{"id":25380,"date":"2025-06-13T10:12:58","date_gmt":"2025-06-13T08:12:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=25380"},"modified":"2025-07-28T11:50:31","modified_gmt":"2025-07-28T09:50:31","slug":"rueckblick-impuls-staerkeres-europa-wie-man-wettbewerbsfaehigkeit-und-verteidigung-finanziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2025\/06\/rueckblick-impuls-staerkeres-europa-wie-man-wettbewerbsfaehigkeit-und-verteidigung-finanziert\/","title":{"rendered":"R\u00fcckblick: &#8222;St\u00e4rkeres Europa &#8211; wie man Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Verteidigung finanziert&#8220; I Impuls Wilhelm Molterer"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Lest den Draghi-Bericht &#8211; ich habe noch nie so ein perfektes Drehbuch f\u00fcr die Zukunft Europas gesehen&#8220;, sagte Wilhelm Molterer, ehemaliger \u00f6sterreichischer Vizekanzler und Vorstandsvorsitzender von GLOBSEC, bei unserem j\u00fcngsten Young Leaders Advocacy Seminar in Wien. Er fuhr fort: &#8222;Franz Josef Strau\u00df hat in den 60er Jahren Airbus ins Leben gerufen. Es war die einzige substanzielle europ\u00e4ische Initiative. Das zeigt, wie gro\u00df und dramatisch unsere L\u00fccken sind!&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-25357 alignleft\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129.jpeg\" alt=\"\" width=\"409\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129.jpeg 640w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129-120x80.jpeg 120w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129-90x60.jpeg 90w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129-320x214.jpeg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129-560x374.jpeg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129-633x422.jpeg 633w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129-150x100.jpeg 150w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129-220x147.jpeg 220w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129-240x160.jpeg 240w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129-180x120.jpeg 180w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0129-440x294.jpeg 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 409px) 100vw, 409px\" \/>Um Europa zu st\u00e4rken, m\u00fcssen wir in <strong>vier Dimensionen<\/strong> vorankommen: <strong>wirtschaftliche St\u00e4rke<\/strong>, <strong>milit\u00e4rische F\u00e4higkeiten<\/strong>, <strong>globale Ambitionen<\/strong> (z.B. Erweiterung) und <strong>innere Stabilit\u00e4t<\/strong> (Rechtsstaatlichkeit, Demokratie). Diese Bereiche sind miteinander verkn\u00fcpft und erfordern eine koordinierte Strategie sowie Finanzierung. Der <strong>Draghi-Bericht<\/strong> legt einen kraftvollen, multidimensionalen Plan f\u00fcr die wirtschaftliche Zukunft des Kontinents vor. Seine zentrale Botschaft ist klar: Nachhaltigkeit und Wettbewerbsf\u00e4higkeit sind untrennbar &#8211; vorausgesetzt, wir verstehen Nachhaltigkeit nicht als Einschr\u00e4nkung, sondern als Transformation.<\/p>\n<p><strong>Ein Vier-S\u00e4ulen Ansatz f\u00fcr die europ\u00e4ische Wettbewerbsf\u00e4higkeit:\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>1. Wirtschaftliche Sicherheit:<\/strong> Erreicht durch offene strategische Autonomie &#8211; oder besser: strategische Verantwortung &#8211; um kritische Abh\u00e4ngigkeiten zu verringern und gleichzeitig offen und engagiert zu bleiben.<\/p>\n<p><strong>2. Globaler Wettbewerb:<\/strong> Europa muss seine Investitionsl\u00fccke gegen\u00fcber den USA und China schlie\u00dfen, die in Schl\u00fcsselbereichen wie KI, Technologie und Verteidigung weiterhin die Nase vorn haben.<\/p>\n<p><strong>3. Marktintegration:<\/strong> Zersplitterung bei Planung, Investitionen und Regulierung schw\u00e4cht den Binnenmarkt. Wahre Wettbewerbsf\u00e4higkeit erfordert die Vollendung der Kapitalmarktunion, den Fortschritt bei Energie- und Digitalintegration und den Aufbau eines echten Telekom-Einheitsmarkts.<\/p>\n<p><strong>4. Resilienz:<\/strong> Europa muss seine F\u00e4higkeit st\u00e4rken, auf Schocks &#8211; milit\u00e4rischer, wirtschaftlicher oder \u00f6kologischer Natur &#8211; zu reagieren, indem es langfristige und koh\u00e4rente Investitionsstrategien aufbaut.