{"id":14327,"date":"2019-04-14T10:39:48","date_gmt":"2019-04-14T08:39:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=14327"},"modified":"2019-06-29T10:42:56","modified_gmt":"2019-06-29T08:42:56","slug":"start-unserer-artikel-serie-e-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2019\/04\/start-unserer-artikel-serie-e-2\/","title":{"rendered":"Wolfgang Sch\u00fcssel: Europ\u00e4er \u2013 steht auf!"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_11637\" aria-describedby=\"caption-attachment-11637\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Schuessel-Statement.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-11637\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Schuessel-Statement-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Schuessel-Statement-320x240.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Schuessel-Statement-560x420.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Schuessel-Statement-640x480.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-11637\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Wolfgang Sch\u00fcssel, Pr\u00e4sident United Europe e.V.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es reicht langsam \u2013 das st\u00e4ndige Klagen, was Europa vers\u00e4umt.<br \/>\nOb der Euro Bestand hat, die B\u00fcrger ausreichend informiert werden, das angebliche Demokratiedefizit der Union, die Arroganz der Br\u00fcsseler Elite, die wachsende Ungleichheit, das Versagen in der Klima- und Umweltpolitik und, und, und \u2026 Ich kann diese Untergangsges\u00e4nge nicht mehr h\u00f6ren. Einfach Fake News!<\/p>\n<p>Soll sich die EU immer wieder aufs Neue rechtfertigen m\u00fcssen? Dass in drei Jahrhunderten vor der Gr\u00fcndung gez\u00e4hlte 123 Kriege zwischen den heutigen Mitgliedern stattfanden mit Abermillionen<br \/>\nToten und wir seither \u00fcber 70 Jahre Frieden und Freiheit genie\u00dfen d\u00fcrfen? Dass einstige Milit\u00e4rdiktaturen \u2013 Spanien, Portugal, Griechenland \u2013 recht sanft integriert werden konnten? Dass wir fast ein Dutzend ehemaliger kommunistischer Satelliten mit offenen Armen aufnahmen? Dass dabei seit der Wende in einer gewaltigen solidarischen Anstrengung 400 Milliarden Euro, ein Mehrfaches des seinerzeitigen Marshallplans der USA, in die neuen Mitgliedsl\u00e4nder zum Aufbau ihrer Wirtschaft und Institutionen flossen?<\/p>\n<p>Auch der Euro hat sich vielfach bew\u00e4hrt, vor allem in der Finanzkrise. Er ist mittlerweile zur zweitwichtigsten Reservew\u00e4hrung der Welt aufgestiegen, im Handelsvolumen gleichauf mit den USA. Die Eurozone hat seit der Finanzkrise 1,4 Billionen Euro an Zinsen gespart. Alle L\u00e4nder sind aus dem Krisenmodus heraus, erf\u00fcllen die Defizitregeln, haben 14 Millionen zus\u00e4tzliche Arbeitspl\u00e4tze geschaffen und bilden die st\u00e4rkste Wirtschaftszone der Welt mit dem dichtesten globalen Freihandelsnetz.<\/p>\n<p>Und Hand aufs Herz \u2013 zwar ist keine Demokratie der Welt perfekt, aber Europas Demokratie bleibt ein Leuchtfeuer in einer sich langsam verdunkelnden Geo-Politwelt. Laut Freedom House galten 1990 12 Prozent der Staaten als \u201enot free\u201c; heute ist es bereits ein Drittel, und in f\u00fcnf Jahren k\u00f6nnte es bereits mehr als die H\u00e4lfte betreffen. Eine spannende Herausforderung f\u00fcr die 7 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung, die auf nur drei Prozent der Landmasse der Erde leben, aber f\u00fcr rund die H\u00e4lfte der globalen Sozialleistungen aufkommen m\u00fcssen. Die Konkurrenz schl\u00e4ft ja nicht \u2013 unberechenbare USA, aufstrebendes