{"id":22060,"date":"2022-08-15T16:38:38","date_gmt":"2022-08-15T14:38:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=22060"},"modified":"2022-08-15T16:38:38","modified_gmt":"2022-08-15T14:38:38","slug":"rueckblick-auf-united-europes-mentoren-programm-2021-michael-suckow-warum-die-antwort-auf-globale-herausforderungen-europaeisch-sein-sollte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2022\/08\/rueckblick-auf-united-europes-mentoren-programm-2021-michael-suckow-warum-die-antwort-auf-globale-herausforderungen-europaeisch-sein-sollte\/","title":{"rendered":"R\u00fcckblick auf United Europes Mentoren-Programm 2021: Michael Suckow \u2013 Warum die Antwort auf globale Herausforderungen europ\u00e4isch sein sollte"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_22053\" aria-describedby=\"caption-attachment-22053\" style=\"width: 214px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-22053 size-full\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01.jpeg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01.jpeg 214w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-120x179.jpeg 120w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-90x135.jpeg 90w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-67x100.jpeg 67w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-201x300.jpeg 201w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-180x269.jpeg 180w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-134x200.jpeg 134w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22053\" class=\"wp-caption-text\">Michael Suckow<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Zuge der zweiten Auflage des Mentoren-Programms von United Europe betreuten neun Mentoren neun Mentees, die sich in Form von Webinaren, Stellungnahmen und Artikeln an der Arbeit von United Europe beteiligten. Nach der Brexit-Analyse von Katharina Hug und dem Artikel von Rafael Stein beschlie\u00dfen wir die Reihe mit einem Artikel von Michael Suckow, Senior Consultant beim \u201eGoldenen Hirschen&#8220; in Deutschland. Michael wurde von Paul van Son, seit mehr als 40 Jahren in Aufsichtsr\u00e4ten, Vorst\u00e4nden und in operativen F\u00fchrungspositionen des internationalen Energiegesch\u00e4fts t\u00e4tig, gecoucht.<\/p>\n<p>Im Jahr 2022 wird es sicherlich nicht an zukunftsweisenden Technologien und Ideen mangeln. Mittlerweile haben sie sich zu Megatrends entwickelt, die grundlegende gesellschaftliche Herausforderungen, wie den Klimawandel oder die Digitalisierung, angehen und Probleme in Zukunft noch leichter l\u00f6sen und Prozesse auf Basis wissenschaftlicher Erkenntniss verbessern wollen. K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) wird zweifelsohne eine der Schl\u00fcsseltechnologien der kommenden Jahre sein. Der f\u00fcr Digitales zust\u00e4ndige, ehemalige Vizepr\u00e4sident der EU-Kommission, Andrus Ansip, hat vorausgesagt, dass KI die Welt so grundlegend ver\u00e4ndern wird wie die Dampfmaschine oder die Elektrizit\u00e4t. Selbstfahrende Autos und Roboter werden in Zukunft h\u00f6chstwahrscheinlich die Norm sein, und unz\u00e4hlige Smartphone-Apps enthalten bereits selbstlernende Algorithmen, die die Produkte, die wir t\u00e4glich nutzen, st\u00e4ndig verbessern.<\/p>\n<p>In meinem Arbeitsalltag als Senior Consultant in einer Kreativagentur treffe ich in Berlin sehr oft Mitarbeiter von Bundesministerien und obersten Bundesbeh\u00f6rden. Ich bekomme einen Einblick in die Verwaltungsabl\u00e4ufe \u2013 ein praktisches Lehrbeispiel f\u00fcr Max Webers Idealtypus der b\u00fcrokratischen Organisation. Und doch glaube ich fest daran, dass sich dieser starre Apparat modernisieren und die eingefahrenen Verhaltensmuster des vergangenen Jahrhunderts hinterfragen und hinter sich lassen kann.