{"id":13715,"date":"2019-05-05T20:07:15","date_gmt":"2019-05-05T18:07:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=13715"},"modified":"2019-06-28T18:34:11","modified_gmt":"2019-06-28T16:34:11","slug":"timotheus-hoettges-eine-cloud-fuer-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2019\/05\/timotheus-hoettges-eine-cloud-fuer-europa\/","title":{"rendered":"Timotheus H\u00f6ttges: Eine Cloud f\u00fcr Europa"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_13707\" aria-describedby=\"caption-attachment-13707\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Hoettges_Website.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-13707\" src=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Hoettges_Website-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Hoettges_Website-320x240.jpg 320w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Hoettges_Website-560x420.jpg 560w, https:\/\/www.united-europe.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Hoettges_Website-640x480.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-13707\" class=\"wp-caption-text\">Timotheus H\u00f6ttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>\u201eEuropa ist nicht nur Ort. Es ist Stand-Ort. Es ist Wirtschafts-Standort. Und es ist Stand-Punkt. Und zwar ein politischer\u201c, schreibt <strong>Timotheus H\u00f6ttges<\/strong>, Vorstandsvorsitzender der <strong>Deutschen Telekom AG<\/strong>, in seinem Essay zu unserer Artikelserie \u201e<strong>Europa kann es besser. Wie unser Kontinent neue Kraft findet. Ein Weckruf der Wirtschaft<\/strong>\u201c, initiiert von <strong>Handelsblatt<\/strong> und <strong>United Europe<\/strong>. \u201eNationales Denken taugt weder f\u00fcr Finanz-, noch f\u00fcr Fl\u00fcchtlingskrisen. Noch taugt es f\u00fcr internationalen Wettbewerb insbesondere mit Nord-Amerika und Asien.\u201c<\/em><\/p>\n<p>\u201eWas stellen Sie sich vor, wenn Sie an Europa denken? Wo liegt Ihr Europa? Welchen Ort hat Ihr Europa?\u201c Diese Fragen hat vor einigen Jahren die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c gestellt. Und angesichts der aktuellen Situation habe auch ich mir zuletzt \u00fcberlegt: \u201eJa, welchen Ort hat Europa?\u201c Was steht symbolisch f\u00fcr dieses Konstrukt, das mehr ist als Geografie: Wertegemeinschaft. Rechtsgemeinschaft. Wirtschaftsgemeinschaft. Lebensgemeinschaft.<\/p>\n<p>Eingefallen ist mir das \u201eParlamentarium\u201c in Br\u00fcssel; das Ausstellungs- und Besucherzentrum des EU-Parlaments. Dort kommen zwei Dinge zusammen. Erstens steht das \u201eParlamentarium\u201c exemplarisch daf\u00fcr, wie sehr uns die Digitalisierung bereichert. Sein Ausstellungsf\u00fchrer ist ein modernes Smartphone, das den Besuchern \u00fcber Near Field Communication Informationen zu den verschiedenen Ausstellungsstationen liefert. Es gibt Audiofiles und Videos, in denen Menschen dar\u00fcber berichten, wie sie ihre Unternehmen gegr\u00fcndet haben und zu Weltmarktf\u00fchrern geworden sind. An die Parlamentarier k\u00f6nnen Sie als Besucher \u00fcber ein Terminal W\u00fcnsche richten, die \u00fcber das Internet verbreitet werden und in Sekunden auf einem gro\u00dfen Monitor sichtbar sind.<\/p>\n<p>Zweitens zeigt diese Ausstellung aber nicht nur, wohin wir mit der Digitalisierung gehen. Sie zeigt auch, woher wir mit Europa kommen. Europa ist ein Friedensprojekt. Es beruht auf dem Gedanken, dass Frieden am ehesten durch Vernetzung gelingt. Nicht durch Abschottung, sondern durch ein In-Beziehung-Treten von Menschen, die wirtschaften.