{"id":25985,"date":"2025-12-15T18:11:16","date_gmt":"2025-12-15T17:11:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=25985"},"modified":"2026-08-11T11:30:49","modified_gmt":"2026-08-11T09:30:49","slug":"rueckblick-united-europes-politischer-stammtisch-mit-wolfgang-schuessel-bundeskanzler-a-d","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2025\/12\/rueckblick-united-europes-politischer-stammtisch-mit-wolfgang-schuessel-bundeskanzler-a-d\/","title":{"rendered":"R\u00fcckblick: United Europes Politischer Stammtisch mit Wolfgang Sch\u00fcssel, Bundeskanzler a.D."},"content":{"rendered":"<p>Beim <em data-start=\"96\" data-end=\"118\">Political Stammtisch<\/em> am 12. November in Wien zeichneten United Europe Pr\u00e4sident G\u00fcnther H. Oettinger und der ehemalige \u00f6sterreichische Bundeskanzler Wolfgang Sch\u00fcssel ein eindringliches Bild der geopolitischen und wirtschaftlichen Lage Europas. Die Botschaft war klar: <strong data-start=\"349\" data-end=\"408\">Europa befindet sich an einem entscheidenden Wendepunkt<\/strong>, und die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, bestimmen, ob wir in einer sich rasant ver\u00e4ndernden globalen Machtordnung relevant bleiben.<\/p>\n<h4 id=\"1-systemkonflikt-in-einer-neuen-weltordnung\" data-start=\"555\" data-end=\"602\"><strong data-start=\"558\" data-end=\"602\">1. Systemkonflikt in einer neuen Weltordnung<\/strong><\/h4>\n<p data-start=\"604\" data-end=\"866\">Autorit\u00e4re Regime verfolgen ein gemeinsames Ziel: <strong data-start=\"669\" data-end=\"696\">den Westen zu schw\u00e4chen<\/strong>\u2014seine demokratischen Werte, seine Freiheiten und das Modell der sozialen Marktwirtschaft. Gemeinsam repr\u00e4sentieren sie mehr als ein Drittel der Weltbev\u00f6lkerung. Ihr politischer und wirtschaftlicher\u00a0 Einfluss w\u00e4chst.<\/p>\n<p>Europa muss sich deshalb dar\u00fcber im Klaren sein, wof\u00fcr es steht &#8211; und bereit sein, seine Werte, Interessen und Sicherheit entschlossen zu verteidigen.<\/p>\n<h4 id=\"2-europas-wettbewerbsfaehigkeit-steht-unter-druck\" data-start=\"873\" data-end=\"911\"><strong data-start=\"876\" data-end=\"911\">2. Europas Wettbewerbsf\u00e4higkeit steht unter Druck<\/strong><\/h4>\n<p data-start=\"913\" data-end=\"990\">Wie verwundbar die Europ\u00e4ische Union geworden ist, zeigt sich besonders deutlich in den globalen Handelsbeziehungen. W\u00e4hren US-Exporte in zentralen Branchen wie Chemie und Pharma zollfrei nach Europa gelangen, werden europ\u00e4ische Waren bei der Einfuhr in die USA mit Z\u00f6llen von 15 Prozent belegt. F\u00fcr Stahl, Kupfer und weiter Halbfabrikate gelten teilweise sogar S\u00e4tze von bis zu 50 Prozent.<\/p>\n<p data-start=\"913\" data-end=\"990\">Europa hat diesen Bedingungen zugestimmt.<\/p>\n<p data-start=\"913\" data-end=\"990\">Hinzu kommt eine erhebliche Abh\u00e4ngigkeit bei kritischen Rohstoffen: China kontrolliert rund 90 Prozent dieser Ressourcen und verf\u00fcgt \u00fcber einen Gro\u00dfteil der weltweiten Raffineriekapazit\u00e4ten. Damit besitzt das Land einen strategischen Hebel, der weit \u00fcber wirtschaftliche Fragen hinausreicht.<\/p>\n<p data-start=\"1399\" data-end=\"1414\">Die schonungslose Diagnose des Abends lautete: <strong data-start=\"1418\" data-end=\"1505\">\u201eWir sind nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig, nicht mehr relevant. Wir haben keine Macht.\u201c<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"1507\" data-end=\"1658\">Umso klarer m\u00fcssen Europas Priorit\u00e4ten f\u00fcr die kommenden Jahre sein: <strong data-start=\"1618\" data-end=\"1658\">Sicherheit und Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/strong><\/p>\n<h4 id=\"3-kraefte-buendeln-handlungsfaehigkeit-staerken\" data-start=\"1665\" data-end=\"1717\"><strong data-start=\"1668\" data-end=\"1717\">3. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Handlungsf\u00e4higkeit st\u00e4rken!\u00a0<\/strong><\/h4>\n<p data-start=\"1719\" data-end=\"1972\">In einer Welt, die von Akteuren wie Donald Trump, Xi Jinpin und Wladimir Putin sowie von neuen Machtbl\u00f6cken gepr\u00e4gt wird, kann Europa nur gemeinsam bestehen. Daf\u00fcr muss es seine Kr\u00e4fte b\u00fcndeln und dort, wo gemeinsames Handeln wirksamer ist, die europ\u00e4ische Ebene st\u00e4rken.<\/p>\n<p data-start=\"1719\" data-end=\"1972\">K\u00fcnftige Generationen werden uns danach messen, wie wir diesen historischen Wendepunkt genutzt haben.