{"id":16081,"date":"2019-12-13T10:49:02","date_gmt":"2019-12-13T09:49:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=16081"},"modified":"2020-04-05T19:31:26","modified_gmt":"2020-04-05T17:31:26","slug":"johannes-teyssen-fuer-ein-vereintes-starkes-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2019\/12\/johannes-teyssen-fuer-ein-vereintes-starkes-europa\/","title":{"rendered":"Johannes Teyssen: F\u00fcr ein vereintes, starkes Europa"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Angeregt durch unsere Artikelserie \u201eEuropa kann es besser\u201c mit dem Handelsblatt, die bereits acht niederl\u00e4ndische CEOs zu Beitr\u00e4gen im \u201eHet financial Dagblad\u201c inspiriert hat, ver\u00f6ffentlicht die \u201eBudapester Zeitung\u201c nun eine Reihe von Artikeln, die im Rahmen der von Netzwerk Digital und United Europe organisierten Diskussion \u201eThe Future \u201aMade in CEE\u2018\u201c am 31.10. in Budapest entstanden sind und auf den Reden und Beitr\u00e4gen der Panelisten basieren (die Zusammenfassung finden Sie <a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2019\/11\/ceo-roundtable-in-budapest-the-future-made-in-cee\/\">hier<\/a>). Die Reihe beginnt mit einem Beitrag von Johannes Teyssen, CEO von E.ON SE und Mitglied von United Europe, der sich \u201ef\u00fcr ein starkes, vereintes Europa\u201c einsetzt.<\/em><\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_15776\" aria-describedby=\"caption-attachment-15776\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/johannes-teyssen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-15776\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/johannes-teyssen-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/johannes-teyssen-320x240.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/johannes-teyssen-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/johannes-teyssen-560x420.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/johannes-teyssen-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/johannes-teyssen-640x480.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15776\" class=\"wp-caption-text\">Johannes Teyssen<br \/>\u00a9 AHK Ungarn\/Pels\u0151czy<\/figcaption><\/figure>\n<p>Schon seit Jahrzehnten bin ich bekennender Europ\u00e4er. Aus Leidenschaft und \u00dcberzeugung. Ich m\u00f6chte die Freiheit und Freiz\u00fcgigkeit in der Europ\u00e4ischen Union nicht mehr missen. Die offenen Grenzen, die gemeinsame W\u00e4hrung, die gemeinsamen Werte und Grund\u00fcberzeugungen. Hinzu kommen zahlreiche wirtschaftliche Vorteile wie freier Handel oder geringe Transaktionskosten. Vorteile, von denen alle Menschen in der Europ\u00e4ischen Union profitieren.<\/p>\n<p>Der nun wohl unmittelbar bevorstehende Brexit macht neben aller ihm innewohnenden Tragik vor allem eines deutlich: Ein geeintes Europa ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Es braucht Menschen, die nicht schweigend zusehen, wenn in vielen L\u00e4ndern von politischen R\u00e4ndern Europakritik lauter wird. Es braucht Menschen, die im europ\u00e4ischen Sinne handeln, wenn die St\u00e4rken Europas in Gefahr geraten.<\/p>\n<p>Es ist gerade der Blick nach Osteuropa, der zeigt, was Europa f\u00fcr die Menschen erreichen kann. Mit den beiden Wellen der Erweiterung der Europ\u00e4ischen Union in den Jahren 2004 und 2007 sind die L\u00e4nder Mittel- und Osteuropas wieder dort angekommen, wo sie schon immer hingeh\u00f6rten: im Herzen Europas.<\/p>\n<p>Seit dem Zerfall des Eisernen Vorhangs haben die L\u00e4nder in Mittel- und Osteuropa eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Eine Geschichte, die nicht nur das Leben der Mittel- und Osteurop\u00e4er verbessert, sondern auch ganz Europa bereichert hat. Die Wirtschaft w\u00e4chst im Osten st\u00e4rker als im Westen, der Aufschwung ist immer mehr auch direkt bei den Menschen sp\u00fcrbar. Auch wenn die L\u00f6hne im Osten noch niedriger als im Westen Europas sind, so hat sich die Schere schon ein gutes St\u00fcck geschlossen. Die Arbeitslosenquoten in Ungarn, Tschechien und Polen geh\u00f6ren aktuell zu den niedrigsten in Europa. Insgesamt konnten die L\u00e4nder in Mittel- und Osteuropa in der Europ\u00e4ischen Union Gro\u00dfartiges erreichen und haben f\u00fcr diese Leistung meinen h\u00f6chsten Respekt.