{"id":14084,"date":"2019-05-22T18:53:17","date_gmt":"2019-05-22T16:53:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=14084"},"modified":"2019-07-01T19:27:29","modified_gmt":"2019-07-01T17:27:29","slug":"simone-menne-europa-bedeutet-nicht-die-heimat-aufzugeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2019\/05\/simone-menne-europa-bedeutet-nicht-die-heimat-aufzugeben\/","title":{"rendered":"Simone Menne: Europa bedeutet nicht, die Heimat aufzugeben"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_14457\" aria-describedby=\"caption-attachment-14457\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Menne3_Website.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-14457\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Menne3_Website-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Menne3_Website-320x240.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Menne3_Website-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Menne3_Website-560x420.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Menne3_Website-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Menne3_Website-640x480.jpg 640w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Menne3_Website-1120x840.jpg 1120w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-14457\" class=\"wp-caption-text\">Simone Menne, Managerin und Multi-Aufsichtsr\u00e4tin<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>\u201eDas Bild des Sternenkreises von Europa ist das Bild einer Einheit in der Vielfalt \u2013 allerdings fehlt ihm die verbindende Mitte\u201c, schreibt <strong>Simone Menne, Managerin und Aufsichtsr\u00e4tin in verschiedenen gro\u00dfen Unternehmen<\/strong>, in unserer Artikelserie \u201e<strong>Europa kann es besser. Wie unser Kontinent zu neuer St\u00e4rke findet. Ein Weckruf der Wirtschaft<\/strong>\u201c, die vom <strong>Handelsblatt<\/strong> und <strong>United Europe<\/strong> initiiert wurde. \u201eDies darf keine Zentraleinheit sein, die versucht Homogenit\u00e4t zu erzeugen. Dieses verbindende Element gilt es zu schaffen und zu vermitteln.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Vielseitigkeit Europas<\/strong><br \/>\nEuropa ist vielseitig. Es ist eine Geschichte, es ist eine Utopie. Es ist eine gro\u00dfartige Ansammlung von Kulturen, und es ist eine Gemeinschaft, die zusammen m\u00e4chtig ist und viel erreicht hat und noch erreichen kann.<\/p>\n<p>Dazu sind aber immer wieder nachhaltige Anstrengungen n\u00f6tig, denn der Zusammenhalt von vielf\u00e4ltigen diversen V\u00f6lkergruppen ist anspruchsvoller als das Zusammenhalten einer homogenen Masse. Doch es lohnt die Anstrengung. Denn wie auch in Unternehmen bedeutet auch in Kulturen Diversit\u00e4t die Chance, verschiedene Perspektiven zu h\u00f6ren, verschiedene Argumente auszutauschen und daraus dann eine gute L\u00f6sung zu entwickeln.<\/p>\n<p>Nationen sind nicht naturgegeben, sie entstehen immer wieder neu und best\u00e4tigen sich durch Weiterentwicklung in \u00dcbereinstimmung mit allen Mitb\u00fcrgern. Und dabei ist es nicht nur die politische Verfassung oder die Organisation der Wirtschaft oder Verwaltungsstruktur, die den Zusammenhalt ergibt, sondern auch die Emotionen und Geschichten, die ihre Bewohner teilen. So schildet es die Friedenspreistr\u00e4gerin des deutschen Buchhandels Aleida Assmann in \u201eDer europ\u00e4ische Traum\u201c. Das Bild des Sternenkreises von Europa ist das Bild einer Einheit in der Vielfalt \u2013 allerdings fehlt ihm die verbindende Mitte. Und dies darf keine Zentraleinheit sein, die versucht Homogenit\u00e4t zu erzeugen. Dieses verbindende Element gilt es zu schaffen und zu vermitteln.