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	<title>Young Leaders Advocacy Voices | United Europe</title>
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	<title>Young Leaders Advocacy Voices | United Europe</title>
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		<title>Stimmen aus dem Young Leaders Network: „Mit der Ukraine im Kern gebaut: Wie Europas Sicherheitsarchitektur von der Front aus neu gestaltet wird“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dyria Alloussi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 14:11:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Natalia Iskovych ist Teil des United Europe Young Leaders Network. Ursprünglich aus Lwiw (Ukraine), leitet sie derzeit eine NGO in der Ukraine und arbeitet zugleich in der Luft- und Verteidigungsindustrie&#8230;</p>
The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2026/03/voices-from-the-young-leaders-network-mit-der-ukraine-im-kern-gebaut-wie-europas-sicherheitsarchitektur-von-der-front-aus-neu-gestaltet-wird/">Stimmen aus dem Young Leaders Network: „Mit der Ukraine im Kern gebaut: Wie Europas Sicherheitsarchitektur von der Front aus neu gestaltet wird“</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-start="69" data-end="693"><em><strong data-start="69" data-end="89">Natalia Iskovych</strong> ist Teil des United Europe Young Leaders Network. Ursprünglich aus Lwiw (Ukraine), leitet sie derzeit eine NGO in der Ukraine und arbeitet zugleich in der Luft- und Verteidigungsindustrie in Deutschland. Darüber hinaus ist Natalia Gastprofessorin an der Kharkiv School of Architecture, wo sie den innovativen Kurs „Decolonizing the Sky“ entwickelt hat. Zudem ist sie als Expert Advisor für den State Digitalisation Index Council (Global Government Technology Centre, Kiew) tätig. Privat beschäftigt sie sich mit der Schnittstelle von Religion und Verhaltensforschung im Kontext menschlicher Resilienz.</em></p>
<h2 data-section-id="1wfvygb" data-start="700" data-end="758"><span id="die-sicherheitspolitische-debatte-europas-im-wandel"><span role="text"><strong data-start="703" data-end="758">Die sicherheitspolitische Debatte Europas im Wandel</strong></span></span></h2>
<figure id="attachment_26202" aria-describedby="caption-attachment-26202" style="width: 497px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" wp-image-26202" src="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-800x533.jpeg" alt="" width="497" height="331" srcset="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-800x533.jpeg 800w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-1160x773.jpeg 1160w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-120x80.jpeg 120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-90x60.jpeg 90w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-320x213.jpeg 320w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-560x373.jpeg 560w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-633x422.jpeg 633w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-150x100.jpeg 150w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-220x147.jpeg 220w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-240x160.jpeg 240w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-180x120.jpeg 180w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-640x427.jpeg 640w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-1120x746.jpeg 1120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-1266x844.jpeg 1266w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-300x200.jpeg 300w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884-440x293.jpeg 440w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2026/03/MSCxWEF_W0A0884.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 497px) 100vw, 497px" /><figcaption id="caption-attachment-26202" class="wp-caption-text">Panel with Natalia Iskovych,<br />Jovan Jovanovic and<br />Mark Voyger ; WEF Global Shapers Youth Survey</figcaption></figure>
<p data-start="760" data-end="1228">Der Februar in München hat seine eigene Grammatik. Die Flure der Sicherheitskonferenz tragen nicht nur Gespräche &#8211; sie tragen Konsequenzen. Dieses Jahr fühlte sich anders an als alles, was ich im vergangenen Jahrzehnt erlebt habe. Schärfer. Verdichteter. Jedes Panel, jeder hastige Kaffee zwischen den Sitzungen kreiste um denselben unausgesprochenen Druckpunkt: nicht, ob die europäische Sicherheit neu aufgebaut werden muss, sondern ob die Menschen in diesem Raum schnell genug handeln können, um tatsächlich etwas zu bewirken.</p>
<p data-start="1230" data-end="1627">Insgesamt machte das Side Event im Amerikahaus München &#8211; Bridging Generations: Ukraine and Europe&#8217;s Security Architecture &#8211; deutlich, dass strukturelle Verschiebungen bereits im Gange sind und dass die Jugend (in ganz Europa, einschließlich der Ukraine) hier ist, um sie zu beschleunigen.</p>
<p data-start="1629" data-end="1987">Man betrachte zum Beispiel die Eröffnung des Ukraine House als eine Art Erklärung. Jeder Staats- und Regierungschef, der diesen Pavillon betrat, konnte verstehen &#8211; ob offen ausgesprochen oder nicht &#8211; dass die Architektur, die wir bislang in abstrakten Begriffen diskutiert haben, andernorts im Osten bereits in Beton gegossen wird. Während die Ukraine um einen Platz am Tisch ersucht, hat sie zugleich begonnen, ihren eigenen zu bauen.</p>
<h2 data-section-id="1kqhurp" data-start="1994" data-end="2055"><span id=""></span></h2>
<h2 data-section-id="1kqhurp" data-start="1994" data-end="2055"><span id="-2"></span></h2>
<h2 data-section-id="1kqhurp" data-start="1994" data-end="2055"><span id="warum-die-ukraine-die-sicherheitsdebatte-veraendert-hat"><span role="text"><strong data-start="1997" data-end="2055">Warum die Ukraine die Sicherheitsdebatte verändert hat</strong></span></span></h2>
