{"id":26500,"date":"2026-09-30T22:06:55","date_gmt":"2026-09-30T20:06:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=26500"},"modified":"2026-09-30T22:06:55","modified_gmt":"2026-09-30T20:06:55","slug":"rueckblick-europa-lab-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2026\/09\/rueckblick-europa-lab-2026\/","title":{"rendered":"R\u00fcckblick: Europa Lab 2026"},"content":{"rendered":"<p>Am 8. September 2026 fand das Europa Lab 2026 von United Europe im Haus der Europ\u00e4ischen Union in Berlin statt. Von 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr gingen Redner aus Politik, Sicherheit und Wirtschaft einer Frage nach: Kann Europa seine Ambitionen in echte St\u00e4rke bei Energie und Sicherheit verwandeln? Ihre Antwort lautete: Ja, aber nur, wenn Europa deutlich schneller und mutiger handelt als bisher.<\/p>\n<p>Alle Vortr\u00e4ge des Tages k\u00f6nnen Sie sich auf unserem YouTube-Kanal ansehen.<\/p>\n<p><strong>Erfolge in Resilienz verwandeln<\/strong><br \/>\nIn ihrer Begr\u00fc\u00dfung sagte Manica Hauptman (Leiterin des Politischen Refarats der Vertretung der Europ\u00e4ischen Kommission), Europa habe entschlossen reagiert, als der Krieg die Abh\u00e4ngigkeiten offenbarte. Seitdem seien die Anstrengungen aber zu langsam gewesen. Europa brauch mehr Netze, st\u00e4rkere Verbindungen und eine tiefere Integration. Klimaziele und Wettbewerbsf\u00e4higkeit lie\u00dfen sich miteinander vereinbaren. Dennoch sei der Binnenmarkt zersplittert, und Forschung und Innovation lie\u00dfen sich zu oft in Europa nicht skalieren. Initiativen wie der Chips Act, der AI Act, EU Inc und die Bem\u00fchungen um Vereinfachung seien wichtige Schritte. Als eines der gr\u00f6\u00dften Hindernisse Europas nannte Hauptmann die Risikoscheu. Die Fiskalmarktunion sei der &#8222;Elefant im Raum&#8220;, denn fast alles h\u00e4nge vom Haushalt ab, auch eine m\u00f6gliche Europ\u00e4ische Verteidigungsunion.<\/p>\n<p><strong>Ist Europa geopolitikf\u00e4hig? Daddy wird es nicht f\u00fcr uns richten!\u00a0<\/strong><br \/>\nSicherheitsexperte Nico Lange stellte eine ern\u00fcchterne Diagnose. Europa wachse um etwa 0,3%, die USA, China und Indien dagegen deutlich schneller. Russlands Krieg gegen die Ukraine sei inzwischen im f\u00fcnften Jahr, und Europa diskutiere noch immer, ob es handeln sollte. Putin gehe es nicht um ein paar Kilometer im Donbass, sondern um die Vorherrschaft \u00fcber Europa. Da sich die USA als Garant der europ\u00e4ischen Verteidigung zur\u00fcckziehen, m\u00fcsse Europa erkennen, dass niemand sonst sein Gesch\u00e4ftsmodell sch\u00fctzen wird. Als Priorit\u00e4ten nannte Lange eine F\u00fchrungsrolle bei Dual-Use-Technologien wie KI, Drohnen und Satelliten, die F\u00e4higkeit zu eigenen europ\u00e4ischen Milit\u00e4reins\u00e4tzen, eine Kapitalmarktunion und, wenn n\u00f6tig, \u00c4nderungen der Treaties. Zudem forderte er die Politik auf, mit den B\u00fcrgern wie mit Erwachsenen zu sprechen und ihnen die Wahrheit zu sagen.<\/p>\n<p><strong>Energiesicherheit ist europ\u00e4ische Sicherheit: Warum nationale Energiepolitik nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ist<\/strong><br \/>\nStefan Kapferer, CEO von 50Hertz, zeigte, was europ\u00e4ische Zusammenarbeit leisten kann. Europa hat das baltische Stromnetz integriert und das ukrainische Netz wenige Tage nach der Invasion synchronisiert. Grenz\u00fcberschreitende Projekte wie der Offshore-Windhub auf Bornholm kosten deutlich weniger als nationale Alleing\u00e4nge. Leider blockieren nationale Interessen weiterhin den Fortschritt. Kapferer pl\u00e4dierte f\u00fcr eine Mischung aus st\u00e4rkerer europ\u00e4ischer Steuerung und regionaler Zusammenarbeit, vor allem in der Nordsee. Die Energiewende sieht er als Chance f\u00fcr die Industrialisierung, nach dem Prinzip: &#8222;Made with Europe&#8220; statt Protektionismus und mit M\u00e4rkten, die f\u00fcr andere Partner unter den Mittelm\u00e4chten wie Japan, S\u00fcdkorea und Kanada offen bleiben. Au\u00dferdem erkl\u00e4rte er die Aufrechterhaltung des Betriebs und den Schutz kritischer Infrastrukturen zu obersten Priorit\u00e4ten.<\/p>\n<p><strong>Die L\u00fccke zwischen Alpbach und Allentsteig schlie\u00dfen<\/strong><br \/>\nArthur Kr\u00f6n, Gr\u00fcnder von Yourope, verglich zwei Orte in \u00d6sterreich. Der eine ist Alpbach, wo junge Eliten \u00fcber Europas globalen Einfluss diskutieren. Der andere ist Allentsteig, \u00d6sterreichs gr\u00f6\u00dfter Truppen\u00fcbungsplatz, wo die Gespr\u00e4che ganz anders klingen. Die europ\u00e4ische Idee brauche mehr Allentsteig und weniger Alpbach. Pro-Europ\u00e4er d\u00fcrften nicht l\u00e4nger die &#8222;sugar-coated&#8220; Party sein, sondern m\u00fcssten die gesamte Bev\u00f6lkerung ansprechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 8. September 2026 fand das Europa Lab 2026 von United Europe im Haus der Europ\u00e4ischen Union in Berlin statt. 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