{"id":15304,"date":"2019-10-08T10:49:23","date_gmt":"2019-10-08T08:49:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=15304"},"modified":"2019-10-10T16:40:16","modified_gmt":"2019-10-10T14:40:16","slug":"es-ist-zeit-die-aufmerksamkeit-auf-europas-sicherheit-zu-lenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2019\/10\/es-ist-zeit-die-aufmerksamkeit-auf-europas-sicherheit-zu-lenken\/","title":{"rendered":"Es ist Zeit, die Aufmerksamkeit auf Europas Sicherheit zu lenken"},"content":{"rendered":"<p><em>Dieser Text stammt von einem Team unserer <strong>Young Professionals Advisors<\/strong>, in dem sie ihre Ansichten \u00fcber die EU-Sicherheit formulieren.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anna Romandash<\/strong> ist Journalistin und hat sich auf \u00d6stliche Partnerschaft und Sicherheit in der Region spezialisiert. Die geb\u00fcrtige Ukrainerin hat an Krisenberichterstattung und Projekten zum Aufbau von Kapazit\u00e4ten gearbeitet. <strong>Vlado Planin\u010di\u0107<\/strong> aus Bosnien und Herzegowina hat w\u00e4hrend seines Studiums viel zur europ\u00e4ischen Integration gearbeitet und gro\u00dfes Interesse daran, die Beziehung der westlichen Balkanl\u00e4nder zu verbessern. <strong>Eshgin Tanriverdi<\/strong> kommt aus Aserbaidschan und ist Doktorand\/Forscher im Bereich Internationale Beziehungen. Er ist derzeit in der T\u00fcrkei t\u00e4tig und verf\u00fcgt \u00fcber Expertise in regionalen Sicherheitsfragen im S\u00fcdkaukasus und in der T\u00fcrkei.<strong> Dyria Alloussi<\/strong> aus Deutschland ist die Migrationsexpertin der Gruppe. Als Beraterin war sie 10 Jahre im Mittleren Osten und in Nordafrika t\u00e4tig. Derzeit arbeitet sie in einem Inkubator f\u00fcr Unternehmer mit Migrationshintergrund und Fl\u00fcchtlinge.<\/em><\/p>\n<p>Der Kalte Krieg und die daraus resultierende Stabilit\u00e4t schufen einzigartige Bedingungen in Europa: Auf der einen Seite lagert die EU ihre Sicherheit an die NATO aus und verf\u00fcgt nicht \u00fcber eine gemeinsame europ\u00e4ische Armee; auf der anderen Seite erfordern die zunehmenden externen Herausforderungen ein verst\u00e4rktes Handeln aller Mitgliedsstaaten. Die Zahl neuer EU-Initiativen, die darauf abzielen, die Zusammenarbeit zu f\u00f6rdern und die Verteidigungsf\u00e4higkeit Europas zu st\u00e4rken, nehmen zu. Sie stehen in engem Zusammenhang mit den j\u00fcngsten globalen und regionalen Entwicklungen wie der Zunahme des Terrorismus, hybriden Kriegen an den Grenzen der EU und der Migrationskrise.<\/p>\n<p>F\u00fcr <strong>Dyria<\/strong> ist klar, dass die Migrationskrise zu einem politischen Wandel in der EU beigetragen hat: Fl\u00fcchtlingswellen l\u00f6sten bei einigen in der EU intensive Angst und Feindseligkeit aus und erm\u00f6glichten so die Macht\u00fcbernahme populistischer Politiker. Pers\u00f6nlichkeiten wie Victor Orban und Matteo Salvini gewinnen Stimmen, w\u00e4hrend sie die europ\u00e4ischen Werte offen in Frage stellen und gleichzeitig von der EU-Mitgliedschaft profitieren. Angesichts der zunehmenden regionalen Konflikte und Polarisierung richtet die EU ihre Aufmerksamkeit nach innen, sollte aber zur L\u00f6sung der bestehenden Herausforderungen sich mehr der globalen Ebene zuwenden.<\/p>\n<p>Seit Januar 2019 kamen mehr als 83.000 Migranten \u00fcber das Mittelmeer und \u00fcber andere Wege nach Europa. Frontex, die EU-Grenzagentur, steht vor einer wachsenden Herausforderung bei der Verwaltung von Neuank\u00f6mmlingen und der Unterst\u00fctzung von Fl\u00fcchtlingszentren in Drittl\u00e4ndern ohne Exekutivbefugnisse. Da noch immer betr\u00e4chtliche Zahlen von Fl\u00fcchtlingen in die EU kommen, wie sieht die Au\u00dfenpolitik der EU zu diesem Problem genau aus?<\/p>\n<p>Laut <strong>Vlado<\/strong> ist der Haushalt eine der schmerzhaftesten Debatten der EU-Mitgliedstaaten, welches besonders in der Frage um Sicherheit deutlich wird. Die globalen Verteidigungsausgaben sind gestiegen, auch in Europa (rund 1,4% im Jahr 2018 oder 364 Milliarden Dollar), wodurch es die drittgr\u00f6\u00dfte Ausgabenregion weltweit geworden ist. Da Europa ein F\u00fcnftel der weltweiten Milit\u00e4rausgaben ausmacht, geh\u00f6ren Frankreich, Italien, Gro\u00dfbritannien und Deutschland zu den f\u00fchrenden L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Obwohl mehrere EU-Mitglieder &#8211; wie die mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder &#8211; ihre Sicherheitsausgaben erh\u00f6ht haben, haben nicht alle das 2%ige &#8222;NATO-Ziel&#8220; erreicht. Dies f\u00fchrt nicht nur zu internationaler Kritik, sondern verweist auch auf die regionalen Unterschiede bei der Wahl der Priorit\u00e4ten f\u00fcr die EU als Ganzes.<\/p>\n<p><strong>Anna<\/strong> weist darauf hin, dass das Fehlen einer klaren gesamteurop\u00e4ischen Sicherheitsstrategie angesichts der Instabilit\u00e4t in der Region und der internen und externen Konflikte riskant ist. &#8222;Nachdem Russland die Krim annektiert hatte, begann die NATO, dem nord-mitteleurop\u00e4ischen Raum mehr Aufmerksamkeit zu schenken&#8220;, sagt Jamie Shea, NATO Deputy Assistant Secretary General for Emerging Security Challenges (2010-2018). Seiner Meinung nach gibt es viele Herausforderungen f\u00fcr die NATO-Mitglieder, wie z.B. weniger Truppen in Europa, das Fehlen eines effizienten Transportsystems und die Notwendigkeit, sich auf neue Herausforderungen einzustellen. &#8222;Unsere Feinde werden nicht auf klassische Weise k\u00e4mpfen, wie wir es in Europa gesehen haben&#8220;, f\u00fcgt Shea hinzu. Wie sollte Europa also reagieren?