<\/p>\n<p><strong>Europas Angst<\/strong><br \/>\nVolatilit\u00e4t, Unsicherheit, Komplexit\u00e4t und Ambivalenz pr\u00e4gen das heutige gesellschaftliche Umfeld. Viele B\u00fcrger Europas sind aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden von der Angst getrieben. Das beruht auf sich \u00fcberlagernden globalen Trends, die komplex und schwer beherrschbar erscheinen. Als da w\u00e4ren der Klimawandel, die rasant voranschreitende Entwicklung von Technologie und k\u00fcnstlicher Intelligenz, globale Migrationsbewegungen, demographische Ver\u00e4nderungen, Angst vor wirtschaftlichen Abschwung und eine mindestens als ungerecht wahrgenommene Verteilung des Verm\u00f6gens. Angst auch vor dem Verlust der Autonomie, die m\u00fchsam nach Jahren der Abh\u00e4ngigkeit von totalit\u00e4ren Systemen erk\u00e4mpft worden war.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich l\u00e4hmt Angst Menschen, da sie den Eindruck haben, nicht mehr das eigene Schicksal kontrollieren zu k\u00f6nnen. Menschen treibt die Angst vor dem Verlust der eigenen Identit\u00e4t, die Angst vor materiellen Verlusten und die Angst um die eigene Sicherheit. Gleichzeitig gibt es das Ph\u00e4nomen der bedrohten Mehrheiten: jene, die alles haben und deshalb alles f\u00fcrchten (Ivan Krastev).<\/p>\n<p>Medien und Politik berichten vordringlich von Katastrophen, Ungl\u00fccken und Bedrohungen, die diese \u00c4ngste anfachen oder verst\u00e4rken. So gibt es nun auch die Angst vor dem sogenannten De-Skilling &#8211; ein Schlagwort auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos &#8211; nachdem aufgrund der zunehmenden Ausstattung mit technologischen Hilfsmitteln die Sorge besteht, dass Menschen die F\u00e4higkeit verlieren, selbst Entscheidungen zu treffen oder ohne diese Hilfsmittel ihr Handeln zu steuern.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich wird auch das Erfolgsmodell Demokratie und Kapitalismus in Frage gestellt. Clemens Fuest (Fuest, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. Juli 2018) weist in diesem Zusammenhang auf die Verlagerung der Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse nach Asien hin und stellt die Frage, ob ein Modell wie der chinesische Staatskapitalismus besser geeignet sein k\u00f6nnte als die westlichen Marktwirtschaften.<\/p>\n<p>Obwohl rational klar scheint, dass die globalen Probleme auch nur global zu l\u00f6sen sein, ist die instinktive Reaktion auf Angst und das Gef\u00fchl, die eigene Identit\u00e4t zu verlieren, der Wunsch nach einer Festung, die Schutz bietet und sich gegen\u00fcber der Au\u00dfenwelt abschottet. Die Ablehnung gegen\u00fcber Fremden und Andersdenkenden hat dabei noch eine zus\u00e4tzliche Funktion: Sie tr\u00e4gt dazu bei, eine Gruppenidentit\u00e4t aufzubauen. Und ein weiterer Instinkt sucht die Homogenit\u00e4t, denn Stammesgesellschaften konnten in permanenten Bedrohungslagen keine Abweichler dulden. Daraus resultiert bis heute eine instinktive Abneigung gegen Andersdenkende. In Unternehmen wird in Zeiten von Disruption und technologischen Herausforderungen versucht, diese Instinkte zu \u00fcberwinden; man f\u00f6rdert Diversit\u00e4t, indem Teams aus verschiedenen Geschlechtern, Alters- und Erfahrungsgruppen sowie verschiedenen kulturellen Hintergr\u00fcnden zusammengesetzt werden. Auch die Abschottung innerhalb eines Unternehmens, das Silodenken, stellt eine Gefahr f\u00fcr die Weiterentwicklung des Unternehmens dar, da mehr und mehr ganzheitliches Denken gefragt ist, um den Anforderungen des Wettbewerbs standzuhalten. Dazu kommt, dass auch im Wirtschaftsleben ein rein nationales Wirtschaften im internationalen Wettbewerb nicht mehr vorstellbar ist.