<\/p>\n<p>Wir bei E.ON sind sehr stolz, Teil dieser Erfolgsgeschichte zu sein. Wir sind schon seit vielen Jahrzehnten in Ungarn, Rum\u00e4nien, der Slowakei und Tschechien aktiv. Seit 1990 haben wir erheblich in den ungarischen Strom- und Gasmarkt investiert \u2013 das gilt auch f\u00fcr innogy, die jetzt ein Teil von E.ON ist. So haben wir einen bedeutenden Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung der mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder geleistet. Und mehr noch: Wir f\u00fchlen uns in diesen L\u00e4ndern genauso zuhause wie in Deutschland oder Schweden.<\/p>\n<p>Die mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder haben die besten Voraussetzungen, ihre Erfolgsgeschichte weiter zu schreiben und ihrer Rolle in Europa und der Welt noch mehr Gewicht zu verleihen. Sie haben gro\u00dfe Talente und hervorragende Technologien. Aber vor allem haben sie einen starken Ver\u00e4nderungswillen und sind damit optimal f\u00fcr den Wandel gewappnet, in dem wir uns gerade befinden: Das 21. Jahrhundert ist das erste Jahrhundert, in dem der Treibstoff der Zukunft Elektrizit\u00e4t sein wird. Alles, was elektrifiziert werden kann, wird elektrifiziert werden. Und alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden.<\/p>\n<p>Wodurch wird das alles m\u00f6glich? Wie immer \u2212 durch Technologie. Technologie hat schon immer neue Welten erschlossen, Fortschritt gebracht, das Leben der Menschen verbessert. So ist es auch diesmal wieder. Unsere ganze Welt wird vernetzt und elektrifiziert sein, es \u00e4ndern sich die Energiequelle, der Energieverbrauch und die Art des Transports \u2013 n\u00e4mlich hin zur Elektromobilit\u00e4t. \u00dcberall entstehen elektrische, digitale, vernetzte Umgebungen.<\/p>\n<p>Wer in diesen Zeiten nicht nur bestehen, sondern den Ton angeben m\u00f6chte, muss ver\u00e4nderungserprobt sein. Gerade deshalb bin ich davon \u00fcberzeugt, dass die Menschen in den CEE-L\u00e4ndern unser aller Vorbild sein k\u00f6nnen. Denn bei meinen zahlreichen Besuchen in diesen L\u00e4ndern habe ich immer wieder erfahren, dass die Mittel- und Osteurop\u00e4er eine starke F\u00e4higkeit und Bereitschaft zur Ver\u00e4nderung gelernt haben. Der Wandel in den letzten drei\u00dfig Jahren war in dieser Kernregion Europas allgegenw\u00e4rtig und brachte sehr vielen Menschen ein besseres Leben. In westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern erlebe ich oft, dass Ver\u00e4nderung mit gro\u00dfen \u00c4ngsten verbunden ist, mit Vorsicht und Zur\u00fcckhaltung. Die Geschichte pr\u00e4gt \u2013 im Osten wie im Westen. Und ich glaube, dass sie L\u00e4nder wie Ungarn, Tschechien oder der Slowakei die Vorteile des Wandels n\u00e4hergebracht hat: Sie setzen auf das Neue, passen sich neuen Gegebenheiten schneller an. Ich glaube daher auch, dass gerade diese L\u00e4nder optimale Chancen haben, Vorreiter der Digitalisierung zu werden \u2013 und diese Chancen sollten sie selbstbewusst nutzen.<\/p>\n<p>Auch wir bei E.ON m\u00fcssen ver\u00e4nderungsbereit sein. Denn wir stehen an einem besonderen Wendepunkt der Unternehmensgeschichte. Mit der \u00dcbernahme von innogy haben wir uns gewappnet f\u00fcr den Umbruch der Energiewelt, der bereits in vollem Gange ist. Der Energiemarkt sortiert sich neu \u2013 er wird gr\u00fcner, dezentraler und digitaler. Wir bei E.ON haben diesen Wandel nicht nur angenommen, sondern m\u00f6chten ihn ma\u00dfgeblich gemeinsam mit unseren Kunden in 14 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und der T\u00fcrkei mitgestalten. Mit der Integration von innogy schaffen wir daf\u00fcr die optimalen Voraussetzungen \u2013 auch und besonders in den mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Wir werden Energienetze und \u00adl\u00f6sungen intelligenter und damit Unternehmen genau wie St\u00e4dte, Kommunen und Gemeinden leistungsf\u00e4higer machen. Und ihnen helfen, ihren CO2-Aussto\u00df zu senken. Energienetze werden zum Internet der Energie, das Menschen vernetzt und so immer wieder neue Horizonte er\u00f6ffnet. Unsere Energienetze sind die Plattform f\u00fcr vielf\u00e4ltige Ideen und L\u00f6sungen, f\u00fcr unsere Kunden und Partner. So gr\u00fcn wie m\u00f6glich, so schnell wie m\u00f6glich. Das ist unser Leitmotiv.<\/p>\n<p>In der Energiewirtschaft stehen wir dabei vor drei gro\u00dfen Herausforderungen:<br \/>\nErstens: Der Stromhunger unserer digitalen Welt wird immer gr\u00f6\u00dfer. Digitalisierung gibt es nicht umsonst. W\u00e4re das Internet ein Land, dann h\u00e4tte es von allen Nationen der Welt den sechstgr\u00f6\u00dften Energieverbrauch \u2013Tendenz stark steigend.