{"id":1550,"date":"2014-04-07T09:00:00","date_gmt":"2014-04-07T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=1550"},"modified":"2016-02-15T21:51:39","modified_gmt":"2016-02-15T21:51:39","slug":"ein-loblied-auf-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2014\/04\/ein-loblied-auf-europa\/","title":{"rendered":"Ein Loblied auf Europa"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Von Reinhold W\u00fcrth<\/em><\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1553\" aria-describedby=\"caption-attachment-1553\" style=\"width: 182px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1553 \" alt=\"Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold W\u00fcrth,  Vorsitzender des Stiftungs- Aufsichtsrats der W\u00fcrth-Gruppe\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/1-228x300.jpg\" width=\"182\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/1-228x300.jpg 228w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/1-320x421.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/1-560x736.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/1-76x100.jpg 76w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/1-152x200.jpg 152w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/1-91x120.jpg 91w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/1.jpg 584w\" sizes=\"auto, (max-width: 182px) 100vw, 182px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1553\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold W\u00fcrth,<br \/>Vorsitzender des Stiftungs-<br \/>Aufsichtsrats der W\u00fcrth-Gruppe<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>F\u00fcr die Europa-Skepsis der Briten hat Reinhold W\u00fcrth angesichts ihrer Geschichte und Geografie noch ein gewisses Verst\u00e4ndnis. F\u00fcr deutsche Euro-Gegner gilt das nicht. In diesem Beitrag f\u00fcr United Europe macht der Vorsitzende des Stiftungsaufsichtsrats der W\u00fcrth-Gruppe deutlich, dass er den Euro als gro\u00dfen Erfolg ansieht. Deutschland profitiere nicht nur wirtschaftlich von der gemeinsamen W\u00e4hrung. Seine B\u00fcrger lebten in Frieden und Freiheit. \u201eGibt es ein k\u00f6stlicheres Gut?\u201c, fragt W\u00fcrth.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Aus seiner Firmengruppe mit mittlerweile 66.000 Besch\u00e4ftigten hat sich der heute 78j\u00e4hrige W\u00fcrth schon lange zur\u00fcckgezogen. Den Vorsitz des Beirats \u00fcbergab er 2006 seiner Tochter Bettina. Sein gro\u00dfer Wunsch w\u00e4re es, auch Europa so wohlbestellt in die H\u00e4nde der n\u00e4chsten Generation zu geben. \u201eLeicht ist zu erkennen, dass ich ein geradezu leidenschaftlicher Europ\u00e4er bin\u201c, schreibt Reinhold W\u00fcrth.<\/strong><\/p>\n<p>Verfolgt man die Geschichte der Europ\u00e4ischen Union seit den ersten zaghaften Versuchen zur europ\u00e4ischen Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Gr\u00fcndung der Montanunion 1951 bis heute Ende 2013, dann sind in diesen 62 Jahren insgesamt grandiose Fortschritte erzielt worden. F\u00fcr die Majorit\u00e4t der europ\u00e4ischen B\u00fcrger sind die Grenzkontrollen abgeschafft; von Helsinki bis Lissabon, von Athen bis Dublin zahlt man mit der gleichen W\u00e4hrung; noch viel wichtiger aber ist die Schaffung eines einheitlichen europ\u00e4ischen Rechtsraums. Ein mir bekannter sowohl in USA als auch in Deutschland zugelassener Rechtsanwalt erkl\u00e4rte mir k\u00fcrzlich: \u201eIm Rechtswesen hat die Europ\u00e4ische Union heute schon das Rechtssystem der Vereinigten Staaten von Amerika bei weitem \u00fcberholt.\u201c<\/p>\n<h2 id=\"verstaendnis-fuer-die-englischen-freunde\">Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die englischen Freunde<\/h2>\n<p>Nicht zu untersch\u00e4tzen ist auch die sich daraus ergebende latente eher im Unterbewusstsein ablaufende Meinungsver\u00e4nderung bei den B\u00fcrgern der Europ\u00e4ischen Union. Zwar wird in allen Mitgliedstaaten gegen die EU und ihre \u00fcbertriebene Br\u00fcsseler B\u00fcrokratie gewettert, die \u00fcbergro\u00dfe Mehrheit der B\u00fcrger will aber keinesfalls die EU abgeschafft wissen. Diese ambivalente \u201eHass-Liebe\u201c l\u00e4sst sich durchaus vergleichen mit dem Gem\u00fctszustand vieler B\u00fcrger der ehemaligen DDR \u2013 mit wachsendem Zeitabstand wird in der Erinnerung das fr\u00fchere Leben in der DDR eher vergoldet, ich kenne aber niemand, der sich die alte DDR zur\u00fcckw\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Analysiert man nun, wo die Bremser gegen eine