<\/p>\n<p><strong>Eshgin<\/strong> bemerkt, dass einige EU-Mitgliedstaaten Sicherheitsbedenken teilen und stellt die Frage, ob sie im Verteidigungsbereich aktiver werden sollten. Besteht Bedarf an einer europ\u00e4ischen Armee? Kontinuierlich ist der milit\u00e4rische Sektor eine Priorit\u00e4t in der EU: daher wurden Organisationen wie die Europ\u00e4ischen Organisationen der Milit\u00e4rverb\u00e4nde und die Gewerkschaft (EUROMIL), der Milit\u00e4rausschuss der Europ\u00e4ischen Union (EUMC) und die Milit\u00e4rische Planungs- und F\u00fchrungsf\u00e4higkeiten (MPCC), zu einem wichtigen Bestandteil der Politik in Europa.<\/p>\n<p>Zusammengefasst ist die gesamte europ\u00e4ische Sicherheitslandschaft aber \u00e4u\u00dferst kompliziert: sie weist momentan fast alle denkbaren Formen der Unsicherheit auf, au\u00dfer der klassischen milit\u00e4rischen.\u00a0Unter Ber\u00fccksichtigung der derzeitigen \u00e4u\u00dferen und inneren Bedingungen sollte die EU jedoch in der Lage sein, ihre Sicherheitsinteressen zu verteidigen und bei Bedarf strategisch Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die Herausforderung bleibt offen: Besteht Bedarf und politischer Wille f\u00fcr einen gro\u00dfen Schritt in Richtung EU-Armee? Oder gibt es eine Alternative, die diskutiert wird? Hat die EU schlie\u00dflich einen Konsens \u00fcber Grenz- und Migrationsfragen und eine drohende milit\u00e4rische Bedrohung an ihren Ostgrenzen? Diese Probleme bleiben ungel\u00f6st.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Autoren:<\/p>\n<figure id=\"attachment_15321\" aria-describedby=\"caption-attachment-15321\" style=\"width: 131px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Anna_Romandash_002-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-15321\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Anna_Romandash_002-1-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"131\" height=\"99\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Anna_Romandash_002-1-320x240.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Anna_Romandash_002-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Anna_Romandash_002-1-560x420.jpg 560w\" sizes=\"auto, (max-width: 131px) 100vw, 131px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15321\" class=\"wp-caption-text\">Anna Romandash<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_15312\" aria-describedby=\"caption-attachment-15312\" style=\"width: 131px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vlado_002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-15312\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vlado_002-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"131\" height=\"98\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vlado_002-320x240.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vlado_002-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vlado_002-560x420.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vlado_002-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Vlado_002-640x480.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 131px) 100vw, 131px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15312\" class=\"wp-caption-text\">Vlado Planin\u010di\u0107<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_15319\" aria-describedby=\"caption-attachment-15319\" style=\"width: 133px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/EshginTanriverdi_002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-15319\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/EshginTanriverdi_002-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"133\" height=\"100\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/EshginTanriverdi_002-320x240.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/EshginTanriverdi_002-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 133px) 100vw, 133px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15319\" class=\"wp-caption-text\">Eshgin Tanriverdi<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_15314\" aria-describedby=\"caption-attachment-15314\" style=\"width: 135px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Dyria_Alloussi_Web-002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-15314\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Dyria_Alloussi_Web-002-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"135\" height=\"101\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Dyria_Alloussi_Web-002-320x240.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Dyria_Alloussi_Web-002-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 135px) 100vw, 135px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15314\" class=\"wp-caption-text\">Dyria Alloussi<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Text stammt von einem Team unserer Young Professionals Advisors, in dem sie ihre Ansichten \u00fcber die EU-Sicherheit formulieren. 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