<\/p>\n<p>Moderne Technologien, insbesondere k\u00fcnstliche Intelligenz, k\u00f6nnen dabei eine entscheidende Rolle spielen. Die Herausforderung f\u00fcr Regierungen und F\u00fchrungskr\u00e4fte besteht darin, die Art und Weise, wie Menschen und Maschinen in Prozessketten und gemischten Teams zusammenarbeiten, neu zu gestalten. Gleichzeitig ist der Einsatz von KI ein Anlass, oder vielmehr eine Chance, f\u00fcr Mitarbeiter, sich auf ihre eigenen St\u00e4rken zu besinnen und diese weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>Mit diesem Artikel m\u00f6chte ich ein positives Beispiel geben. Ich m\u00f6chte zeigen, dass trotz aller Herausforderungen und Bedenken, die sich aus dem Einsatz moderner Technologien wie der k\u00fcnstlichen Intelligenz ergeben, diese Technologien tats\u00e4chlich ein enormes Potenzial haben, unseren Alltag und unser Arbeitsleben nachhaltig zu verbessern, und dass wir ihnen positiv gegen\u00fcberstehen sollten. In der Gewissheit, dass wir unsere eigene \u2013 eine gemeinsame \u2013 europ\u00e4ische Antwort finden werden.<\/p>\n<p><strong>KI ist hier, um zu bleiben<\/strong><br \/>\nErinnern Sie sich noch an die Zeit, in der wir bei langen Autofahrten versucht haben, uns auf einer Karte zurechtzufinden? Es gab unz\u00e4hlige Karten f\u00fcr verschiedene L\u00e4nder und Gebiete in Deutschland und Europa. KI hat die Art und Weise, wie wir reisen, drastisch ver\u00e4ndert. Wie selbstverst\u00e4ndlich nutzen wir Waze, Google oder Apple Maps auf unseren Smartphones, um an unser Ziel zu gelangen. Doch woher wei\u00df die Anwendung, wohin sie uns leiten muss? Und vor allem: Wie findet sie die optimale Route und umgeht Stra\u00dfensperren und Staus? Vor nicht allzu langer Zeit gab es nur satellitengest\u00fctztes GPS, aber jetzt wird k\u00fcnstliche Intelligenz eingesetzt, um den Nutzern ein viel besseres Erlebnis zu bieten. Mithilfe von maschinellem Lernen erinnern sich die Algorithmen an Geb\u00e4ude, was eine bessere Darstellung auf der Karte sowie die Erkennung und das Verst\u00e4ndnis von Hausnummern erm\u00f6glicht. Der Anwendung wurde auch beigebracht, Ver\u00e4nderungen im Verkehrsfluss zu verstehen und zu erkennen, so dass eine Route empfohlen werden kann, die Stra\u00dfensperrungen und Staus vermeidet. Es ist fast nicht vorstellbar, dass wir in Zukunft ohne diesse Apps auskommen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wir nutzen soziale Medien mehr als zwei Stunden am Tag, ohne uns dar\u00fcber Gedanken zu machen, dass unser Nutzererlebnis durch KI beeinflusst und optimiert wird. Social-Media-Anwendungen nutzen KI-Unterst\u00fctzung, um Inhalte zu \u00fcberwachen, Verbindungen vorzuschlagen und Werbung f\u00fcr bestimmte Nutzer zu schalten, um so sicherzustellen, dass Sie immer auf dem Laufenden und \u201everbunden&#8220; bleiben. KI-Algorithmen k\u00f6nnen problematische Beitr\u00e4ge, die gegen die Nutzungsbedingungen versto\u00dfen, durch die Identifizierung von Schl\u00fcsselw\u00f6rtern und die visuelle Bilderkennung erkennen und schnell entfernen. Die neuronale Netzwerkarchitektur des Deep Learning ist ein wichtiger Bestandteil dieses Prozesses, aber das ist noch nicht alles. Social-Media-Unternehmen wissen, dass ihre Nutzer ihr Produkt sind. Daher nutzen sie KI, um diese Nutzer mit den Werbetreibenden und Vermarktern zu verbinden, die ihre Profile als wichtige Zielgruppen identifiziert haben. KI in sozialen Medien kann auch die Art von Inhalten verstehen, die bei einem Nutzer auf Resonanz sto\u00dfen, und ihm \u00e4hnliche Inhalte vorschlagen.