{"id":10535,"date":"2018-08-02T10:55:41","date_gmt":"2018-08-02T08:55:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.united-europe.eu\/?p=10535"},"modified":"2019-05-17T13:53:10","modified_gmt":"2019-05-17T11:53:10","slug":"mehr-rueckgrat-mehr-mut-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.united-europe.eu\/de\/2018\/08\/mehr-rueckgrat-mehr-mut-2\/","title":{"rendered":"Mehr R\u00fcckgrat, mehr Mut!"},"content":{"rendered":"<p>Am 2. August ist in der Tageszeitung <strong>DIE WELT<\/strong> ein <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article180365584\/Juergen-Grossmann-Europaeer-muessen-sagen-wo-sie-der-Schuh-drueckt.html\">Meinungsbeitrag <\/a>von unserem Gr\u00fcnder und Schatzmeister <strong>Dr. J\u00fcrgen Gro\u00dfmann<\/strong> erschienen. Darin ruft er europ\u00e4ische Unternehmer, Vorst\u00e4nde und F\u00fchrungskr\u00e4fte auf, sich mehr f\u00fcr Europa zu engagieren und mutiger in der Unterst\u00fctzung f\u00fcr die europ\u00e4ische Idee zu sein:<\/p>\n<p><strong>Wir m\u00fcssen unser Europa gleichberechtigt neben die Superm\u00e4chte stellen<\/strong><\/p>\n<p>Unkenrufe, Europa sei am Ende, sind falsch. Der Abgesang auf die Europ\u00e4ische Union basiert auf Fehlinterpretation aktueller politischer Ereignisse, gepaart mit Hysterie, Aufbauscherei von Handlungs- zu Problemfeldern und dem irrationalen Verhalten einzelner sehr kurzfristig denkender Politiker.<\/p>\n<p>Dennoch: Einige Gefahren und Probleme sind nicht von der Hand zu weisen: So ist der Aufstieg populistischer Parteien in zahlreichen L\u00e4ndern Europas die Antwort der B\u00fcrger auf das jahrelange Zaudern und Herumlavieren etablierter Volksvertreter und ihrer Weigerung, die Sorgen der eigenen Bev\u00f6lkerung ernst zu nehmen.<\/p>\n<p>Politik in Europa wird nur handeln, wenn wir B\u00fcrger sagen, wo uns der Schuh dr\u00fcckt! Statt sich jahrelang mit Irrsinnigkeiten wie der 52-seitigen Schnullerkettenverordnung oder der Kr\u00fcmmung von Gurken zu befassen, sollte die Br\u00fcsseler B\u00fcrokratie sich fragen, wie man Formalien und Rechtsunsicherheiten abbaut, um den europ\u00e4ischen Handel zu st\u00e4rken, um Digitalisierung, K\u00fcnstliche Intelligenz und damit die europ\u00e4ische Wertsch\u00f6pfungskette voranzubringen. Ein \u201eMade in Europe\u201c f\u00fcr unsere Produkte ist \u00fcberf\u00e4llig. Br\u00fcssel muss sich von einer rein kontrollierenden und Verordnungen produzierenden Instanz f\u00fcr Teile des Kontinents zu einer den globalen Erfordernissen angepassten Institution entwickeln. In deren Fokus geh\u00f6rt \u2013 neben gemeinsamer Au\u00dfen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik \u2013 Fortschritt, Integration und Subsidiarit\u00e4t \u2013 ohne weiter aufgebl\u00e4hte EU-Administrationen.<\/p>\n<p><em>Ren\u00e9 Obermann und Joe Kaeser verdienen Unterst\u00fctzung<\/em><br \/>\nUm solches durchzusetzen, sind besonders wir, europ\u00e4ische Unternehmer, Vorst\u00e4nde und F\u00fchrungskr\u00e4fte, gefordert. Setzen wir uns viel st\u00e4rker f\u00fcr die EU ein, formulieren wir, wie leistungsf\u00e4hig die EU bereits ist, was wir von ihr erwarten und wie notwendig die europ\u00e4ische Einigung bleibt: \u201eDenn ein anderes Europa haben wir nicht\u201c, so schrieb bereits letztes Jahr Ren\u00e9 Obermann in der ZEIT. Darin hat er europ\u00e4ische Unternehmer aufgerufen, mit der Politik einen \u201eNew Deal\u201c zu vereinbaren, sich intensiver f\u00fcr die St\u00e4rkung der EU, sowohl im wirtschaftlichen als auch im geistigen Wettbewerb, einzusetzen. Aber der gro\u00dfe Ruck in den F\u00fchrungsetagen der f\u00fchrenden Unternehmen ist \u2013 bis auf wenige Ausnahmen \u2013 ausgeblieben.