<\/p>\n<p>Der Globalisierung im Wirtschaftsleben stehen im sozialen und gesellschaftlichen Leben aber mehr und mehr Spaltung und Inseldenken gegen\u00fcber. Auch wenn die Globalisierung im Durchschnitt der Weltbev\u00f6lkerung zu mehr Wohlstand, Gesundheit und Sicherheit gef\u00fchrt hat, ist die Ungleichheit in der Realit\u00e4t oder zumindest in der Wahrnehmung vieler Menschen gestiegen. Viele Menschen haben das Gef\u00fchl des Verlustes von W\u00fcrde und Identit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Europas Geschichte<\/strong><br \/>\nIn dieser Gemengelage wird das Erfolgsmodell Europa zusehends in Frage gestellt. Und zwar nicht nur von Teilen der Bev\u00f6lkerung, die den Verlust von Heimat und damit einen weiteren Verlust von Identit\u00e4t f\u00fcrchten, sondern auch von Politikern, die in einem Europa der Vielfalt den Verlust ihrer Autonomie und der Macht sehen.<\/p>\n<p>Dabei bieten Gruppen von Andersdenkenden grunds\u00e4tzlich die Chance, Bestehendes zu hinterfragen und aufgrund neuer Entwicklungen weiterzuentwickeln und Bew\u00e4hrtes aus verschiedenen Kulturen zu pr\u00fcfen, um daraus neue Ideen zu entwickeln. Kulturen, die keine Impulse von au\u00dfen erfahren, stagnieren. Dazu m\u00fcssen allerdings die Voraussetzungen in Form gemeinsamer Werte, eines gemeinsamen Narrativs und einer Identit\u00e4t sowie die Vorstellung des Gemeinwohls geschaffen sein.<\/p>\n<p>Das Narrativ kann und muss aus der gemeinsamen Geschichte Europas entwickelt werden. Dabei m\u00fcssen die Erfolge wie der jahrzehntelange Frieden in der Region und das allgemeine Wachstum sowie die Offenheit im Umgang miteinander unter anderem in Form des grenzenlosen Reisens und miteinander Lernens und Arbeitens als gemeinsame Erinnerung in die gro\u00dfartige gemeinsame Geschichte eingehen. Es geht darum, dass wir uns gegenseitig die Geschichte erz\u00e4hlen von Zeiten, als wir endlich ohne Grenzen von einem Land in das andere reisen konnten. Von Zeiten, als wir endlich ohne Geld zu wechseln im Nachbarland bezahlen konnten. Von Zeiten, als wir ehemalige Feinde als Freunde begr\u00fc\u00dfen konnten.<\/p>\n<p>Auch die Erfolge von gelungener Integration von neuen EU-Partnern, aber auch von der gelungenen Integration von Migranten werden nur wenig gew\u00fcrdigt.<br \/>\nStatt des Stolzes auf diese Erfolge gibt es nun den Stolz auf lokale und nationale Erfolge der Vergangenheit, gepaart mit dem Verdr\u00e4ngen von Fehlleistungen. Solch ein Stolz f\u00fchrt nicht zu einem Gemeinschaftsgef\u00fchl, sondern zu fehlendem Nachgeben und zu Unterdr\u00fcckung Andersdenkender. Europas Geschichte wird zu h\u00e4ufig reduziert auf Regulierung, B\u00fcrokratie und auf die Bevormundung aller EU-L\u00e4nder durch Br\u00fcssel. Die Vorteile einer Regulierung, n\u00e4mlich die Vergr\u00f6\u00dferung des Marktes f\u00fcr die Marktteilnehmer, die Vermeidung von Missbrauch, die Vereinheitlichung von Regeln, so dass alle Beteiligten wie im Verkehr oder im Sport nach denselben Regeln spielen und sich damit verstehen k\u00f6nnen, werden kaum erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es wichtig, auch die Vers\u00e4umnisse europ\u00e4ischer Politik klar zu benennen, um aus den gemachten Fehlern zu lernen.<br \/>\nDa ist zum einen das von Ivan Krastev benannte Nachahmungsgebot. Neue Teilnehmer der Union wurden nicht unbedingt wegen ihrer Vielfalt gesch\u00e4tzt und als weiteres wertvolles Element im Kaleidoskop der Kulturen hinzugef\u00fcgt. Stattdessen galt es h\u00e4ufig die Werte der bestehenden Mitglieder zu \u00fcbernehmen. Die Vorgaben in der Finanzkrise, gerade auch von L\u00e4ndern, die ebenfalls einmal Grenzen nicht eingehalten hatten, wurden in den betroffenen \u00e4ndern als Bevormundung und Knebel empfunden. In den L\u00e4ndern die Darlehen gaben, von denen dann teilweise auch Importe aus diesen L\u00e4ndern bezahlt wurden, wurde suggeriert, man subventioniere. Hier wurde keine Geschichte der Solidarit\u00e4t erz\u00e4hlt, sondern Macht und Herrschaft ausge\u00fcbt.<\/p>\n<p>Die Geschichte muss als gemeinsame diverse Geschichte geh\u00f6rt und verstanden werden. Natalie Nougayr\u00e8de spricht von Erinnerungskomplexes und -blockaden und sagt \u201esolange die Europ\u00e4er ihre Miteurop\u00e4er ausschlie\u00dflich durch die Linse ihrer eigenen Nationalgeschichte betrachten, wird sich der psychologische Graben zwischen Ost und West sowie zwischen Nord und S\u00fcd weiter vertiefen.