<\/p>\n<p data-start=\"1719\" data-end=\"1972\">Noch aber bremst sich Europa zu oft selbst. \u00dcbergeordnete B\u00fcrokratie belastet kleine und mittlere Unternehmen ebenso wie internationale Konzerne, Start-ups und Forschungsstandorte. Wer tragf\u00e4hige L\u00f6sungen entwickeln will, muss deshalb \u00fcber Einzelma\u00dfnahmen hinausdenken und das gro\u00dfe Ganze in den Blick nehmen.<\/p>\n<h4 id=\"4-der-weckruf-wirkt-aber-europa-muss-schneller-werden\" data-start=\"2192\" data-end=\"2251\"><strong data-start=\"2195\" data-end=\"2251\">4. Der Weckruf wirkt &#8211; aber Europa muss schneller werden!\u00a0<\/strong><\/h4>\n<p data-start=\"2253\" data-end=\"2413\">Wirtschaftlich kommt Europa seit 2015 kaum voran. Doch Krieg, geopolitische Spannungen und ersch\u00fctterte Lieferketten haben einen Weckruf ausgel\u00f6st, der erste Ver\u00e4nderungen bewirkt.<\/p>\n<ul>\n<li>Die europ\u00e4ischen Verteidigungsbudgets steigen.<\/li>\n<li>Die Zusammenarbeit innerhalb der NATO hat an Bedeutung und Intensit\u00e4t gewonnen.<\/li>\n<li>Verteidigung wird auf EU-Ebene st\u00e4rker koordiniert.<\/li>\n<li>Das Bewusstsein f\u00fcr strategische Abh\u00e4ngigkeiten und fragile Lieferketten w\u00e4chst.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"2683\" data-end=\"2847\">Die kritischen Priorit\u00e4ten liegen klar auf der Hand: <strong data-start=\"2736\" data-end=\"2847\">Rohstoffe, Halbleiter, pharmazeutische Resilienz, KI, Raumfahrttechnologie und eine sichere europ\u00e4ische Cloud-Infrastruktur.<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"2849\" data-end=\"3003\">Diese Bereiche bieten <strong data-start=\"2871\" data-end=\"2900\">reales Wachstumspotenzial. <\/strong>Besonders Pharma und Deep Tech entwickeln sich bereits zu Innovationsmotoren. Doch Potenzial allein reicht nicht: Europa muss schneller entscheiden, gezielter investieren und entschlossener handeln.<\/p>\n<h4 id=\"5-innovation-als-europas-lebensader\" data-start=\"3010\" data-end=\"3053\"><strong data-start=\"3013\" data-end=\"3053\">5. Innovation als Europas Lebensader<\/strong><\/h4>\n<p data-start=\"3055\" data-end=\"3115\">Will Europa seine Wettbewerbsf\u00e4higkeit zur\u00fcckgewinnen, brauch es bessere Bedingungen f\u00fcr Menschen und Unternehmen, die Neues schaffen. Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul data-start=\"3117\" data-end=\"3439\">\n<li data-start=\"3117\" data-end=\"3208\">\n<p data-start=\"3119\" data-end=\"3208\">Innovatoren, Forschende, Universit\u00e4ten und Deep-Tech-Unternehmen umfassend unterst\u00fctzen<\/p>\n<\/li>\n<li data-start=\"3209\" data-end=\"3321\">\n<p data-start=\"3211\" data-end=\"3321\">Einen echten europ\u00e4ischen Kapitalmarkt schaffen, einschlie\u00dflich eines offenen kapitalgedeckten Rentensystems<\/p>\n<\/li>\n<li data-start=\"3322\" data-end=\"3354\">\n<p data-start=\"3324\" data-end=\"3354\">B\u00fcrokratische H\u00fcrden abbauen<\/p>\n<\/li>\n<li data-start=\"3355\" data-end=\"3439\">\n<p data-start=\"3357\" data-end=\"3439\">mehr Vertrauen in die junge Generation und ihre unternehmerischen F\u00e4higkeiten st\u00e4rken<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Europa verf\u00fcgt \u00fcber exzellente Forschung, hoch qualifizierte Talente und starke Unternehmen. Was h\u00e4ufig fehlt, sind die Geschwindigkeit, das Kapital und der politische Mut, aus guten Ideen global erfolgreiche L\u00f6sungen zu machen.<\/p>\n<h4 id=\"6-die-groesste-gefahr-ist-der-stillstand\" data-start=\"3446\" data-end=\"3481\"><strong data-start=\"3449\" data-end=\"3481\">6. Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr ist der Stillstand<\/strong><\/h4>\n<p data-start=\"3483\" data-end=\"3562\">Wolfgang Sch\u00fcssel brachte die zentrale Herausforderung des Abends auf den Punkt: <strong data-start=\"3566\" data-end=\"3650\">\u201eWir lieben den Status quo\u2014und der Status quo ist inzwischen die gr\u00f6\u00dfte Gefahr.\u201c<\/strong><\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Europa steht vor einer grundlegenden Entscheidung: Wollen wir an einem bequemen, aber zunehmend an Einfluss verlierenden System festhalten? Oder sind wir bereit, die schwierigen Reformen anzupacken, die f\u00fcr eine sichere, wettbewerbsf\u00e4hige und demokratische Zukunft notwendig sind?<\/p>\n<p>Der Wandel wird Europa einiges abverlangen. Doch Unt\u00e4tigkeit w\u00e4re weitaus kostspieliger. <strong>Jetzt ist der Moment, Verantwortung zu \u00fcbernehmen und Europas Zukunft aktiv zu gestalten.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Political Stammtisch am 12. November in Wien zeichneten United Europe Pr\u00e4sident G\u00fcnther H. 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