<\/p>\n<p>Diese Beispiele f\u00fcr k\u00fcnstliche Intelligenz zeigen, warum \u00fcberall von KI die Rede ist und warum sie \u00fcberall eingesetzt wird. Unser kompletter Alltag ist nahezu Teil von KI. Instagram zeigt Ihnen vielleicht ein neues Video, w\u00e4hrend Sie in Ihrer Mittagspause sind. Google Maps\u00a0 lotst Sie zu dem neuen Restaurant, in dem Sie Ihre Mittagspause verbringen. Die Liste lie\u00dfe sich endlos fortsetzen, aber diese wenigen Beispiele f\u00fcr KI zeigen, was sie ist und wie wir sie nutzen.<\/p>\n<p><strong>Das Dilemma \u2013 und die europ\u00e4ische Antwort<\/strong><br \/>\nK\u00fcnstliche Intelligenz ist zu einer Grundlage der digitalen Transformation geworden und spielt eine wesentliche Rolle in einer Vielzahl von Gesch\u00e4ftsmodellen der digitalen Wirtschaft. Die L\u00f6sung der Herausforderungen kann jedoch nicht von der Politik allein bew\u00e4ltigt werden und erfordert die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Medienlandschaft. K\u00fcnstliche Intelligenz offenbart eine der zentralen globalen Herausforderungen, wenn es darum geht, einen gesellschaftlichen Mehrwert zu generieren, wenn es darum geht, grundlegenden Bedrohungsszenarien wie dem globalen Klimawandel gemeinsam entgegenzutreten und die negativen Folgen in Zukunft zu verhindern oder, wo dies nicht mehr m\u00f6glich ist, umindest zu reduzieren.<\/p>\n<p>L\u00e4nder auf der ganzen Welt machen sich die transformativen Auswirkungen der KI auf Wirtschaft und Gesellschaft zunutze. Der Wettbewerb und die Rivalit\u00e4t zwischen L\u00e4ndern mit fortgeschrittenen KI-Forschungs- und Entwicklungskapazit\u00e4ten (F&amp;E) stehen im Mittelpunkt, wobei von einem \u201eKI-Wettlauf&#8220; zwischen den Vereinigten Staaten und China die Rede ist. Die ethischen und sicherheitstechnischen Risiken, die entstehen, wenn KI nicht richtig eingesetzt wird, sind jedoch ebenso gro\u00df wie ihre potenziellen Vorteile.<\/p>\n<p>Von Gesichtserkennungs- und Einstellungsalgorithmen, die mit Vorurteilen behaftet sind, bis zu selbstfahrenden Autos, die Menschenleben gef\u00e4hrden, sind die Herausforderungen enorm, die mit dem Versagen der KI-Governance verbunden sind, und erfordern gemeinschaftliche L\u00f6sungen. Bisher hat Europa einen Mittelweg gefunden, der die Grundrechte sch\u00fctzt und gleichzeitig die Vorteile des KI-Einsatzes nutzt. Die politischen Entscheidungstr\u00e4ger erkennen die Notwendigkeit, technologische, wirtschaftliche und soziale Innovationen zu f\u00f6rdern. Sie erkennen aber auch an, dass beim Einsatz von KI die Grundrechte und Freiheiten, einschlie\u00dflich Privatsph\u00e4re, Datenschutz und Nichtdiskriminierung, gewahrt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Der Erfolg von KI und neuen Technologien erfordert Akzeptanz und Vertrauen<\/strong><br \/>\nBei all diesen Herausforderungen kann man ohne \u00dcbertreibung sagen, dass die breite Akzeptanz von KI und neuen Technologien noch nicht tief genug in der Gesellschaft verankert ist. Dies w\u00e4re \u2013 zumindest aus deutscher, wenn nicht auch aus europ\u00e4ischer Sicht \u2013 notwendig, um den Informations- und Technologievorsprung von L\u00e4ndern wie den USA und China zu kompensieren. Es ist daher von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung, der Gesellschaft zu erkl\u00e4ren, dass die digitale Transformation viel mehr ist als die Einf\u00fchrung neuer Technologie. Der wesentliche Impuls liegt in der Transformation von Mentalit\u00e4t und Kultur einer Gesellschaft.