{"id":10794,"date":"2018-09-27T19:11:10","date_gmt":"2018-09-27T17:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=10794"},"modified":"2018-09-27T19:12:15","modified_gmt":"2018-09-27T17:12:15","slug":"deutschland-strategiefaehiger-machen-ein-sachverstaendigenrat-fuer-strategische-vorausschau-ist-noetig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2018\/09\/deutschland-strategiefaehiger-machen-ein-sachverstaendigenrat-fuer-strategische-vorausschau-ist-noetig\/","title":{"rendered":"Deutschland strategief\u00e4higer machen. Ein Sachverst\u00e4ndigenrat f\u00fcr strategische Vorausschau ist n\u00f6tig"},"content":{"rendered":"<p>\u201eSeit geraumer Zeit wird im Kreise der Analysten die Strategielosigkeit deutscher Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik bem\u00e4ngelt. Es fehle an Koh\u00e4renz, der Formulierung von klaren ressort\u00fcbergreifenden Zielen und Interessen, Vorausschau, Leitlinien, Ressortabstimmung sowie der Entwicklung von alternativen Handlungsoptionen\u201c, schreibt <strong>Prof. James D. Bindenagel<\/strong>, ehemaliger U.S. Botschafter, Mitglied von United Europe e.V. und Leiter des <strong>Center for International Security and Governance<\/strong> an der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t Bonn. Gemeinsam mit <strong>Philip A. Ackermann<\/strong> schl\u00e4gt er vor, einen <strong>Sachverst\u00e4ndigenrat f\u00fcr strategische Vorausschau<\/strong> einzurichten, um die Strategief\u00e4higkeit Deutschlands zu erh\u00f6hen:<\/p>\n<p>\u201eDeutschland steht vor einer au\u00dfenpolitischen Z\u00e4sur. Die klassischen Bezugspunkte deutscher Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik sind aufgrund zahlreicher Krisen und dem Aufbrechen der Weltordnung einem grundlegenden Wandel ausgesetzt. Dieser Wandel macht eine Neuausrichtung deutscher Politik und Strategieentwicklung unbedingt notwendig. Jedoch dominiert in Deutschland nach wie vor eine strategische Kultur der Zur\u00fcckhaltung, Passivit\u00e4t und der moralischen Kompromisslosigkeit. Sie ist mit den neuen au\u00dfen- und sicherheitspolitischen Realit\u00e4ten nur schwer vereinbar. Zur Schaffung eines Ausgleichs ist die F\u00f6rderung einer breiten und \u00f6ffentlichen au\u00dfen- und sicherheitspolitischen Debatte auf Basis undogmatischer Analysen und Prognosen eine zentrale Voraussetzung. Strategische Planung, das Entwerfen von Zukunftsszenarien sowie das Absch\u00e4tzen von Risiken und Gefahren stellt eine M\u00f6glichkeit dar, einen solchen Ausgleich zu erreichen.<\/p>\n<p>Zwar hat die Bundesregierung den Bedarf an strategischer Analyse, Debatten und besserer Ressortzusammenarbeit erkannt. Jedoch st\u00e4rkt sie mit Blick auf den j\u00fcngsten Koalitionsvertrag ausschlie\u00dflich bestehende Strukturen innerhalb der Ministerien und den regierungsnahen Denkfabriken. Ein neuer Impuls f\u00fcr eine F\u00f6rderung der (\u00f6ffentlichen) strategischen Debatte k\u00f6nnte die Schaffung eines unabh\u00e4ngigen Sachverst\u00e4ndigenrates f\u00fcr strategische Vorausschau darstellen, dessen Form und Aufgabenbereich sich an dem Rat der Wirtschaftsweisen orientiert.&#8220;<br \/>\nDen gesamten Text <a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/view\/j\/sirius.2018.2.issue-3\/sirius-2018-3004\/sirius-2018-3004.xml\">finden Sie online hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSeit geraumer Zeit wird im Kreise der Analysten die Strategielosigkeit deutscher Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik bem\u00e4ngelt. 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