{"id":24182,"date":"2024-05-08T12:35:55","date_gmt":"2024-05-08T10:35:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=24182"},"modified":"2024-05-08T12:35:55","modified_gmt":"2024-05-08T10:35:55","slug":"europa-ist-ein-privileg-das-wir-schuetzen-muessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2024\/05\/europa-ist-ein-privileg-das-wir-schuetzen-muessen\/","title":{"rendered":"EUROPA IST EIN PRIVILEG, DAS WIR SCH\u00dcTZEN M\u00dcSSEN"},"content":{"rendered":"<p>Ein geeintes Europa bringt Wohlstand, Freiheit und Frieden f\u00fcr alle, ist Richard Lutz \u00fcberzeugt. Doch diese Werte seien bedroht. Politik und Unternehmen m\u00fcssten sich deshalb mehr denn je f\u00fcr Europa einsetzen \u2013 und die Menschen im Juni zur Wahl gehen.<\/p>\n<p>Ich bin in der Pfalz aufgewachsen. Der US-St\u00fctzpunkt in Ramstein war um die Ecke. Die Pr\u00e4senz der Amerikanerinnen und Amerikaner und die damit verbundene Sicherheitsgarantie f\u00fcr ein immer weiter zusammenwachsendes Europa waren f\u00fcr mich selbstverst\u00e4ndlich. Genauso selbstverst\u00e4ndlich war es, als Jugendlicher europaweit f\u00fcr Schachturniere unterwegs zu sein oder zum Einkaufen ins Nachbarland Frankreich zu fahren \u2013 ohne gro\u00df dar\u00fcber nachzudenken. So wuchs meine \u00dcberzeugung: Ein geeintes <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/konjunktur\/konjunktur-weniger-arbeitslose-in-euro-zone\/100036799.html\">Europa bringt Wohlstand<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/gastbeitraege\/gastkommentar-von-der-wahl-muss-ein-zeichen-fuer-ein-gestaerktes-europa-ausgehen-01\/100033387.html\">Freiheit und Frieden<\/a> f\u00fcr alle.<\/p>\n<p><b>Antidemokratische Str\u00f6mungen sind auf dem Vormarsch \u2013 Europas weitere Integration stockt<br \/>\n<\/b>Weil ich dieses sich immer weiter einende, immer grenzenloser werdende Europa so hautnah als Teil meines Alltages erlebt habe, war der Brexit f\u00fcr mich ein Schock. Als \u00fcberzeugter Europ\u00e4er kann ich mir nicht vorstellen, der Europ\u00e4ischen Union (EU) und dem, wof\u00fcr sie steht, den R\u00fccken zu kehren.<br \/>\nAls Betriebswirt kann ich nicht nachvollziehen, warum man freiwillig auf die Vorteile eines gemeinsamen Wirtschaftsraums verzichtet. Zudem haben auch wir als Deutsche Bahn die Folgen direkt und unmittelbar zu sp\u00fcren bekommen: Unsere Pl\u00e4ne f\u00fcr einen B\u00f6rsengang unserer Tochter DB Arriva in London waren \u00fcber Nacht in weite Ferne ger\u00fcckt und damit viel Geld vernichtet.<br \/>\nSeitdem ist viel passiert. <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/kommentare\/kommentar-von-der-leyen-sollte-sich-klar-nach-rechts-abgrenzen\/100036298.html\">Antidemokratische Str\u00f6mungen sind europaweit auf dem Vormarsch<\/a>, rechtspopulistische Parteien vielfach bereits in Regierungsverantwortung. Die weitere Integration Europas stockt. Abschottungstendenzen nehmen zu. Das amerikanische NATO-Engagement und die Sicherheitsgarantie f\u00fcr Europa sind mit einer m\u00f6glichen zweiten Pr\u00e4sidentschaft Donald Trumps nicht mehr garantiert. Und die \u00dcberzeugung, dass es in Europa keinen imperialen Krieg mehr geben wird, hat sich als falsch erwiesen und uns alle zutiefst ersch\u00fcttert.