<p data-start="2057" data-end="2396">Der großflächige Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 hat nicht nur einen Krieg in Europa entfacht. Er hat eine grundlegende Annahme erschüttert, die das europäische strategische Denken über Jahrzehnte geprägt hat: dass groß angelegte militärische Konflikte ein kontrollierbares Risiko seien – und keine unmittelbare Realität.</p>
<p data-start="2398" data-end="2806">Was folgte, war nicht nur eine militärische Auseinandersetzung, sondern ein zivilisatorischer Test: der demokratischen Entschlossenheit, institutionellen Leistungsfähigkeit und der Bereitschaft, die eigenen Werte zu verteidigen. Die Ukraine hat diesen Test unter extremen Bedingungen bestanden – Tag für Tag, während weite Teile Europas noch darüber diskutierten, ob überhaupt Helme geliefert werden sollten.</p>
<p data-start="2808" data-end="3214">Vier Jahre später hat sich die Perspektive grundlegend verschoben. Die Ukraine wird nicht länger primär als Opfer betrachtet, das Unterstützung benötigt, sondern zunehmend als gestaltende Kraft innerhalb der europäischen Sicherheitsarchitektur. Die Front ist zugleich ein Labor. Der Krieg ist zugleich eine Schule. Und Europa muss – wenn es seine eigene Zukunft ernst nimmt – bereit sein, daraus zu lernen.</p>
<h2 data-section-id="hrqo80" data-start="3221" data-end="3264"><span id="erkenntnisse-aus-der-paneldiskussion"><span role="text"><strong data-start="3224" data-end="3264">Erkenntnisse aus der Paneldiskussion</strong></span></span></h2>
<p data-start="3266" data-end="3568">Das Panel im Amerikahaus brachte ukrainische Praktiker, europäische Verteidigungsexperten und eine neue Generation sicherheitspolitischer Denker zusammen. Auffällig war die geringe Geduld für die gewohnte Sprache von „Partnerschaft“ und „Unterstützung“. Stattdessen dominierte ein strukturelles Denken.</p>
<p data-start="3570" data-end="4002">Ein breiter Konsens bestand darin, dass die Ukraine über operative Erfahrungen verfügt, die sich von außen nicht reproduzieren lassen – von Drohnenkrieg und Cyberabwehr bis hin zur zivil-militärischen Koordination unter Dauerbeschuss und der gesellschaftlichen Resilienz einer Bevölkerung, die sich bewusst für Widerstand entschieden hat. Die zentrale Frage lautet: Sind Europas Institutionen in der Lage, dieses Wissen aufzunehmen?</p>
<p data-start="4004" data-end="4424">Ebenso prägend war die generationelle Dimension. Jüngere Teilnehmer – sowohl aus der Ukraine als auch aus Europa – argumentierten mit bemerkenswerter Klarheit. Sie sind weniger an Denkmustern des Kalten Krieges gebunden und stärker auf hybride, vernetzte und technologische Bedrohungen ausgerichtet. Für sie ist die Integration der Ukraine keine langfristige Vision, sondern eine unmittelbare strategische Notwendigkeit.</p>
<h2 data-section-id="1ebg7ph" data-start="4431" data-end="4473"><span id="drei-strategische-lehren-fuer-europa"><span role="text"><strong data-start="4434" data-end="4473">Drei strategische Lehren für Europa</strong></span></span></h2>
<h3 data-section-id="16klcvs" data-start="4475" data-end="4526"><span id="1-die-ukraine-als-sicherheitslabor-europas"><span role="text"><strong data-start="4479" data-end="4526">1. Die Ukraine als Sicherheitslabor Europas</strong></span></span></h3>
<p data-start="4528" data-end="4737">Die Ukraine ist zum weltweit intensivsten Testfeld für Kriegsführung im 21. Jahrhundert geworden. Die Entwicklung von Drohnen und autonomen Systemen auf dem ukrainischen Schlachtfeld schreitet schneller voran, als es jeder Beschaffungszyklus innerhalb der NATO nachvollziehen kann. Zivil-militärische Resilienz &#8211; die Fähigkeit einer Gesellschaft, anhaltende Angriffe zu verkraften, sich anzupassen, und weiterhin funktionsfähig zu bleiben &#8211; wird in Echtzeit erprobt und weiterentwickelt. Das ukrainische Verteidigungs- und Technologieökosystem bringt unter extremen Druck Innovationen hervor, für deren Entwicklung Europa in Friedenszeiten über konventionelle Baschaffungssysteme ein Jahrzehnt benötigen würde.</p>
<p data-start="4739" data-end="5132">Europa muss aufhören, diese Erkenntnisse als vorübergehende Anpassungen in Kriegszeiten zu betrachten, und stattdessen beginnen, sie als dauerhafte Beiträge zum kollektiven Verteidigungswissen zu institutionalisieren. Das bedeutet, formelle Mechanismen zu schaffen, um ukrainische operative Erfahrungen in die NATO-Doktrin, die EU Verteidigungsplanung und nationale Sicherheitsstrategien zu übertragen. Es bedeutet auch, ukrainische Expertise &#8211; und nicht nur ukrainische Ausrüstungsbedarfe &#8211; ins Zentrum der europäischen Verteidigungszusammenarbeit zu stellen.</p>
<h3 data-section-id="y8p6zq" data-start="5139" data-end="5202"><span id="2-neubewertung-der-europaeischen-sicherheitsarchitektur"><span role="text"><strong data-start="5143" data-end="5202">2. Neubewertung der europäischen Sicherheitsarchitektur</strong></span></span></h3>
<p data-start="5204" data-end="5439">Über Jahrzehnte basierte Europas Sicherheitsordnung auf transatlantischen Garantien und NATO-geführter Verteidigung. Dieses Modell hat Stabilität geschaffen, war jedoch nie als Ersatz für eigene strategische Handlungsfähigkeit gedacht.</p>
<p data-start="5441" data-end="5692">Heute entwickelt sich dieses Modell weiter. Der Krieg in der Ukraine beschleunigt eine Neubewertung der europäischen Sicherheitsgrundlagen. Die transatlantische Partnerschaft bleibt zentral – wird jedoch durch stärkere europäische Fähigkeiten ergänzt.</p>
<p data-start="5694" data-end="5928">In diesem Kontext gewinnt die Ukraine eine Schlüsselrolle: als militärischer Akteur, technologischer Innovator und Quelle institutionellen Lernens. Sie ist nicht nur Frontstaat, sondern Mitgestalter einer neuen Sicherheitsarchitektur.</p>
<h3 data-section-id="9kav0t" data-start="5935" data-end="6002"><span id="3-ein-generationenwechsel-im-sicherheitspolitischen-denken"><span role="text"><strong data-start="5939" data-end="6002">3. Ein Generationenwechsel im sicherheitspolitischen Denken</strong></span></span></h3>
<p data-start="6004" data-end="6148">Eine neue Generation prägt zunehmend die sicherheitspolitische Debatte. Sie denkt Sicherheit nicht primär in Abschreckung, sondern in Resilienz.</p>
