{"id":17381,"date":"2020-05-12T14:05:20","date_gmt":"2020-05-12T12:05:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=17381"},"modified":"2020-05-14T16:03:35","modified_gmt":"2020-05-14T14:03:35","slug":"dont-look-back-europe-eine-neue-generation-will-eine-strahlende-zukunft-fuer-europa-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2020\/05\/dont-look-back-europe-eine-neue-generation-will-eine-strahlende-zukunft-fuer-europa-3\/","title":{"rendered":"Don\u2019t look back, Europe! Eine neue Generation will eine strahlende Zukunft f\u00fcr Europa"},"content":{"rendered":"<p><em>Vor dem Hintergrund des <strong>70. Jahrestags der Schuman-Erkl\u00e4rung<\/strong> ver\u00f6ffentlichen wir eine Reihe \u00fcber die Zukunft der EU. Unsere <a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/young-professionals-advisors\/\"><strong>Young Professionals Advisors<\/strong> <\/a>reflektieren den gegenw\u00e4rtigen Zustand der EU und schlagen Wege zur \u00dcberwindung der Krise vor.<\/em><\/p>\n<h3 id=\"gesundheit\">GESUNDHEIT<\/h3>\n<p>Nach unseren vorherigen Artikeln \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2020\/05\/dont-look-back-europe-eine-neue-generation-will-eine-strahlende-zukunft-fuer-europa\/\">Demokratie<\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2020\/05\/dont-look-back-europe-eine-neue-generation-will-eine-strahlende-zukunft-fuer-europa-2\/\">Finanzkrise<\/a> in der EU widmet sich dieser Artikel den verschiedenen Aspekten der Wissenschaft und des Gesundheitswesens im Hinblick auf die Europ\u00e4ische Union.<\/p>\n<p><strong>Ein R\u00fcckblick auf den Gesundheitszustand der EU<\/strong><br \/>\nEuropa wurde zu einem der Epizentren der Corona-Krise. Obwohl die Europ\u00e4ische Kommission unter der F\u00fchrung von Pr\u00e4sidentin von der Leyen eine europ\u00e4ische Reaktion auf den Ausbruch der Pandemie ank\u00fcndigte, kam die gemeinsame Reaktion der EU zu sp\u00e4t. Nach diesem missgl\u00fcckten Auftakt ist es jetzt umso wichtiger, den Geist der Europ\u00e4ischen Einheit wiederzubeleben und gemeinsam den Weg aus der Krise zu finden. In den folgenden Abschnitten reflektieren wir, wie die EU sich bisher \u2013 vor allem f\u00fcr die Wissenschaft \u2013 eingesetzt hat, was uns noch erwartet und wo weitere Handlungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr das Gesundheitswesen bestehen.<\/p>\n<p><strong>Die Wurzeln des Problems: nationale Bestimmung, aber globale Probleme<\/strong><\/p>\n<p>Das Gesundheitswesen stellt die EU vor gro\u00dfe Herausforderungen. Es handelt sich einerseits um eine nationale, in einigen L\u00e4ndern sogar um eine kommunale Angelegenheit, die eng an die jeweiligen Bed\u00fcrfnisse im Gesundheitswesen angepasst ist. Offiziell ist die EU hier nicht zust\u00e4ndig, da laut der Europ\u00e4ischen Kommission die EU-Staaten die Verantwortung f\u00fcr die Organisation und Bereitstellung von Gesundheitsdiensten und medizinischer Versorgung tragen. Andererseits bestehen diverse Anspr\u00fcche an die EU. Bei einem virtuellen Treffen der Young Professional Advisors im April 2020 wurde uns klar, dass sich einige Staaten zum Beginn der Corona-Pandemie eine organisierte Krisenkoordination und Unterst\u00fctzung seitens der EU erwartet hatten. Da es ihrer Meinung nach weder eine beherzte noch koordinierte Reaktion der EU gab, reagierten sie entt\u00e4uscht. Solche Situationen schw\u00e4chen die Wahrnehmung der EU und st\u00e4rken die EU-Kritiker.<\/p>\n<p>Die EU setzt auf dezentralisierte L\u00f6sungen in den einzelnen Staaten, muss sich aber globalen Problemen stellen. In dieser Krise erlebt die EU die Schattenseiten globalisierter Lieferketten, die in ihrer Reaktionsf\u00e4higkeit stark eingeschr\u00e4nkt sind. Die EU, die sich selbst als \u201eweltgr\u00f6\u00dfter H\u00e4ndler von Arzneimitteln und Medizinprodukten&#8220; bezeichnet, ist auf globale Lieferungen aus Indien und China angewiesen (Frankreich importiert laut EU-Kommission beispielsweise \u00fcber 40% des Arzneimittelbestands). Tats\u00e4chlich ist die medizinische Grundversorgung im Gesundheitssystem