<\/p>\n<p><strong>Schlie\u00dfen der Kapital- und Investitionsl\u00fccken:<\/strong> Europa ben\u00f6tigt <strong>750- 800 Millilarden \u20ac<\/strong>, um die kommenden Investitionsl\u00fccken zu schlie\u00dfen. Das Fehlen einer echten Kapitalmarktunion, fragmentierte Energiepolitik und ein nicht existierender europ\u00e4ischer Telekom-Markt sind zentrale Engp\u00e4sse.<br \/>\nDer Binnenmarkt ist der gr\u00f6\u00dfte Motor wirtschaftlicher Entwicklung, aber sein derzeitiger fragmentierter Zustand untergr\u00e4bt sein Potenzial. Vorschl\u00e4ge von Enrico Letta beinhalten:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine &#8222;<strong>f\u00fcnfte Freiheit<\/strong>&#8222;: freie Bewegung von Forschung, Innovation und Wissen<\/li>\n<li>Eine europ\u00e4ische Infrastrukturstrategie, insbesondere f\u00fcr den Schienenverkehr, um Mitgliedsstaaten besser zu verbinden &#8211; allein daf\u00fcr werden <strong>500 Milliarden \u20ac<\/strong> ben\u00f6tigt.<\/li>\n<li>\u00d6ffentlich-private Partnerschaften (\u00d6PP) in der Verteidigung, unterst\u00fctzt von Initiativen wie SAFE (150 Milliarden \u20ac), die als die Blaupause f\u00fcr die Mobilisierung \u00f6ffentlicher und privater Mittel dienen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcberwindung von Haushaltsbeschr\u00e4nkungen:<\/strong> Eine neue europ\u00e4ische Finanzstrategie: Nationale Haushalte sind \u00fcberlastet, und die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Abh\u00e4ngigkeit von ihnen hat die Fragmentierung versch\u00e4rft. Die Mitgliedsstaaten handeln weiterhin nach nationalen Interessen statt nach europ\u00e4ischer Strategie. Der aktuelle EU Haushalt (nur 200 Milliarden \u20ac), mit lediglich 2.6 Milliarden \u20ac f\u00fcr Verteidigung und 21 Milliarden \u20ac f\u00fcr Innovation, ist unzureichend. L\u00f6sungen beinhalten:<\/p>\n<ul>\n<li>Umschichtung von Agrar- oder Koh\u00e4sionsmitteln (politisch explosiv)<\/li>\n<li>Ausbau EU-eigener Finanzierungsinstrumente wie der Aufbau- und Resilienzfazilit\u00e4t (RRF) und Eurobonds, die sich als glaubw\u00fcrdig und marktfreundlich erwiesen haben.<\/li>\n<li>Umstieg auf projektbasierte Finanzierung auf europ\u00e4ischer Ebene, \u00e4hnlich dem US Modell, wo Kapitalm\u00e4rkte Bankkredite erg\u00e4nzen und zur schnelleren Erholung nach Krisen beigetragen haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Mobilisierung des europ\u00e4ischen Privatkapitals:<\/strong> Es mangelt nicht an Kapital. Mit einer Sparquote von 15% und fast 30 Billionen \u20ac unter institutioneller Verwaltung liegt die Herausforderung nicht beim Geld, sondern bei seiner Mobilisierung. Viel Kapital liegt au\u00dferhalb der EU &#8211; in der Schweiz und im Vereinigten K\u00f6nigreich &#8211; sowie in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Investoren beklagen mangelnde finanzierbare Projekte und komplexe Regulierung. Eine kombinierte Kapital- und Investitionsunion k\u00f6nnte folgendes freisetzen:<\/p>\n<ul>\n<li>Erschlie\u00dfung von privatem und institutionellem Eigenkapital<\/li>\n<li>Erleichterung grenz\u00fcberschreitender Kapitalfl\u00fcsse<\/li>\n<li>Sicherstellung, dass europ\u00e4isches Geld in europ\u00e4ische Priorit\u00e4ten investiert wird<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>St\u00e4rkung europ\u00e4ischer Institutionen:<\/strong><br \/>\nInstitutionen wie die <strong>Europ\u00e4ische Investitionsbank (EIB)<\/strong> sind untersch\u00e4tzt. Mit AAA Rating und Eigentum der\u00a0 Mitgliedstaaten kann sie Milliarden an privaten Investitionen mobilisieren, insbesondere wenn diese durch EU Haushaltsgarantien abgesichert sind. Finanzinstrumente mit solchen Garantien haben sich bereits bew\u00e4hrt: Aus 33 Milliarden \u20ac an Garantien wurden 100 Milliarden \u20ac an Finanzinstrumenten generiert, was \u00fcber 500 Milliarden an Investitionen und 400 Milliarden \u20ac an privaten Mitteln freisetzte.<\/p>\n<p>Nationale F\u00f6rderbanken &#8211; etwa in Deutschland, Polen oder Ungarn &#8211; sollten besser in eine europ\u00e4ische Investitionsstrategie integriert werden. Selbst einfache Schritte, wie der Abbau interner Handelsbarrieren w\u00fcrden ohne zus\u00e4tzliche Haushaltskosten Effizienzgewinne bringen.