<p data-start="6150" data-end="6174">Diese Generation betont:</p>
<ul data-start="6175" data-end="6374">
<li data-section-id="1bllzcf" data-start="6175" data-end="6232">die demokratische Legitimation von Sicherheitspolitik</li>
<li data-section-id="1pb5iws" data-start="6233" data-end="6284">die Rolle von Zivilgesellschaft und Technologie</li>
<li data-section-id="jfksy1" data-start="6285" data-end="6374">die Auflösung klassischer Trennlinien zwischen zivilen und militärischen Instrumenten</li>
</ul>
<p data-start="6376" data-end="6552">Das Panel im Amerikahaus machte diesen Wandel greifbar: Es war nicht nur ein Expertengespräch, sondern Ausdruck einer sich neu formierenden sicherheitspolitischen Gemeinschaft.</p>
<h2 data-section-id="1iqc8s8" data-start="6559" data-end="6632"><span id="europas-sicherheitszukunft-gestalten-integration-wissen-fuehrung"><span role="text"><strong data-start="6562" data-end="6632">Europas Sicherheitszukunft gestalten: Integration, Wissen, Führung</strong></span></span></h2>
<p data-start="6634" data-end="6683">Die strategischen Implikationen sind unmittelbar:</p>
<ul data-start="6685" data-end="7163">
<li data-section-id="zkzbwe" data-start="6685" data-end="6839"><strong data-start="6687" data-end="6719">Institutionelle Integration:</strong><br data-start="6719" data-end="6722" />Der EU-Beitritt der Ukraine ist nicht nur ein politischer Prozess, sondern Teil der Sicherheitsarchitektur Europas.</li>
<li data-section-id="1qbasyu" data-start="6841" data-end="6992"><strong data-start="6843" data-end="6863">Wissenstransfer:</strong><br data-start="6863" data-end="6866" />NATO, EU und nationale Institutionen müssen systematische Mechanismen entwickeln, um ukrainische Erfahrungen zu integrieren.</li>
<li data-section-id="156jtp0" data-start="6994" data-end="7163"><strong data-start="6996" data-end="7038">Investition in die nächste Generation:</strong><br data-start="7038" data-end="7041" />Die Einbindung ukrainischer Fachkräfte in europäische Strukturen ist zentral für eine zukunftsfähige Sicherheitsordnung.</li>
</ul>
<h2 data-section-id="1a12tcq" data-start="7170" data-end="7215"><span id="fazit-mitgestalter-nicht-beguenstigte"><span role="text"><strong data-start="7173" data-end="7215">Fazit: Mitgestalter, nicht Begünstigte</strong></span></span></h2>
<p data-start="7217" data-end="7491">Eine zentrale Erkenntnis bleibt: Europas Sicherheitsarchitektur wird nicht ausschließlich in Brüssel, Berlin oder Paris entworfen. Sie entsteht an den Frontlinien der Ukraine – in militärischen Strukturen, technologischen Innovationen und zivilgesellschaftlichen Netzwerken.</p>
<p data-start="7493" data-end="7613">Die Frage, ob die Ukraine zu Europa gehört, ist beantwortet. Entscheidend ist nun, wie diese Integration gestaltet wird.</p>
<p data-start="7615" data-end="7804">Die Ukraine ist kein Land, das in eine bestehende Ordnung aufgenommen wird. Sie ist ein Land, das maßgeblich an der Entstehung einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur beteiligt ist.</p>
<p data-start="7806" data-end="7906">Europas Sicherheit wird nicht nur mit der Ukraine gestaltet – sie wird durch die Ukraine mitgeprägt.</p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2026/03/voices-from-the-young-leaders-network-mit-der-ukraine-im-kern-gebaut-wie-europas-sicherheitsarchitektur-von-der-front-aus-neu-gestaltet-wird/">Stimmen aus dem Young Leaders Network: „Mit der Ukraine im Kern gebaut: Wie Europas Sicherheitsarchitektur von der Front aus neu gestaltet wird“</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Stimmen aus dem Young Leaders Network: „Sicherheit, die lähmt: Wie Deutschlands Sicherheits-Fokus Selbstwirksamkeit untergräbt“</title>
		<link>https://www.united-europe.eu/de/2026/02/stimmen-aus-dem-young-leaders-network-sicherheit-die-laehmt-wie-deutschlands-sicherheits-fokus-selbstwirksamkeit-untergraebt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dyria Alloussi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Feb 2026 20:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jon Golde ist Teil des United Europe Young-Leader-Programms. Er wurde in Deutschland geboren und absolviert derzeit einen Masterstudiengang an der Yale University in den USA. Zuvor war er zwei Jahre&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="flex flex-col text-sm pb-25">
<article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none [--shadow-height:45px] has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) [&amp;:has([data-writing-block])&gt;*]:pointer-events-auto scroll-mt-[calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))]" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:4e3860d5-267b-4a09-9639-0d6f627a08af-17" data-testid="conversation-turn-28" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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<p><em>Jon Golde ist Teil des United Europe Young-Leader-Programms. Er wurde in Deutschland geboren und absolviert derzeit einen Masterstudiengang an der Yale University in den USA. Zuvor war er zwei Jahre bei der Boston Consulting Group tätig, mit Schwerpunkt auf Restrukturierungen in der Konsumgüterbranche. Privat schreibt er gerne über die Schnittstelle von politischer Ökonomie und gelebter Erfahrung sowie über die Auswirkungen von Kultur, Institutionen und Anreizen auf individuelles Verhalten.</em></p>
<p>Wenn mir in meinen ersten sechs Monaten in den USA eines besonders klar geworden ist, dann das: Amerikaner – unabhängig von politischer Ansicht(en), sozialer Klasse und Werdegang – scheinen im Mittel ein höheres Grundniveau an Handlungsbereitschaft („agency“) in sich zu tragen. Spannenderweise ist bereits die Übersetzung des Wortes „agency“ nicht unkompliziert – so entspricht sie im Deutschen der Kombination aus Handlungsbereitschaft, -fähigkeit und dem Überzeugtsein vom Gelingen (im Englischen „self-efficacy“). In einfachen Worten entspricht es dem Gedanken „Wenn etwas kaputt ist, kann ich selbst erfolgreich etwas dagegen unternehmen“. Nicht fragen, ob es in seinem Verantwortungsbereich liegt, sondern Verantwortung aktiv annehmen. Es ist „fuck around and find out“, um es in einem englischen Sprichwort auszudrücken.</p>