nicht immer sichergestellt, wie sich gezeigt hat. Die EU muss ein koordiniertes Risikomanagement f\u00fcr die komplexen Lieferkette sicherstellen und den L\u00e4ndern die M\u00f6glichkeit geben, bestimmte lokale Produktionen zu sichern. Auch die Regierungen der L\u00e4nder sind gefordert, das Gesundheitswesen in seiner heutigen Form zu reformieren: Die Entlohnung von \u00c4rzten und Krankenschwestern muss angehoben und die nationale Gesundheitsinfrastruktur dringend neu strukturiert werden. Laut der norwegischen Gesundheits- und Informationstechnologie-Forscherin <strong>Prof. Dr. Margunn Aanestad<\/strong> und ihren Kollegen passt sich der Gesundheitsbereich zu langsam an neue Technologien an. Das ist einerseits der komplexen Koordination zahlreicher Interessengruppen geschuldet, findet seine Gr\u00fcnde aber auch in l\u00e4nderspezifischen, heterogenen Infrastrukturen und Regulierungen. Es trifft also auf fast alle Gesundheitssysteme zu. Um eine schnelle Zusammenarbeit zu erm\u00f6glichen, braucht es effiziente Abl\u00e4ufe und weniger Verwaltungsaufwand. Gro\u00df angelegte Digitalisierungs- und Standardisierungs-Programme w\u00fcrden der gesamten EU helfen. Aber wie kann die EU bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens unterst\u00fctzend einwirken?<\/p>\n<p>\u00d6ffentlich-private Partnerschaften k\u00f6nnten L\u00f6sungen zur Umgestaltung der \u00f6ffentlichen Dienste in der EU bieten. W\u00e4hrend Rahmenbedingungen und gegebenenfalls initiale Mittel vom \u00f6ffentlichen Partner beigesteuert werden, \u00fcbernimmt der private Partner die Erbringung der Dienstleistung und den Betrieb. Es gibt mittlerweile auch Material zur \u201egood practice\u201d \u2013 was es braucht, um erfolgreich zusammenzuarbeiten. Im Gegensatz zu bestimmten digitalen Sektoren in der Privatwirtschaft (z.B. Unterhaltung) sind Bildung und Gesundheitswesen komplexe, \u00f6ffentliche Bereiche, die noch nicht gr\u00fcndlich reformiert wurden. Die EU hat die Plattform ERA-LEARN (Europ\u00e4ischer Forschungsraum) eingerichtet. Hier will sie nicht nur die Projekte mit \u00f6ffentlich-privaten Partnerschaften vorantreiben, sondern auch R\u00fcckmeldungen zu den Projekten einholen und analysieren. Wir sind gespannt, ob Infrastrukturprojekte im digitalen Sektor \u00fcber \u00f6ffentlich-private Partnerschaften angegangen werden \u2013 sollte die Krise einged\u00e4mmt sein.<\/p>\n<p><strong>Jetzt mehr denn je: Transfer von der Wissenschaft in die Praxis \u2013 L\u00f6sungen, die sich bew\u00e4hren<\/strong><\/p>\n<p>Die EU mag ihre Grenzen bei der L\u00f6sung allt\u00e4glicher Probleme haben, aber ihre F\u00e4higkeit, langfristige Probleme anzugehen, ist immer noch vielversprechend. Der Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Praxis braucht jedoch Zeit. Die Europ\u00e4er k\u00f6nnten jetzt von den mehr als 10 Mrd. EUR Investitionen, die in den letzten Jahren im Rahmen von Horizont 2020 f\u00fcr die Gesundheitsforschung get\u00e4tigt wurden, profitieren. Aber es wird lange dauern, bis wir die Ergebnisse der derzeitigen Investitionen f\u00fcr den Aufbau einer gro\u00dfen gemeinsamen Infrastruktur in der Wissenschaft sehen. Da die Entwicklung von Impfstoffen immer noch voranschreitet, m\u00fcssen wir lernen, uns anzupassen. Forscher der Harvard Business School prognostizieren, dass wir in Zukunft \u00f6fter Situationen wie diese erleben werden. In dieser Krise und denen, die noch kommen werden, steht nicht nur die physische, sondern auch die psychische Gesundheit der Menschen auf dem Spiel. Es ist wichtig, die Architektur f\u00fcr die Zukunft des Gesundheitswesens zu schaffen, wie <strong>Denise Feldner<\/strong> und <strong>Maximilian Meyer<\/strong>, Berater der deutschen Regierung, erl\u00e4utern: Regierungen m\u00fcssen jetzt pragmatisch handeln, wenn es um fl\u00e4chendeckende Digitalisierung f\u00fcr L\u00e4nder und Gesundheitssysteme geht. Wir brauchen die Infrastruktur, um \u00e4rztliche Beratung online anbieten zu k\u00f6nnen, bevor die n\u00e4chste Krise eintritt.