{"id":26142,"date":"2026-02-22T13:27:45","date_gmt":"2026-02-22T12:27:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=26142"},"modified":"2026-02-25T21:51:54","modified_gmt":"2026-02-25T20:51:54","slug":"msc-side-event-review-european-technological-sovereignty-and-digital-infrastructure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2026\/02\/msc-side-event-review-european-technological-sovereignty-and-digital-infrastructure\/","title":{"rendered":"MSC Side Event R\u00fcckblick: &#8222;Sovereign Europe Forum 2026 &#8211; Europ\u00e4ische Technologische Souver\u00e4nit\u00e4t und Digitale Infrastruktur\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Am 12. Februar organisierte United Europe in Kooperation mit dem Europa Forum Alpbach und dem Sovereign Europe Forum ein offizielles Side Event der diesj\u00e4hrigen M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-26149 alignleft\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886.jpeg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886.jpeg 640w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886-120x80.jpeg 120w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886-90x60.jpeg 90w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886-320x214.jpeg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886-560x374.jpeg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886-633x422.jpeg 633w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886-150x100.jpeg 150w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886-220x147.jpeg 220w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886-240x160.jpeg 240w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886-180x120.jpeg 180w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC8886-440x294.jpeg 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/><\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Die Diskussion brachte eine Gruppe von herausragenden Experten auf die B\u00fchne: <strong>Anne-Laure De Chammard<\/strong>, Mitglied des Executive Board von Siemens Energy, <strong>Arancha Gonz\u00e1lez Laya<\/strong>, Dekanin der Paris School of International Affairs (Sciences Po), und ehemalige spanische Au\u00dfenministerin f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten, Europ\u00e4ische Union and Zusammenarbeit, <strong>Andr\u00e9 Loesekrug-Pietri<\/strong>, Vorsitzender und Wissenschaftlicher Direktor der JEDI Foundation, sowie <strong>Ricardo Mendes<\/strong>, Gr\u00fcnder and CEO von Tekever. Moderiert wurde die Diskussion von <strong>Dr. Julia Reuss<\/strong>,\u00a0 Vorstandsmitglied bei United Europe und Public Policy Director bei META.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Die Diskussion vereinte Perspektiven aus Energie, Geopolitik, Innovation und Sicherheit &#8211; und er\u00f6ffnete damit einen multidimensionalen Blick auf die aktuellen Herausforderungen und Chancen europ\u00e4ischer technologischer Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Was folgt, ist kein Wortprotokoll. Es ist eine Verdichtung zentraler Themen, Spannungsfelder und Einsichten &#8211; gewonnen aus dem Gespr\u00e4ch unter <em>Chatham House Rules<\/em>.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\"><strong>Europ\u00e4ische Technologiesouver\u00e4nit\u00e4t: Strategische Realit\u00e4t oder regulatorische Illusion? <\/strong>Europa versteht sich als regulatorische Supermacht &#8211; doch kann Regulierung allein technologische Souver\u00e4nit\u00e4t sichern?<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Europa schreibt die Regeln f\u00fcr Datenschutz. Es setzt globale Standards im Wettbewerbsrecht. Es spricht selbstbewu\u00dft \u00fcber digitale Rechte und ethische k\u00fcnstliche Intelligenz. Doch unter dieser normativen St\u00e4rke liegt eine schwierige Frage &#8211; eine, der politische Entscheidungstr\u00e4ger allzu oft ausweichen:<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\"><strong>Welche Technologien definieren Macht im 21. Jahrhundert?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Technologische Souver\u00e4nit\u00e4t wird nicht in Reden oder Strategiepapieren erkl\u00e4rt. Sie bemisst sich an Halbleiterfabriken, Rechenzentren, Satelliten, sicheren Netzen und industrieller Skalierung. Sie zeigt sich in der F\u00e4higkeit, hochentwickelte Chips zu entwerfen, unabh\u00e4ngige Cloud-Infrastrukturen zu betreiben und Technologie global zu skalieren.