<\/p>\n<p>Nimmt man diese beiden Punkte zusammen, Wirtschaftsgemeinschaft und Friedensgemeinschaft, zeigt sich schnell, dass das Denken in nationalstaatlichen Kategorien hoch problematisch ist. Europa ist nicht nur Ort. Es ist Stand-Ort. Es ist Wirtschafts-Standort. Und es ist Stand-Punkt. Und zwar ein politischer. Nationales Denken taugt weder f\u00fcr Finanz-, noch f\u00fcr Fl\u00fcchtlingskrisen. Noch taugt es f\u00fcr internationalen Wettbewerb insbesondere mit Nord-Amerika und Asien. Mein Ort f\u00fcr Europa, das \u201eParlamentarium\u201c, steht also zugleich f\u00fcr meine Vision von Europa. N\u00e4mlich eine digitale, wettbewerbsf\u00e4hige Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft.<\/p>\n<p>Auf beiden Feldern kann Europa auf gro\u00dfe Erfolge zur\u00fcckblicken. Aber beides wird herausgefordert. Unsere Wirtschaft. Und mit ihr unsere Werte. Sicher, der globale Wettbewerb ist nicht neu. Keine Volkswirtschaft der Erde ist zum Beispiel so vernetzt wie die deutsche. Noch vor Hong Kong, den USA und Singapur. Europa hat starke Wirtschaftscluster. Sie basieren vor allem auf hoher Handwerkskunst und exzellenter industrieller Fertigung, aber auch herausragender Grundlagenforschung.<\/p>\n<p>Diese industrielle Basis Begehrlichkeiten. Schaut man sich zum Beispiel diverse Unternehmen des Valleys an \u2013 insbesondere Google oder Facebook -, stellen wir fest: Bislang entstehen deren Gewinne vor allem durch Werbeeinnahmen. Doch der Werbekuchen, aus dem die Internetkonzerne sich speisen, ist ziemlich endlich. Er macht gerade rund ein Prozent unseres Bruttoinlandsproduktes aus. Kein Wunder also, dass die Unternehmen weltweit immer st\u00e4rker mit ihren Datenmodellen in die industrielle Wertsch\u00f6pfung eindringen. Sei es der Bereich Smart Home, sei es die Medizin oder sei es das selbstfahrende Auto. Hier liegt die eigentliche Bedrohung, der wir begegnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Wie kann das gelingen? Nur einige \u00dcberlegungen:<\/strong><br \/>\nErstens bin ich \u00fcberzeugt, dass die Wertsch\u00f6pfungsketten der Zukunft immer weniger vertikal verlaufen, also innerhalb einzelner Branchen. Sondern zunehmend auch horizontal, branchen\u00fcbergreifend. Wir brauchen also mehr Kooperationen oder \u2013 neudeutsch \u2013 Coopetition. Daf\u00fcr ist es aber notwendig, Anreize und Erleichterungen f\u00fcr solche Kooperationen zu schaffen. Dazu z\u00e4hlt auch, dass Entstehen globaler Champions innerhalb Europas eher zu f\u00f6rdern als zu verhindern.<\/p>\n<p>Zweitens bauchen wie eine europ\u00e4ische Cloud. Es ist beinahe schon ein Allgemeinplatz, dass Daten der Rohstoff der Digitalisierung sind. Wir wissen aber auch, dass die eigentliche Wertsch\u00f6pfung immer dort stattfindet, wo die Rohstoffe veredelt werden. Beim Thema Daten geschieht dies heute fast ausschlie\u00dflich au\u00dferhalb Europas. Europ\u00e4ische Unternehmen k\u00f6nnen bei der Nutzung \u00f6ffentlicher Cloud-Dienste zwischen einigen wenigen amerikanischen (Amazon, Microsoft &amp; Google) und ein bis zwei chinesischen (Alibaba, Tencent) ausw\u00e4hlen. F\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Anwendungen aus der \u00f6ffentlichen Cloud \u2013 etwa normale B\u00fcrokommunikation \u2013 mag das weniger problematisch sein. Wie aber sieht es im Bereich weiterer sensibler Daten aus? Hat Europa nicht einen strategischen Nachteil, wenn Unternehmens- und Kundendaten jenseits Europas liegen? Und was k\u00f6nnen wir dagegen tun? Entweder zwingen wir die au\u00dfereurop\u00e4ischen Anbieter dazu, dass sie ihre Dienste nur bei uns anbieten d\u00fcrfen, wenn ein europ\u00e4ischer Anbieter komplett f\u00fcr die Lieferung der Software und vor allem die rechtliche sowie technische Kontrolle der Daten verantwortlich ist. China tut das.