China, wegdriftendes Russland, dominante Tech-Giganten \u2026<\/p>\n<p>Was also tun? Konzentration auf eigene St\u00e4rken. Den Binnenmarkt vollenden \u2013 bei Dienstleistungen, Digitalisierung, Standard-Setting, Energieversorgung. Die Eurozone absichern durch eine funktionierende Bankenunion, einen EU-W\u00e4hrungsfonds, unterst\u00fctzende Exportkredite in Zukunftsm\u00e4rkte wie Afrika und Asien. Eine starke europ\u00e4ische Stimme in der Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik. Die Besten in die EU-Institutionen (Rat, Parlament, Kommission) entsenden.<\/p>\n<p>Und nicht zuletzt \u2013 Demokratien brauchen Demokraten und Europa braucht Europ\u00e4er, die diese Idee mit Leidenschaft bejahen und verteidigen. Vor zwei Jahren h\u00f6rte ich Shimon Peres, den gro\u00dfen Pr\u00e4sidenten Israels, bei einem emotionalen Pl\u00e4doyer: \u201eEuropa? Lange Zeit nur ein kleiner, hassgetriebener Kontinent, der sich heute gar nicht der Erfolgsgeschichte der letzten Jahrzehnte bewusst sei. Euer Einkommen ist heute f\u00fcnfzigmal h\u00f6her als 1955\u2026 Selbst die \u00c4rmsten unter euch haben heute Wasser, Nahrung, Wohnungen. Und ihr habt etwas Sensationelles entwickelt \u2013 ein \u201acollective brain\u2018. Der europ\u00e4ische Traum der Wettbewerbsf\u00e4higkeit, des sozialen Zusammenhalts, der \u00f6kologischen Nachhaltigkeit lebt und wird auf der ganzen Welt geachtet.\u201c Daher protestiere er \u201eim Namen aller Optimisten gegen die herrschende pessimistische Grundstimmung. Geschichte ist die optimistischste Sache unseres Lebens!\u201c Dies war seine letzte Botschaft. Wenige Tage sp\u00e4ter streckte ihn ein Schlaganfall nieder. Seine Worte sind kostbar und d\u00fcrfen nicht vergessen werden!<\/p>\n<p><em>Der Text ist Teil der Artikelreihe <\/em>\u201e<em>Europa kann es besser<\/em>\u201c<em>, die von United Europe und dem Handelsblatt initiiert wurde. Die Artikel erscheinen bis zur Europawahl im Handelsblatt auf Deutsch und in Deutsch und Englisch auf Handelsblatt Online und der Website von United Europe. Sie sind auch in einem Buch zusammengefasst, das am 15. April 2019 im Herder-Verlag erscheint.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00dcber Dr. Wolfgang Sch\u00fcssel:<\/strong><br \/>\nDr. Wolfgang Sch\u00fcssel, geboren am 7. Juni 1945, war von 2000 bis 2007 Bundeskanzler der Republik \u00d6sterreich. Vor seiner Zeit als Kanzler amtierte Sch\u00fcssel in verschiedenen Bundesregierungen als Wirtschaftsminister, Au\u00dfenminister und Vizekanzler. 1995 hatte er den Vorsitz der \u00d6sterreichischen Volkspartei \u00fcbernommen. Bei den Wahlen 2002 erzielte sie ihr bestes Ergebnis in fast vier Jahrzehnten und wurde st\u00e4rkste Partei im Nationalrat. Nach Ende seiner Regierungszeit geh\u00f6rte Sch\u00fcssel noch vier Jahre lang \u2013 bis 2011 \u2013 dem Nationalrat an. Gemeinsam mit J\u00fcrgen Gro\u00dfmann gr\u00fcndete er 2013 den gemeinn\u00fctzigen Verein United Europe e.V. Er ist Pr\u00e4sident der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Au\u00dfenpolitik und die Vereinten Nationen, Vorsitzender des Kuratoriums der Konrad-Adenauer-Stiftung, Kuratoriumsmitglied des Instituts f\u00fcr Demoskopie Allensbach und Aufsichtsratsmitglied von RWE und MTS. Der geb\u00fcrtige Wiener besuchte in seiner Heimatstadt das renommierte Schottengymnasium, bevor er Volkswirtschaft und Rechtswissenschaften studierte<em>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es reicht langsam \u2013 das st\u00e4ndige Klagen, was Europa vers\u00e4umt. 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