{"id":13793,"date":"2019-05-08T22:29:42","date_gmt":"2019-05-08T20:29:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=13793"},"modified":"2019-06-29T20:02:50","modified_gmt":"2019-06-29T18:02:50","slug":"kasper-rorsted-europa-braucht-einen-klaren-fahrplan-fuer-einen-wettbewerbsfaehigen-digitalen-binnenmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2019\/05\/kasper-rorsted-europa-braucht-einen-klaren-fahrplan-fuer-einen-wettbewerbsfaehigen-digitalen-binnenmarkt\/","title":{"rendered":"Kasper Rorsted: Europa braucht einen klaren Fahrplan f\u00fcr einen wettbewerbsf\u00e4higen digitalen Binnenmarkt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_13791\" aria-describedby=\"caption-attachment-13791\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/kasper_rorsted_adidas_group_kl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-13791 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/kasper_rorsted_adidas_group_kl-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/kasper_rorsted_adidas_group_kl-320x240.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/kasper_rorsted_adidas_group_kl-560x420.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/kasper_rorsted_adidas_group_kl-640x480.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-13791\" class=\"wp-caption-text\">Kasper Rorsted, CEO Adidas \u00a9adidas Group\/Hannah Hlavacek<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>\u201eStatt die EU weiter zu schw\u00e4chen, sollten wir sie st\u00e4rken und Ideen und Ma\u00dfnahmen ansto\u00dfen, die Europa fit f\u00fcr die Zukunft machen\u201c, schreibt <strong>Kasper Rorsted<\/strong>, CEO <strong>Adidas<\/strong>, in seinem Essay zu unserer Artikelserie \u201e<strong>Europa kann es besser. Wie unser Kontinent zu neuer St\u00e4rke findet. Ein Weckruf der Wirtschaft<\/strong>\u201c, die vom <strong>Handelsblatt<\/strong> und <strong>United Europe<\/strong> initiiert wurde. \u201eEs ist an der Zeit, den europ\u00e4ischen Binnenmarkt in das digitale Zeitalter zu \u00fcbertragen. Die Digitalisierung ist eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr Europa. Als einer der Megatrends unserer Zeit f\u00f6rdert sie den grenz\u00fcberschreitenden Austausch unserer L\u00e4nder und B\u00fcrger und bringt uns alle europaweit n\u00e4her zusammen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Europa und adidas haben Eines gemeinsam: die Vielfalt. Wer einmal durch unsere Zentrale in Herzogenaurach l\u00e4uft, wird eine Vielzahl an Sprachen h\u00f6ren. F\u00fcr mich ist das eine tolle Errungenschaft. Der Austausch von unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Perspektiven bereichert uns. Das Gleiche gilt f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union: Viel zu selten halten wir Europ\u00e4er uns vor Augen, wie besonders es ist, auf einem so vielf\u00e4ltigen und gleichzeitig friedlichen Kontinent zu leben.<\/p>\n<p>Der Austausch untereinander birgt gro\u00dfes Potential, das durch die digitale Vernetzung noch weiter gehoben wird. Wir erg\u00e4nzen uns und lernen voneinander. Das ist unsere St\u00e4rke. In Zeiten, in denen der Protektionismus die bisherigen Grundlagen der Weltordnung in Frage stellt, m\u00fcssen wir als Europ\u00e4er dem etwas entgegensetzen \u2013 gemeinsam. Dabei sollte es unser aller Ziel sein, dass Europa auch in Zukunft eine Union eigenst\u00e4ndiger Staaten bleibt, die ihre Kr\u00e4fte b\u00fcndeln und sich aufgrund ihrer Erfahrung und Leistung gemeinsam in der Welt behaupten. Europa steht f\u00fcr klare Werte und bietet Menschen Frieden, Freiheit, Wohlstand und Teilhabe \u2013 f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische Binnenmarkt ist f\u00fcr mich neben dem friedlichen Miteinander eine der gr\u00f6\u00dften Errungenschaften der EU. Er wurde geschaffen, damit wir in der EU g\u00fcnstigen Zugang zu einer unglaublichen Auswahl an Produkten und Dienstleistungen haben. Als gr\u00f6\u00dfter Binnenmarkt der Welt ist die EU f\u00fcr ein Drittel des Welthandels verantwortlich. Darauf k\u00f6nnen wir stolz sein und darauf sollten wir bauen. Der Brexit ist f\u00fcr mich daher die schlechteste wirtschaftliche Entscheidung, die in den vergangenen 30 Jahren getroffen wurde. Es besteht kein Zweifel daran, dass sowohl Wirtschaft und Verbraucher, als auch die Unternehmen in Gro\u00dfbritannien und in der EU darunter leiden werden.