<p>Als ich zum Studium in Yale ankam, erwartete ich zunächst ein eher elitäres Ivy-League-Umfeld – dem sprichwörtlichen Elfenbeinturm, abgekoppelt von der Realität. Stattdessen überraschte mich das hohe Maß an Engagement weit über die Grenzen des Campus hinaus: Der Großteil der Studenten engagierten sich für lokale Unternehmen, die Stadt, Minderheiten und Umweltschutz – institutionell durch die Universität gefördert. „Community“ ist das wohl am häufigsten erwähnte Schlagwort der ersten Wochen – und als „Community“ wollen und können wir gemeinsam besser werden. Menschen, die sich verhalten, als könnten sie die Realität verändern, bis sie es tun, bringen eine nicht zu unterschätzende Dynamik und Wirkung auf Dritte mit sich. Es mag möglicherweise auch ein Wettbewerbsgedanke dahinter stecken, welcher allerdings objektiv dem Gemeinwohl außerordentlich Wert schafft.</p>
<p>Zweifelsfrei – Deutschland hat ebenfalls hohes ehrenamtliches Engagement, die „stillen Helden“. Mir geht es auch nicht darum, diesen Aspekt abzustreiten oder dessen Wert zu reduzieren. Mir geht es vielmehr um strukturelle Ursachen, die zu einem reduzierten Gesamtengagement führen – und wie diese im Vergleich zu den USA gelagert sind. Rückblickend ist mein Eindruck, dass wir in Deutschland oft dazu neigen, Verantwortung nach oben auszulagern – sei es an die Kommune, Ausschüsse, Vertreter oder abstrakt an „das System“. Im Job wie auch im Leben. Wenn wir dies allerdings tun, wandelt sich Engagement zu Passivität: Wir werden ein Zuschauer mit oft starken Ansichten – hervorragend darin, diese zu äußern (so wie es in diesem Blog geschieht!), aber ohne das Mandatsgefühl („call to action“). Warum ich glaube, dass wir in Deutschland aus der Balance geraten sind, möchte ich in diesem Essay behandeln; und hierbei insbesondere unsere Arbeitswelt in den Fokus nehmen.</p>
<p>Diese Situation dürfte bekannt vorkommen: Ich bin in einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein aufgewachsen, deren Innenstadt schon damals – und heute weiter zunehmend – unter mangelnder Frequenz litt. Leere Schaufenster, wenig Laufkundschaft, keine neuen Ideen erreichen die Umsetzungsphase. Alle sehen es. Täglich. Beklagt wird sich reglich, was ich allerdings nicht ganz verstehe: Warum endet die Beteiligung an diesem Punkt?</p>
<p>Warum mündet Frustration so häufig in Resignation? Dem Liefern eines durchaus korrekten Grundes („Onlinehandel“), aber keiner Betrachtung von Lösungen und Alternativen? „Mach du es doch“ könnte sich ein Leser nun denken – und hier in New Haven unternehme ich auch gerade ein solches Projekt. Warum sei dies nicht der Fall in Deutschland? Ich glaube: Weil große Ideen nicht im gleichen Maße geschätzt werden. Als wäre Handeln naiv und Ausprobieren peinlich. Als wäre die einzige seriöse Haltung die Kritik. Warum stärken wir diejenigen nicht viel stärker, die sich etwas trauen?</p>
<p>Meine These: Wir alle tragen unabhängig des kulturellen Hintergrundes „agency“ in uns – welche allerdings gefördert und zugleich gefordert werden muss um langfristig zu bestehen. Wir haben allerdings über Zeit zu starke Institutionen erbaut, welche Individuen strukturell Handlungsbereitschaft und -wille abtrainieren. Wir haben ein dichtes und durchaus machtvolles Netz aus Vertretungen, Gewerkschaften, Zuständigen und Betriebsräten geschaffen, welches Bürger wie Beschäftigte von Akteuren zu Klienten wandelt.</p>
<p>Der Mechanismus ist meines Erachtens simpel: Wenn ein Schutz stark ist, Vertretung robust und Regeln dicht sind – dann lernen wir eine folgenschwere Lektion: „Jemand anderes trägt diesen Konflikt für mich aus“. Nicht immer. Nicht überall. Aber oft genug, um Kultur zu prägen.</p>
<p>Im Arbeitsleben ist dieses Modell besonders stark verankert. 2023 waren in Deutschland &gt;45% (OECD) der Beschäftigten durch Arbeitnehmervertretungen (z.B. Betriebs-/Personalräte) vertreten; in den USA sind es nur knapp 10%. Dazu kommt: Deutschland kennt umfassende Schutzrechte wie den expliziten rechtlichen Schutz vor Kündigungen, der für erfasste Beschäftigte eine „soziale Rechtfertigung“ nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) verlangt. Das ist in den USA so nicht der Fall – und ich mag ihren Begriff „employment at will“ wirklich. „I hate my job“ kann es nicht geben. „Change it, love it, leave it.“ In Deutschland werden Interessen von Arbeitnehmern demnach deutlich häufiger durch Dritte wahrgenommen.</p>
<p>Ohne Frage kann ich die Existenz dieser Institutionen nachvollziehen – es gibt Machtasymmetrien in diesem Kontext. Die unangenehme Frage, die sich mir stellt ist eher: Was bringen diese Strukturen den Individuen bei? In dem Ausmaß, in dem wir sie haben?</p>
<p>Wenn die Arbeitnehmervertretung für mich verhandelt, mein Vertrag weitgehend standardisiert ist, wenn Kündigungen stark begrenzt sind und umfassende Veränderung prozedural gelähmt ist – dann kann ein ganzes Berufsleben damit verbracht werden, eben genau die essentielle Muskulatur des Lernens, des Anstrengens und auch des Scheiterns zu trainieren. Genau diese Muskulatur ist aber das, was eine erfolgreiche Gesellschaft in wachsender, derzeit insbesondere extern gegebener Dynamik benötigt. Das umfasst beispielsweise:</p>
<ul>
<li>den eigenen „Marktwert“ zu verhandeln</li>
<li>proaktiv Tätigkeit und Rolle zu variieren</li>
<li>portable und nachgefragte Fähigkeiten aufzubauen</li>
<li>beruflich Risiko einzugehen und zu scheitern</li>
<li>für Ergebnisse einzustehen statt Prozesse zu verwalten</li>
<li>die eigene Komfortzone zu verlassen</li>
</ul>
<p>Unser Sicherheitsbedürfnis führt zu nichts anderem als einer politischen Ökonomie der Infantilisierung. Der Begriff „umzumutbar“ wird ins Unbegrenzte gedehnt. Schutz kippt in Paternalismus. Vertretung wird zu Stellvertretung. Wandel wird erstickt.</p>