<\/p>\n<p>Sie h\u00e4ngt von der Akzeptanz der Mitglieder, der B\u00fcrger, ab. Selbst wenn es nur teilweise Ablehnung gibt, wird sich dies direkt auf den Erfolg der Umsetzung auswirken. Die zu schaffende Akzeptanz und das Vertrauen in die Automatisierung und Digitalisierung beziehen sich nicht nur auf die Gestaltung der Technik, die sich nicht nur an den menschlichen Faktoren und der Ergonomik orientiert, sondern auch auf die menschliche Informationsverarbeitung und die ethische Bewertung des Menschen. Um das Vertrauen und die Kontrolle in das soziotechnische System aufrechtzuerhalten, m\u00fcssen h\u00f6chste Anforderungen an einen menschenzentrierten Gestaltungsansatz und an eine kontinuierliche Bewertung der Verletzung grundlegender Menschenrechte, wie dem Recht auf Privatsph\u00e4re und Nichtdiskriminierung gestellt werden.<\/p>\n<p><strong>Nachhaltige Nutzung von Technologien<\/strong><br \/>\nDie Welt wird durch den Einzug der Digitalisierung in nahezu alle Lebensbereiche besser gestaltbar und bietet eine gute Grundlage, das (europ\u00e4ische) Zusammenleben positiv und nachhaltig zu beeinflussen. Eine hohe Innovationsdynamik \u2013 zum Beispiel in den Bereichen Vernetzung, Datenerfassung und Analyse \u2013 f\u00fchrt dazu, dass Hardwarekomponenten mit intelligenter Software vernetzt und gesteuert werden. Wichtig ist hier die nur scheinbar selbstverst\u00e4ndliche Integration in soziale Prozesse. Nicht nur organisatorische Abl\u00e4ufe werden optimiert, sondern auch politisches Handeln, Arbeitsabl\u00e4ufe und sogar menschliches Verhalten ver\u00e4ndern sich. Mit anderen Worten: Um nachhaltige digitale L\u00f6sungen zu entwickeln, die Umwelt- und Klimaschutz in die Praxis umsetzen, bedarf es einer technologischen Transformation bei gleichzeitiger gesellschaftlicher Transformation (siehe Abbildung).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-22061\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch.png\" alt=\"\" width=\"478\" height=\"482\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch.png 480w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch-80x80.png 80w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch-120x120.png 120w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch-90x90.png 90w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch-320x323.png 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch-99x100.png 99w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch-220x222.png 220w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch-160x160.png 160w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch-240x242.png 240w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch-180x182.png 180w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch-198x200.png 198w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Scope_deutsch-440x444.png 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 478px) 100vw, 478px\" \/><\/p>\n<p>Der nachhaltige Einsatz digitaler Technologien ist notwendig und kann einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele bis 2030 leisten. Das zeigt eine Studie des Digitalverbands Bitkom, die zu dem Ergebnis kommt, dass durch den gezielten und beschleunigten Einsatz digitaler L\u00f6sungen die CO2-Emissionen in zehn Jahren um 120 Megatonnen reduziert werden k\u00f6nnen. Das entspricht fast jeder zweiten Tonne, die Deutschland noch einsparen muss, um die selbst gesetzten Klimaziele zu erreichen.<\/p>\n<p><strong>Verbindung zwischen KI und (emissionsfreier) Energie<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend das Thema KI mit fast allen Lebensbereichen korreliert, bietet die nachhaltige Nutzung digitaler Technologien eine wunderbare M\u00f6glichkeit, um einen kurzen Ausflug in die Welt der emissionsfreien Energie zu machen und zu zeigen, welchen bedeutenden Beitrag KI in der Wertsch\u00f6pfungskette zur Erreichung der global gesetzten Klimaziele leisten kann. Nat\u00fcrlich ist das Thema nicht neu, aber der Grad der Verfeinerung nimmt rapide zu und gibt einen Ausblick auf das, was in Zukunft zu erwarten sein wird.