{"id":17394,"date":"2020-05-13T13:20:57","date_gmt":"2020-05-13T11:20:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=17394"},"modified":"2020-05-14T16:00:45","modified_gmt":"2020-05-14T14:00:45","slug":"dont-look-back-europe-eine-neue-generation-will-eine-strahlende-zukunft-fuer-europa-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2020\/05\/dont-look-back-europe-eine-neue-generation-will-eine-strahlende-zukunft-fuer-europa-4\/","title":{"rendered":"Don\u2019t look back, Europe! Eine neue Generation will eine strahlende Zukunft f\u00fcr Europa"},"content":{"rendered":"<p><em>Vor dem Hintergrund des <strong>70. Jahrestags der Schuman-Erkl\u00e4rung<\/strong> ver\u00f6ffentlichen wir eine Reihe \u00fcber die Zukunft der EU. Unsere Young Professionals Advisors reflektieren den gegenw\u00e4rtigen Zustand der EU und schlagen Wege zur \u00dcberwindung der Krise vor.<\/em><\/p>\n<h3 id=\"klima-energie\">KLIMA &amp; ENERGIE<\/h3>\n<p>In unseren vorherigen Artikeln haben wir \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2020\/05\/dont-look-back-europe-eine-neue-generation-will-eine-strahlende-zukunft-fuer-europa\/\">Demokratie<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2020\/05\/dont-look-back-europe-eine-neue-generation-will-eine-strahlende-zukunft-fuer-europa-2\/\">Finanzkrisen<\/a> und das <a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2020\/05\/dont-look-back-europe-eine-neue-generation-will-eine-strahlende-zukunft-fuer-europa-3\/\">Gesundheitswesen<\/a> in der EU nachgedacht. In diesem Artikel schreiben wir \u00fcber <strong>Klima und Energie<\/strong> in Zeiten der globalen Erw\u00e4rmung, den Energiewandel und die Corona-Krise.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Weltwirtschaft haben auch Einfluss auf die weltweite CO2-Bilanz. Durch die mit der Pandemie verbundene Einschr\u00e4nkung der Mobilit\u00e4t und der R\u00fcckgang von Produktion und Rohstoffverbrauch k\u00f6nnten nach Angaben der Internationalen Energieagentur die globalen Treibhausgasemissionen in diesem Jahr um fast 8 Prozent reduziert werden. Allerdings wird dieser R\u00fcckgang vermutlich nur vor\u00fcbergehend sein.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte Covid-19 die Europ\u00e4ische Union von dem Ziel, bis 2050 Klimaneutralit\u00e4t zu sein, eher weiter davon entfernen. Fr\u00fchere wirtschaftliche Rezessionen, wie beispielsweise die Finanzkrise von 2008, haben gezeigt: sobald die wirtschaftliche Erholung einsetzt, erreichen Emissionen wieder ihr urspr\u00fcngliches Niveau und \u00fcbersteigen es sogar, wenn keine entsprechenden Ma\u00dfnahmen getroffen werden.<\/p>\n<p>Die der Corona-Krise folgende wirtschaftliche Rezession k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass die Kapazit\u00e4ten und die Bereitschaft von Staaten, Unternehmen und Verbrauchern, in Nachhaltigkeit zu investieren, merklich schwinden. Angesichts des f\u00fcr die Erreichung der Klimaziele 2050 erforderlichen steilen Anstiegs nachhaltiger Investitionen gef\u00e4hrdet eine Verminderung die fristgerechte Zielerreichung. Die Entscheidungen, die Staaten treffen, um sich in Krisenzeiten zu erholen, werden die langfristigen und strukturellen Auswirkungen auf ihre CO2-Bilanz und ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit bestimmen und die Behebung von Klimasch\u00e4den einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Die L\u00e4nder des europ\u00e4ischen