<p>Keinesfalls möchte ich mit dieser Aussage Beschäftigte als unambitioniert darstellen; und auch nicht sagen, dass Betriebsräte inherent etwas schlechtes sind. Es ist jedoch so, dass jedes System, das Veto-Rechte vervielfacht, Transaktionskosten mit sich bringt. Absolute Absicherung scheint auch nicht zu höherem Risikobewusstsein – was durchaus denkbar wäre – zu führen, sondern Resignation. Individuen verlassen ihre Komfortzone eben durchaus ungern und oft auch nur aus Notwendigkeit. Keine Notwendigkeit, kein Verlassen der Komfortzone, kein Lernen. Die Abgrenzung der Komfortzone ist zweifelsohne unterschiedlich zwischen verschiedenen Individuen – und sicherlich gibt es Unterschiede in „Zumutbarkeit“ – aber nachhaltig gelernt wird außerhalb davon. Berufliches Scheitern als ein Extrem im Vergleich zum freiwilligen Berufswechsel oder eine Kündigung ist für jeden unangehm – führt sie aber eben genau dazu, dass Reflexion unvermeidbar wird, neue Fähigkeiten erlangt und neue Schritte gegangen werden. Gerade für Personenkreise, welche in diesem Kontext oft problematisierend herangezogen werden – die „Alten“ als Beispiel – wird und ist dies schwierig. Haben wir nicht aber selbst das Umfeld geschaffen, welches das Sein in einer Scheinwelt aus Sicherheit ermöglichte? Haben wir mit dieser Sicherheit diesen Personenkreisen wirklich einen Gefallen getan? Ohne Zweifel müssen wir diese Gruppen jetzt absichern, aber sollten wir die Gruppe dann noch weiter vergrößern?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich habe es erlebt: Arbeitsmittel, die von vielen im Alltag verwendet werden, blockiert vom Betriebsrat, weil sie „nicht offiziell freigegeben“ sind. Es sei unklar, ob ein iPad ergonomisch sei – effizienter als Papier ist es in jedem Fall, aber das sei wohl nicht der relevante Punkt. Wir sehen ebenfalls komplexe Multi-Gremien-Architekturen in Großunternehmen, oft stolz als „best practice“ beschrieben. In solchen Umfeldern stirbt Fortschritt nicht in einem dramatischen Moment; sie stirbt in tausend kleinen prozeduralen Toden. Hilft der Betriebsrat den Arbeitnehmern hier? Ich denke nicht – im Ergebnis verschiebt er die Aneignung von IT-Fähigkeiten noch weiter nach hinten. Mir ist „solider Umgang mit Stift und Klemmbrett“ schon länger nicht mehr in Stellenausschreibungen begegnet.</p>
<p>Aus dieser Sicherheit scheint sich auch ein verhaltensbezogener Schatten zu ziehen: Deutsche Beschäftigte meldeten sich 2023 im Schnitt mehr als 15 Kalendertage krank (DESTATIS). Das sind etwa 6% aller Arbeitstage eines Jahres – wir verlieren im hohen Maße Produktivität. Jedes. Jahr.</p>
<p>Natürlich wird dieser Zahl nie null sein können. Aber wenn wir ehrlich sind: Waren alle diese Krankheitstage wirklich unvermeidbar? Ist es sozial nicht bereits akzeptabel geworden, sich krankzumelden, weil man es „heute nicht fühlt“? Am Montagmorgen nach einem intensiven Wochenende „einfach mal Ruhe braucht“? Würde dann jemand aufstehen und das offen hinterfragen – oder wäre die häufigste Reaktion Akzeptanz und Bestätigung? Aus meiner Erfahrung scheint es einen stillen Konsens zu geben, dass das „ja hin und wieder okay ist“. Darin liegt ein spannender Widerspruch: Wenn wir wirklich so besorgt über Krankheit wären – die „mental health crisis“ – dann sollten wir doch vorsichtig sein, diesen Anlass nicht durch beiläufiges Ausnutzen zu verwässern. Wenn alles „Krankheit“ wird, verliert die echte Krankheit selbst Bedeutung.</p>
<p>Denn „agency“ ist nicht nur ein Thema für junge Gründer, Startups und Unternehmensberatungen. Es ist das „Selbstregieren“ im Alltag: was jemand tut, wenn niemand zuschaut. Ich finde das Beispiel des US-Warenhauses Nordstrom in diesem Zusammenhang interessant – ein lehrbuchmäßiger Fall zu Inzentivierung und Handlungsbereitschaft. Zum Hintergrund: Nordstrom hat für das Verkaufspersonal lange Zeit eine weitgehend kommissionsbasierte Vergütungsstruktur genutzt – ohne Grenze nach oben. Herausragende Leistung wurde mit herausragender Vergütung entlohnt. Es gab kein umfassendes Regelwerk, im Mitarbeiterhandbuch gab es nur einen einzigen Satz: „Handle, als wäre das hier dein Unternehmen“.</p>
<p>Sehr stark, wie ich finde – und kraftvoll: Mitarbeiter „machten“ nicht nur ihren Job als Verkäufer. Sie bauten tiefe Beziehungen zu Kunden auf, lieferten Waren eigenständig zum Kunden, trafen diese im Café und entwickelten beiderseitiges Vertrauen. Nordstrom wurde in den USA zum Synonym für außergewöhnlichen Service und einer der beliebtesten Arbeitgeber im Segment.</p>
<p>„Das muss doch stressig sein“? Aus meiner Sicht ist das Modell ganz klar ein leistungsgerechtes und führt nicht zu Überlastung. Als in den frühen 1990er Jahren eine Gewerkschaft versuchte, Nordstrom-Verkäufer zu vertreten, stimmte die Belegschaft am Ende auch klar dafür, der Gewerkschaft das Mandat sofort wieder zu entziehen. Es gab keinen Bedarf an Überprüfung, ob Hauslieferungen nicht „unzumutbar“ wären, ob ein Café-Besuch „im Arbeitsvertrag vorgesehen sei“ oder sonstige Selbstbeschäftigung betreibt. Das Provisionsmodell wurde nicht als Ausbeutung, sondern als Chance verstanden. Es gab Chance und Anreiz, sich zu verbessern statt ein Regelwerk, welches Verbesserung verhindert.</p>
<p>Für mein Argument ist nicht entscheidend, ob „Gewerkschaften selbst gut oder schlecht“ sind. Entscheidend ist der kulturelle Unterschied dessen, worauf das System optimiert:</p>
<ul>
<li>Im Provisionsmodell lernt das Individuum: Leistung &gt; Belohnung</li>
<li>In stark standardisierten Systemen lernt das Individuum: Compliance &gt; Stabilität &gt; Persistenz</li>
</ul>
<p>Klar gibt es unterschiedliche Voraussetzungen, die einen guten Verkäufer ausmachen – es gibt aber auch keine Pflicht bei Nordstrom zu arbeiten (Stichwort „at will employment“). Im Umkehrschluss gibt es dann aber auch kein Anrecht auf Vergütung deutlich über Marktdurchschnitt. Das Modell erzwingt „agency“: Individuen sind vollständig für das Ergebnis verantwortlich – und das fördert Kreativität, die Suche nach „dem, was funktioniert“ und kontinuierliche Anpassung.</p>