<\/p>\n<p>Die Bedeutung der erneuerbaren Energien f\u00fcr unsere Zukunft wird immer deutlicher, da Regierungen auf der ganzen Welt neue Ziele und Vorschriften zur Begrenzung des Kohlenstoffaussto\u00dfes festlegen. Der j\u00e4hrliche Global Wind Report des Global Wind Energy Council (GWEC) hebt hervor, dass die globale Windenergiebranche weiterw\u00e4chst, da die Unternehmen mit Hilfe von k\u00fcnstlicher Intelligenz versuchen, ihre Netze und Prozesse effizienter zu gestalten. Erneuerbare Energien sind ein wachsender Teil des globalen Energiesektors, und der Einsatz neuer Technologien wie der KI ist der Schl\u00fcssel zum Aufbau einer kohlenstoff\u00e4rmeren Zukunft. In der Tat bietet KI der Branche der erneuerbaren Energien viele M\u00f6glichkeiten, st\u00e4rkere, nachhaltigere und stabilere Systeme aufzubauen.<\/p>\n<p>Da erneuerbare Energiequellen einen immer gr\u00f6\u00dferen Anteil an unserem Energiemix ausmachen, wird die Vorhersage von Kapazit\u00e4tsniveaus immer wichtiger, um effiziente und stabile Netze zu gew\u00e4hrleisten. Da ein wachsender Anteil unserer Energie aus erneuerbaren Quellen stammt, nimmt die Grundlasterzeugung aus Energietr\u00e4gern wie Kohle ab, die aufgrund energieintensiver Anlagen wie Gas- und Dampfturbinen f\u00fcr die Tr\u00e4gheit des Netzes verantwortlich sind. Mit geringer oder gar keiner Netztr\u00e4gheit k\u00f6nnten die Stromnetze stabiler und weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Stromausf\u00e4lle werden.<\/p>\n<p>KI und Automatisierung k\u00f6nnen dazu beitragen, diese Risiken zu mindern. Mit Sensortechnologien gesammelte Echtzeitdaten von Wind- und Solaranlagen und Datens\u00e4tze mit historischen Wetterinformationen k\u00f6nnen von der KI ausgewertet werden, die dann Kapazit\u00e4tsniveaus und Ausfallzeiten vorhersagen und entsprechend handeln kann. Dies wiederum tr\u00e4gt zur Aufrechterhaltung stabiler Stromnetze bei. Der Einsatz von KI zur Datenanalyse kann es Netzbetreibern ebenfalls erm\u00f6glichen, die Nutzung der Stromnetze zu optimieren, indem der Betrieb an die jeweiligen Wetterbedingungen angepasst wird. Genaue kurzfristige Prognosen k\u00f6nnen zu einer h\u00f6heren Dispatching-Effizienz und einer besseren Blocknutzung f\u00fchren, was die Zuverl\u00e4ssigkeit verbessert und die erforderlichen Betriebsreserven verringert.<\/p>\n<p>KI ist auch in der Lage vorherzusagen, wann Energie von den Verbrauchern am meisten ben\u00f6tigt wird, was bedeutet, dass sie auch eine gro\u00dfe Rolle bei der Batteriespeicherung und der Bereitstellung von Nachfrageflexibilit\u00e4t spielen kann. Speicherbatterien k\u00f6nnen sehr schnell aktiviert werden, um Zeiten mit hohem Energiebedarf zu bew\u00e4ltigen. K\u00fcnstliche Intelligenz kann Entscheidungen \u00fcber das Energiemanagement und die Energiespeicherung erleichtern, indem sie Daten aus erneuerbaren Energiequellen und Netzbedingungen in Echtzeit sammelt und vorhersagt, wann Energie am meisten nachgefragt wird,.<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz spielt auch bei der Wartung eine Rolle. Sie kann Systemfehler und Fehlfunktionen fast sofort erkennen. Sie kann erkennen, welche Art von Problemen auftritt und vorhersagen, welche Probleme in Zukunft auftreten k\u00f6nnten. Das macht die Reparatur und Wartung des Netzes wesentlich einfacher und effizienter.