Wirtschaftsraums (EWR-Mitglieder) verlieren durch klimabedingte Extreme bereits heute im Durchschnitt 13 Milliarden Euro pro Jahr, und diese Zahl w\u00e4chst stetig. Dies ist jedoch nur der wirtschaftliche Schaden. Hinzu kommen Todesopfer sowie der Verlust der biologischen Vielfalt und von Landfl\u00e4chen. Die UNO warnt vor Millionen von Klimafl\u00fcchtlingen, dieaufgrund der Auswirkungen der Klimakrise aus ihren H\u00e4usern vertrieben werden. All dashat weitreichende, m\u00f6glicherweise explosive Auswirkungen. Fazit: Die Kosten der Klimaziele sind hoch, aber die Kosten der Unf\u00e4higkeit, die Treibhausgase zu reduzieren, liegen noch viel h\u00f6her. Und sie bleiben nicht konstant, sondern wachsen stetig.<\/p>\n<p>Die Klimakrise und das Coronavirus sind eng miteinander verbunden. Weltweit f\u00fchrende Wissenschaftler warnen davor, dass die Zerst\u00f6rung nat\u00fcrlicher Lebensr\u00e4ume, der R\u00fcckgang der Artenvielfalt und die Ver\u00e4nderung der Temperaturen \u2013 neben weiteren Bedrohungen \u2013 die biologischen Risiken f\u00fcr den Menschen erh\u00f6hen. Erste Studien zeigen, dass Covid-19 in verschmutzten Gebieten t\u00f6dlicher ist. Daher sind wir moralisch und strategisch in einem gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfe verpflichtet, auf die Klimakrise zu reagieren.<\/p>\n<p>Da die Auswirkungen des Klimawandels weiter ansteigen werden (u.a. sich \u00e4ndernde Wettermuster, Abschmelzen der Eiskappen, Erw\u00e4rmung der Ozeane), ist es von entscheidender Bedeutung, auf EU-Ebene eine Strategie f\u00fcr Widerstandsf\u00e4higkeit und lokale Anpassung zu entwickeln, um zu gew\u00e4hrleisten, dass auf unerwartete klimabedingte Schocks reagieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es ist extrem wichtig,dass sich die EU, weiterhin f\u00fcr ihre ehrgeizige Klimaagenda und die Umsetzung des Europ\u00e4ischen Gr\u00fcnen Deals einsetzt. Herausfordernde Zeiten k\u00f6nnen gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen hervorrufen, und es liegt an der EU und ihren Mitgliedern, entschlossen und engagiert zu handeln. Nur den halben Weg zu gehen, hilft niemandem, es schafft nur Unsicherheit und Ineffizienz. Wir m\u00fcssen also das tun, von dem wir wissen, dass es das Richtige ist und das zu anderen Zeiten vielleicht zerst\u00f6rerisch gewirkt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Kurzfristig bedeutet das die Unterst\u00fctzung von Projekten f\u00fcr saubere Energie, Mobilit\u00e4tsprogrammen sowie die \u00c4nderung des Lebensstils, wie es bereits in den Mitgliedstaaten stattfindet. Neben der Bew\u00e4ltigung der schwierigen Situation, welche sich aus dem Umgang mit Viren und wirtschaftlichen Auswirkungen ergibt, sollten sich die Mitgliedsstaaten noch mehr auf die Gestaltung der Politik zur Umsetzung des New Green Deal konzentrieren, um den B\u00fcrgern und Unternehmen der EU Klarheit und Sicherheit zu geben. Nur den halben Weg zu gehen hilft niemandem, eher werden Unsicherheit und Ineffizienz geschaffen. Pr\u00e4gnant gesagt, wir m\u00fcssen das tun, von dem wir wissen, dass es das Richtige ist, das zu anderen Zeiten vielleicht st\u00f6rend gewirkt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Mittel- bis langfristig bedeutet das, wirtschaftliche Impulse gezielt auf jene Sektoren zu richten, welche zu einer widerstandsf\u00e4higen und klimaneutralen Wirtschaft bis zumJahr 2050 beitragen k\u00f6nnen. Ma\u00dfnahmen