<\/p>\n<p><strong>FAZIT<\/strong><br \/>\nEuropa kann es nicht l\u00e4nger leisten, einfach weiter zu machen wie bisher. Die letzten 70 Jahre brachten Frieden und Wohlstand, aber aauch eine gef\u00e4hrliche Naivit\u00e4t. Die Welt wartet nicht l\u00e4nger auf Europa.<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-25351 alignleft\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121.jpeg\" alt=\"\" width=\"454\" height=\"303\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121.jpeg 640w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121-120x80.jpeg 120w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121-90x60.jpeg 90w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121-320x214.jpeg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121-560x374.jpeg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121-633x422.jpeg 633w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121-150x100.jpeg 150w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121-220x147.jpeg 220w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121-240x160.jpeg 240w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121-180x120.jpeg 180w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/young_leaders_advocacy_seminar_2025_04_30_by_markus_lang_bichl_0121-440x294.jpeg 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/>Q&amp;A<\/strong><br \/>\n<strong>Wie stehen Sie zur Einf\u00fchrung steuerlicher Erleichterungen &#8211; wie etwa Mehrwertsteuerbefreiungen &#8211; f\u00fcr kritische Infrastrukturen oder f\u00fcr die Verteidigungsindustrie?<\/strong><br \/>\nDie zentrale Frage lautet: Inwieweit sollte die EU ihre fiskalischen Regeln lockern? Meiner Meinung nach ist der bessere Weg, die <strong>Maastricht-Kriteren<\/strong> gezielt aufzuweichen &#8211; insbesondere durch Ausnahmen f\u00fcr Verteidigungsausgaben. Das ist besser als eine Lockerung der Steuervorschriften, die zu einem gef\u00e4hrlichen Unterbietungswettlauf innerhalb der EU f\u00fchren k\u00f6nnte. Sobald man beginnt,\u00a0 Steuersysteme anzupassen, riskiert man Wettbewerbsverzerrungen zwischen Mitgliedsstaaten &#8211; besonders problematisch angesichts der EU Bem\u00fchungen f\u00fcr mehr Steuergerechtigkeit, etwa bei der Unternehmensbesteuerung. Gerade die Mehrwertsteuer muss weiterhin der Logik des Binnenmarkts folgen. Auseinanderlaufende verbrauchsbasierte Steuern untergraben die Marktintegration. Daher ist es entscheidend, ein koh\u00e4rentes, am Binnenmarkt orientiertes Steuersystem aufrechtzuerhalten. F\u00fcr mich ist die Priorit\u00e4t klar: Flexibilit\u00e4t bei fiskalischen Regeln, aber Harmonisierung beim Steuersystem.<\/p>\n<p><strong>Sie erw\u00e4hnten Airbus als erfolgreiche europ\u00e4ische Industrieinitiative. Sollte Europa angesichts seiner strengen Wettbewerbsregeln mehr &#8222;europ\u00e4ische Champions&#8220; zulassen &#8211; auch wenn das Marktdominanz bedeutet?\u00a0<\/strong><br \/>\nDie Verteidigung dr\u00e4ngt uns zwangsl\u00e4ufig in diese Richtung &#8211; vor allem nach dem Weckruf durch Trump. Wir k\u00f6nnen uns nicht mehr leisten zu z\u00f6gern. Artikel 42 der NATO Vertr\u00e4ge wurde noch nie in einer echten Krise getestet, und wir haben keine praktische Erfahrung in kollektiver Notreaktion. Dennoch m\u00fcssen wir lernen, auf eigenen F\u00fc\u00dfen zu stehen.<br \/>\nDer einzige Fall, in dem Artikel 42 aufgerufen wurden, war nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo &#8211; was die Schw\u00e4che unserer gemeinsamen Verteidigungsmechanismen verdeutlicht.<br \/>\nAlle Bem\u00fchungen um eine europ\u00e4ische Verteidigungsf\u00e4higkeit m\u00fcssen auf gemeinsamen Investitionen, gemeinsamer Beschaffung und vollst\u00e4ndiger Interoperabilit\u00e4t basieren.<br \/>\nEine aktuell diskutierte &#8211; wenn auch informelle &#8211; Idee ist, dass eine Einigung aller 27 Mitglieldsstaaten unrealistisch ist, solange es keine echte Angleichung gibt. Die F\u00fchrung muss daher von den &#8222;Big Five&#8220; kommen: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen. Diese L\u00e4nder m\u00fcssen den Prozess vorantreiben. Eine klare europ\u00e4ische Priorisierung in der Verteidigung ist unerl\u00e4sslich. Verteidigung wird nicht nur eine Sicherheitsfrage sein &#8211; sie wird zum Treiber wirtschaftlicher Transformation.