<p>Die Trinkgeldkultur in US-Restaurants geht in eine ähnliche Richtung: Trinkgeld wird nicht standardmäßig zwischen der Belegschaft gepoolt; es ist an die einzelne Servicekraft gekoppelt. Es ist explizit um die Idee gebaut, dass individuelle Leistung direkt belohnt wird.</p>
<p>Noch einmal: Ich ziele nicht auf Arbeitnehmervertretung in ihrer Existenz ab. Mein Argument führt weiter als „Betriebsräte sind etwas schlechtes“. Mein Argument ist: Wir sind so investiert darin, Unsicherheit und Risiko möglichst vollständig auszuschließen, dass wir zeitlich die Bedingungen eliminieren, unter denen Menschen lernen. Denn lernen braucht Reibung:</p>
<ul>
<li>die Möglichkeit zu scheitern</li>
<li>die Notwendigkeit, sich anzupassen</li>
<li>das Unbehagen in Verhandlungen</li>
<li>das Risiko, seinen Kurs ändern zu müssen</li>
</ul>
<p>Der Einfluss von künstlicher Intelligenz (KI) macht mir in diesem Kontext besonders Sorgen. Im Zeitalter von KI steigen die Kosten von niedriger Handlungsbereitschaft und Veränderungswillen enorm. Ein Arbeitsmarkt, der sich nicht schnell umstellen oder Berufe weiterentwickeln kann, wird keinesfalls „humaner“ – er wird global weniger wettbewerbsfähig und täuscht eine gute Absicht vor, die für das Individuum kaum schlechter sein könnte: Sicherheit, die de facto nicht existiert.</p>
<p>Ich sprach vor einiger Zeit mit einem CEO eines deutschen Mittelständlers und fragte, ob KI bereits finanziell messbare Gewinne geliefert habe. In deren Fall war die Belegschaft ironischerweise angewachsen: es wurden zusätzliche Mitarbeiter benötigt, um KI-Fähigkeiten in den Abteilungen erst einmal aufzubauen. Wie sollen Produktivitätsgewinne aber jemals zeitnah in Wettbewerbsfähigkeit übersetzt werden, wenn Personalabbau extrem schwierig oder prohibitiv teuer ist? Wenn Effizienz nicht zu strukturellem Fortschritt führen kann, weil aus Sorge am Status Quo festgehalten wird? Innovation bleibt am Ende nur eine Übung der Buchhaltung.</p>
<p>Amazon trennte sich in den USA zuletzt von nahezu 10% der Belegschaft – nach massiver Investition in Automatisierung durch KI. Wie soll ein Otto-Versand hier wettbewerbsfähig bleiben? Zwar hat Otto zuletzt ebenfalls Stellen abgebaut – betreffend allerdings deutlich geringer entlohnten Tätigkeiten im Kundenservice (Amazon: „white collar“) und im Gesamtumfang von etwa einem Prozent. Zeitgleich kann Amazon die Gewinne prinzipiell in günstigere Preise stecken – und somit langfristig Otto den Rang ablaufen.</p>
<p>Die Frage für Deutschland ist simpel: Wenn Unternehmen ihre Kostenbasis nicht flexibilisieren können, wenn Technologie Produktivität erhöht – wie sollen sie dann gegen diejenigen wettbewerbsfähig bleiben, die es können?</p>
<p>Das Paradox in diesem Kontext scheint klar: Wenn wir Stellen zu hart schützen, hören wir auf, Menschen zu schützen. Schutz im Kapitalismus und einer sich ständig wandelnden Wirtschaft ist eben kein „garantierter Platz“. Es ist Weiterentwicklung, Mobilität, Selbstvertrauen – und die Natürlichkeit, selbst für Dinge einzustehen. Ein anderes Paradigma wäre: Übergänge zu schützen, nicht Stagnation. Der umtriebige Gedanke, nun verstärkt KI zu regulieren scheint im Kontext Wettbewerbsfähigkeit ebenfalls abwegig: Das kann die EU natürlich machen, unwahrscheinlich scheint aber, dass die USA in irgendeiner Form mitziehen würden.</p>
<p>Wenn Deutschland prosperieren will, müssen wir unseren Gesellschaftsvertrag meiner Meinung nach um ein Prinzip erweitern: Entwicklung schützen, nicht Positionen. Das könnte heißen:</p>
<ul>
<li>ein kulturelles Umdenken zu mehr Eigenverantwortung am Arbeitsplatz</li>
<li>Abbau von Schutzrechten mit langfristigen Anreizkonflikten</li>
<li>Flexibilisierung von Arbeitsmodellen</li>
<li>stärkere Unterstützung für zielführende Weiterentwicklung statt dem Einfrieren von Organigrammen</li>
<li>Betriebsräte, die sich vom „Veto“ zum „Co-Architekten“ entwickeln – Leitplanken plus Geschwindigkeit, nicht Leitplanken gegen Geschwindigkeit</li>
</ul>
<p>Ja, Scheitern in einer Karriere kann schmerzhaft sein. Vorübergehend. Aber was es nicht ist: moralisches Versagen. Es ist nicht das Ende. In den USA existiert ein „härteres“ System  – aber auch eine breitere kulturelle Akzeptanz, dass Neuerfindung normal ist. Veränderung stetig ist. Dieses Mindset ist nicht Grausamkeit. Es ist Energie und Entusiasmus.</p>
<p>Deutschland muss nicht Amerika werden. Aber Europa kann es sich nicht leisten, ein Museum zu werden: null Risiko, wunderschön reguliert, stolz geschützt, aber leise im Niedergang.</p>
<p>Wann haben wir Sicherheit mit Reife verwechselt? Ab wann haben wir begonnen, Mittelmaß zu tolerieren?</p>
<p data-start="9906" data-end="9964" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Von Jon Henrik Golde</em></p>
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		<title>Stimmen aus dem Young Leaders Network: &#8222;Individualismus hat seinen Preis: Wie sich das Verständnis von Teamarbeit in Organisationen wandelt&#8220; I Von Elisabeth Ulshöfer</title>
		<link>https://www.united-europe.eu/de/2025/08/stimmen-aus-dem-young-leaders-network-individualismus-hat-seinen-preis-wie-sich-das-verstaendnis-von-teamarbeit-in-organisationen-wandelt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dyria Alloussi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Aug 2025 09:59:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Advocacy-Programm]]></category>
		<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die europäische Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. Selbstverwirklichung, flexible Modelle und ortsunabhängiges Arbeiten sind längst keine Zukunftsvisionen mehr – sie prägen bereits den Alltag. Der Wunsch nach Individualität ist fest&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-start="104" data-end="611">Die europäische Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. Selbstverwirklichung, flexible Modelle und ortsunabhängiges Arbeiten sind längst keine Zukunftsvisionen mehr – sie prägen bereits den Alltag. Der Wunsch nach Individualität ist fest verankert: Beschäftigte streben nach Autonomie, Entscheidungsfreiheit und der Möglichkeit, Beruf und persönliche Lebensumstände stärker in Einklang zu bringen. Doch was bedeutet das für die Organisation als soziale Struktur? Und was bleibt vom klassischen Teamgedanken?</p>
