{"id":10927,"date":"2018-10-23T20:11:11","date_gmt":"2018-10-23T18:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/2018\/10\/first-impressions-of-our-young-professional-seminar-in-budapest\/"},"modified":"2018-10-30T09:21:04","modified_gmt":"2018-10-30T08:21:04","slug":"zusammenfassung-fazit-unseres-young-professionals-seminar-in-budapest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2018\/10\/zusammenfassung-fazit-unseres-young-professionals-seminar-in-budapest\/","title":{"rendered":"Zusammenfassung &#038; Fazit unseres Young Professionals Seminar in Budapest"},"content":{"rendered":"<p>&amp;Am 12. und 13. Oktober 2018 fand zum ersten Mal ein <strong>Young Professionals Seminar<\/strong> von United Europe in <strong>Budapest<\/strong> statt. 25 Teilnehmer aus fast 20 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern besch\u00e4ftigten sich zwei Tage lang intensiv mit dem Thema <strong>&#8222;Europa der Regionen&#8220;<\/strong>. Die Gruppe repr\u00e4sentierte ein Vielzahl beruflicher Hintergr\u00fcnde und bestand unter anderem aus Analysten, Beratern, Abteilungsleitern, Vertretern von Kommunalverwaltungen und Journalisten \u2013 jeder und jede brachte seine und ihre eigene Geschichte zu Europa und eigene Ideen zum Europa der Regionen mit. Die Veranstaltung fand in der <strong>Andr\u00e1ssy Universit\u00e4t<\/strong> statt und wurde von <strong>Innogy<\/strong> gehosted. Ziel des Seminars war auch, zu erfahren, wie politische Institutionen die Realit\u00e4t junger Berufst\u00e4tiger abbilden und repr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p><strong>Europa der Regionen<\/strong> ist der Name eines politischen Konzepts zur F\u00f6rderung der Regionen in den EU-Mitgliedstaaten und zur Unterst\u00fctzung ihrer regionalen Autonomie. Zu ihrer Umsetzung wurde ein EU-Beratungsgremium eingerichtet, genannt <a href=\"https:\/\/cor.europa.eu\/en\">European Committee of the Regions (CoR)<\/a>. Das Komittee besteht aus lokal und regional gew\u00e4hlten Vertretern aus allen (noch) 28 Mitgliedstaaten. Durch den CoR k\u00f6nnen sie ihre Ansichten \u00fcber die EU-Rechtsvorschriften, die sich direkt auf Regionen und St\u00e4dte auswirken, austauschen und idealerweise beeinflussen.<br \/>\nVon diesem f\u00f6deralistischen Ansatz wird erwartet, dass er zu einer effizienteren Regionalverwaltung f\u00fchrt \u2013 geleitet durch mehr regionales Wissen und mehr B\u00fcrgern\u00e4he. Der Einfluss des Ausschusses soll sicherstellen, dass die Bed\u00fcrfnisse der Regionen geh\u00f6rt werden und wettbewerbsf\u00e4hig bleiben k\u00f6nnen \u2013 kurz gesagt, der CoR soll die Grunds\u00e4tze der Subsidiarit\u00e4t verk\u00f6rpern.<br \/>\n<strong>In vier Workshops<\/strong> diskutierten und erarbeiteten die Teilnehmer an zwei Tagen Geschichte, Wirkung, Funktion und Zukunft der europ\u00e4ischen Regionen zu vier verschiedenen Themen: <strong>Europ\u00e4ische Institutionen<\/strong> &#8211; und wie man die europ\u00e4ische Identit\u00e4t, <strong>Kultur<\/strong> \u2013 und wie man ihre Unterschiede darstellt, <strong>Wirtschaft<\/strong> &#8211; und wie regionaler Reichtum Einfluss haben kann &#8211; sowie <strong>Regionalismus<\/strong> \u2013 und wie es zu separatistischen Bewegungen kommt.