Weiterentwicklung der Europ\u00e4ischen Union sitzen, dann sind es zwei Hauptnester. Zum einen nat\u00fcrlich unsere Freunde in Gro\u00dfbritannien und zum anderen die Euro-Gegner. Die Engl\u00e4nder haben sich \u00fcber Jahrhunderte mit ihrem Empire auch mental und ideologisch auf der ganzen Welt bewegt und sind aufgrund der Insellage geborene Seefahrer. Insofern muss man unseren englischen Freunden mit Verst\u00e4ndnis entgegenkommen, dass die Integration in eine funktionierende Europ\u00e4ische Union mental und ideologisch vielleicht 10 Mal schwieriger ist, als f\u00fcr alle Zentraleurop\u00e4er. Sollte das f\u00fcr 2017 geplante Referendum in England ergeben, dass die Mehrheit der B\u00fcrger gegen eine weitere Mitgliedschaft in der Europ\u00e4ischen Union votiert, dann sollten wir keinerlei Druck aus\u00fcben und in Frieden und in Freundschaft mit einem unabh\u00e4ngigen isolierten Gro\u00dfbritannien weiterleben. Damit w\u00e4re dann auch, wenn man ehrlich ist, eine der wichtigsten Bremserquellen zur weiteren EU-Integration beseitigt.<\/p>\n<h2 id=\"der-deutsche-steuerzahler-haftet\">Der deutsche Steuerzahler haftet<\/h2>\n<p>Die anderen Bremser sind ja die Euro-Gegner. Dabei geht es wiederum in Deutschland um die Frage einer R\u00fcckkehr zur D-Mark. Beobachtet man den Euro als W\u00e4hrung in der Entwicklung seit dessen Einf\u00fchrung 2002 bis heute, dann hat der Euro mehr als seine Feuertaufe bestanden: Gerne h\u00e4tte man es in den USA gesehen, wenn der Euro und damit die Konkurrenz dieser W\u00e4hrung als Reserve Currency neben dem Dollar verschwunden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Dies ist nicht gelungen. Die hinter der Eurozone stehende Wirtschaftskraft mit 318 Millionen B\u00fcrgern ist ein starkes Fundament f\u00fcr die Stabilit\u00e4t unserer W\u00e4hrung \u2013 vern\u00fcnftige W\u00e4hrungspolitik der beteiligten Regierungen vorausgesetzt.<\/p>\n<p>Besonders stark ist in Deutschland das Argument, dass wir f\u00fcr die Schulden der S\u00fcdl\u00e4nder Griechenland, Italien, Spanien und Portugal als Steuerzahler haften m\u00fcssen und man deshalb in Deutschland die DM wieder einf\u00fchren solle, ein Hauptziel der vor kurzem gegr\u00fcndeten Alternative f\u00fcr Deutschland (AfD).<\/p>\n<h2 id=\"deutschland-profitiert-vom-euro\">Deutschland profitiert vom Euro<\/h2>\n<p>Ob wir wollen oder nicht, Deutschland ist im Rahmen der Rettungsschirme ESM und EFSF bei realistischer Betrachtung mitverhaftet f\u00fcr die Schulden der S\u00fcdl\u00e4nder. Wenn wir auch nur eine Funken europ\u00e4ischer Solidarit\u00e4t ernst nehmen, ist dies auch nicht weiter schlimm: Seit Jahrzehnten haben wir innerhalb der Bundesrepublik Deutschland den so genannten L\u00e4nderfinanzausgleich. Traditionell zahlen Baden-W\u00fcrttemberg, Bayern und Hessen j\u00e4hrlich Milliardensummen in diesen Finanzausgleich, um innerhalb Deutschlands einigerma\u00dfen gleiche Lebensbedingungen herstellen zu k\u00f6nnen. Wieso sollten wir dieses Prinzip nicht auch innerhalb der Europ\u00e4ischen Union anwenden? Gerade Deutschland profitiert vielfach: W\u00fcrden wir den Euro aufgeben, w\u00fcrde eine neue DM innerhalb kurzer Zeit gegen\u00fcber allen anderen W\u00e4hrungen der Welt aufgewertet, dass die deutsche Exportindustrie ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit sehr schnell verlieren und bitter leiden w\u00fcrde. Insofern profitieren wir heute vom Euro ganz enorm.<\/p>\n<p>Zum anderen ist der \u201eReturn on Investment\u201c, dass wir in Frieden, in Freiheit leben k\u00f6nnen \u2013 gibt es f\u00fcr unsere B\u00fcrger ein k\u00f6stlicheres Gut? Wohl kaum<\/p>\n<p>Leicht ist zu erkennen, dass ich geradezu ein leidenschaftlicher Europ\u00e4er bin und gerne s\u00e4he, wenn die Nationalstaaten zur\u00fcckgedr\u00e4ngt und gleichzeitig die darunterliegenden Regionen gest\u00e4rkt w\u00fcrden. Die B\u00fcrger brauchen Heimat und Heimstatt, Vertrautheit und Geborgenheit, die sie genauso als S\u00fcdtiroler oder Bayern, Flamen oder Basken finden, vielmehr denn als Deutsche, Italiener, Belgier oder Spanier.<\/p>\n<p>Fazit: Ein Vivat Europa!<\/p>\n<p><em>Die W\u00fcrth-Gruppe ist Firmenmitglied von United Europe.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Reinhold W\u00fcrth F\u00fcr die Europa-Skepsis der Briten hat Reinhold W\u00fcrth angesichts ihrer Geschichte und Geografie noch ein gewisses Verst\u00e4ndnis. F\u00fcr deutsche Euro-Gegner gilt das nicht. 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