{"id":24258,"date":"2024-05-31T10:30:40","date_gmt":"2024-05-31T08:30:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=24258"},"modified":"2024-05-31T10:30:40","modified_gmt":"2024-05-31T08:30:40","slug":"der-weg-zu-mehr-energie-autonomie-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2024\/05\/der-weg-zu-mehr-energie-autonomie-2\/","title":{"rendered":"DER WEG ZU MEHR ENERGIE AUTONOMIE"},"content":{"rendered":"<p>Die europ\u00e4ischen Regierungen sollten die neuen Bestimmungen f\u00fcr den EU-Strommarkt z\u00fcgig umsetzen, fordert Leon Birnbaum. Dadurch k\u00f6nne die Wirtschaft langfristig planen. Auch sei mehr Pragmatismus bei internationalen Handelsabkommen n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Den Artikel k\u00f6nnen Sie <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/gastbeitraege\/gastkommentar-der-weg-zu-mehr-energie-autonomie\/100037508.html\">hier<\/a> im Handelsblatt lesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den zunehmenden Spannungen im Nahen Osten ist <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/energiewende-bundesregierung-kommt-mit-kraftwerksstrategie-nicht-voran\/100037104.html\">die Energiewende<\/a> noch mehr als ohnehin schon zu einem geopolitischen Instrument und zu einer Sicherheitsfrage geworden. F\u00fcr uns in Europa hei\u00dft das: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/oekostrom-griechenland-italien-rivalisieren-um-strom-autobahnen-nach-europa\/100023363.html\">Die Energieversorgung ist ein europ\u00e4isches Thema<\/a>, und sie geh\u00f6rt als solches ganz oben auf die Agenda.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Zwischenzeile: Die EU braucht den Ausbau und die weitere Digitalisierung ihrer Stromnetze<\/strong><br \/>\nDie Energiekrise hat gezeigt, dass erneuerbare Energien und Energieeffizienz eine wichtige Rolle bei der Erh\u00f6hung der Energiesicherheit spielen, weil sie die Abh\u00e4ngigkeit von importierten fossilen Brennstoffen schrittweise verringern. F\u00fcr einen raschen \u00dcbergang sind kosteneffiziente Investitionen, B\u00fcrokratieabbau und eine koordinierte Verwaltung erforderlich. Gleichzeitig sind auch der Ausbau und die weitere Digitalisierung der Stromnetze von entscheidender Bedeutung, um das Tempo des Ausbaus erneuerbarer Energien in der Europ\u00e4ischen Union (EU) aufrechtzuerhalten.<br \/>\nIm Geb\u00e4udebereich ist der Handlungsdruck besonders gro\u00df, da fossile Gase und \u00d6l immer noch einen gro\u00dfen Anteil an der Beheizung von Wohngeb\u00e4uden in Deutschland haben. Daher ist die Ausweitung der Nutzung von W\u00e4rmepumpen, eine hocheffiziente, strombasierte Heiztechnologie eine wichtige Ma\u00dfnahme.<br \/>\nEin robustes Strommarktdesign ist nicht nur der Schl\u00fcssel zum Gelingen der Energiewende, sondern auch zur Grundlage f\u00fcr Versorgungssicherheit und erschwingliche Preise im gesamten EU-Energie-Binnenmarkt. Daher sollten die deutsche und alle nationalen Regierungen die mit der j\u00fcngsten Reform des EU-Strommarktes eingef\u00fchrten neuen Bestimmungen z\u00fcgig umsetzen, um langfristige Planungssicherheit zu schaffen und die notwendigen Investitionen freizusetzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Zwischenzeile: Die EU muss sich schleunigst neue Lieferanten f\u00fcr LNG und Wasserstoff suchen<\/strong><br \/>\nGleichzeitig brauchen wir Kapazit\u00e4tsmechanismen, um das Energiesystem zu st\u00fctzen. Durch einen Kapazit\u00e4tsmarkt bekommen Erzeugungskapazit\u00e4ten einen Preis und werden handelbar. So k\u00f6nnen je nach Bedarf die passenden Erzeugungskapazit\u00e4ten mit den passenden Charakteristika am geeigneten Ort zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Das gleiche sollte auch f\u00fcr Speicher und steuerbare Verbraucher gelten, die (einen Teil der) Last auf festgelegte Zeitpunkte verschieben. Wir m\u00fcssen daher das Lastmanagement durch einen erneuerten Kapazit\u00e4tsmarkt angehen, der insbesondere auch Anreize f\u00fcr Speicherung und flexiblen Verbrauch bietet.