{"id":14025,"date":"2019-05-19T21:43:53","date_gmt":"2019-05-19T19:43:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=14025"},"modified":"2019-07-01T20:21:04","modified_gmt":"2019-07-01T18:21:04","slug":"wir-brauchen-mehr-leitfiguren-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2019\/05\/wir-brauchen-mehr-leitfiguren-in-europa\/","title":{"rendered":"Reinhold W\u00fcrth: Wir brauchen mehr Leitfiguren in Europa"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_14462\" aria-describedby=\"caption-attachment-14462\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Wuerth2_Website.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-14462\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Wuerth2_Website-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Wuerth2_Website-320x240.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Wuerth2_Website-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Wuerth2_Website-560x420.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Wuerth2_Website-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Wuerth2_Website-640x480.jpg 640w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Wuerth2_Website-1120x840.jpg 1120w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-14462\" class=\"wp-caption-text\">Reinhold W\u00fcrth, Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der W\u00fcrth-Gruppe, \u00a9Peter Petter, Archiv W\u00fcrth<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>\u201eDie Generation des Zweiten Weltkriegs ist nicht mehr da. Die heutigen B\u00fcrger der EU m\u00fcssen sich vor nationalistischen Tendenzen in Acht nehmen\u201c, schreibt <strong>Reinhold W\u00fcrth<\/strong>, Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der W\u00fcrth-Gruppe, in unserer Artikelserie \u201e<strong>Europa kann es besser. Wie unser Kontinent zu neuer St\u00e4rke findet. Ein Weckruf der Wirtschaft<\/strong>\u201c, die vom <strong>Handelsblatt<\/strong> und <strong>United Europe<\/strong> initiiert wurde.<\/em><\/p>\n<p>Diese Artikelserie \u201eWECKRUF F\u00dcR EUROPA\u201c erscheint fast beliebig: Das Thema h\u00e4tte man schon \u00fcber den Wiener Kongress von 1814\/1815 setzen k\u00f6nnen. Dort wurde mit vielf\u00e4ltigem politischem Geschachere, mit Intrigen und Einzelvertr\u00e4gen versucht, das finale Ziel der Veranstaltung durchzusetzen, n\u00e4mlich in Europa endlosen Frieden zu schaffen. Das damalige Koalieren und Panaschieren zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten verhinderte gleichwohl letztlich nicht zwei Weltkriege mit Schwerpunkten in Europa mit \u00fcber 60 Millionen Kriegstoten.<\/p>\n<p>Mit Ende des Kalten Kriegs 1989 war schnell die Hoffnung geboren, dass nun weitere Kriege in Europa undenkbar w\u00e4ren. Mit der Gr\u00fcndung der Europ\u00e4ischen Wirtschaftsgemeinschaft 1952 und mit der Weiterentwicklung zur Europ\u00e4ischen Union 1992 als Staatenverbund mit (noch) 28 Mitgliedern erschien eine absolute Friedenssicherheit f\u00fcr kommende Generationen in Europa gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Heute, 2019, beobachten wir in vielen L\u00e4ndern Europas und dar\u00fcber hinaus das Wiederaufleben nationalistischer Tendenzen, wirtschaftlicher Protektionismus wird ausprobiert \u2013 siehe Handelsstreit China-USA. Selbst die Mitglieder der Europ\u00e4ischen Union, die w\u00e4hrend des Kalten Kriegs durch die Bedrohung aus dem Osten zusammengef\u00fchrt und zusammengehalten wurden, versp\u00fcren, getrieben durch zwei \u00e4hnliche Entwicklungen, genau das Gegenteil eines Weckrufs f\u00fcr Europa: Die Generation der Erfahrenen aus dem 2. Weltkrieg ist inzwischen gestorben, den heutigen B\u00fcrgern der Europ\u00e4ischen Union geht es so gut wie nie zuvor und die Erfahrung, was Krieg und Notstand eigentlich bedeuten, ist weitgehend verloren.