<\/p>\n<p>Dennoch m\u00fcssen wir jetzt nach vorne schauen. Statt die EU weiter zu schw\u00e4chen, sollten wir sie st\u00e4rken und Ideen und Ma\u00dfnahmen ansto\u00dfen, die Europa fit f\u00fcr die Zukunft machen. Es ist an der Zeit, den europ\u00e4ischen Binnenmarkt in das digitale Zeitalter zu \u00fcbertragen. Die Digitalisierung ist eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr Europa. Als einer der Megatrends unserer Zeit f\u00f6rdert sie den grenz\u00fcberschreitenden Austausch unserer L\u00e4nder und B\u00fcrger und bringt uns alle europaweit n\u00e4her zusammen. Gleichzeitig ist sie der Hebel, um international wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Die Schaffung eines digitalen europ\u00e4ischen Binnenmarktes ist die Grundvoraussetzung daf\u00fcr, dass Europa in der ersten Liga spielt.<\/p>\n<p>Zweifellos stellt uns die digitale Transformation vor Herausforderungen. Nicht nur die einzelnen Unternehmen, sondern jedes Land, und auch Europa als Ganzes. Insgesamt schreitet die Digitalisierung in der EU zwar voran \u2013 es reicht aber nach wie vor nicht aus, um den Anschluss an die Weltspitze zu finden. Doch was braucht es f\u00fcr diesen digitalen Binnenmarkt? Um den Herausforderungen zu begegnen, ben\u00f6tigen wir eine europaweite digitale Infrastruktur. Sie ist das Fundament f\u00fcr Innovationen und Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Dazu z\u00e4hlt sowohl der z\u00fcgige Ausbau des europaweiten Breitbandnetzes als auch die Bereitstellung weiterer Frequenzen und Glasfasernetze f\u00fcr die 5G-Einf\u00fchrung. Hierbei spielt das Tempo aus meiner Sicht eine besondere Rolle. Erst im Jahr 2025 zu schnellerem Internet zu kommen, das kann nicht unser Ma\u00dfstab sein. Wir m\u00fcssen viel z\u00fcgiger vorankommen.<br \/>\nSchauen wir uns das Beispiel Deutschland an: Obwohl Digitalisierung bereits seit 2005 ganz oben auf der Agenda steht, werden Prozesse nur zaghaft digitalisiert. Ja, man kann noch nicht einmal von M\u00fcnchen nach N\u00fcrnberg fahren und dabei ohne Funkloch-Unterbrechung telefonieren. Potenziale sehe ich zudem insbesondere bei der Digitalisierung von kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, sowie in der Verwaltung. Wir m\u00fcssen b\u00fcrokratische H\u00fcrden abbauen, Kompetenzzentren schaffen und allem voran Weiterbildungen anbieten.<\/p>\n<p>Stichwort Bildung: Wir m\u00fcssen das System hinterfragen. Setzen wir bei Investitionen in unsere Zukunft die richtigen Priorit\u00e4ten? In einer Welt, in der Wissen jederzeit abrufbar ist, wird anders gelernt als noch vor 50 Jahren. Der technische Fortschritt erfordert von uns neue F\u00e4higkeiten. Wie kann man da \u00fcberhaupt noch diskutieren, ob wir unsere Schulen digital besser ausstatten sollen? Es ist eine absolute Notwendigkeit, wenn wir unsere Kinder auf die Herausforderungen von morgen vorbereiten wollen. Warum zieht es viele unserer besten Leute ins Silicon Valley? Weil es dort eine besser entwickelte Innovationskultur gibt. Eine Kultur die Kooperationen als Erfolgsfaktor ansieht, anstatt Wettbewerb in den Fokus zu stellen. Von dieser Einstellung k\u00f6nnen wir uns in Europa etwas abgucken.<\/p>\n<p>Wir haben in Europa sehr gute Forschungseinrichtungen. Trotzdem erreicht kein einziges europ\u00e4isches Unternehmen die B\u00f6rsenwerte amerikanischer Unternehmen wie Apple und Amazon. Die Realit\u00e4t ist, dass wir in Europa zwar herausragende Forscher ausbilden, aber bisher noch nicht in der Lage sind, die Forschung f\u00fcr den Markt zu gewinnen und die Ergebnisse entsprechend umzusetzen. Aufgrund einer uneinheitlichen Infrastruktur k\u00f6nnen wir die gewaltigen Mengen an Daten, die bei der Forschung entstehen, nur unzureichend nutzen. Das ist ein Nachteil. Europ\u00e4ische Cloud-Initiativen k\u00f6nnten dazu beitragen, \u201eBig Data\u201c europaweit besser zu nutzen.