<\/p>\n<p><strong>TAG 1<\/strong><br \/>\nZu Beginn wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch <strong>Dr. Georg Trautnitz<\/strong> begr\u00fc\u00dft, der den Lehrstuhl f\u00fcr Management, Organisation und CSR an der Andr\u00e1ssy University inne hat. In seiner Rede wies Dr. Trautnitz auf <strong>drei Grundgedanken<\/strong> eines Europas der Regionen hin:<br \/>\n<strong>1. Die Bedeutung der europ\u00e4ischen Vielfalt<\/strong><br \/>\nDie Idee der europ\u00e4ischen Integration soll nicht dazu dienen, die verschiedenen regionalen Identit\u00e4ten aufzul\u00f6sen. Im Gegenteil, die europ\u00e4ische Identit\u00e4t selbst setzt sich aus der Vielfalt der europ\u00e4ischen Regionen und ihren Besonderheiten zusammen.<br \/>\n<strong>2. Die Bedeutung der europ\u00e4ischen Einheit<\/strong><br \/>\nIm Vergleich zu China, den USA und Russland ist jedes Mitgliedsland der EU eine vernachl\u00e4ssigbare Einheit. Der einzige Weg, globale Prozesse zu beeinflussen, ist, als Einheit zu agieren. Die innere Vielfalt Europas muss durch eine \u00e4u\u00dfere Einheit ausgeglichen werden. Und diese Einheit kann nur durch institutionalisierte Formen der Beratung und des Kompromisses erreicht werden. Deshalb muss die Europ\u00e4ische Union etwas sein, mit dem sich ihre B\u00fcrger identifizieren k\u00f6nnen. Auch wenn wir unterschiedlich bleiben, brauchen wir eine europ\u00e4ische Identit\u00e4t.<br \/>\n<strong>3. Die Bedeutung von Differenzierung<\/strong><br \/>\nWir stehen vor sehr komplexen Problemen, Problemen, die mit der Funktionalit\u00e4t der europ\u00e4ischen Institutionen zusammenh\u00e4ngen und die mit den technologischen, demographischen und \u00f6kologischen Herausforderungen zusammenh\u00e4ngen, die vor uns liegen. Angesichts solcher Probleme ist es verlockend, simple L\u00f6sungen vorzuschlagen. Doch aus diesen Versprechen nach Einfachheit gewinnen populistischen Tendenzen in ganz Europa und dar\u00fcber hinaus ihre Macht. Wir m\u00fcssen dieser Versuchung widerstehen. Wir m\u00fcssen den Mut haben, uns an die Fakten zu halten und die Macht der Differenzierung zu nutzen. Die F\u00e4higkeit zur Unterscheidung ist eine der Kernkompetenzen von Akademikern, die es zu nutzen gilt.<\/p>\n<p>Danach debattierten <strong>Kata T\u00fctto<\/strong>, u.a. Gemeinder\u00e4tin im Budapester Bezirk XII und stellvertretendes Mitglied des Europ\u00e4ischen Ausschusses der Regionen, und <strong>Marcus Lippold<\/strong>, Hauptrepr\u00e4sentant der Saudi Petroleum Overseas Ltd. (Europa &amp; Russland) in London und ehemaliger Koordinator f\u00fcr die internationale Energiepolitik der EU in der Energiedirektion der Europ\u00e4ischen Kommission in Br\u00fcssel, \u00fcber die <strong>Vor- und Nachteile<\/strong> eines Europas der Regionen.<br \/>\nEr sei kein &#8222;gro\u00dfer Anh\u00e4nger von zu viel politischer Macht f\u00fcr die Regionen&#8220;, sagte Lippold. Seiner Meinung nach breche sie zu sehr den Entscheidungsprozess der EU und verz\u00f6gere ihn, was einen Wettbewerbsnachteil gegen\u00fcber gro\u00dfen Wirtschaftsbl\u00f6cken wie China darstelle, wo die Entscheidungsfindung viel schneller seien. Es trage auch nicht zum Zusammenhalt der EU bei, sondern biete den Regionen eine B\u00fchne, um abspalterische Aktivit\u00e4ten zu pr\u00e4sentieren \u2013 siehe zum Beispiel Katalonien, Flandern, Bayern oder Norditalien. Der CoR wurde als Antwort auf die wiederholte Kritik gegr\u00fcndet, dass die EU-Institutionen zu elit\u00e4r und undemokratisch seien. In den Augen der meisten B\u00fcrger sei dies aber noch immer der Fall ,und die meisten haben noch nie vom CoR geh\u00f6rt. F\u00fcr Lippold ist der <a href=\"https:\/\/www.covenantofmayors.eu\/\">Covenant