<\/p>\n<p>Zweitens: In unserer elektrifizierten digitalen Welt kommt es auf eines ganz besonders an: Zuverl\u00e4ssigkeit. Wer seine gesamte Produktion mit digitalen Ger\u00e4ten steuert, der braucht Pr\u00e4zision. Gleichzeitig ist aber die gr\u00fcne Energie stark schwankend \u2013 und damit alles andere als zuverl\u00e4ssig. Durch Digitalisierung ausgel\u00f6sten Herausforderungen muss mit digitalen L\u00f6sungen begegnet werden: Eine \u00fcbergeordnete digitale Steuerung wird es erm\u00f6glichen, alle digitalen Ger\u00e4te bei Kunden miteinander zu vernetzen und so Zuverl\u00e4ssigkeit zu schaffen. Dass dabei Kundendaten h\u00f6chsten Schutz genie\u00dfen m\u00fcssen, ist f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Drittens: Die Komplexit\u00e4t der neuen Energiewelt kann mit klassischen Technologien wie Umspannwerken, Leitungen oder Transformatoren allein nicht mehr beherrscht werden. Die Verteilnetze selbst m\u00fcssen intelligenter und reaktionsf\u00e4higer werden. Sie m\u00fcssen zu Smart Grids werden: Gibt es Engp\u00e4sse im Netz, k\u00f6nnen viele kleine, dezentrale Erzeugungsanlagen untereinander koordiniert werden und wie ein gro\u00dfes Kraftwerk Energie in die Netze liefern. Ist zu viel Energie im Netz, sorgt intelligente Technik im Haushalt daf\u00fcr, dass sich beispielsweise die Warmwasserbereitung einschaltet. Diese Flexibilit\u00e4t kann die Netzsteuerung immer besser nutzen, damit sauber produzierter Strom auch bestm\u00f6glich und zu den g\u00fcnstigsten Konditionen genutzt werden kann. Selbststeuernde und selbstlernende Prozesse werden in den Netzen n\u00f6tig. Die Verteilnetze werden digitalisiert. So entsteht das Internet der Energie.<\/p>\n<p>Die Herausforderungen der digitalen, elektrifizierten Welt k\u00f6nnen wir nur gemeinsam meistern \u2013 im Schulterschluss zwischen Nationen, Forschung, Industrie und Politik. Ich ermutige jeden Einzelnen, so offen wie m\u00f6glich f\u00fcr neue Technologien zu sein. Ich rufe dazu auf, risikofreudiger zu sein \u2013 denn jede wertvolle Ver\u00e4nderung ist mit einem Risiko verbunden. Und ich pl\u00e4diere f\u00fcr ein ver\u00e4nderungsfreundliches, regulierungs\u00e4rmeres Umfeld mit Anreizen f\u00fcr intelligente Investitionen.<\/p>\n<p>Wenn wir als Europ\u00e4ische Union gegen andere Wirtschaftsregionen bestehen wollen, dann m\u00fcssen wir also die F\u00e4higkeiten jedes einzelnen Mitgliedstaates nutzen und sie in der Europ\u00e4ischen Union verbinden. Wenn wir erfolgreich und schlagkr\u00e4ftig sein wollen, dann m\u00fcssen wir uns auf unsere St\u00e4rken besinnen und weniger auf unsere Schw\u00e4chen schauen. Unsere Vielfalt birgt kostbares Potenzial. Aber wir m\u00fcssen uns trauen, dies auch zu nutzen. Gemeinsam, f\u00fcr ein starkes und selbstbewusstes Europa.<\/p>\n<p><em>Der Text ist am 13. Dezember in der &#8222;Budapester Zeitung&#8220; erschienen, Sie finden die Originalversion als PDF <a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Teyssen_Budapester-Zeitung_20-21.pdf\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angeregt durch unsere Artikelserie \u201eEuropa kann es besser\u201c mit dem Handelsblatt, die bereits acht niederl\u00e4ndische CEOs zu Beitr\u00e4gen im \u201eHet financial Dagblad\u201c inspiriert hat, ver\u00f6ffentlicht die \u201eBudapester Zeitung\u201c nun eine&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":14319,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[620,641],"tags":[410,1149,1110,1151],"powerkit_post_featured":[],"class_list":{"0":"post-16081","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-news-de","8":"category-prominente-meinungen","9":"tag-eu-de","10":"tag-european-integration-de","11":"tag-united-europe-de","12":"tag-united-europe-de-2"},"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16081","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16081"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16081\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16893,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16081\/revisions\/16893"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14319"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16081"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16081"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16081"},{"taxonomy":"powerkit_post_featured","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/powerkit_post_featured?post=16081"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}