\u201c<\/p>\n<p>Die gemeinsame Geschichte als solche herzustellen, schafft die M\u00f6glichkeit sich auch wieder der gemeinsamen Werte und der Identit\u00e4t als Europ\u00e4er bewusst zu werden.<\/p>\n<p><strong>Europas Zukunft<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Zukunft lernen, hei\u00dft aus der Vergangenheit zu lernen. Der Zyklus aus Revolution, Euphorie, Alterung, Verh\u00e4rtung und wachsender Unzufriedenheit \u00fcber bestehende Systeme sieht aus wie eine unendliche Geschichte. Eine tiefere Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese zyklischen Wiederholungen liefert der Zweispalt zwischen dem Freiheitsgrad der Intelligenz und den Automatismen des Herdentriebs. Eine totalit\u00e4re Gesellschaft ist die nat\u00fcrliche Gesellschaftsform der archaischen Triebe. Solange diese Ebene der menschlichen Psyche dominiert, kann jede Gesellschaft immer wieder in eine totalit\u00e4re Form abrutschen. Aber viele Menschen sehnen sich nach einer anderen, freien Gesellschaft, die ihrer kritischen Intelligenz und ihrem freien Willen gerecht wird. Die Demokratie ist eine Gesellschaftsform, die zu dieser h\u00f6heren Ebene der menschlichen Psyche passt. Eine wirkliche Demokratie verf\u00fcgt allerdings \u00fcber keine stabilisierenden Machtstrukturen und ist daher grunds\u00e4tzlich instabil. In ihrer Sachlichkeit ist sie prinzipiell schwach. So schreibt Gerd Gantef\u00f6r in \u201eDas Gesetz de Herde\u201c.<\/p>\n<p>Das kritische Denken ist der Feind jeder fundamentalistischen Religion und jeder fundamentalistischen politischen Bewegung, denn es kann unrealistische Utopien und falsche Fakten entlarven sowie Manipulation und Willk\u00fcr erkennen und bek\u00e4mpfen. Damit kann das kritische Denken die Demokratie stabilisieren.<\/p>\n<p>Eine Demokratie muss, wenn sie langfristig stabil sein soll, R\u00fccksicht auf menschliche Grundbed\u00fcrfnisse und Werte nehmen. Dazu geh\u00f6rt auch das Gef\u00fchl von Heimat. Ein h\u00e4ufig missbrauchtes Argument ist, dass ein gemeinsames Europa dazu f\u00fchrt, dass Heimat aufgegeben werden muss. Heimat bedeutet Sicherheit, Vertrauen, Verstehen und Vertrautheit. Diese Heimat bleibt aber auch innerhalb Europa erhalten, ich liebe meine Stadt, mein Bundesland und Europa &#8211; auch Liebe ist vielf\u00e4ltig.<\/p>\n<p>Eine Demokratie muss die Menschen mit einem Narrativ f\u00fcr die Zukunft ausstatten, welches alle Menschen teilen k\u00f6nnen. Hier reicht der wirtschaftliche Erfolg, den Europa insgesamt vorzeigen kann, allein nicht aus. Es muss immer auch ein emotionales Element geschaffen werden. Dabei spielt Diversit\u00e4t eine gro\u00dfe Rolle und bietet eine Chance insbesondere in der globalen Welt, die vielf\u00e4ltig ist. Die F\u00e4higkeit, sich auf andere Kulturen einzustellen, die nichtsdestotrotz eine gemeinsame Wertegrundlage und Geschichte teilen, hilft, auch die gr\u00f6\u00dfere Vielfalt in der Welt zu verstehen und damit umzugehen.<\/p>\n<p>Freie Kunst, Kultur, Bildung uns Wissenschaft sind die Grundlagen, die auch f\u00fcr die Zukunft Europas in seiner Vielfalt die wesentlichen St\u00fctzen einer kritischen Zivilgesellschaft bilden. Hier kann die Grundlage der gemeinsamen Identit\u00e4t liegen, die analog wie der fr\u00fchere amerikanische Traum eine Gesellschaft bei aller Diversit\u00e4t verbindet. Francis Fukuyama schreibt in seinem Buch \u201eIdentit\u00e4t\u201c eine Europ\u00e4ische Identit\u00e4t k\u00f6nne es nicht geben. Diese Einsch\u00e4tzung teile ich nicht, denn europ\u00e4ische Geschichte, aber auch die Geschichte anderer Kulturen hat gezeigt, dass neue Entwicklungen auch neue Opportunit\u00e4ten und Identit\u00e4ten hervorbringen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\n\u2022 Europa bedeutet nicht eine Bedrohung oder gar den Verlust der Nationalstatten, sondern die Chance ihres Schutzes und die M\u00f6glichkeit ihrer Weiterentwicklung (Aleida Assmann)<br \/>\n\u2022 Kulturen k\u00f6nnen sich nur weiter entwickeln, wenn sie von anderen Kulturen lernen, bei Abschottung verk\u00fcmmern sie.