of Mayors <\/a>eine viel interessantere Organisation zur L\u00f6sung der Herausforderungen von morgen (ebenfalls von der EU gegr\u00fcndet): St\u00e4dte treiben die Gesellschaften voran, immer mehr Menschen tendieren dazu, in St\u00e4dten zu leben, 70 % der Weltbev\u00f6lkerung leben bereits in St\u00e4dten oder deren Umland. \u201eIhre Herausforderungen sind \u00e4hnlicher und sie tragen auch zu den Regionen bei, so dass es viel sinnvoller ist, St\u00e4dte zusammenzubringen&#8220;, so Lippold. \u201eDen Regionen mehr politische Macht zu geben, w\u00fcrde ich wiedersprechen, das ist etwas, das besser auf nationaler Ebene geregelt wird. Nicht jede Zusammenarbeit muss entlang politischen Gesichtspunkten errichtet werden.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Kata T\u00fctt\u00f6<\/strong> verteidigte die Idee des CoR und antwortete, dass der Covenant of Mayors nicht mit dem CoR vergleichbar sei; es sei eine Bewegung und keine Organisation und habe das Ziel, B\u00fcrgermeister zu mobilisieren, \u201edie gr\u00fcne T\u00fcr\u201c zu durchschreiten und einen ganzheitlichen Ansatz f\u00fcr Klimaschutz und Anpassung zu verfolgen. Die meisten EU-Vorschriften m\u00fcssten auf lokaler Ebene umgesetzt werden. Die Einbeziehung der lokalen und regionalen Beh\u00f6rden sei f\u00fcr die Erreichung ehrgeiziger Klima- und Energieziele unerl\u00e4sslich. Die europ\u00e4ischen B\u00fcrgermeister streben nach lebenswerten St\u00e4dten, was kein industrieller und b\u00fcrokratischer Ansatz sei. Es gehe um den Aufbau von lokalen Gemeinschaften und das \u00dcberdenken der Stadtplanung vor dem Hintergrund des sich wandelnden Umfelds: Die die Art und Weise, wie wir arbeiten, wie wir unsere St\u00e4dte und \u00f6ffentlichen R\u00e4ume nutzen und was \u00f6ffentliche Dienstleistungen bieten. Sie wolle nicht den CoR per se verteidigen, aber sie glaube an das Konzept des Ausschusses der Regionen, es sei wichtig, dass im Gesetzgebungsprozess die Stimmen der St\u00e4dte und Regionen geh\u00f6rt werde, weil sie ihre Realit\u00e4t kennen und wissen, was funktioniert und was nicht. Sie wies darauf hin, dass die EU zum Beispiel sehr ehrgeizige Vorschriften f\u00fcr die Abfallverwertung habe. Diese Vorschriften werden von den lokalen und regionalen Beh\u00f6rden umgesetzt, wobei es gro\u00dfe Unterschiede zwischen den Regionen g\u00e4be. In vielen Regionen werden weniger als 10% ihrer Abf\u00e4lle deponiert, w\u00e4hrend andere eine 100%igen Deponierung h\u00e4tten. Es scheint unm\u00f6glich zu sein, in kurzer Zeit von 100 % auf 10 % zu kommen, ohne eine M\u00fcllverbrennungsanlage zu bauen, aber einige der Regionen seien in der Lage dazu und bereit, daran mitzuwirken. F\u00fcr eine starke EU sei es wichtig, starke Regionen und St\u00e4dte zu haben, innovative lokale F\u00fchrungskr\u00e4fte, die ihre Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, sich zu bew\u00e4hrten Verfahren austauschen und EU-Rechtsvorschriften erlassen.<\/p>\n<p>Nach einer lebhaften Diskussion zwischen den beiden Vertretern und den Teilnehmern begannen die Gruppenmitglieder, intensiv an ihren speziellen Herausforderungen zu arbeiten. Der Tag endete mit einer Schiffsfahrt und einem wunderbaren Abendessen auf der Donau \u2013 mit Blick auf die magisch erleuchtete Silhouette von Budapest.<\/p>\n<p><strong>TAG 2<\/strong><br \/>\nDer zweite Tag wurde durch eine herzliche Begr\u00fc\u00dfung von <strong>Marie-Theres Thiell<\/strong> eingeleitet, CEO von <strong>Innogy Ungarn<\/strong> und finanzielle Unterst\u00fctzerin dieses YPS.