{"id":16683,"date":"2020-03-13T20:15:29","date_gmt":"2020-03-13T19:15:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=16683"},"modified":"2020-03-16T20:19:56","modified_gmt":"2020-03-16T19:19:56","slug":"zusammenfassung-die-nato-auch-in-zukunft-ein-buendnis-das-den-frieden-sicherer-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2020\/03\/zusammenfassung-die-nato-auch-in-zukunft-ein-buendnis-das-den-frieden-sicherer-macht\/","title":{"rendered":"Zusammenfassung: \u201eDie NATO \u2013 Auch in Zukunft ein B\u00fcndnis, das den Frieden sicherer macht?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Am 2. M\u00e4rz 2020 diskutierten in der Bonner Akademie <strong>Sigmar Gabriel<\/strong>, Bundesau\u00dfenminister a.D. und Vorstandsvorsitzender der Atlantik-Br\u00fccke e.V., <strong>Dr. Hans-Dieter Lucas<\/strong>, Botschafter und St\u00e4ndiger Vertreter Deutsch-lands bei der NATO in Br\u00fcssel, und <strong>Ekkehard Brose<\/strong>, Botschafter und Pr\u00e4sident der Bundesakademie f\u00fcr Sicherheitspolitik (BAKS), zum Thema \u201eDie NATO \u2013 Auch in Zukunft ein B\u00fcndnis, das den Frieden sicherer macht?\u201c. Durch den Abend f\u00fchrte <strong>Dr. Anna Sauerbre<\/strong>y, Ressortleiterin \u201eMeinung\/Causa\u201c beim Tages-spiegel.<\/p>\n<p>In seiner Begr\u00fc\u00dfung verwies <strong>Prof. Bodo Hombach<\/strong> auf die Fragilit\u00e4t des westlichen B\u00fcndnisverh\u00e4ltnisses: Wenn Trump \u2013 als Pr\u00e4sident der F\u00fchrungsmacht \u2013 die NATO f\u00fcr obsolet erkl\u00e4rt und in einzelnen Mitgliedsl\u00e4ndern Demokratie und Rechtsstaat abgebaut werden, dann m\u00fcsse man sich fragen, ob der B\u00fcndnisfall nicht am Ende zur \u201eB\u00fcndnisfalle\u201c werde. Mit Verweis auf seinen eigenen Lebenslauf erinnerte er zudem an seine Arbeit f\u00fcr den Stabilit\u00e4tspakt S\u00fcdosteuropa. Mit Blick auf die Friedensarbeit auf dem Balkan schrieb er der NATO ein Defizit in Sachen Abstimmung, Effizienz und Ernsthaftigkeit zu. F\u00fcr den Frieden m\u00fcsse man sich r\u00fcsten so Hombach, der Sicherheit als das elementarste aller Grundbed\u00fcrfnisse identifizierte, und \u00fcbergab das Wort an <strong>Sigmar Gabriel<\/strong>.<\/p>\n<p>Dieser Verwies auf das Fragezeichen im Veranstaltungstitel. Es gebe drei Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass die Handlungsf\u00e4higkeit der NATO \u00fcberhaupt in Frage gestellt wird: Erstens die strategische Neuorientierung der USA, deren Fokus sich von Russland nach China verschoben habe. Zweitens der schwammige Blick auf den \u201eGegner\u201c. W\u00e4hrend die Grenzlinien zu Zeiten des Kalten Krieges klar verliefen, sei beispielsweise China heutzutage Antagonist und Wirtschaftspartner zugleich. Und drittens der Zweifel an der Verteidigungsbereitschaft des B\u00fcndnisses, allem voran an der des gr\u00f6\u00dften Partners, den USA. Dieser Zweifel sei viel gef\u00e4hrlicher f\u00fcr das B\u00fcndnis als etwa finanzielle, materielle oder personelle M\u00e4ngel. Denn der politische Zusammenhalt entscheide \u00fcber die F\u00e4higkeit zur Friedenssicherung. Als aktuell st\u00e4rkste Herausforderungen identifizierte er das schwierige Verh\u00e4ltnis zu der T\u00fcrkei, die er als \u201eFrenemy\u201c bezeichnete, sowie den Isolationismus der USA, die sich mehr und mehr von ihrer fr\u00fcheren Rolle als Weltpolizist zur\u00fcckziehe.<\/p>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Podiumsdiskussion attestierte auch <strong>Botschafter Ekkehard Brose<\/strong> den USA einen Mangel an Leadership. Sein diplomatischer Kollege <strong>Dr. Hans-Dieter Lucas<\/strong> warf vor diesem Hintergrund die Frage in den Raum, wie sich Europa zuk\u00fcnftig im B\u00fcndnis positionieren wolle: \u201eF\u00fcr kollektive Verteidigung ist die NATO der einzige Rahmen. Aber wir brauchen einen substantiellen europ\u00e4ischen Beitrag.\u201c Auch Gabriel war der Meinung, dass die milit\u00e4rische Abstimmung des B\u00fcndnisses funktioniere, es jedoch an der politischen Positionierung Europas hapere. Dem zustimmend erg\u00e4nzte Brose, dass Europa mutiger agieren m\u00fcsse. Dar\u00fcber hinaus sei die EU bei gewissen Herausforderungen der geeignetere Akteur als die NATO. Denn diese sei ein milit\u00e4rischer Akteur, in vielen s\u00fcdlichen Krisenregionen seien die Herausforderungen aber struktureller Natur. Hier bestehe jedoch ein viel gr\u00f6\u00dferer entwicklungspolitischer und zivilgesellschaftlicher Bedarf.<\/p>\n<p>Zu dem schwierigen Umgang mit der T\u00fcrkei betonte Gabriel, dass man sie nicht aus der NATO dr\u00e4ngen d\u00fcrfe \u2013 denn diese sei der letzte Anker gegen eine atomare Bewaffnung. Auch Hans-Dieter Lucas befand, dass man mit Ambiguit\u00e4ten umgehen m\u00fcsse. Hier gelte es, die Balance zwischen Dialog und Kritik zu finden.<\/p>\n<p><em>Die Veranstaltung fand in Kooperation mit United Europe und der Brost-Stiftung am 2. M\u00e4rz in der Bonner Akademie f\u00fcr Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP) in Bonn statt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 2. 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