<\/p>\n<p>Dies f\u00fchrt nun zum Aufkeimen des alten nationalistischen Wildwuchses nach dem Motto \u201eWir wollen unser Land zur\u00fcck\u201c, die Personenfreiz\u00fcgigkeit nimmt uns die Identit\u00e4t, vielleicht sogar die Religion, und zuletzt noch die Sprache. Lasst uns zur\u00fcckkehren und die EU verlassen oder mindestens die Europ\u00e4ische Union zu einem eher unverbindlichen Freihandels-Club degradieren. So die unsinnige Forderung der EU-Gegner auch in Deutschland: Begreifen diese Kantonisten nicht, dass wir Europ\u00e4er geostrategisch eingezw\u00e4ngt sind zwischen den Machtbl\u00f6cken USA, China und Russland und dass wir, wenn wir nicht eng zusammenhalten, in 20 Jahren von heute nur noch tributpflichtige Vasallen dieser drei Machtbl\u00f6cke sein werden??<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem der Weiterentwicklung der Europ\u00e4ischen Union l\u00e4sst sich in einem Kernthema artikulieren.<\/p>\n<p>Das Hauptproblem der Europ\u00e4ischen Union sind die in dieser Zeit so stark zunehmenden Partikularismen: Nationalisten, Separatisten, vor allem von rechts, wie Marie Le Pen, Geert Wilders, die Lega Nord und die F\u00fcnf-Sterne-Bewegung in Italien (Movimento 5 Stelle), genauso wie die AfD in Deutschland versuchen die Grundideale der Europ\u00e4ischen Union auszuhebeln, mindestens zu einem eher beliebigen Freihandels-Club zur\u00fcckzuschrauben oder am besten ganz zu zerst\u00f6ren. Dabei ist die Europ\u00e4ische Union hocherfolgreich: Die Arbeitslosigkeit geht genauso wie auch die Jugendarbeitslosigkeit zur\u00fcck, das Bruttosozialprodukt steigt, das Europarecht macht gute Fortschritte \u2013 woher kommt die Diskrepanz?<\/p>\n<p>Hier haben wir das Hauptproblem: Die Europ\u00e4ische Union mit all ihren Institutionen, vom Parlament bis hin zum Kommissionspr\u00e4sident, hat mit guter Geschwindigkeit europ\u00e4ische Fakten geschaffen, OHNE DIE BEV\u00d6LKERUNG DER 27 MITGLIEDSSTAATEN IN AUSREICHENDEM MASS MITZUNEHMEN, ZU INFORMIEREN UND ZU BEGEISTERN.<\/p>\n<p>Die Verunsicherung der Bev\u00f6lkerung entsteht durch mangelnde Information zur Europ\u00e4ischen Einigung und vornehme Zur\u00fcckhaltung der Pro-Europa-Bewegungen gegen\u00fcber den plakativ-banalen, eing\u00e4nglichen Anti-Europa-Parolen der Separatisten.<\/p>\n<p>Hier liegt der Hauptschl\u00fcssel zum WECKRUF F\u00dcR EUROPA: Die Europ\u00e4ische Union m\u00fcsste auch viel Geld in die Hand nehmen, um mit soliden, professionellen Werbekampagnen die B\u00fcrger \u00fcber die so positiven Seiten der Europ\u00e4ischen Union aufzukl\u00e4ren. In den Lehrpl\u00e4nen aller Schulen in der Europ\u00e4ischen Union m\u00fcsste im Geschichts- und Gemeinschaftskunde-Unterricht der Vorgeschichte, der Basis der Entwicklung und vor allem der Zukunft der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft viel mehr Raum einger\u00e4umt werden.<\/p>\n<p>Zudem m\u00fcsste durch die Europa-Abgeordneten, durch Pr\u00e4senz vor Ort in den Schulen, in Informationsveranstaltungen, B\u00fcrgerfragestunden, in Kleinanzeigen usw. permanent der Gedanke \u201eEuropa\u201c positiv belegt werden. Wichtig w\u00e4re, dass die B\u00fcrger auf dem Weg zum Vereinigten Europa mitgenommen werden.