zur wirtschaftlichen Erholung sollten gezielt anhand ihres Beitrags zu den Zielen des New Green Deal betrachtet werden, und insbesondere sollten Investitionen in Projekte und Infrastrukturen zur Erm\u00f6glichung des Klimawandels angeregt werden. Europa sollte dabei geradlinig vorgehen: Auch Anbieter au\u00dferhalb der EU sollten diehohen Klimaanforderungen erf\u00fcllen, um sogenanntes Carbon Leakage zu vermeiden und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit dereigenen Unternehmen zu erhalten. Dies wird jedoch \u00fcber eine Kohlenstoffimportsteuer oder \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen nur sehr schwer zu erreichen sein.<\/p>\n<p>Bei einem k\u00fcrzlich in Paris abgehaltenen Young Professional Seminar kamen wir zu dem Schluss, dass der \u00dcbergang zur Klimaneutralit\u00e4t tiefgreifende Ver\u00e4nderungen in allen Teilen der Wertsch\u00f6pfungs- und Wirtschaftskette erfordert. Eine weitreichende CO2-Reduktion kann nur durch eine signifikante Elektrifizierung industrieller Prozesse erreicht werden, welche zu einem enormen Anstieg der kohlenstoffarmen Stromnachfrage f\u00fchrt. Aus diesem Grund ist eine radikale Senkung der Strompreiseaus erneuerbaren Energiequellen, einschlie\u00dflich staatlicher Zuschl\u00e4ge und Abgaben, eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr einen erfolgreichen industriellen Wandel. Letztlich m\u00fcssen wir uns zu einem kohlenstoffarmen EU-Binnenmarkt entwickeln, auf welchem es sowohl Nachfrage als auch Angebot f\u00fcr klima- und umweltfreundliche Produkte gibt.<\/p>\n<p>Um auf einem globalen Markt wettbewerbsf\u00e4hig zu sein, sollte sich die EU darauf konzentrieren, europ\u00e4ische Champions in der Produktion erneuerbarer Energien und sauberer industrieller und chemischer Prozesse zuzulassen. Die EU-Kommission sollte in ihrem Green Deal pr\u00fcfen, wie kooperative und innovative Unternehmens\u00f6kosysteme und globale europ\u00e4ische Akteure gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. Auch die Bewertung potenzieller Barrieren, welche sich z.B. aus verbraucherorientierten wettbewerbsrechtlichen Anforderungen ergeben und die Frage, wie diese Bedenken mit der Notwendigkeit einer konsolidierten europ\u00e4ischen Antwort auf ausl\u00e4ndische Konkurrenz in Einklang gebracht werden k\u00f6nnen, sind wichtige und geeignete Punkte f\u00fcr den europ\u00e4ischen Green Deal.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns daraufkonzentrieren, dass wir keine widerspr\u00fcchlichen Strategien umsetzen. Wie eine aktuelle Studie des Europ\u00e4ischen Rechnungshofes zeigt, haben europ\u00e4ische Investitionen keinerlei positive Ver\u00e4nderung in der Art und Weise erbracht, wie wir uns in unseren wachsenden St\u00e4dten bewegen. Die EU hat 16 Milliarden Euro investiert, um die Mobilit\u00e4t nachhaltiger zu gestalten. Da aber die Instrumente lasch waren, haben wir eine weitere Stauwelle bekommen. Das bedeutet, dass Klimaschutzma\u00dfnahmen in jeder unserer Ma\u00dfnahmen enthalten sein sollten.<\/p>\n<p>Zur F\u00f6rderung langfristiger Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die Energiewende und zur Bek\u00e4mpfung der durch die Corona-Krise verursachten Arbeitslosigkeit, sollte die Ausbildung und Umschulung von Arbeitnehmern eine weitere hochrangige Priorit\u00e4t haben. Dasist nicht nur f\u00fcr die Energiewende wichtig, sondern auch f\u00fcr den \u00dcbergang unserer Gesellschaften und ihrer schw\u00e4chsten Mitglieder zu einer neuen Realit\u00e4t der Arbeitswelt und des Erwerbs von F\u00e4higkeiten. Die Krise mit ihren hohen Arbeitslosenzahlen macht dies besonders deutlich.