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Schritt w\u00e4re aber eine komplette europ\u00e4ische Cloud-Infrastruktur mit Rechenzentren in verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und vor allem der dazu geh\u00f6renden Entwicklung europ\u00e4ischer Software. Hierf\u00fcr braucht es eine Politik, die eine solche Infrastruktur f\u00f6rdert. Unter anderem, indem staatliche Beh\u00f6rden und Institutionen Kunden einer solchen Infrastruktur werden und damit erst den Markt daf\u00fcr schaffen.<\/p>\n<p>Keine Alternative ist es jedenfalls, die Nutzung von Daten generell zu verbieten oder massiv zu erschweren. Denn auf Daten basiert auch neuer Wohlstand. R\u00fcckblickend werden wir die vergangenen 50 Jahre vielleicht als die goldenen Jahre individueller Freiheit betrachten. Davor waren wir zivilisatorisch zu r\u00fcckst\u00e4ndig. Seither sind wir technologisch zu fortschrittlich. Aber: Wir haben alle Chancen diesen Fortschritt positiv zu gestalten. Und einen eigenen Weg zu finden zwischen der Massen\u00fcberwachung aus dem angels\u00e4chsischem Raum und einer IT-Diktatur wie in China mit einem Sozialpunkte-Konto, das das komplette Verhalten \u00fcberwacht, bestraft und belohnt. Dieser Weg kann bedeuten, dass die Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4er die Grenzen dessen, was sie heute als \u201edas Individuelle\u201c betrachten, verschieben. In Richtung h\u00f6herer Transparenz. Die junge Generation tut dies schon heute. Und es muss nicht nur schlecht sein. Es k\u00f6nnte zum Beispiel mehr Sicherheit bedeuten und den Menschen damit auch ein St\u00fcck Freiheit zur\u00fcckgeben.<\/p>\n<p>Drittens braucht es weitere Initiativen, die Technologien von morgen zu bestimmen. Vorbild daf\u00fcr k\u00f6nnte das in den USA au\u00dferordentlich erfolgreiche Programm der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency ) sein. Denn was als Milit\u00e4rforschung gedacht ist, findet seinen Weg in den zivilen Bereich, wo die Technologien dann \u2013 hoffentlich \u2013 auch zivilisatorisch genutzt werden. Beispiele sind das Internet, die Laser-Technologie, die Vorl\u00e4ufer von Google Maps sowie die Sprachassistenten Alexa und Siri. Dem hat Europa noch nicht viel entgegenzusetzen. Dabei k\u00f6nnte sogar die viel diskutierte Erh\u00f6hung der europ\u00e4ischen Milit\u00e4rausgaben als Vehikel f\u00fcr Technologief\u00fchrerschaft genutzt werden.<\/p>\n<p>Viertens haben nat\u00fcrlich auch Breitbandnetze eine strategische Bedeutung. Die Telekom kennt hier ihre Verantwortung. Wir investieren pro Jahr 12 Milliarden Euro, davon f\u00fcnf Milliarden allein in Deutschland. Nicht nur in Metropolen, sondern gerade auch dort, wo andere sich nicht engagieren. Aber ein Kontinent, der Investitionen braucht, braucht auch Investitionsanreize.<\/p>\n<p>Lange lag der Fokus der europ\u00e4ischen Regulierung aber vor allem auf Wettbewerb auf den (alten) Netzen statt auf Wettbewerb in die (neuen) Netze. Das hatte Folgen. Der Gewinn s\u00e4mtlicher europ\u00e4ischer Telekommunikationsunternehmen hat sich seit 2006 halbiert. Dadurch wurde aber gerade die Investitionsf\u00e4higkeit der Unternehmen geschw\u00e4cht, die eigene, neue Infrastruktur aufbauen und immer wieder an gestiegene Anspr\u00fcche anpassen. Und: Allein die deutsche Telekommunikationsindustrie hat seit dem Jahr 2000 rund 60 Milliarden Euro f\u00fcr Mobilfunkfrequenzen ausgegeben. Geld, dass auch in Antennen und Masten h\u00e4tte flie\u00dfen k\u00f6nnen. W\u00e4hrend zum Beispiel in China (1,3 Mrd. Einwohner) dar\u00fcber nachgedacht wird, die Zahl der Mobilfunk-Anbieter von drei auf zwei zu verringern, galt in Europa lange die Regel, dass es pro Land vier Anbieter geben soll. Von einem digitalen Binnenmarkt kann daher keine Rede sein. Und infolge dessen fehlt auch ein europ\u00e4ischer Champion, der international mit Anbietern wie AT&amp;T (Marktkapitalisierung: 192 Mrd. Euro), Verizon (198 Mrd. Euro) oder China Mobile (190 Mrd. Euro) mitspielt. Entsprechend geringer ist dann aber auch der Einfluss, wenn es zum Beispiel um die Definition von Standards der Industrie geht.