<\/p>\n<p><strong>Wie die europ\u00e4ische Antwort aussehen k\u00f6nnte \u2013 ein Beispiel<\/strong><br \/>\nWie viel Kohlendioxid entsteht bei der Herstellung eines Autos? Und wie k\u00f6nnen alle Produktionsschritte optimiert werden, um Ressourcen zu sparen? Der Schl\u00fcssel zu einer nachhaltigeren Produktion sind Daten: zum einen Maschinendaten, die die Anlagen in den Fabriken kontinuierlich erzeugen, zum anderen Mobilit\u00e4tsdaten, die entstehen, wenn Zulieferer Motorbl\u00f6cke, Karosserien oder Bauteile an die Hersteller liefern. Die \u00fcbergreifende Nutzung dieser Daten bringt mehrere Vorteile mit sich. Sie macht nicht nur ganze Wertsch\u00f6pfungsketten transparent, sondern zeigt auch, welcher Produktionsschritt nachhaltig optimiert werden kann.<\/p>\n<p>Die Automobilindustrie setzt auf die Schnittstelle GAIA-X. Ein Projekt zum Aufbau einer effizienten und wettbewerbsf\u00e4higen, sicheren und vertrauensw\u00fcrdigen Dateninfrastruktur f\u00fcr Europa, das von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aus Deutschland und Frankreich sowie weiteren, \u00fcberwiegend europ\u00e4ischen Partnern getragen wird. Das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWi) hat 2019 die Initiative GAIA-X gestartet. Ziel ist es, die Abh\u00e4ngigkeit von amerikanischen und chinesischen IT-Anbietern und datengetriebenen, marktbeherrschenden Plattformen zu verringern. Inzwischen ist das Projekt so erfolgreich angelaufen, dass es von mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und Unternehmen weltweit unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>GAIA-X kann dazu beitragen, digitale Souver\u00e4nit\u00e4t, offene Architekturen, europ\u00e4ische Standards und gemeinsame Werte zu etablieren. Durch den sektor\u00fcbergreifenden, selbstbestimmten, sicheren und souver\u00e4nen Austausch von Daten wird die GAIA-X-Plattform zum Leben erweckt. Sie erm\u00f6glicht kooperatives und gemeinsames Arbeiten und ist eine der S\u00e4ulen digitaler Gesch\u00e4ftsmodelle.<\/p>\n<p>Bis das Potenzial der europ\u00e4ischen Datenwirtschaft voll ausgesch\u00f6pft ist und ein digitaler (Binnen-)Markt entsteht, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Das \u00f6kologische Potenzial wird bisher kaum ausgesch\u00f6pft. Es sind nicht nur Eigentums-, Hersteller- und Wettbewerbsinteressen, die den Informationsfluss zum Erliegen bringen, sondern auch die Sorge um den Schutz personenbezogener Daten, etwa im Gesundheitsbereich. Nehmen wir das Beispiel der Krankenh\u00e4user, die sensible medizinische Daten nicht mehr weitergeben. GAIA-X tr\u00e4gt durch die Bereitstellung einer digitalen Infrastruktur dazu bei, dass anstelle von Daten KI-Modelle von \u00c4rzten ausgetauscht werden.<\/p>\n<p>Ziel muss es sein, Europa an die Spitze der Digitalisierung zu bringen. Dazu geh\u00f6rt zum Beispiel der Austausch von Daten in der Industrie, um Autos nachhaltiger zu produzieren oder die digitale Skalierbarkeit des medizinischen Fortschritts, um die Heilungschancen zu verbessern.<\/p>\n<p>Konkret: Die lokale Wirtschaft muss unabh\u00e4ngiger von einzelnen Cloud-Anbietern werden. Und zweitens m\u00fcssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die wirtschaftliche Verwertung von Daten im industriellen Ma\u00dfstab regeln.<\/p>\n<p><strong>Welche Hausaufgaben bleiben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>(1)<\/strong> Wettbewerb um Talente<\/p>\n<p>Deutschland leistet seit langem einen Beitrag zur akademischen Forschung im Bereich der k\u00fcnstlichen Intelligenz. Aber in einem so dynamischen Bereich muss das Land mehr tun, um sich weltweit zu profilieren. Um f\u00fcr internationale KI-Talente attraktiv zu werden, muss Deutschland zum einen seinen Ruf in Sachen Technologie und Innovation verbessern. Zu viele der offenen KI-Stellen in Deutschland k\u00f6nnten entweder nicht, sp\u00e4ter als gew\u00fcnscht oder nur mit weniger begehrten Kandidaten besetzt werden. Deutschland k\u00e4mpft bereits jetzt mit einem Mangel an Fachkr\u00e4ften. Gerade im Bereich der KI wird es noch schwieriger werden, qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte zu finden.