<\/p>\n<p><strong>Was wir daraus lernen: Der Aufbau einer widerstandsf\u00e4higen europ\u00e4ischen Industrie muss das Gesundheitswesen und moderne Mittel f\u00fcr Innovationen einschlie\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>Investitionen in europ\u00e4ische Industrien \u2013 einschlie\u00dflich des Gesundheitswesens \u2013 sind n\u00f6tig, um diese auf ein Niveau zu bringen (nach subsidi\u00e4ren Prinzipien \u2013 nicht um sie zu lenken, sondern um den Nutzen zu verst\u00e4rken). Sonst wird es schwierig sein, mit dem n\u00e4chsten potenziellen Ausbruch besser umzugehen als heute. Auch wenn die Investitionen der EU ab 2021 gro\u00dfe Budgets f\u00fcr die Programme \u201eOpen Science&#8220; (25,8 Mrd. EUR), \u201eGlobale Herausforderungen&#8220;, \u201eIndustrielle Wettbewerbsf\u00e4higkeit&#8220; (52,7 Mrd. EUR) und \u201eOpen Innovation&#8220; (13,5 Mrd. EUR) umfassen, sollte sie sich auch auf weniger traditionelle und praktischere Mittel einlassen, um deren Wirksamkeit zu erh\u00f6hen. Wir denken hier an die Einbindung von B\u00fcrgern und Praktikern mit Basisinitiativen im Gesundheitswesen \u2013 da sie am besten wissen, wo die Engp\u00e4sse liegen.<\/p>\n<p>Nur durch Digitalisierung und benutzerfreundliche Plattformen (etwas, das die EU als Institution im \u00dcbrigen selbst lernen muss, auch f\u00fcr ihre Webseiten) erm\u00f6glichen wir effizienten Zugang und Teilnahme der B\u00fcrger an EU-Programmen. So k\u00f6nnen sich B\u00fcrger auch besser mit der EU als strategischer Union und Partnerschaft identifizieren: Jeder Einzelne sollte einen gesicherten Zugang zur technologischen Infrastruktur auf nationaler und EU-Ebene erhalten. Start-ups, Inkubatoren und Acceleratoren spielen eine wichtige Rolle f\u00fcr Innovations-\u00d6kosysteme, daf\u00fcr braucht es Startup- und Risikokapital. Die Aktivit\u00e4ten des Europ\u00e4ischen Instituts f\u00fcr Innovation und Technologie (EIT) bewegen uns in die richtige Richtung, aber die Gesamtbudgets daf\u00fcr m\u00fcssen neu bewertet werden: In einer k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrten Startup-Challenge der EU, die in der ersten H\u00e4lfte des Jahres 2020 stattfand, wurde berichtet, dass jedes der 120 Start-ups 50.000 Euro erhielt; eine Summe, die ein einzelner Unternehmer wohl eher als symbolisch bewerten muss, da sie im besten Fall f\u00fcr einen zus\u00e4tzlichen Mitarbeiter ausreicht, der f\u00fcr weniger als ein Jahr besch\u00e4ftigt werden kann.<\/p>\n<p>All das ist weder nachhaltig noch \u00fcberhaupt zukunftsweisend. Die EU-Kommission sagt, dass die Ausgaben des EU-Haushalts revidiert werden sollen und werden. Wir hoffen, dass digitales, resilientes und koordiniertes Gesundheits-\u00d6kosystem eines davon sein wird.<\/p>\n<p><em><strong>Autoren<\/strong>: Albert Guasch, Kalina Trendafilova, Dyria Alloussi, Raiko Puustusma, Dinand Drankier, Justinas Lingevicius, Mihkel Kaevats, Karl Luis Neumann, Silja Raunio, Anna Penninger, Armando Gu\u00e7e, Mih\u00e1ly Szab\u00f3, Andranik Hovhannisyan, Raphael Kohler, Jens-Daniel Florian, Elif Dilmen, Eshgin Tanriverdi, Robert Grecu.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber die YPAs<\/strong>: Wir sind eine Gruppe von 36 United Europe Alumni aus 20 L\u00e4ndern. Wir verstehen uns als eine Task Force f\u00fcr Vereinigtes Europa, die junge F\u00fchrungskr\u00e4fte aus verschiedenen Regionen Europas f\u00f6rdert. Wir vertreten unterschiedliche und junge europ\u00e4ische Stimmen zu den dringendsten Themen der EU. Unser Ziel ist es, das Vertrauen der Jugend und der B\u00fcrger Europas in das europ\u00e4ische Projekt wiederherzustellen. Wir sind ein Netzwerk, das den fachlichen Austausch zwischen jungen Europ\u00e4ern f\u00f6rdert und Impulse f\u00fcr eine europ\u00e4ischere Denkweise gibt. Wir f\u00f6rdern die Pluralit\u00e4t und wollen neue Ideen f\u00fcr eine intelligente Analyse der EU-Politik generieren.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor dem Hintergrund des 70. Jahrestags der Schuman-Erkl\u00e4rung ver\u00f6ffentlichen wir eine Reihe \u00fcber die Zukunft der EU. 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