{"id":24784,"date":"2024-12-19T13:39:15","date_gmt":"2024-12-19T12:39:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=24784"},"modified":"2024-12-19T13:39:15","modified_gmt":"2024-12-19T12:39:15","slug":"podiumsdiskussion-von-united-europe-wirtschaftliche-umbrueche-und-geopolitische-spannungen-wie-bereitet-sich-europas-neues-fuehrungsteam-auf-die-zukunft-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2024\/12\/podiumsdiskussion-von-united-europe-wirtschaftliche-umbrueche-und-geopolitische-spannungen-wie-bereitet-sich-europas-neues-fuehrungsteam-auf-die-zukunft-vor\/","title":{"rendered":"Podiumsdiskussion von United Europe: Wirtschaftliche Umbr\u00fcche und geopolitische Spannungen \u2013 Wie bereitet sich Europas neues F\u00fchrungsteam auf die Zukunft vor?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_24828\" aria-describedby=\"caption-attachment-24828\" style=\"width: 222px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-24828 size-full\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Cathryn-klein-1.jpg\" alt=\"\" width=\"222\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Cathryn-klein-1.jpg 222w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Cathryn-klein-1-120x173.jpg 120w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Cathryn-klein-1-90x130.jpg 90w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Cathryn-klein-1-69x100.jpg 69w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Cathryn-klein-1-208x300.jpg 208w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Cathryn-klein-1-180x259.jpg 180w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Cathryn-klein-1-139x200.jpg 139w\" sizes=\"auto, (max-width: 222px) 100vw, 222px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-24828\" class=\"wp-caption-text\">Cathryn Cl\u00fcver Ashbrook<\/figcaption><\/figure>\n<p>United Europe er\u00f6rterte am 9. Dezember 2024 im W\u00fcrth Haus Berlin Europas Rolle bei der F\u00f6rderung von Sicherheit, Resilienz und wirtschaftlicher Stabilit\u00e4t. Die europ\u00e4ische Union muss ihre <strong>Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/strong> steigern und die <strong>Sicherheit <\/strong>ihrer Mitgliedstaaten inmitten der eskalierenden geopolitischen Bedrohungen gew\u00e4hrleisten. Wie kann die neue EU-Kommission ihre Verteidigungsstrategien st\u00e4rken? Welche entscheidenden Reformen sind notwendig, um die EU zukunftsf\u00e4hig und wettbewerbsf\u00e4hig zu machen? Unter der Leitung von Frau Cathryn Cl\u00fcver Ashbrook, Vizepr\u00e4sidentin bei United Europe, diskutierten folgende Podiumsteilnehmer diese und andere Fragen.<\/p>\n<ul>\n<li>Ihre Exzellenz <strong>Marika Linntam<\/strong>, Botschafterin der Republik Estland in der Bundesrepublik Deutschland<\/li>\n<li>Seine Exzellenz <strong>Giedrius Puod\u017ei\u016bnas<\/strong>, Botschafter der Republik Litauen in der Bundesrepublik Deutschland<\/li>\n<li>Frau <strong>Kerstin Petretto<\/strong>, Senior Managerin Sicherheitspolitik und Verteidigung, BDI e.V.<\/li>\n<li>Frau <strong>Dr. Laura Hirvi<\/strong>, Public Policy Manager, META<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Marika Linntam<\/strong>, Botschafterin der Republik Estland, hebt drei zentrale Herausforderungen f\u00fcr Europa hervor: Sicherheit, Wettbewerbsf\u00e4higkeit und die Verteidigung unserer westlichen Werte. Die russische Aggression in der Ukraine gef\u00e4hrdet die europ\u00e4ische Sicherheitsordnung, was ein entschiedenes Handeln erfordert. Gleichzeitig muss Europa seine wirtschaftliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit st\u00e4rken, insbesondere durch Innovation und Digitalisierung, wobei Deutschland eine Schl\u00fcsselrolle spielt. Zudem gilt es, eine regel- und wertebasierte Weltordnung in Zeiten geopolitischer Spannungen zu bewahren.