<\/p>\n<p><strong>Viele Schw\u00e4chen Europas beruhen auf Fragmentierung. Liegt die L\u00f6sung in st\u00e4rkerer Integration &#8211; bis hin zu einem f\u00f6deralen Europa, das mit den USA und China mithalten kann?\u00a0<\/strong><br \/>\nDie Europ\u00e4ische Kommission wurde geschw\u00e4cht, w\u00e4hrend der Europ\u00e4ische Rat gest\u00e4rkt wurde &#8211; ein konzeptioneller Fehler. Es ist, als w\u00fcrden wir die Zentralregierung schw\u00e4chen und gleichzeitig die Gouverneure st\u00e4rken.<br \/>\nIch stelle mir eine mehrschichtige EU vor. Eine alte Idee &#8211; der Europ\u00e4ische Wirtschaftsraum &#8211; k\u00f6nnte ein pragmatischer erster Schritt f\u00fcr L\u00e4nder wie die Ukraine und die westlichen Balkanstaaten sein. Diese Struktur erlaubt eine schrittweise Integration, ohne den Kern der Union zu verw\u00e4ssern.<br \/>\nD\u00e4nemark erw\u00e4gt inzwischen ernsthaft die Einf\u00fchrung des Euro &#8211; das zeigt: Wir haben ein gemeinsames Ziel, aber unterschiedliche Geschwindigkeiten. Schengen sollte f\u00fcr alle gelten, aber nicht zwingend gleichzeitig. Entscheidend ist das gemeinsame Ziel: Eine EU &#8211; nicht zwei parallele Versionen. Ein Europa mit unterschiedlichen Werteverst\u00e4ndnis w\u00fcrde letztlich Koh\u00e4renz und Glaubw\u00fcrdigkeit untergraben.<br \/>\nHerfried M\u00fcnkler hat \u00fcber eine multipolare Welt mit f\u00fcnf Machtzentren gesprochen. Doch wir m\u00fcssen uns fragen: Gehen wir auf eine wirklich multipolare Welt zu &#8211; oder doch nur auf eine bipolare Welt, dominiert von USA und China?<br \/>\nUnd vor allem: H\u00f6ren wir Afrika zu? Viele afrikanische L\u00e4nder stehen inzwischen zwischen Russland und China. Europa ist oft nicht einmal eingeladen &#8211; weder von Washington noch von Peking oder Moskau. Das sollte ein Weckruf sein.<\/p>\n<p><strong>Europas Wettbewerbspolitik blockierte h\u00e4ufig Gro\u00dffusionen &#8211; etwa Siemens und Alstom im Schienenverkehr oder Konsolidierungen im Telekomsektor. Gleichzeitig fordert der Letta-Bericht, mehr gro\u00dfe Fusionen zuzulassen. Wie l\u00e4sst sich das Gleichgewicht zwischen Binnenmarkt-Wettbewerb und globaler Schlagkraft halten?<\/strong><br \/>\nDas ist der Kern des Problems. Wenn Europa global mithalten will, muss es das Gleichgewicht zwischen internem Wettbewerb und industrieller St\u00e4rke finden. Airbus ist ein Paradebeispiel: ein globaler Wettbewerber, ohne dass kleinere L\u00e4nder Marktvielfalt oder Zugang verlieren. Das zeigt, dass gemeinsame Regeln und ehrgeizige Industriepolitik vereinbar sind. Im Telekom-Sektor hat Europa 29 nationale Anbieter, die USA dagegen nur f\u00fcnf gro\u00dfe. Das Ergebnis: Fragmentierung &#8211; und letztlich zahlen Verbraucher und Unternehmen den Preis. Wollen wir das wirklich auf Dauer so akzeptieren?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Lest den Draghi-Bericht &#8211; ich habe noch nie so ein perfektes Drehbuch f\u00fcr die Zukunft Europas gesehen&#8220;, sagte Wilhelm Molterer, ehemaliger \u00f6sterreichischer Vizekanzler und Vorstandsvorsitzender von GLOBSEC, bei unserem j\u00fcngsten&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":31,"featured_media":25353,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[587,585,620],"tags":[],"powerkit_post_featured":[],"class_list":{"0":"post-25380","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-advocacy-seminare","8":"category-ue-advocacy-programm","9":"category-news-de"},"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25380","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/31"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25380"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25380\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25394,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25380\/revisions\/25394"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25353"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25380"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25380"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25380"},{"taxonomy":"powerkit_post_featured","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/powerkit_post_featured?post=25380"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}