<br \/>\nFrau Thiell erz\u00e4hlte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Geschichte von Innogy in Ungarn und wie das Unternehmen in den Beziehungen zwischen den europ\u00e4ischen Regionen umgesetzt wird. Innogy Hung\u00e1ria ist eine Verwaltungsgesellschaft, die die Aktivit\u00e4ten von Innogy in Ungarn steuert, zu der derzeit ELM\u00dc-\u00c9M\u00c1SZ, einer der gr\u00f6\u00dften Energieinfrastrukturanbieter und -lieferanten in Ungarn, geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch Frau Thiell folgte ein kurzer Impulsvortrag von United Europe-Mitglied <strong>Anita Orban<\/strong>, der eine inspirierende Anregung f\u00fcr den zweiten Seminartag gab.<br \/>\nDen ganzen Tag \u00fcber arbeiteten die Gruppen an ihren Themenkomplexen, am sp\u00e4teren Nachmittag stellten sie die Ergebnisse vor.<\/p>\n<p><strong>SCHLUSSFOLGERUNGEN DER 4 ARBEITSGRUPPEN:<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Die Europ\u00e4ischen Institutionen und das Committee of the Regions<br \/>\n<\/strong>Die erste Gruppe untersuchte die institutionelle Bedeutung und das &#8222;Branding der EU&#8220; \u2013 dabei kamen sie zu Empfehlungen, um alle EU-B\u00fcrger besser in die Union einzubinden:<\/p>\n<p><em>1. Empfehlungen zur Verbesserung der Sichtbarkeit der EU-Institutionen, einschlie\u00dflich des AdR, und zum besseren Verst\u00e4ndnis der Vorteile der EU-Mitgliedschaft:<br \/>\n<\/em>\u2022 Es braucht mehr Einsicht in die die EU-Institutionen, einschlie\u00dflich des CoR, sowie ein besseres Verst\u00e4ndnis der B\u00fcrger f\u00fcr die Vorteile der EU-Mitgliedschaft:<br \/>\nDie daran beteiligten Personen \/ Vertreter der EU sollten daf\u00fcr vor Ort sein \u2013 das hei\u00dft: Sie m\u00fcssen versuchen, die Menschen in ihrem eigenen Wahlkreis direkt zu erreichen.<br \/>\n\u2022 Stakeholdergruppen \/ Akteure \u2013 alle m\u00fcssen sich ihrer zweifachen Verantwortung bewusstwerden: Eine davon ist die Organisation von Interessensgruppen seitens der lokalen Bev\u00f6lkerung, die zweite liegt bei der Politik, an der es liegt, innerhalb der institutionellen Seite b\u00fcrgernah zu arbeiten und Entscheidungen zu treffen.<\/p>\n<p>*Gruppen die es zu aktivieren gilt:<br \/>\n\u2022 B\u00fcrger<br \/>\n\u2022 Lokale Entscheidungstr\u00e4ger<br \/>\n\u2022 Mitglieder des COR<br \/>\n\u2022 MdEPs<br \/>\n\u2022 Lokaler Vertreter des Parlaments<br \/>\n\u2022 Lokaler Vertreter der Kommission<br \/>\n\u2022 Das Ziel ist es<br \/>\n\u2022 Sensibilisierung f\u00fcr EU \/ COR im Heimatland f\u00f6rdern<\/p>\n<p>*Diese Interessengruppen sollten sich auf einer gr\u00f6\u00dferen Ebene koordinieren. Als Best Practice kann man die EU-Wahlen 2019 nennen, die f\u00fchrenden Vertreter aus dem CoR schlie\u00dfen sich daf\u00fcr denen aus dem Europ\u00e4ischen Parlament an.<\/p>\n<p><em>2. Empfehlungen zur Verbesserung der Sichtbarkeit: Die B\u00fcrger sollten besser eingebunden werden<\/em><br \/>\n\u2022 um an lokalen Diskussionen teilnehmen, die von den EU-Institutionen organisiert werden (auch Praktika sind eine Option)<br \/>\n\u2022 Es soll mehr Aufrufe zur \u00f6ffentlichen Auseinandersetzung \u00fcber Europa, ihre Erwartungen an die Mitgliedschaft und ihre Bed\u00fcrfnisse geben:<br \/>\n\u2022 Die Interaktion zwischen dem Europarat und der EU soll erh\u00f6ht werden, zur St\u00e4rkung von Regionalismus, Dezentralisierung und lokaler Regierungsf\u00fchrung<\/p>\n<p><em>3. Eine bessere Medienstrategie, die mit der Aktivierung f\u00fcr die EU einhergeht:<\/em><br \/>\n\u2022 Institutionen sollten in einem besser verdaulichen Format kommunizieren.