<\/p>\n<p>Frau Linntam fordert ein umfassendes Engagement aller Akteure \u2013 aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft \u2013 und betont die Bedeutung gemeinsamer Ma\u00dfnahmen zur Unterst\u00fctzung der Ukraine, zur St\u00e4rkung der Verteidigung und zur F\u00f6rderung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Hier muss insbesondere die Investitionsl\u00fccke zu den USA und China geschlossen werden. Dabei sieht sie gro\u00dfes Potenzial in der neuen EU-Kommission, unterstreicht jedoch die Notwendigkeit von Einheit und Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten, insbesondere Deutschlands.<\/p>\n<p>Investitionen in Schl\u00fcsselbereiche sind essenziell, wie das Beispiel Estlands zeigt, das zur Finanzierung der Verteidigung schwierige, aber notwendige Entscheidungen wie Steuererh\u00f6hungen getroffen hat. K\u00fcnstliche Intelligenz bietet enorme Chancen: Optimierungen k\u00f6nnten das BIP signifikant steigern, wie eine estnische Studie belegt. Europa h\u00e4tte gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr Wachstum und Innovation, sollte es entschlossen handeln und die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.<\/p>\n<p><strong>Giedrius Puod\u017ei\u016bnas<\/strong>, Botschafter der Republik Litauen, beschreibt die wachsenden Sicherheitsherausforderungen f\u00fcr Europa und betont, dass Russlands Angriffskrieg die auf Transparenz basierende europ\u00e4ische Sicherheitsordnung zerst\u00f6rt habe. Er fordert schnelles Handeln, eine gest\u00e4rkte Resilienz und erhebliche Investitionen in die Verteidigung, um den Bedrohungen effektiv zu begegnen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Strategische Klarheit<\/strong>: Europa muss seine Beschwichtigungspolitik gegen\u00fcber Russland \u00fcberwinden, wie die Fehlschl\u00e4ge von Minsk I und II zeigen<\/li>\n<li><strong>Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine<\/strong>: Die Ukraine ist mit ihrem Sicherheitsplan ein entscheidender Partner, um Bedrohungen nahe den europ\u00e4ischen Grenzen zu begegnen<\/li>\n<li><strong>Verbesserung der Verteidigungsindustrie<\/strong>: Europas Verteidigung ist fragmentiert, leidet unter Munitionsengp\u00e4ssen und langsamer Produktion. Einheitliche Standards und langfristige Vertr\u00e4ge sind dringend erforderlich<\/li>\n<li><strong>Bew\u00e4ltigung hybrider Bedrohungen<\/strong>: Europa hat nur 5\u201310 Jahre, um sich auf zunehmende hybride Angriffe vorzubereiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Giedrius Puod\u017ei\u016bnas fordert ein klares Signal der Bereitschaft zur Abschreckung und weist auf die Notwendigkeit hin, Europas Verteidigungsbudget zu verdoppeln. Eine Orientierung bietet die NATO: W\u00fcrden alle Mitglieder 2 % ihres BIP f\u00fcr Verteidigung aufwenden, k\u00f6nnten 60 Milliarden US-Dollar zus\u00e4tzlich mobilisiert werden. Ein Budget dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung k\u00f6nnte potenzielle Gegner wie Russland abschrecken, da ein Krieg wirtschaftlich sinnlos w\u00fcrde. Dies erfordert politischen Willen, langfristige Finanzstrategien und innovative Kreditsysteme, um die Verteidigungsindustrie zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Frau <strong>Kerstin Petretto<\/strong> hebt die Herausforderungen hervor, mit denen Deutschland konfrontiert ist, und betont die enge Verbindung zwischen wirtschaftlichem Wohlstand und nationaler Sicherheit. W\u00e4hrend die Industrieproduktion um 3 % zur\u00fcckzugehen droht, w\u00e4chst die Sorge um wirtschaftliche Stabilit\u00e4t und die Auswirkungen auf die Demokratie. Gleichzeitig wird Sicherheit von einer Gesellschaft, die an die \u201eFriedensdividende\u201c gew\u00f6hnt ist, oft untersch\u00e4tzt. Frau Petretto benennt vier zentrale Herausforderungen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Geopolitische Risiken<\/strong>: Hybride Bedrohungen wie Cyberangriffe und Desinformation aus Russland und China.