{"id":15461,"date":"2019-10-11T19:57:46","date_gmt":"2019-10-11T17:57:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=15461"},"modified":"2019-10-11T19:58:30","modified_gmt":"2019-10-11T17:58:30","slug":"kristina-radovic-wie-kann-die-eu-den-neuen-internen-und-externen-herausforderungen-begegnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2019\/10\/kristina-radovic-wie-kann-die-eu-den-neuen-internen-und-externen-herausforderungen-begegnen\/","title":{"rendered":"Kristina Radovic: Wie kann die EU den neuen internen und externen Herausforderungen begegnen?"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Dieser Essay wurde von Kristina Radovic als Bewerbung f\u00fcr unser Young Professionals Seminar<\/em> \u201eHow to strengthen the Eurozone&#8220; erstellt, das am 17. und 18. Oktober 2019 in Lissabon stattfindet. Kristina ist Projektkoordinatorin der Belgrader Messe in Serbien.<\/strong><\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union ist eine politisch-\u00f6konomische Einheit, die (noch) aus 28 souver\u00e4nen Staaten besteht. Sie unterliegt einem permanenten Prozess, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ziel eingel\u00e4utet wurde, die Wiederherstellung der nach dem Krieg verw\u00fcsteten Staaten zu beschleunigen und effizienter zu gestalten. Die Hauptidee bestand darin, die Ressourcen zu b\u00fcndeln, um so Wechselbeziehungen zu schaffen und einen weiteren bewaffneten Konflikt globalen Ausma\u00dfes zu verhindern.<\/p>\n<p>Mit dem Ziel, einen freien Markt zu erhalten, in dem sich Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital ohne Einschr\u00e4nkungen bewegen k\u00f6nnen sowie einer gemeinsamen Politik (W\u00e4hrung, Handel, Landwirtschaft), versucht die EU die Vision von Frieden und wirtschaftlichem Wohlstand f\u00fcr alle sowie von einer ganzheitlichen Entwicklung zu verwirklichen. Diese Vision steht Jahr f\u00fcr Jahr vor schwierigen Herausforderungen, die mehr oder weniger erfolgreich gemeistert werden, insbesondere wenn mehr L\u00e4nder der Union beitreten und andere die Union verlassen.<\/p>\n<p>Die wohl schwierigste ist, da sie konstant ist, zweifellos die finanzielle Herausforderung, mit der jedes Land f\u00fcr sich allein, aber auch die Europ\u00e4ische Union insgesamt konfrontiert ist.. Auch wenn viele der Meinung sind, dass sich die wirtschaftliche Situation seit 2017 verbessert und an Stabilit\u00e4t gewonnen hat, gibt es immer noch jene L\u00e4nder, die unter der Last ihrer Staatsschulden und Sparma\u00dfnahmen leiden. Diese erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten befl\u00fcgeln die populistischen und antieurop\u00e4ischen Parteien, deren Ideologie die Union schw\u00e4chen k\u00f6nnen.<br \/>\nDies zeigte sich besonders an den Ergebnissen der letzten Wahlen zum Europ\u00e4ischen Parlament, bei denen ein Viertel der Sitze an die Populisten ging. Aber mit einer h\u00f6heren Wahlbeteiligung als sonst und motivierteren proeurop\u00e4ischen W\u00e4hlern hat auch die Pro-EU-Linke an Boden gewonnen.<\/p>\n<p>Angetrieben von der Sorge, wie mit der Krise in der Eurozone umgegangen wird und dem Gef\u00fchl einer sich verringernden Demokratie, glauben diese \u201eEuroskeptiker\u02dd, dass Br\u00fcssel zu viel Souver\u00e4nit\u00e4t verliehen wurde. Diese Sorge hat die Voraussetzungen f\u00fcr einen sehr intensiven Kampf geschaffen, welche Richtung die Europ\u00e4ische Union einschlagen soll. Es bleibt abzuwarten, ob es sich um einen Weg zu einer st\u00e4rker integrierten Europ\u00e4ischen Union, zwischen den bestehenden Mitgliedstaaten sowie denjenigen mit dem Kandidatenstatus (Serbien ist einer von ihnen) handelt. Eine weitere M\u00f6glichkeit ist die der geringeren Integration, bei dem sich die Staaten, die bereits in den Integrationsprozess eingetreten sind, in einer beneidenswerten Lage befinden.