{"id":1440,"date":"2014-02-23T18:34:13","date_gmt":"2014-02-23T18:34:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=1440"},"modified":"2014-02-23T18:40:15","modified_gmt":"2014-02-23T18:40:15","slug":"bankenexperte-gerke-euro-bleibt-ein-extrem-lohnendes-investment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2014\/02\/bankenexperte-gerke-euro-bleibt-ein-extrem-lohnendes-investment\/","title":{"rendered":"Bankenexperte Gerke: Euro bleibt ein extrem lohnendes Investment"},"content":{"rendered":"<p>Trotz scharfer Kritik an der Euro-Rettungspolitik hat sich der B\u00f6rsenexperte Wolfgang Gerke nachdr\u00fccklich f\u00fcr ein Festhalten an der gemeinsamen europ\u00e4ischen W\u00e4hrung ausgesprochen. In einem Vortrag der Tegernseer Gespr\u00e4che sagte Gerke, der Euro sei zwar ein teures, aber immer noch extrem lohnendes Investment. \u201eEs sind viele Fehler gemacht worden, aber mit diesen Fehlern werden wir leben m\u00fcssen\u201c, sagte Gerke. \u201eIch bleibe trotz allem ein Euro-Euphoriker.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir leben als Deutsche in der Mitte Europas; wir m\u00fcssen auch mit dem, was falsch gelaufen ist, lernen zu leben\u201c sagte Gerke. \u201eEin Zur\u00fcck zur alten D-Mark gibt es nicht.\u201c Der emeritierte Professor f\u00fcr Bank- und B\u00f6rsenwesen und Pr\u00e4sident des Bayerischen Finanz Zentrums, sprach vor Unternehmern, Politikern und Mitgliedern von United Europe in der Papierfabrik Louisenthal, einer Tochtergesellschaft von Giesecke &amp; Devrient. Walter Schlebusch, der Vorstandschef von G &amp; D, geh\u00f6rt zu den Gr\u00fcndungs- und Vorstandsmitgliedern von United Europe.<\/p>\n<p>Gerke sagte, der Maastrichter Vertrag, mit dem der Euro begr\u00fcndet wurde, sei insgesamt sehr gut ausgehandelt worden. Allerdings habe er keine hinreichenden Kontrollmechanismen und Sanktionen f\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe gegen die haushaltspolitischen Vorgaben enthalten. In den Jahren nach der Einf\u00fchrung des Euro h\u00e4tten dann Deutschland und Frankreich mit ihrer Defizitpolitik gemeinsam daf\u00fcr gesorgt, dass der Maastrichter Vertrag zu Makulatur geworden sei.<\/p>\n<h2 id=\"kritik-am-billigen-geld\">Kritik am billigen Geld<\/h2>\n<p>\u201eAls \u00fcberzeugter Europ\u00e4er bin ich desillusioniert von der Haltbarkeit der europ\u00e4ischen Vertr\u00e4ge\u201c, sagte Gerke. Die Politik der europ\u00e4ischen Regierungen und der Europ\u00e4ischen Zentralbank zur Rettung der Krisenstaaten sei mit dem Maastrichter Vertrag unvereinbar. Zudem habe sie den Menschen in den Krisenstaaten geschadet. \u201eWir haben nicht Griechenland, wir haben die europ\u00e4ischen Banken gerettet \u2013 und wir haben den griechischen Mittelstand kaputtgemacht\u201c, sagte der Bankenexperte.<\/p>\n<p>Auch die Politik des billigen Geldes der Europ\u00e4ischen Zentralbank habe sch\u00e4dliche Umverteilungswirkungen: Zinsen unterhalb der Inflationsrate schadeten Rentnern und Sparern und nutzten den Gl\u00e4ubigern, in erster Linie also den Staaten Europas mit ihren hohen Schulden. In der Diskussion, die auf Gerkes Vortrag folgte, \u00e4u\u00dferte sich auch Michael R\u00fcdiger, Vorstandsvorsitzender der Deka-Bank, sehr kritisch zu der Zinspolitik der EZB. Er zeigte sich als Bef\u00fcrworter des Euro, tadelte aber die derzeitige Geldpolitik und das Bestreben, die Europ\u00e4ische Zentralbank zus\u00e4tzlich noch mit der Aufsicht \u00fcber die europ\u00e4ischen Banken zu betrauen.<\/p>\n<h2 id=\"recht-und-schlecht-durchwurschteln\">Recht und schlecht durchwurschteln<\/h2>\n<p>\u201eDie Euro-Finanzkrise ist kurzfristig abgesagt\u201c, sagte R\u00fcdiger. Von den Wirtschaftsdaten her s\u00e4hen die Krisenl\u00e4nder inzwischen \u201esehr ordentlich\u201c aus. Was jedoch geschehen sei, ist dass die Krise nationalisiert worden sei und zu einer sozialen Krise in den Staaten S\u00fcdeuropas gef\u00fchrt habe. Stefan Winners, Vorstand bei Hubert Burda Medien f\u00fcr den Bereich Digitales, sprach davon, dass es wenig Alternativen zum Fortbestand des Euro gebe. \u201eEs steht 70 bis 80 Prozent, dass der Euro erhalten bleibt. Bei allen kritischen Momenten sind wir doch Profiteure des Euro.\u201c<\/p>\n<p>Auch Gerke zeigte sich \u00fcberzeugt, dass es den Euro auch in 20 oder 20 Jahren noch geben werde. Man werde sich eben \u201eso recht und schlecht durchwurschteln\u201c. Als Ziel nannte er einen \u201eatmenden Euro\u201c: Staaten, die die Kriterien gut erf\u00fcllten, sollten neu in die W\u00e4hrungsunion aufgenommen werden k\u00f6nnen, zugleich aber m\u00fcsse es m\u00f6glich sein, Krisenstaaten wieder ausscheiden zu lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz scharfer Kritik an der Euro-Rettungspolitik hat sich der B\u00f6rsenexperte Wolfgang Gerke nachdr\u00fccklich f\u00fcr ein Festhalten an der gemeinsamen europ\u00e4ischen W\u00e4hrung ausgesprochen. 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