<br \/>\nEntwicklungen und Ereignisse, die deutlich machen, wie fragil das Fundament geworden ist, auf dem unser Wohlstand, unsere Freiheit, unser Frieden stehen. Entwicklungen und Ereignisse, die wir nicht hinnehmen d\u00fcrfen. Nichtstun ist keine Option. Nichtstun bedeutet, dass diejenigen die Oberhand gewinnen, die Europa nicht als Grundlage f\u00fcr Wohlstand, Freiheit und Frieden auf dem Kontinent sehen. Nichtstun bedeutet, dass die europ\u00e4ische Idee in ihrer Existenz bedroht wird. Wir m\u00fcssen handeln!<\/p>\n<p><b>Unternehmen sollten sich fragen, welchen Beitrag sie zum Funktionieren einer Gesellschaft leisten<br \/>\n<\/b>Das gilt nicht nur f\u00fcr Politik und Individuen. Auch Unternehmen sind in der Pflicht. Die Zeiten, in denen Milton Friedmans Satz \u201ethe business of business is business\u201c galt, sind lange vorbei. Unternehmen sind Teil der Gesellschaft. Unternehmen haben eine Rolle in gesellschaftlichen Debatten und Themen. Unternehmen m\u00fcssen sich daran messen lassen, welchen Beitrag sie zum Funktionieren einer Gesellschaft leisten.<br \/>\nDeshalb positionieren wir uns laut und deutlich gegen s\u00e4mtliche\u00a0antidemokratische und antieurop\u00e4ische Versuche, Absichten und Str\u00f6mungen. Unsere Mitarbeitenden genau wie alle Reisenden, die tagt\u00e4glich unsere Z\u00fcge und Strecken durch Deutschland und Europa nutzen, sollen wissen, wof\u00fcr wir stehen: f\u00fcr Toleranz und Demokratie, f\u00fcr Freiheit und Europa. Denn Nichtstun ist immer auch eine Haltung.<br \/>\nAuch wirtschaftlich w\u00e4re ein Auseinanderdriften Europas fatal. Der europ\u00e4ische Binnenmarkt ist gerade f\u00fcr Deutschland zentral. Die Deutsche Bahn ist wie so viele andere ein europ\u00e4isches Unternehmen: 60 Prozent unserer G\u00fcterz\u00fcge passieren mindestens eine Landesgrenze. Wir setzen uns mit den anderen europ\u00e4ischen Bahnen daf\u00fcr ein, dass Europa auf der Schiene noch enger zusammenw\u00e4chst.<\/p>\n<p><b>Ich m\u00f6chte, dass meinen Kindern und nachfolgende Generationen das Privileg erhalten bleibt, in Frieden, Freiheit und in Wohlstand aufzuwachsen und alt zu werden<i>.<\/i><\/b><i> Richard Lutz<\/i><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich m\u00f6chte, dass meinen Kindern und nachfolgende Generationen das Privileg erhalten bleibt, in Frieden, Freiheit und in Wohlstand aufzuwachsen und alt zu werden. Das geht nicht ohne ein starkes, geeintes Europa mit klaren Werten. Das geht nicht ohne offene Grenzen. Das geht nicht ohne einen europ\u00e4ischen Binnenmarkt. Das geht nicht ohne eine europ\u00e4ische Wirtschafts-, Sicherheits- und Klimapolitik. Europa ist ein Privileg, das wir sch\u00fctzen m\u00fcssen! Wir haben die Wahl. Dieses Recht sollten wir alle wahrnehmen. Deshalb gebe ich im Juni bei der Europawahl meine Stimme ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><strong>Der Autor: <\/strong><\/em><strong><br \/>\n<em>Richard Lutz ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG (DB).<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieser Text geh\u00f6rt zu einer Serie von Beitr\u00e4gen deutscher Unternehmer zur Europawahl, die das Handelsblatt in Kooperation mit United Europe ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein geeintes Europa bringt Wohlstand, Freiheit und Frieden f\u00fcr alle, ist Richard Lutz \u00fcberzeugt. Doch diese Werte seien bedroht. 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