<br \/>\nAngesichts des Ausstiegs aus der Kernenergie und der Kohleverstromung m\u00fcssen f\u00fcr das Energiesystem kurzfristig neue Lieferanten zun\u00e4chst f\u00fcr fl\u00fcssiges Erdgas (LNG) und zunehmend f\u00fcr Wasserstoff gefunden werden. Unsere ehemalige Abh\u00e4ngigkeit insbesondere von den Nordstream-Pipelines sollte eine Mahnung bei der Suche nach nicht-russischen Gaslieferanten sein. Wir sollten uns nicht auf einzelne Importwege festlegen und uns vertragliche Flexibilit\u00e4t sichern, um \u201eStranded Assets\u201c und die Risiken der Abh\u00e4ngigkeit von einem Lieferanten zu vermeiden. Autonomie darf also nicht mit Autarkie verwechselt werden.<br \/>\nZus\u00e4tzlich wird eine sichere Versorgung mit Rohstoffen f\u00fcr die Energiewende und f\u00fcr das Funktionieren unseres Binnenmarktes immer wichtiger. Daher ist es unerl\u00e4sslich, auf EU-Ebene bilaterale Rohstoffpartnerschaften mit ausgew\u00e4hlten L\u00e4ndern aufzubauen, die Nachhaltigkeitsmindeststandards (ESG) gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nIn dieser Hinsicht muss Europa allerdings deutlich mehr Pragmatismus zeigen. Es war ein gro\u00dfer Fehler das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) am \u201eChlorhuhn\u201c scheitern zu lassen. Anstatt daraus zu lernen, drohen jetzt sogar das EU-Kanada-Abkommen (CETA) und das Abkommen der EU mit den Staaten des Mercosur an Themen zu scheitern, die f\u00fcr Europa am Ende materiell irrelevant sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Zitat: Gerade Deutschland muss sein europapolitisches Gewicht nutzen, um nationale Alleing\u00e4nge zu verhindern, so dass bei der Suche nach internationalen strategischen Partnerschaften ein echtes \u201eTeam Europa\u201c zusammenarbeitet. <\/strong><em>Leonhard Birnbaum<\/em><\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend noch eine Anmerkung zur externen Dimension der Europ\u00e4ischen Union. Die EU wie auch die einzelnen Mitgliedstaaten sollten weiterhin weltweit in Energiepartnerschaften mit Drittl\u00e4ndern investieren und ein noch systematischeres und koordiniertes Konzept verfolgen. Gerade Deutschland muss sein europapolitisches Gewicht nutzen, um nationale Alleing\u00e4nge zu verhindern, so dass bei der Suche nach internationalen strategischen Partnerschaften ein echtes \u201eTeam Europa\u201c zusammenarbeitet, auch im unmittelbaren Interesse der deutschen Nachbarstaaten.<br \/>\nAlles in allem wird deutlich, dass die Energiesicherheit ein komplexes und vielf\u00e4ltiges System ist. Nur durch einen koordinierten und strategischen Ansatz auf europ\u00e4ischer Ebene werden wir in der Lage sein, wirksam auf die Herausforderungen der Energiewende zu reagieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Der Autor:<br \/>\nLeonhard Birnbaum ist CEO von Eon.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser Text geh\u00f6rt zu eine Serie von Beitr\u00e4gen deutscher Unternehmer zur Europawahl, die das Handelsblatt in Kooperation mit United Europe ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die europ\u00e4ischen Regierungen sollten die neuen Bestimmungen f\u00fcr den EU-Strommarkt z\u00fcgig umsetzen, fordert Leon Birnbaum. Dadurch k\u00f6nne die Wirtschaft langfristig planen. Auch sei mehr Pragmatismus bei internationalen Handelsabkommen n\u00f6tig. 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