU-Land. Im Laufe der letzten paar Jahre haben einige L\u00e4nder Fortschritte gemacht, was die Reduzierung der Wartezeiten anbetrifft, w\u00e4hrend sie in einigen anderen L\u00e4ndern, wie zum Beispiel Portugal, Spanien und Griechenland, begonnen haben zu steigen. Hierzu kam es wahrscheinlich, weil Chirurgen diese L\u00e4nder f\u00fcr eine bessere Bezahlung und bessere Einrichtungen im Ausland verlassen haben. Auch Patienten \u00fcberqueren innerhalb Europas zunehmend die Grenzen, um woanders eine \u00e4rztliche Behandlung zu erhalten. Im Zeitraum von 2007 bis 2012 ist in den meisten EU-L\u00e4ndern sowohl der Import als auch der Export der Gesundheitsf\u00fcrsorgedienstleistungen gestiegen.<\/p>\n<h3 id=\"fettleibigkeit-nimmt-zu\">Fettleibigkeit nimmt zu<\/h3>\n<p>Die Mobilit\u00e4t der Patienten innerhalb Europas d\u00fcrfte als Folge der EU-Direktive zur grenz\u00fcberschreitenden Gesundheitsf\u00fcrsorge noch weiter zunehmen. Damit wird das Recht der Patienten auf die Inanspruchnahme grenz\u00fcberschreitender Gesundheitsf\u00fcrsorge unterst\u00fctzt und die Kooperation zwischen den Gesundheitssystemen gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Die EU f\u00f6rdert und ber\u00e4t aktiv die Assoziierungsvereinbarungen zwischen den EU-Mitgliedern sowie die bilateralen Vereinbarungen mit ihren Nachbarstaaten, um so die Regeln zu harmonisieren und Kapazit\u00e4ten im Bereich des Gesundheitswesens aufzubauen. \u00dcbergewicht und Fettleibigkeit nehmen in der EU zu. Die derzeitigen Zahlen sagen aus, dass 53 Prozent der Erwachsenen entweder als \u00fcbergewichtig oder fettleibig gelten. Von Fettleibigkeit &#8211; die noch gr\u00f6\u00dfere Gesundheitsrisiken mit sich bringt als das reine \u00dcbergewicht &#8211; ist zurzeit jeder sechste Erwachsene betroffen, das sind 16,7 Prozent in der EU. Damit hat diese Zahl in den letzten 10 Jahren um mehr als ein Drittel zugenommen. Es gibt allerdings betr\u00e4chtliche Schwankungen zwischen den einzelnen L\u00e4ndern und Fettleibigkeit ist haupts\u00e4chlich ein Problem, das man in den Bev\u00f6lkerungsschichten mit niedrigen Einkommen in einer ansonsten reichen Gesell- schaft vorfindet.<\/p>\n<h3 id=\"hohe-kosten\">Hohe Kosten<\/h3>\n<p>Die EU-Politik im Gesundheitswesen konzentriert sich heute auf Fehlern\u00e4hrung, physische Inaktivit\u00e4t und die weite Verbreitung chronischer Krankheiten wie Diabetes, die allesamt typische Symptome einer Wohlstandsgesellschaft sind.<\/p>\n<p>Der wachsende Kostendruck, der auf den Strukturen im Gesundheitswesen lastet und eine schwierigere europ\u00e4ische Wirtschaftslage bedeuten, dass sich der bisherige Fokus auf die Eind\u00e4mmung des Anstiegs von Herzkrankheiten, von psychischen St\u00f6rungen sowie von Verhaltens- st\u00f6rungen verlagern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Kein europ\u00e4isches Land scheint mit seinem System der Gesundheitsf\u00fcrsorge absolut gl\u00fccklich zu sein, radikale Reformen sind jedoch unwahrscheinlich. Eine OECD Analyse zu den Gesundheitsf\u00fcrsorgesystemen rund um den Globus kann keine entscheidenden Kriterien f\u00fcr das Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis oder die Patientenzufriedenheit ausfindig machen. Reformen f\u00fchren normalerweise\u00a0zu hohen Kosten, da sie Ver\u00e4nderungen einf\u00fchren. Der langfristige Vorteil f\u00fcr die politischen Entscheidungstr\u00e4ger in Europa oder die Patienten ist allerdings nicht offensichtlich. Einige L\u00e4nder haben jedoch mit Ver\u00e4nderungen begonnen. Experten glauben, dass dies die Gesundheitsf\u00fcrsorge effizienter machen k\u00f6nnte und dass dadurch \u00e4hnliche positive Initiativen \u00fcber die gesamte EU hinweg angesto\u00dfen werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<h3 id=\"patientenakten\">Patientenakten<\/h3>\n<p>Deutschlands Regierung subventioniert die sogenannte &#8218;integrierte Versorgung&#8216;, ein Ansatz, der bei der Krankenversicherung patientenorientiert vorgeht &#8211; im Vergleich zu einer therapiezentrierten Herangehensweise.<\/p>\n<p>Das kostspielige &#8218;Arzt-Hopping&#8216; oder das Gatekeeping f\u00fcr die Facharztversorgung werden dabei minimiert, was die Zusammenarbeit unter den Fach\u00e4rzten verbessert, wenn es um die Diagnose und die Behandlung komplexer, aber weitverbreiteter Krankheiten und gesundheitlicher Probleme, wie zum Beispiel Migr\u00e4ne, geht.<\/p>\n<p>D\u00e4nemark investiert in ein System der elektronischen Patientenakten. F\u00f6rdergelder und Regulierungen sind eingef\u00fchrt worden, um das neue System mit dem bereits vorhandenen elektronischen Patientensystem zu verbinden, anstatt ein einziges neues System aufzubauen. Im Ergebnis f\u00fchrte dies zu niedrigeren Behandlungskosten, weniger Schreibarbeiten und einer verbesserten Qualit\u00e4t der Versorgung.