<\/p>\n<p>Damit komme ich zu meinem f\u00fcnften Punkt: Wie organisiert sich Europa neu? Hierzu gibt es l\u00e4ngst eine Reihe von Ratschl\u00e4gen, die auf dem Tisch liegen. Und mir ist bewusst: Dies ist nicht nur ein weites, sondern vor allem ein komplexes Feld. Mir ist das als Vorstandsvorsitzender eines europ\u00e4ischen Konzerns nicht fremd. Wir sind in L\u00e4ndern wie Polen, Ungarn, Griechenland, den Niederlanden, Tschechien oder \u00d6sterreich t\u00e4tig. Landesgesellschaften und Unternehmen mit eigener Geschichte. Unternehmen mit eigener Kultur. Und Unternehmen mit eigenen Interessen, die nicht immer deckungsgleich sind mit den Interessen des Konzerns. Ich kann also in vielerlei Hinsicht sagen: Die Telekom ist Europa.<\/p>\n<p>Wie gehen wir als Unternehmen mit dieser Vielfalt um? Wichtig ist: Auch in einem Konzern muss das Ergebnis immer mehr sein als die Summe der einzelnen Teile. Kurz gesagt: \u00dcberall dort, wo Gr\u00f6\u00dfenvorteile besonders relevant sind, ist auch ein einheitliches Vorgehen besonders wichtig. Gleichzeitig akzeptieren wir aber verschiedene Geschwindigkeiten. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass jede Landesgesellschaft immer auch Herausforderungen hat, die sehr viel akuter sein k\u00f6nnen, als die gro\u00dfen Linien. Dann zu unterst\u00fctzen und zentrale Vorgaben notfalls zur\u00fcckzustellen, ist richtig. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Land nur das tut, was ihm gerade gelegen kommt. Verbindlichkeit ist eine der Grundvoraussetzungen f\u00fcr das Gelingen von Projekten innerhalb gro\u00dfer Organisationen.<\/p>\n<p>Vielfalt ist dennoch von Vorteil. Fast f\u00fcr jedes Thema gibt es irgendwo im Konzern eine so genannte \u201eBest Practice\u201c, die wir adaptieren und auch in anderen L\u00e4ndern testen k\u00f6nnen. Gerade kleinere M\u00e4rkte sind hier besonders hilfreich, da wir dort sehr viel schneller und agiler reagieren und testen k\u00f6nnen.<br \/>\nInsofern \u00fcberzeugen mich pers\u00f6nlich beim Thema EU-Reformen vor allem die Vorschl\u00e4ge, die auf eine Ausdifferenzierung setzen. Auf ein Europa also, in dem einige L\u00e4nder und Regionen vorangehen und es darum eine unterschiedliche Integrationstiefe geben kann. Ein Europa aber auch, das in Feldern, in denen es auf Gr\u00f6\u00dfenvorteile ankommt, Einigkeit herstellt und konsequent handelt. Gerade bei der Wirtschafts- und Industriepolitik ist dies wichtig: K\u00fcnstliche Intelligenz, Cloud, Elektromobilit\u00e4t, Energiewende sind nur einige Beispiele.<\/p>\n<p>Unterm Strich: Europa ist stark. Und es lohnt sich, f\u00fcr Europa zu k\u00e4mpfen. Was hat dieser Kontinent nicht alles gemeinsam erreicht: Arbeitnehmerfreiz\u00fcgigkeit. Eine Sozialcharta. Eine Datenschutzgrundverordnung die, bei allen Problemen im Detail, die Privatsph\u00e4re der Menschen achtet. Es gibt wohl keine andere Region der Erde, in der Frieden, Demokratie, soziale Sicherheit, Freiheit, Achtung der B\u00fcrgerrechte, Humanisierung der Arbeit und vieles mehr eine so starke Einheit bilden. Und auch wenn die Wohlstandsschere auch bei uns auseinandergeht: Europa ist insgesamt reich. Umso wichtiger ist es, dass wir nun auch den Wohlstand der kommenden Generation sicherstellen und vor allem die Teilhabe daran organisieren.<\/p>\n<p>Damit komme ich noch einmal zu meinem Ausgangspunkt zur\u00fcck: Welchen Ort hat Europa? Vielleicht zeichnet Europa gerade aus, dass es eben nicht den einen Ort hat. Nicht allein das Parlamentarium. Nicht Br\u00fcssel oder Stra\u00dfburg. Nicht allein auch die Caf\u00e9s, von denen Emmanuel Macron in seiner Rede an der Sorbon gesprochen hat. Sondern Europa ist dann erfolgreich, wenn es \u00fcberall gut aufgehoben und zuhause ist.