<br \/>\n\u201eTabloidisierung der EU\u201c wurde in dem Rahmen genannt<br \/>\n\u2022 Einbeziehung von Prominenten: lokale Akteure helfen bei der Vermarktung<br \/>\n\u2022 Umstrukturierung \/ Verbesserung von Euronews oder Aufbau eines neuen paneurop\u00e4ischen Kanals, z.B. mit Programmen wie dem BBC World zur F\u00f6rderung regionaler Formate (Umsetzung des US-Programms \u00fcber 100 Tage hinaus und Schaffung eines europ\u00e4ischen Programms). Dieser Sender muss finanziell und strukturell v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von der lokalen Regierung sein \u2013 und ein Programm bieten, das in jedem Mitgliedstaat ausgestrahlt wird.<br \/>\n\u2022 \u00dcberwindung der osteurop\u00e4ischen und westeurop\u00e4ischen Abgrenzungen<\/p>\n<p><strong>2. Kultur<\/strong><br \/>\nDie zweite Gruppe fand Ergebnisse f\u00fcr Beispiele zur kulturellen Integration sowie f\u00fcr Situationen, in denen Kultur instrumentalisiert wird.<br \/>\n\u2022 St\u00e4dtepartnerschaften, Kulturfestivals und Sprachaustausch erinnern an die Gemeinsamkeiten der EU. In \u00d6sterreich und Deutschland bzw. in Frankreich, Belgien, und Luxemburg spricht man die gleichen Sprachen und pflegt den regen Austausch.<br \/>\n\u2022 Es gibt jedoch eine starke Gegens\u00e4tzlichkeit zwischen dem Umgang der einzelnen europ\u00e4ischen Regierungen mit der Kultur und der Art und Weise, wie die Europ\u00e4ische Union dies tut:<br \/>\n\u2022 Das Thema ist jedoch sowohl ein Problem auf beiden Seiten des politischen Spektrums, obwohl es derzeit in erster Linie mit rechtsgerichteten Gruppen (Sinn Fein in Nordirland, linke katalanische Bewegungen usw.) verbunden ist.<\/p>\n<p>Schutz oder Vermarktung<br \/>\n\u2022 Die EU versucht, die Regionen zu f\u00f6rdern und zu vermarkten, aber die Regionen wollen den Schutz ihres eigenen Erbes und ihrer Individualit\u00e4t. Beispiele: Vielfalt innerhalb des Vereinigten K\u00f6nigreichs &#8211; nur ein Beispiel daf\u00fcr, wie Menschen sich Sorgen um den Verlust ihrer Identit\u00e4t machen. Um die Menschen ernst zu nehmen und ihre Sorgen zu zerstreuen, sollte die EU die regionale Identit\u00e4t sch\u00fctzen.<br \/>\n\u2022 Europ\u00e4ische Regierungen nutzen die nationale Identit\u00e4t als etwas, das die Europ\u00e4er teilt, anstatt sie zu vereinen (Orban, der Ungarn in anderen Teilen Europas P\u00e4sse aush\u00e4ndigt).<br \/>\n\u2022 Die &#8222;Amerikanisierung&#8220; Europas, ergo, die Schaffung einer &#8222;Vereinigten Staaten von Europa&#8220; ist aus kultureller Sicht nicht w\u00fcnschenswert. Die St\u00e4rke einer einheitlichen kulturellen Identit\u00e4t kann im lokalisierten Umfeld Europas nicht funktionieren wie auf dem nordamerikanischen Kontinent.<br \/>\nManipulation und Macht<br \/>\n\u2022 Der Einsatz von kulturellen &#8222;Werkzeugen&#8220; &#8211; einschlie\u00dflich Sprache und Bildung \u2013 wurde auch schon f\u00fcr politische Zwecke missbraucht.<br \/>\n\u2022 Beispiel Georgien: Russische Privatuniversit\u00e4ten, die nicht offiziell russisch sind, k\u00f6nnen einen auferlegten Charakter haben: Es wird ausschliesslich in Nicht-Lokalsprachen unterrichtet wird. Die Erziehung von jungen Georgiern in diesen Schulen kann als instrumental interpretiert werden. Das Land hat m\u00f6glicherweise nicht die Macht, regionale Einfl\u00fcsse von au\u00dfen zu \u00e4ndern.