<\/p>\n<p><strong>(2)<\/strong> Aufwertung der KMU<\/p>\n<p>Die Bundesregierung will den Einsatz von KI-Technologie in den f\u00fcr Deutschland so wichtigen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) f\u00f6rdern. Trotz der Bem\u00fchungen der Regierung hat der so genannte Mittelstand, der laut dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes der deutschen Unternehmen ausmacht, den Einsatz von KI nur langsam angenommen. Eine aktuelle Studie des Bundeswirtschaftsministeriums ergab, dass nur etwa 6 Prozent der befragten Unternehmen \u00fcber den Einsatz von KI-Technologie berichten.<\/p>\n<p>Eine positive Entwicklung in diesem Bereich wird in Zukunft davon abh\u00e4ngen, ob es Deutschland gelingt, die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Ein Bereich, in dem es bekannterma\u00dfen hinter L\u00e4ndern wie China und den Vereinigten Staaten zur\u00fcckliegt.<\/p>\n<p><strong>(3)<\/strong> Breiter gesellschaftlicher Dialog und KI f\u00fcr das Gemeinwohl<\/p>\n<p>Wie bei den KMU ist es von entscheidender Bedeutung, die Zivilgesellschaft bei der Entwicklung von KI-F\u00e4higkeiten und -Kompetenzen zu unterst\u00fctzen, um das Potenzial der KI f\u00fcr das Gemeinwohl nutzbar zu machen. Dar\u00fcber hinaus kann die Beteiligung der Zivilgesellschaft die Akzeptanz und das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung in die Technologie f\u00f6rdern. Evaluierungsprozesse sollten institutionalisiert werden, damit bew\u00e4hrte Verfahren ermittelt werden k\u00f6nnen und eine breite Akzeptanz f\u00fcr den Einsatz von KI geschaffen werden kann.<\/p>\n<p>Im internationalen Wettlauf geht es um Qualit\u00e4t und Geschwindigkeit, aber Europa darf nicht der Versuchung erliegen, nachzuahmen oder zu kopieren. Wie die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission Ursula von der Leyen sagt, m\u00fcssen wir unseren eigenen, europ\u00e4ischen Weg gehen. Dann werden unsere gemeinsamen Anstrengungen zu einem innovativen Unterfangen. Digitale Technologien haben das enorme Potenzial, unser Leben sicherer, besser und komfortabler zu machen. Aber sie k\u00f6nnen das Leben auch nachhaltiger machen.<\/p>\n<p><em>Ein Artikel von Michael Suckow, Senior Consultant beim \u201eGoldenen Hirschen&#8220;, Deutschland.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zuge der zweiten Auflage des Mentoren-Programms von United Europe betreuten neun Mentoren neun Mentees, die sich in Form von Webinaren, Stellungnahmen und Artikeln an der Arbeit von United Europe&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":28,"featured_media":22058,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[620,681],"tags":[],"powerkit_post_featured":[],"class_list":{"0":"post-22060","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-news-de","8":"category-advocacy-voices-de"},"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22060","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/28"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22060"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22060\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22065,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22060\/revisions\/22065"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22058"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22060"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22060"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22060"},{"taxonomy":"powerkit_post_featured","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/powerkit_post_featured?post=22060"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}