<\/p>\n<p>Ob es sich um einen Weg zu einer st\u00e4rker integrierten Europ\u00e4ischen Union, sowohl zwischen den bestehenden Mitgliedstaaten als auch denjenigen mit Kandidatenstatus (Serbien ist einer von ihnen) oder um einen Weg der geringeren Integration handelt, bei dem die Staaten zu beneiden sind, die bereits in den Integrationsprozess eingetreten sind, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p>Diese Situation wurde durch den Brexit, der im Juni 2016 begann und bei dem kein Ende in Sicht ist, sowie durch st\u00e4ndige Verz\u00f6gerungen enorm versch\u00e4rft. Mit dem R\u00fccktritt der konservativen Vorsitzenden und Premierministerin Theresa May und der neuen Brexit-Frist bis zum 31. Oktober tun sich viele m\u00f6gliche Szenarien f\u00fcr die folgenden Monate auf. Nun bleibt abzuwarten, ob der 31. Oktober als historischer Tag gekennzeichnet wird, an dem die EU ihren steinigen Weg ohne das Vereinigte K\u00f6nigreich als Partner fortsetzen wird.<\/p>\n<p>Der Anstieg der Popularit\u00e4t der rechtsextremen Parteien wurde ebenfalls durch die Migrationskrise beeinflusst, bei der Millionen von Fl\u00fcchtlingen vor Konflikten und Armut flohen, in der Hoffnung, in westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern eine neue Heimat zu finden. Diese Situation hat gezeigt, wie gespalten die EU-L\u00e4nder in ihrer Haltung gegen\u00fcber den Migranten sind und den Wert der Solidarit\u00e4t der EU in Frage gestellt. Eine der S\u00e4ulen der EU, die Freiz\u00fcgigkeit und der Schengen-Raum, ist bedroht, da viele L\u00e4nder Grenzkontrollen einf\u00fchren, auch aus Angst vor einem zunehmenden Strom von Terroristen.<\/p>\n<p>Die Frage der wirtschaftlichen Auswirkungen hat erneut die Meinungen gespalten. Einige glauben, dass die Migrationskrise die Wirtschaft der EU-Mitgliedstaaten belasten wird, w\u00e4hrend andere vom Gegenteil \u00fcberzeugt sind, dass sich dieser Zustrom auf lange Sicht als vorteilhaft erweisen wird. Der Umgang der EU und Br\u00fcssels mit dieser Situation wurde stark kritisiert, was zu einer weiteren Spaltung gef\u00fchrt hat. Zudem hat die Frage der wirtschaftlichen Auswirkungen die Meinungen gespalten: Einige glauben, dass die Migrationskrise die Wirtschaft der EU-Mitgliedstaaten belasten wird, w\u00e4hrend andere meinen, dass sich der Zustrom auf lange Sicht als vorteilhaft erweisen wird. Es gab heftige Kritik daran, wie die EU und Br\u00fcssel mit dieser anhaltenden Situation umgegangen sind, was zu weiteren Gr\u00e4ben f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Das schaukelt weiter das Thema einer terroristischen Bedrohung auf, da die F\u00e4higkeit der EU, ihr entgegenzuwirken, durch die unterschiedlichen Ansichten der Regierungen in Fragen wie Gewaltanwendung und Schutz der Menschenrechte belastet wird.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Zeitraum kann sich als entscheidend f\u00fcr die Zukunft der Europ\u00e4ischen Union erweisen, oder genauer gesagt f\u00fcr das, wof\u00fcr die Europ\u00e4ische Union steht. Noch nie zuvor hat die Identit\u00e4t der EU so vielen Beben standgehalten und sich dennoch behauptet. Es scheint jedoch, dass es angesichts der j\u00fcngsten Ver\u00e4nderungen im politischen Klima wahrscheinlich ist, dass der Weg, den die EU einschlagen muss, mehr oder weniger von ihren Grundprinzipien und ihrer Vision abweicht. Es ist offensichtlich, dass einige \u00c4nderungen vorgenommen werden m\u00fcssen, sei es in Bezug auf die Vertr\u00e4ge oder bei den Entscheidungsprozessen. Dies k\u00f6nnte zu einer weitreichenden Ver\u00e4nderung des EU-Gebildes f\u00fchren und sie in \u201eKern\u201c- und \u201ePeripherie\u201c-L\u00e4nder unterteilen, in dem sich letztere entscheiden k\u00f6nnten, keine Integrationsbem\u00fchungen durchzuf\u00fchren, wobei es den Anschein hat, dass dies bereits geschieht.<\/p>\n<p>Am Ende werden es die allein gelassenen Menschen sein, die sich fragen, wer diejenigen sind, deren Entscheidungen ihr Leben und vor allem das Leben der zuk\u00fcnftigen Generationen beeinflussen. Werden sie von anderen Werten und Standpunkten gepr\u00e4gt sein als diejenigen, die in den wohlhabenden Jahren der Europ\u00e4ischen Union gelebt haben? Oder wird sich die urspr\u00fcngliche Vision durchsetzen, trotz der zunehmenden Herausforderungen, denen sich die EU Jahr f\u00fcr Jahr stellen muss?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Essay wurde von Kristina Radovic als Bewerbung f\u00fcr unser Young Professionals Seminar \u201eHow to strengthen the Eurozone&#8220; erstellt, das am 17. und 18. Oktober 2019 in Lissabon stattfindet. 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