<p data-start="613" data-end="1217">Individualisierung gilt in der Theorie als Motor für Kreativität, Motivation und Verantwortungsbewusstsein. Menschen, die sich frei entfalten können, arbeiten häufig leidenschaftlicher und innovativer. In der Praxis zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild: Während viele Organisationen erfolgreich persönliche Freiheit und Gemeinschaft verbinden, geraten andere ins Wanken – zu viel Eigeninteresse kann zu Zersplitterung, Isolation und einem schleichenden Verlust von Zugehörigkeit führen. Die zentrale Herausforderung liegt im Ausgleich zwischen individueller Freiheit und einem gemeinsamen Sinn.</p>
<p data-start="1219" data-end="1641">Dieser Wandel vollzieht sich in einer kulturell vielfältigen Landschaft. In Nordeuropa hat Individualismus tiefe historische Wurzeln, während in Teilen Süd- und Osteuropas stärker kollektivistische Ansätze fortbestehen. Unternehmen bewegen sich damit in einem Spannungsfeld: Sie müssen Vielfalt anerkennen und zugleich ein gemeinsames Fundament für Zusammenarbeit schaffen – über nationale und kulturelle Grenzen hinweg.</p>
<p data-start="1643" data-end="2166">Auch die Natur von Teams verändert sich. Das klassische Bild – ein eng verbundener Kreis, der täglich interagiert – verliert an Bedeutung. Heute bestehen Teams oft aus räumlich verstreuten Menschen, die flexibel und häufig remote arbeiten. Was früher selbstverständlich durch gemeinsame Räume, Rituale und spontane Begegnungen entstand, muss heute bewusst gepflegt werden. Fehlt dieser soziale Kitt, drohen Teams zu losen Netzwerken zu werden, deren Zusammenhalt nachlässt und deren Sinnhaftigkeit schwer greifbar bleibt.</p>
<p data-start="2168" data-end="2579">Gerade deshalb braucht es ein neues Verständnis von „Gemeinschaft“. Die Antwort liegt nicht in starren Strukturen oder erzwungener Gleichförmigkeit, sondern in der aktiven Auseinandersetzung mit Vielfalt. Organisationen brauchen unterschiedliche Persönlichkeiten, Perspektiven und Ideen. Vielfalt ist keine Störung, sondern eine Stärke – vorausgesetzt, sie wird durch ein gemeinsames Wertefundament verbunden.</p>
<p data-start="2581" data-end="3001">Persönliche Freiheit sollte daher nicht als Gegensatz zu Teamarbeit verstanden werden, sondern als Quelle kollektiver Intelligenz. Individuelle Autonomie ist kein Hindernis, sondern eine Ressource, die – richtig eingebunden – Innovation und gemeinschaftlichen Erfolg befördert. Voraussetzung ist ein stabiles kulturelles Fundament, das persönliches Wachstum nicht einschränkt, sondern auf ein größeres Ziel ausrichtet.</p>
<p data-start="3003" data-end="3544">Ein anschauliches Beispiel bietet die Europäische Union. Sie vereint eine Vielfalt an Kulturen, Sprachen, Interessen und Traditionen. Ihr Ziel ist es nicht, Unterschiede zu beseitigen, sondern durch gemeinsame Werte – wie die Idee eines geeinten Europas, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Kooperation – Einheit zu schaffen. Dieses Prinzip lässt sich auch auf Organisationen übertragen: Unterschiedliche Persönlichkeiten, Arbeitsstile und Sichtweisen müssen nicht vereinheitlicht, sondern auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet werden.</p>
<p data-start="3546" data-end="4008">Doch dieses Fundament darf nicht abstrakt bleiben. Es muss im Arbeitsalltag spürbar sein – durch klare Werte, gelebte Rituale und Räume für echten Austausch. So entsteht Zugehörigkeit und das Gefühl: Auch wenn jeder seinen eigenen Weg geht, arbeiten doch alle auf dasselbe Ziel hin. Ein neues Verständnis von Team wächst heran – nicht als starre Einheit, sondern als dynamisches, intelligentes Netzwerk, das Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern von ihr lebt.</p>
<p data-start="4010" data-end="4382">So wird Individualismus nicht zum Gegenspieler der Teamarbeit, sondern zu ihrer Weiterentwicklung. In einer modernen, vielfältigen Arbeitswelt hängt Erfolg nicht mehr davon ab, dass alle gleich denken oder handeln. Entscheidend ist, dass Menschen von gemeinsamen Prinzipien getragen werden – und den Sinn ihrer Arbeit nicht nur begreifen, sondern im Miteinander erleben.</p>
<p data-start="4384" data-end="4698">Die erfolgreichsten Organisationen der Zukunft werden daher nicht zwischen Individualität und Gemeinschaft wählen. Sie werden beides kunstvoll miteinander verweben. Nur wer Vielfalt feiert und zugleich in einer starken kollektiven Kultur verankert, wird in einer zunehmend komplexen und vernetzten Welt bestehen.</p>
<p data-start="4384" data-end="4698"><em>Autorin: Elisabeth Ulshöfer, Senior Manager at Vindelici Advisors AG &amp; Young Leader bei United Europe e.V. </em></p>
<p data-start="4384" data-end="4698"><em>&#8222;Das Mentoringprogramm von United Europe bot mir wertvolle Perspektiven durch eine erfahrene Führungskraft außerhalb meiner eigenen Branche. Unsere erkenntnisreichen Gespräche eröffneten neue Denkweisen und wirkten als Katalysator für meine persönliche und berufliche Weiterentwicklung. Der Austausch brachte sowohl Klarheit als auch Inspiration – ich kann eine Bewerbung für die nächste Runde des Mentoringprogramms von ganzem Herzen empfehlen.&#8220;</em></p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2025/08/stimmen-aus-dem-young-leaders-network-individualismus-hat-seinen-preis-wie-sich-das-verstaendnis-von-teamarbeit-in-organisationen-wandelt/">Stimmen aus dem Young Leaders Network: „Individualismus hat seinen Preis: Wie sich das Verständnis von Teamarbeit in Organisationen wandelt“ I Von Elisabeth Ulshöfer</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Stimmen aus dem Young Leaders Network: &#8222;Datenkultur in Organisationen fördern, um KI besser zu nutzen&#8220; I Von Felix Rank</title>