<\/p>\n<p>Ich bin als junger Mann mehrfach per Interrail durch ganz Europa gefahren. Eine Zeit, die mich gepr\u00e4gt und bereichert hat. Nicht nur, weil ich neue Freunde gefunden habe. Sondern auch, weil ich mir dadurch neue, andere Kulturen erschlie\u00dfen konnte. Und ich habe es als positiv empfunden, mich mit einer Idee identifizieren zu k\u00f6nnen, die mein Heimatland umfasst, aber dar\u00fcber hinaus reicht. Eine Idee, die gr\u00f6\u00dfer ist als ein einzelner Staat und die darum als Klammer unsere einmalige Vielfalt zusammenh\u00e4lt. Eine Idee, die zeitlos ist. Eine Idee, die Heimat ist jenseits der Geografie. Dieses europ\u00e4ische Bewusstsein ist es, das unseren Kontinent tr\u00e4gt. Und darum ist es unsere Aufgabe als Unternehmen, als Politik, als B\u00fcrger, Nachbarn, Freunde, V\u00e4ter und M\u00fctter, dieses Bewusstsein wach zu halten.<\/p>\n<p>K\u00e4mpfen wir also daf\u00fcr, dass die Vielfalt Europas auch weiterhin durch reale und virtuelle Netzwerke in Beziehungen treten kann. Dass dadurch Verst\u00e4ndigung m\u00f6glich wird, die Verst\u00e4ndnis schafft. Und dass so Wohlstand und Frieden wachsen.<\/p>\n<p><em>Die Artikelreihe \u201e<strong>Europa kann es besser<\/strong>\u201c erscheint bis zur <strong>Europawahl<\/strong> im <strong>Handelsblatt<\/strong> auf Deutsch und in Deutsch und Englisch auf <strong>Handelsblatt Online<\/strong> und der Website von <strong>United Europe<\/strong>. Die Texte sind auch in einem Buch zusammengefasst, das am 15. April 2019 im <strong>Herder-Verlag<\/strong> erschienen ist. Weitere Informationen \u00fcber das Buch finden Sie hier.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00dcber Timotheus H\u00f6ttges:<\/strong><br \/>\nTimotheus H\u00f6ttges, geboren 1962 in Solingen, ist seit Januar 2014 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG. Er lebt in Bonn, ist verheiratet und hat zwei S\u00f6hne. Seine Begeisterung f\u00fcrs Unternehmertum entdeckte er schon als Sch\u00fcler bei seiner Arbeit auf dem Markt von Solingen. Seine Leidenschaft f\u00fcr Europa wurde als Jugendlicher geweckt, als er den Kontinent per Interrail erkundete.<br \/>\nVon 2009 bis zu seiner Berufung zum Vorstandsvorsitzenden leitete er im Telekom-Vorstand das Ressort Finanzen und Controlling. Von Dezember 2006 bis 2009 war er f\u00fcr den Bereich T-Home zust\u00e4ndig, zu dem das Festnetz- und Breitbandgesch\u00e4ft geh\u00f6rte. Von 2005 bis zu seiner Berufung in den Konzernvorstand war H\u00f6ttges im Vorstand der T-Mobile International f\u00fcr das Europagesch\u00e4ft zust\u00e4ndig. Von 2000 bis Ende 2004 war er Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Finanzen und Controlling und sp\u00e4ter Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung T-Mobile Deutschland.<br \/>\nH\u00f6ttges arbeitete nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln drei Jahre in einer Unternehmensberatung, zuletzt als Projektleiter. Ende 1992 wechselte er zum VIAG Konzern in M\u00fcnchen, wo er seit 1997 als Bereichsleiter, sp\u00e4ter als Generalbevollm\u00e4chtigter f\u00fcr Controlling, Unternehmensplanung sowie Merger und Acquisitions verantwortlich war.<br \/>\nH\u00f6ttges ist Vorsitzender des Kuratoriums der Telekom Stiftung, die sich im Bereich der natur- und ingenieurswissenschaftlichen Bildung engagiert. Zudem ist er Mitgr\u00fcnder der B\u00fcrgerstiftung Rheinviertel, die sich sozialen und karitativen Aufgaben im Bonner Rheinviertel widmet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEuropa ist nicht nur Ort. Es ist Stand-Ort. 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