<br \/>\n\u2022 Ein \u00e4hnlicher Fall existiert in abgeschw\u00e4chter Form in Katalonien, wo Schulen mit &#8222;weniger Vielfalt&#8220; etabliert sind.<br \/>\nPositive Beispiele<br \/>\nDie Andrassy University ist ein positives Beispiel f\u00fcr den Transfer von Kulturerbe in die sprach- und regionalspezifische Ausbildung. Auch dieses Seminar verdeutlicht, dass grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit als zwischenmenschliche Erfahrung den &#8222;Ausl\u00f6ser der Europ\u00e4isierung&#8220; bilden kann.<\/p>\n<p><strong>3. Wirtschaft<\/strong><br \/>\nDie dritte Gruppe sammelte die folgenden Ergebnisse zum wirtschaftlichen Wohlstand der Regionen \u2013 ihren Urspr\u00fcngen \u2013 und pr\u00e4sentierte einige provokante Ideen zu den Folgen regionaler Unterschiede im BIP:<br \/>\n\u2022 Wirtschaftlicher Wohlstand gilt als Motor f\u00fcr die EU-Integration \u2013 und wird als entscheidender Faktor f\u00fcr die soziale und politische Stabilit\u00e4t eines Landes und einer Region angesehen. Drei wichtige Makrofaktoren tragen dazu bei.<br \/>\no EU-Institutionen, sie sind die wichtigsten Akteure bei der F\u00f6rderung und Etablierung des freien Handels mit Waren, Dienstleistungen und Kapital.<br \/>\no Nationale und lokale Regierungen, die die Steuer-, Rechts- und Haushalts- sowie Infrastrukturprogramme gestalten.<br \/>\no Der private und \u00f6ffentliche Sektor, welcher Expansion und technische Innovation sowie gro\u00dfe externe Investitionen abdeckt.<br \/>\n\u2022 Ein Wahlverhalten kann ein Land spalten \u2013 Beispiel Italien und Deutschland: rechtsextreme Bewegungen sind sehr regional und scheinbar in wirtschaftlich schw\u00e4cheren, weniger entwickelten Gebieten dominanter. Die Wahrscheinlichkeit, konservative bis nationale Parteien zu w\u00e4hlen, wird f\u00fcr die Regionen mit niedrigerem BIP als m\u00f6glicherweise h\u00f6her dargestellt. So w\u00fcrde die &#8222;die wirtschaftliche Realit\u00e4t die politische Realit\u00e4t&#8220; schaffen.<br \/>\n\u2022 Anstelle von F\u00f6rdergeldern werden Anreize in den Regionen ben\u00f6tigt, die noch zu entwickeln sind. Die in der Vergangenheit investierten F\u00f6rdergelder, die in schw\u00e4chere Regionen geflossen waren, haben in sehr vielen F\u00e4llen nicht zum Erfolg beigetragen- viele solcher F\u00f6rderprogramme gelten damit als gescheitert.<br \/>\nOffen bleibt die Frage, ob die EU die Standards f\u00fcr Bewerberl\u00e4nder oder Nicht-EU-Mitglieder senken soll (siehe Brexit-Szenarien).<\/p>\n<p><strong>4. Regionalismus<\/strong><br \/>\nDie vierte Gruppe stellte sich die Frage, wie man dem Regionalismus begegnen kann, und gab Empfehlungen zur St\u00e4rkung der Regionen bzw. der Integrationsbewegung innerhalb Europas:<br \/>\no Anerkennung f\u00fcr starke und schw\u00e4chere Regionen: Sie ben\u00f6tigen ein Gef\u00fchl von Bedeutung und Wert, auch ohne den gleichen wirtschaftlichen Beitrag leisten zu k\u00f6nnen.<br \/>\no Institutionalisierung der regionalen Zusammenarbeit mit EU-Fonds bzw. regionalen Anlagen<br \/>\no St\u00e4rkere Einbeziehung der lokalen B\u00fcrgerbewegungen aus den Regionen in die Entscheidungsprozesse der EU<br \/>\no Diskussion und Bewertung der Rolle des CoR, St\u00e4rkung der Kompetenzen dessen<br \/>\no Bewusstsein f\u00fcr Abh\u00e4ngigkeiten schaffen: Die vollumf\u00e4ngliche Bedeutung ders Terms Unabh\u00e4ngigkeit \u2013 in politischer, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und \u00f6kologischer Sicht \u2013 ist f\u00fcr viele B\u00fcrger nicht klar bzw. ihnen nichtbewusst.