<\/p>\n<p>Auf europ\u00e4ischer Ebene k\u00f6nnte die Bereitstellung von Mitteln f\u00fcr kritische transeurop\u00e4ische Netze, zum Beispiel im Bereich des Wasserstoff- oder des Kohlendioxidtransports, eine gute M\u00f6glichkeit sein, Ma\u00dfnahmen zur wirtschaftlichen Erholung mit der F\u00f6rderung des Klimaschutzes zu verkn\u00fcpfen. Auf eher regionaler Ebene k\u00f6nnte die Konzentration auf Bottom-up-Prozesse wie Energiegemeinschaften und regionale Strategien, zum Beispiel kollektive Geb\u00e4uded\u00e4mmung, ideale Wege sein, den Energiewandel mit der St\u00e4rkung der lokalen Wirtschaft zu verbinden.<\/p>\n<p>Europa mag nicht der gr\u00f6\u00dfte Emittent von Treibhausgasen sein, aber es kann alsstarkes Beispiel f\u00fcr den Rest der Welt dienen. Hier geschaffenen Trends im Bereich Lebensstil haben weltweite Auswirkungen. Daher ist es eine sehr begr\u00fc\u00dfenswerte Initiative, dass europ\u00e4ische St\u00e4dte mutig mehr Stra\u00dfenraum vom Auto zum Fahrrad ausweisen und so die autozentrischen, energie- und raumintensiven St\u00e4dte umgestalten. Wir br\u00e4uchten jetzt einen &#8222;Fahrradmoment&#8220; in allen Lebensbereichen: vorw\u00e4rts oder sogar zur\u00fcck zu einem weniger energieverbrauchenden Lebensstil, bei gleichzeitiger F\u00f6rderung von Klima, \u00f6ffentlicher Gesundheit und wirtschaftlichem Handeln. .<br \/>\nDie einzigartige Geschichte Europas und seine Anpassungsf\u00e4higkeit ebnen den Weg nach vorn. Es ist an der Zeit, eine starke Initiative auf allen Ebenen zu ergreifen, auf EU-Ebene, auf der Ebene der Mitgliedstaaten, auf kommunaler und pers\u00f6nlicher Ebene. Europa sollte jetzt mehr denn je als Leuchtturm fungieren und Vorbild f\u00fcr ein kohlenstoffneutrales, die biologische Vielfalt erhaltendes und wohlhabendes Lebensmodell sein.<\/p>\n<p><em><strong>Autoren<\/strong>: Albert Guasch, Kalina Trendafilova, Dyria Alloussi, Raiko Puustusma, Dinand Drankier, Justinas Lingevicius, Mihkel Kaevats, Felix Klein, Karl Luis Neumann, Silja Raunio, Anna Penninger, Armando Gu\u00e7e, Mih\u00e1ly Szab\u00f3, Andranik Hovhannisyan, Raphael Kohler, Jens-Daniel Florian, Elif Dilmen, Eshgin Tanriverdi, Robert Grecu.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber die YPAs<\/strong>: Wir sind eine Gruppe von 36 United Europe Alumni aus 20 L\u00e4ndern. Wir verstehen uns als eine Task Force f\u00fcr United Europe e.V., das junge F\u00fchrungskr\u00e4fte aus verschiedenen Regionen Europas f\u00f6rdert. Wir vertreten unterschiedliche, junge europ\u00e4ische Stimmen zu den dr\u00e4ngendsten Fragen der EU. Unser Ziel ist es, das Vertrauen der Jugend und der B\u00fcrger Europas in das europ\u00e4ische Projekt wiederherzustellen. Wir sind ein Netzwerk, das den beruflichen Austausch zwischen jungen Europ\u00e4ern f\u00f6rdert und Impulse f\u00fcr eine europ\u00e4ischere Denkweise gibt. Wir f\u00f6rdern die Pluralit\u00e4t und wollen neue Ideen f\u00fcr eine intelligente Analyse der EU-Politik entwickeln.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor dem Hintergrund des 70. Jahrestags der Schuman-Erkl\u00e4rung ver\u00f6ffentlichen wir eine Reihe \u00fcber die Zukunft der EU. 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