<\/p>\n<p>Als dritte Komponente eines WECKRUFS F\u00dcR EUROPA w\u00e4re notwendig, mehr Personen als Leitfiguren europaweit bekannt zu machen.<\/p>\n<p>Ein positives Beispiel ist der Pr\u00e4sident der Franz\u00f6sischen Republik, Emmanuel Macron, der trotz seiner innenpolitischen Schwierigkeiten als gl\u00fchender Verfechter der Europ\u00e4ischen Union vor allem als Leitbild f\u00fcr die Jugend taugt.<\/p>\n<p>Emmanuel Macron k\u00f6nnte als Nachfolger von Jean-Claude Juncker der Europ\u00e4ischen Union DAS Gesicht geben, ganz im Gegensatz zu dem farblosen Kandidaten Manfred Weber (CSU), der die abgehobene Beamtenmentalit\u00e4t der Europ\u00e4ischen Administration nur verst\u00e4rken w\u00fcrde.<\/p>\n<p><em>Die Artikelreihe \u201e<strong>Europa kann es besser<\/strong>\u201c erscheint bis zur <strong>Europawahl<\/strong> im <strong>Handelsblatt<\/strong> auf Deutsch und in Deutsch und Englisch auf <strong>Handelsblatt Online<\/strong> und der Website von <strong>United Europe<\/strong>. Die Texte sind auch in einem <strong>Buch<\/strong> zusammengefasst, das am 15. April 2019 im <strong>Herder-Verlag<\/strong> erschienen ist. Weitere Informationen \u00fcber das Buch finden Sie <a href=\"https:\/\/www.herder.de\/geschichte-politik-shop\/europa-kann-es-besser-gebundene-ausgabe\/c-34\/p-15322\/\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00dcber Reinhold W\u00fcrth:<\/strong><br \/>\nReinhold W\u00fcrth wurde am 20. April 1935 in \u00d6hringen geboren. Sein Vater Adolf W\u00fcrth gr\u00fcndete 1945 eine Gro\u00dfhandelsfirma f\u00fcr Schrauben und Muttern, die heutige Adolf W\u00fcrth GmbH &amp; Co. KG. Im Alter von nur 14 Jahren trat Reinhold W\u00fcrth als erster Mitarbeiter und Lehrling in das v\u00e4terliche Unternehmen ein und schloss dort 1952 seine Ausbildung zum Gro\u00df- und Einzelhandelskaufmann mit der Pr\u00fcfung vor der Industrie- und Handelskammer erfolgreich ab.<br \/>\nNach dem fr\u00fchen Tod seines Vaters 1954 nahm Reinhold W\u00fcrth im Alter von 19 Jahren die Herausforderung an, den Familienbetrieb weiterzuf\u00fchren. Das erste Gesch\u00e4ftsjahr unter seiner Leitung wurde 1955 bereits mit einem Jahresumsatz von 80.000 Euro abgeschlossen. Der Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg beg\u00fcnstigte das rasante Wachstum des Unternehmens: Verbindungselemente wie Schrauben und Muttern wurden \u00fcberall ben\u00f6tigt. Reinhold W\u00fcrth erkannte fr\u00fch, dass der Schl\u00fcssel zum Erfolg im Wachstum liegt. So wagte er bereits 1962 den Sprung ins Ausland und gr\u00fcndete die erste Auslandsge-sellschaft in den Niederlanden. Schon 1987 war W\u00fcrth auf allen f\u00fcnf Kontinenten der Welt t\u00e4tig.<br \/>\nHeute ist der Konzern mit \u00fcber 400 Gesellschaften in mehr als 80 L\u00e4ndern der Welt marktak-tiv. Die W\u00fcrth-Gruppe besch\u00e4ftigt mehr als 71.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte 2016 mit 11,8 Milliarden Euro einen neuen Rekordumsatz. 2006 \u00fcbergab Reinhold W\u00fcrth den Beiratsvorsitz der W\u00fcrth-Gruppe an seine Tochter Bettina W\u00fcrth. Er selbst ist Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der W\u00fcrth-Gruppe und Ehrenvorsitzender des Beirats der W\u00fcrth-Gruppe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Generation des Zweiten Weltkriegs ist nicht mehr da. 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