<\/li>\n<li><strong>Z\u00f6gerliche Reaktionen<\/strong>: Ein Mangel an strategischer Klarheit und Verz\u00f6gerungen bei der Unterst\u00fctzung der Ukraine schw\u00e4chen Deutschlands Position.<\/li>\n<li><strong>Industrielle Unsicherheit<\/strong>: Fragile Lieferketten und die volatile Weltpolitik erfordern entschlossenes Handeln.<\/li>\n<li><strong>\u00d6ffentliches Bewusstsein<\/strong>: Es ist entscheidend, die Bev\u00f6lkerung st\u00e4rker f\u00fcr politische Strategien zu sensibilisieren, um Resilienz und Innovation zu f\u00f6rdern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Frau Petretto fordert Deutschland und Europa auf, Innovation nicht nur in der Technologie, sondern auch im Denken zu f\u00f6rdern. Sie pl\u00e4diert f\u00fcr schnellere, anpassungsf\u00e4higere Ans\u00e4tze in B\u00fcrokratie und Verteidigung, und denkt dabei an die disruptiven Strategien eines Elon Musk. Es erfordert Mut, Einigkeit und kollektive Verteidigungsanstrengungen, um industrielle Kapazit\u00e4ten auszubauen, die politische Fragmentierung zu \u00fcberwinden und die Verteidigungsindustrie nachhaltig zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Zudem mahnt sie an, dass Deutschlands Verteidigungspolitik, gepr\u00e4gt durch historische und strukturelle Hemmnisse, eine Reform braucht. Die starke Regulierung und Stigmatisierung der Verteidigungsindustrie behindern eine Skalierung der Produktion, w\u00e4hrend die Abh\u00e4ngigkeit von NATO-Partnern wie den USA angesichts nationalistischer Tendenzen und sinkendem Vertrauen in die transatlantische Zusammenarbeit ein Risiko darstellt. Deutschland und Europa m\u00fcssen ihre Verteidigungsf\u00e4higkeiten gemeinsam st\u00e4rken, um Einheit und Sicherheit langfristig zu sichern.<\/p>\n<p><strong>Dr. Laura Hirvi<\/strong> betont Metas langj\u00e4hriges Engagement in der KI-Forschung und die Rolle des Unternehmens als Unterst\u00fctzer des europ\u00e4ischen Innovations\u00f6kosystems. W\u00e4hrend Europa in der Forschung durch Talente und Universit\u00e4ten stark ist, behindern regulatorische und finanzielle H\u00fcrden die Skalierung von Start-ups, wodurch viele Innovatoren in die USA abwandern.<\/p>\n<p>Frau Hirvi kritisiert Europas \u00dcberfokus auf Regulierung und mangelnde Dringlichkeit in der F\u00f6rderung von Innovation und Digitalisierung. Sie fordert einen kulturellen Wandel hin zu einer st\u00e4rkeren Wertsch\u00e4tzung von Innovation und einer pragmatischen Deregulierung, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu sichern. Dabei hebt sie die Ukraine als Vorbild f\u00fcr schnelles und entschlossenes Handeln hervor und pl\u00e4diert f\u00fcr eine neue Erz\u00e4hlweise, die Experten st\u00e4rkt und Ver\u00e4nderung beschleunigt.<\/p>\n<p><strong>Wir danken unseren Podiumsteilnehmern f\u00fcr die engagierte Diskussion und dem W\u00fcrth Haus f\u00fcr seine freundliche Gastfreundschaft.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>United Europe er\u00f6rterte am 9. Dezember 2024 im W\u00fcrth Haus Berlin Europas Rolle bei der F\u00f6rderung von Sicherheit, Resilienz und wirtschaftlicher Stabilit\u00e4t. 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