<\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien misst und analysiert systematisch die Ergebnisse medizinischer Eingriffe und Behandlungen. Die Daten, die hierbei zur Herzchirurgie gesammelt wurden, haben bereits dazu beigetragen, die Sterblichkeitsrate um die H\u00e4lfte zu reduzieren.<\/p>\n<p>Eine Initiative in Gro\u00dfbritannien, um &#8218;Patient Recorded Outcomes Measures&#8216; (PROMs) zu sammeln, k\u00f6nnte die Ansichten der \u00c4rzte ver\u00e4ndern, was den Erfolg von einzelnen Heilverfahren angeht. Dies k\u00f6nnte wiederum die Qualit\u00e4t der Versorgung verbessern und die Kosten reduzieren.<\/p>\n<h3 id=\"private-initiativen\">Private Initiativen<\/h3>\n<p>Die EU wird mehr tun m\u00fcssen als nur Richtlinien zur Verf\u00fcgung zu stellen. Die nationalen Systeme m\u00fcssen darauf vorbereitet werden, einer ganzen Vielfalt von Herausforderungen zu begegnen, die sich in naher Zukunft abzeichnen. Obwohl alle L\u00e4nder unterschiedlich begonnen haben,\u00a0stehen sie jetzt alle vor denselben Kosten- und Effizienzproblemen. Neue Denkans\u00e4tze und europaweite strategische Pl\u00e4ne sind erforderlich, um zu vermeiden, dass alte Regelungen, die sich als ineffektiv erwiesen haben, wiederverwendet werden. Die\u00a0Implementierung der neuen Strategien wird allerdings auch weiterhin in den H\u00e4nden lokaler Politiker liegen.\u00a0Ziemlich langsame politische Prozesse bremsen die Anpassung der aktuellen Gesundheitsf\u00fcrsorgesysteme &#8211;\u00a0ganz besonders wenn das Budget knapp ist. Als Ergebnis hiervon k\u00f6nnten private Initiativen wichtiger werden. Ein gr\u00f6\u00dferer Anteil an den europ\u00e4ischen Gesundheitsf\u00fcrsorgesystemen und den damit verbundenen Kosten wird vom privaten Sektor und von gewinnorientierten Organisationen \u00fcbernommen werden m\u00fcssen. Der Zugang zu einem qualitativ hochwertigen Gesundheitswesen f\u00fcr alle k\u00f6nnte allerdings gef\u00e4hrdet sein, wenn der Einfluss des Privatsektors zunimmt. Eine sozio\u00f6konomische Ungleichheit w\u00e4re nicht mehr zu vermeiden.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span class=\"Apple-style-span\">Dieser Bericht wurde von\u00a0<\/span><a style=\"color: #ff4b33; font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; line-height: 1.5;\" href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\/de\/expert\/dorothee-deuring\" target=\"_blank\">Dorothee Deuring<\/a>\u00a0verfa\u00dft und wird unseren Mitgliedern mit freundlicher Genehmigung von \u00a9 Geopolitical Information Service AG, Vaduz zur Verf\u00fcgung gestellt:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\/en\/\" target=\"_blank\">www.geopolitical-info.com<\/a><\/p>\n<h3 id=\"themenverwandte-reports\">Themenverwandte Reports:<\/h3>\n<ul>\n<li><span class=\"Apple-style-span\"><a href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\/de\/article\/1424069953034412700\" target=\"_blank\">Das EZB-Programm der &#8218;Quantitativen Lockerung&#8216; sollte in Europa keine falschen Hoffnungen wecken<\/a><\/span><\/li>\n<li><span class=\"Apple-style-span\"><a href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\/de\/article\/1423636197238631200\" target=\"_blank\">Das billige \u00d6l und der schwache Euro k\u00f6nnten Europas Wachstum ankurbeln<\/a><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"LEFT\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GIS-logo-claim-final.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2159\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GIS-logo-claim-final-300x108.png\" alt=\"GIS-logo-claim-final\" width=\"111\" height=\"40\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GIS-logo-claim-final-300x108.png 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GIS-logo-claim-final.png 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GIS-logo-claim-final-180x65.png 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 111px) 100vw, 111px\" \/><\/a><\/p>\n<div>\u00a0\u00a9\u00a0Geopolitical Information Service AG, Vaduz<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.geopolitical-info.com\" target=\"_blank\">www.geopolitical-info.com<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Gesundheitswesen in Europa ist ein Aush\u00e4ngeschild gewesen, wenn es um die Entwicklung neuer Medikamente und die medizinische Betreuung ging. 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