<br \/>\nJetzt ist dankenswerterweise wieder einer aufgestanden, Siemens-Chef Joe Kaeser versucht die Dax-Unternehmen f\u00fcr seinen Kampf gegen Rechtsruck, Nationalismus und Protektionismus zu gewinnen. Doch bisher ist kaum jemand gefolgt. Aus Angst, Kunden zu verlieren? Das w\u00e4re nicht nur besch\u00e4mend, sondern auch kurzsichtig. In einem Europa, in dem Abschottungspolitik herrscht, wird freier Handel eingeschr\u00e4nkt \u2013 vielleicht sogar unm\u00f6glich. Sich jetzt wegzuducken, ist auf lange Sicht weit gef\u00e4hrlicher, als Flagge zu zeigen \u2013 Flagge gegen Populismus, Rassismus, Nationalismus und Protektionismus \u2013<br \/>\nf\u00fcr ein freies, wettbewerbsf\u00e4higes, diverses, subsidi\u00e4res und dabei trotzdem vereintes Europa.<\/p>\n<p><em>Nur zu sagen, was wir nicht wollen, hilft uns nicht weiter.<\/em><br \/>\nDenn wir haben viel zu verlieren: Die Erfolge der Europ\u00e4ischen Union als Garant f\u00fcr Frieden und Wohlstand sind unbestritten und werden von der gro\u00dfen Mehrheit der Europ\u00e4er anerkannt. Deshalb brauchen wir die EU, um heutigen globalen Herausforderungen ad\u00e4quat zu begegnen. Nur gemeinsam entwickeln wir L\u00f6sungen f\u00fcr Zukunftsfragen, setzen globale Standards. Und wir brauchen Freiz\u00fcgigkeit, die unseren Wohlstand sichert. Wenn die EU scheitert, kann vieles, was wir gelebt haben, worauf unser Wohlstand, unser Selbst-Bewusstsein und unsere Identit\u00e4t beruhen, zu Staub zerfallen. Dass Europa nicht perfekt ist, in die europ\u00e4ische Architektur einige \u201echecks and balances\u201c eingezogen geh\u00f6ren und gelegentlich der Geist von Etatismus und Zentrismus geortet wird \u2013 geschenkt! Definieren wir, wie wir uns das subsidi\u00e4re, transparente und schlanke Europa vorstellen, machen wir alle zusammen uns Gedanken, was jeder einzelne dazu beitragen kann, rufen wir unsere Grundwerte und die echte europ\u00e4ische Idee laut hinaus und verteidigen wir dieses Ideal!<\/p>\n<p>Pluralit\u00e4t in Europa hei\u00dft nicht identit\u00e4tsloses Multi-Kulti-Mischmasch, Solidarit\u00e4t nicht Transferunion, das muss sauber herausgearbeitet sein. Das hehre Ziel: Unser Europa gleichberechtigt neben den sich immer irrationaler geb\u00e4rdenden Superm\u00e4chten zu stellen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr m\u00fcssen auch wir unternehmerisch Verantwortliche uns einigen, mutiger sein in unserer Unterst\u00fctzung f\u00fcr die europ\u00e4ische Idee \u2013 selbst wenn solche Investitionen in Europa zu Lasten kurzfristiger Gewinne gehen sollten. Der Preis f\u00fcr den Zerfall der EU w\u00e4re weitaus gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p><em>J\u00fcrgen Gro\u00dfmann ist Unternehmer und Gr\u00fcnder der proeurop\u00e4ischen Initiative United Europe e.V.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 2. August ist in der Tageszeitung DIE WELT ein Meinungsbeitrag von unserem Gr\u00fcnder und Schatzmeister Dr. J\u00fcrgen Gro\u00dfmann erschienen. 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