<br \/>\nDie Digitalisierung ver\u00e4ndert alle Industrien. Sie ist nicht nur eine Branche, sondern ein Ph\u00e4nomen, das die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft durchzieht. Diese Entwicklung wird die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette ver\u00e4ndern \u2013 von der Produktion bis hin zum Vertrieb.<\/p>\n<p>Das birgt f\u00fcr Unternehmen enorme M\u00f6glichkeiten \u2013 auch f\u00fcr adidas. Wir treiben die digitale Transformation in der gesamten Organisation voran \u2013 als Team. Unsere Produkte werden zunehmend digital entworfen und verkauft. Mit Konsumenten kommunizieren wir heute vorwiegend online. In unseren SPEEDFACTORIES implementieren wir Datenanalyse- und digitale Produktionsprozesse, um in k\u00fcrzester Zeit Schuhe herzustellen. In wenigen Jahren werden wir Sportlern perfekt angepasste Schuhe in unseren L\u00e4den drucken k\u00f6nnen. Wir investieren daher st\u00e4ndig in unsere digitale Infrastruktur und suchen auf der ganzen Welt nach Talenten mit dieser Expertise. Nur so sind wir in der Lage, die Zukunft des Sports gemeinsam zu gestalten.<\/p>\n<p>Das Gleiche gilt auch f\u00fcr Europa: Wir brauchen Initiativen und Innovationen, die die Digitalisierung vorantreiben, wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch. Klar: Innovationen bringen immer auch Unsicherheit. Sie sind anspruchsvoll und brechen den Status quo. Aber wenn wir nicht \u00fcber unsere eigenen Grenzen hinausgehen, werden wir den Anschluss verlieren. Deshalb sage ich: Europa ist und bleibt ein Erfolgsmodell. Wir m\u00fcssen nur mutiger sein. Dann k\u00f6nnen wir gemeinsam als europ\u00e4ische Einheit die beste L\u00f6sung finden \u2013 f\u00fcr Forschung und Wirtschaft, aber auch f\u00fcr unser t\u00e4gliches Miteinander.<\/p>\n<p><em>Die Artikelreihe \u201e<strong>Europa kann es besser<\/strong>\u201c erscheint bis zur <strong>Europawahl<\/strong> im <strong>Handelsblatt<\/strong> auf Deutsch und in Deutsch und Englisch auf <strong>Handelsblatt Online<\/strong> und der Website von <strong>United Europe<\/strong>. Die Texte sind auch in einem <strong>Buch<\/strong> zusammengefasst, das am 15. April 2019 im <strong>Herder-Verlag<\/strong> erschienen ist. Weitere Informationen \u00fcber das Buch finden Sie <a href=\"https:\/\/www.herder.de\/geschichte-politik-shop\/europa-kann-es-besser-gebundene-ausgabe\/c-34\/p-15322\/\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00dcber Kasper Rorsted:<\/strong><br \/>\nKasper Rorsted ist seit 2016 CEO der adidas AG. Der geb\u00fcrtige D\u00e4ne hat Wirtschaft in Kopenhagen studiert und nach seinem Studium seine berufliche Karriere bei amerikanischen IT-Konzernen wie Oracle, Compaq und Hewlett-Packard begonnen. 2005 wechselte Kasper Rorsted zu Henkel, wo er von 2008 bis 2016 Vorstandsvorsitzender war. Kasper Rorsted ist ein begeisterter Sportler und leidenschaftlicher Fan des FC Bayern M\u00fcnchen. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eStatt die EU weiter zu schw\u00e4chen, sollten wir sie st\u00e4rken und Ideen und Ma\u00dfnahmen ansto\u00dfen, die Europa fit f\u00fcr die Zukunft machen\u201c, schreibt Kasper Rorsted, CEO Adidas, in seinem Essay&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":14423,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[641],"tags":[410,243,1222,1104,240,1305,1151,1110,1264],"powerkit_post_featured":[],"class_list":{"0":"post-13793","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-prominente-meinungen","8":"tag-eu-de","9":"tag-europa","10":"tag-europareform","11":"tag-europawahlen","12":"tag-europe-de","13":"tag-kasper-rorsted-de","14":"tag-united-europe-de-2","15":"tag-united-europe-de","16":"tag-weckruf-fuer-europa"},"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13793","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13793"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13793\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14426,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13793\/revisions\/14426"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14423"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13793"},{"taxonomy":"powerkit_post_featured","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/powerkit_post_featured?post=13793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}