<br \/>\n\u2022 Europa hei\u00dft Zusammenarbeit, wenn es um die allgemein g\u00fcltigen Probleme geht, bei gleichzeitiger Autonomie zu lokalen Themen.<br \/>\n\u2022 Es gilt eine gemeinsame europ\u00e4ische Identit\u00e4t zu entwickeln, deren gemeinsame Geschichte das Fundament bildet, auf der die bestehenden Werten gemeinsamen Werte aufsetzen und die als Dach eine gemeinsame Utopie bildet, die es erlaubt, Europa in aller Diversit\u00e4t innovativ und demokratisch weiterzuentwickeln, um globale Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p><em>Die Artikelreihe \u201e<strong>Europa kann es besser<\/strong>\u201c erscheint bis zur <strong>Europawahl<\/strong> im <strong>Handelsblatt<\/strong> auf Deutsch und in Deutsch und Englisch auf <strong>Handelsblatt Online<\/strong> und der Website von <strong>United Europe<\/strong>. Die Texte sind auch in einem <strong>Buch<\/strong> zusammengefasst, das am 15. April 2019 im <strong>Herder-Verlag<\/strong> erschienen ist. Weitere Informationen \u00fcber das Buch finden Sie <a href=\"https:\/\/www.herder.de\/geschichte-politik-shop\/europa-kann-es-besser-gebundene-ausgabe\/c-34\/p-15322\/\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00dcber Simone Menne<\/strong><br \/>\nSimone Menne ist in Kiel geboren, wo sie auch Schule und Universit\u00e4t absolvierte. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre begann sie ihre Karriere beim amerikanischen Unternehmen ITT und wechselte 1989 zur Deutschen Lufthansa. Nach verschiedenen Positionen im In- und Ausland, darunter als CFO bei British Midland, wurde sie 2012 als CFO der LH Group ernannt. Von 2016 bis 2017 war sie als CFO bei Boehringer Ingelheim t\u00e4tig. Frau Menne ist Aufsichtsr\u00e4tin bei BMW, DPDHL, Johnson Controls International und Springer Nature. Sie ist Mitglied der B\u00f6rsensachverst\u00e4ndigenkommission und des DRSC.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas Bild des Sternenkreises von Europa ist das Bild einer Einheit in der Vielfalt \u2013 allerdings fehlt ihm die verbindende Mitte\u201c, schreibt Simone Menne, Managerin und Aufsichtsr\u00e4tin in verschiedenen gro\u00dfen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":14454,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[641],"tags":[410,243,861,867,1361,1104,240,289,1291,1110],"powerkit_post_featured":[],"class_list":{"0":"post-14084","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-prominente-meinungen","8":"tag-eu-de","9":"tag-europa","10":"tag-europaeische-identitaet","11":"tag-europaeische-integration","12":"tag-europas-zukunft","13":"tag-europawahlen","14":"tag-europe-de","15":"tag-european-identity-de","16":"tag-simone-menne-de","17":"tag-united-europe-de"},"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14084","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14084"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14084\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14460,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14084\/revisions\/14460"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14454"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14084"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14084"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14084"},{"taxonomy":"powerkit_post_featured","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/powerkit_post_featured?post=14084"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}