<br \/>\no Aufkl\u00e4rung muss geleistet werden, um verst\u00e4ndlich zu machen wie die EU funktioniert und wie Demokratie funktioniert.<br \/>\no Bek\u00e4mpfung von Ern\u00fcchterung und Nichtteilnahme in der Bev\u00f6lkerung<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche Punkte &#8211; Instrumente zur Bek\u00e4mpfung des Separatismus &#8211; finden Sie in dem Dokument &#8222;<a href=\"http:\/\/cdd.stanford.edu\/mm\/2018\/05\/ce-citizens-hack.pdf\">How citizens can hack the EU democracy<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p><strong>Links zu Video-Statements von Rednern und Teilnehmern:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kata T\u00fctt\u00f6<\/strong><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"1160\" height=\"653\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/1VIfyI7MGQ0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Markus Lippold<\/strong><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"1160\" height=\"653\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/rw1lGp_kw0s?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Anna Saraste, Finnland<\/strong><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"1160\" height=\"653\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/EyYbnlHHpw4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Vlado Planin\u010di\u0107, Bosnien &amp; Herzegowina<\/strong><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"1160\" height=\"653\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Af7oaKQGQL0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Camille Alleguede, Frankreich<\/strong><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"1160\" height=\"653\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/3E0xQ5Y3DDE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Marie-Theres Thiell, Innogy, Ungarn<\/strong><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"1160\" height=\"653\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/leJSh-eItys?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Die <strong>Young Professionals Seminare von United Europe<\/strong> sind Treffpunkte f\u00fcr <strong>internationale Verst\u00e4ndigung<\/strong>. Das Seminar in Budapest hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, Br\u00fccken zwischen Nationen, Kulturen und Menschen aus ganz Europa zu bauen.<br \/>\nEs gab den Teilnehmern die M\u00f6glichkeit, verschiedene Perspektiven \u2013 innerhalb und au\u00dferhalb der politischen EU \u2013 kennenzulernen und schuf Bindungen, da alle Teilnehmer das gemeinsame Interesse an der Stabilit\u00e4t und dem Dialog innerhalb Europas sahen. Zum Abschluss des Seminars berichteten viele der Young Professionals \u00fcber ein breites Spektrum an neu gewonnenen Erfahrungen. Sowohl die pers\u00f6nlichen Geschichten der Teilnehmer als auch die Meinungen der Referenten schufen eine Atmosph\u00e4re, die es uns erm\u00f6glicht h\u00e4tte, noch weitaus mehr Zeit miteinander zu diskutieren. Wir alle hoffen auf ein Wiedersehen mit allen Teilnehmern.<\/p>\n<p><strong>Wir danken Innogy und der Andr\u00e0ssy University f\u00fcr die Unterst\u00fctzung und die herzliche Gastfreundschaft!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&amp;Am 12. und 13. 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