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\"><strong>Nach diesen Ma\u00dfst\u00e4ben bleibt Europa tief abh\u00e4ngig.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">\u00dcber Jahrzehnte schien diese Abh\u00e4ngigkeit beherrschbar. Die Vereinigten Staaten garantierten Sicherheit. Globale Lieferketten optimierten Effizienz. Strategische Verwundbarkeiten wurden durch geopolitische Stabilit\u00e4t \u00fcberdeckt. Diese \u00c4ra ist vorbei. Technologie ist zum zentralen Schauplatz geopolitischer Konkurrenz geworden. Abh\u00e4ngigkeiten, die einst harmlos erschienen, tragen heute strategische Konsequenzen.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Ein Kontinent, der seine fortschrittlichsten Halbleiter importiert, stark auf ausl\u00e4ndische Cloud Anbieter angewiesen ist und in kritischen Verteidigungstechnologien zur\u00fcckliegt, kann strategische Autonomie kaum glaubw\u00fcrdig beanspruchen. Europa kann M\u00e4rkte regulieren &#8211; aber nicht dominieren.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Die Vereinigten Staaten und China verstehen die zentrale Rolle von Technologie f\u00fcr Machtprojektion. Entsprechend investieren sie in au\u00dferordentlichem Umfang in k\u00fcnstliche Intelligenz, Halbleiter, Quantencomputing und Raumfahrt. Diese Sektoren sind keine blo\u00dfen Wirtschaftszweige, Sie sind Infrastruktur der Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Europas Defizit ist kein intellektuelles. Europas Universit\u00e4ten und Forschungsinstitute geh\u00f6ren zu den besten der Welt. Europas Ingenieure und Wissenschaftler sind hoch wettbewerbsf\u00e4hig. Das Problem is strukturell: fragmentierte Kapitalm\u00e4rkte, unzureichende Investitionen in Skalierung und politische Zur\u00fcckhaltung, wenn Integration politisch unbequem wird.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Zu viele europ\u00e4ische Innovationen bleiben im Prototypstadium stecken. Zu wenige werden global. Risikokapital ist deutlich knapper als in den USA. Kapitalm\u00e4rkte bleiben national segmentiert. Strategische Industrien werden h\u00e4ufig als innenpolitische Angelegenheiten behandelt statt als gemeinsame europ\u00e4ische Priorit\u00e4ten.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\"><strong>Das Ergebnis ist ein gef\u00e4hrlicher Widerspruch: Europa spricht die Sprache der Souver\u00e4nit\u00e4t, operiert jedoch in Systemen, die \u00fcberwiegend anderswo entworfen, finanziert und skaliert werden.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Technologische Souver\u00e4nit\u00e4t bedeutet nicht Autarkie. Sie verlangt nicht nach Abkopplung. Sie erfordert Pragmatismus und Anspruch: die F\u00e4higkeit, Abh\u00e4ngigkeiten bewusst zu w\u00e4hlen, Risiken zu mindern und in kritischen Bereichen eigene, glaubw\u00fcrdige F\u00e4higkeiten zu entwickeln.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Das bedeutet: industrielle Halbleiterkapazit\u00e4ten aufzubauen, ernsthaft in sichere Cloud-und Dateninfrastrukturen zu investieren, Cyberverteidigung zu st\u00e4rken, Raumfahrtf\u00e4higkeiten auszubauen und Industrie- sowie Verteidigungspolitik zu verzahnen. Es bedeutet \u00f6ffentliche Beschaffung strategisch einzusetzen. Es bedeutet, die Kapitalmarktintegration zu vollenden. Es bedeutet, im europ\u00e4ischen Ma\u00dfstab zu handeln &#8211; nicht im nationalen.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Kein einzelner Mitgliedstaat kann allein mit kontinentalen M\u00e4chten konkurrieren. Der Binnenmarkt hat einst Europas wirtschaftliche Position neu definiert. Heute muss technologische Integration folgen.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Souver\u00e4nit\u00e4t im 21. Jahrhundert wird weniger an phsysischen Grenzen ausge\u00fcbt als in Code, Chips und Rechenleistung. Regulierung ohne industrielle Tiefe schafft Hebel f\u00fcr andere &#8211; nicht f\u00fcr Europa.<\/p>\n<p data-start=\"405\" data-end=\"1116\">Solange Ambition nicht mit Skalierung, Investition und Integration einhergeht, bleibt Souver\u00e4nit\u00e4t rhetorisch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>By Dyria Sigrid Alloussi, Programm Direktor bei United Europe e.V.\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 12. 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