		<link>https://www.united-europe.eu/de/2025/07/stimmen-aus-dem-young-leaders-network-datenkultur-in-organisationen-foerdern-um-ki-zu-nutzen-i-von-felix-rank/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dyria Alloussi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Jul 2025 15:23:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Advocacy-Programm]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wenn ein neues digitales Tool veröffentlicht wird, blicken viele auf die Zeit, die es braucht, um eine Million Nutzer zu erreichen. Als Twitter 2006 an den Start ging, dauerte&#8230;</p>
The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2025/07/stimmen-aus-dem-young-leaders-network-datenkultur-in-organisationen-foerdern-um-ki-zu-nutzen-i-von-felix-rank/">Stimmen aus dem Young Leaders Network: „Datenkultur in Organisationen fördern, um KI besser zu nutzen“ I Von Felix Rank</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-start="55" data-end="415"><strong data-start="55" data-end="415">Immer wenn ein neues digitales Tool veröffentlicht wird, blicken viele auf die Zeit, die es braucht, um eine Million Nutzer zu erreichen. Als Twitter 2006 an den Start ging, dauerte dies zwei Jahre. Dropbox brauchte sieben Monate, während Instagram bereits nach zweieinhalb Monaten die Marke knackte. ChatGPT erreichte diesen Meilenstein in nur fünf Tagen.</strong></p>
<p data-start="417" data-end="741">Der Aufstieg digitaler Werkzeuge – wie etwa Chat-gestützter Sprachmodelle (LLMs) – die sich nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Kontext weltweit verbreiten, wirft eine zentrale Frage auf:<br data-start="619" data-end="622" /><strong data-start="622" data-end="741">Wie kann man mit technologischen Entwicklungen Schritt halten, wenn sich der Fortschritt immer schneller vollzieht?</strong></p>
<p data-start="743" data-end="1466">Gerade in der europäischen Industrie, wo steigende Ressourcenkosten (einschließlich Energie) sowohl etablierte Unternehmen als auch Start-ups unter Druck setzen, müssen Firmen datengetriebener werden, um global wettbewerbsfähig zu bleiben. Dieser Trend beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Industrie. Auch politische Entscheidungsträger und die breite Öffentlichkeit können davon profitieren, sich mit Daten und Algorithmen vertraut zu machen.<br data-start="1190" data-end="1193" />Künstliche Intelligenz basiert auf Daten, und in jeder Machine-Learning-Pipeline entfällt der Großteil der Zeit auf die Datenaufbereitung. Die Grundlage für das Verständnis und den erfolgreichen Einsatz von KI-Systemen liegt daher in der Entwicklung von <strong data-start="1447" data-end="1465">Datenkompetenz</strong>.</p>
<p data-start="1468" data-end="1637"><strong data-start="1468" data-end="1637">Doch wie können die genannten Zielgruppen datengetriebener werden, wenn es an Fachkräften mangelt und die Bereitschaft zur Anpassung an neue Technologien gering ist?</strong></p>
<p data-start="1639" data-end="2080">Auf strategischer Ebene liegt die Antwort im Aufbau einer <strong data-start="1697" data-end="1712">Datenkultur</strong> innerhalb von Organisationen. Wie der Begriff vermuten lässt, handelt es sich um einen kulturellen Wandel, der mit gezieltem Change Management einhergehen muss. Gleichzeitig müssen Menschen technologische Fähigkeiten in dem Maße erwerben, wie es ihre derzeitige oder zukünftige Rolle erfordert.<br data-start="2007" data-end="2010" /><strong data-start="2010" data-end="2080">Datenkultur ist somit ein Mittel zur Erlangung von Datenkompetenz.</strong></p>
<p data-start="2082" data-end="2481">Zur Unterstützung dieses kulturellen Wandels kann das aus dem Marketing stammende <strong data-start="2164" data-end="2179">AIDA-Modell</strong> ein hilfreicher Rahmen sein. Ursprünglich entwickelt, um die Phasen zu beschreiben, die ein Kunde vor einer Kaufentscheidung durchläuft, lässt sich AIDA (Attention, Interest, Desire, Action – Aufmerksamkeit, Interesse, Wunsch, Handlung) auch auf die Akzeptanz von Weiterbildungsinitiativen übertragen.</p>
<p data-start="2483" data-end="3029">Zunächst muss das Bewusstsein für die Dringlichkeit und den Nutzen von Datenkompetenz geschärft werden. Dies gelingt durch die Kommunikation erfolgreicher und nachvollziehbarer Beispiele datengetriebener Anwendungen. Solche Beispiele können Interesse für Datenthemen wecken, wenn Menschen deren Relevanz und mögliche Wirkung erkennen.<br data-start="2817" data-end="2820" />Dieses Interesse kann sich dann in den Wunsch verwandeln, selbst zu lernen, um am Puls der Zeit zu bleiben – besonders wenn die Motivation besteht, selbst zu ähnlich erfolgreichen Anwendungsfällen beizutragen.</p>
<p data-start="3031" data-end="3254">Schließlich steigt mit gezielten Anreizen in der Organisation – etwa Weiterbildungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz – die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen aktiv werden und an Schulungsprogrammen zur Datenkompetenz teilnehmen.</p>
<p data-start="3256" data-end="3670"><strong data-start="3256" data-end="3401">Beim Erwerb konkreter Datenkompetenzen lassen sich zwei Pfade unterscheiden – abhängig von Branche und bestehendem Skillset der Organisation:</strong><br data-start="3401" data-end="3404" /><em data-start="3404" data-end="3416">Upskilling</em> meint die Erweiterung bestehender Rollen, um Effizienz und/oder Effektivität zu steigern – und so die Produktivität zu erhöhen. Dies gelingt durch modulare, kurze Lernformate, die sich flexibel an die Bedürfnisse und Fortschritte der Lernenden anpassen.</p>
<p data-start="3672" data-end="4066">Verändern sich klassische Berufsbilder grundlegend oder entfallen sie sogar, reicht Upskilling allein nicht aus. In solchen Fällen ist eine <strong data-start="3812" data-end="3849">frühe Einbindung in neue Projekte</strong> sowie ein <strong data-start="3860" data-end="3886">individueller Lernpfad</strong> für den Übergang in neue Rollen entscheidend.<br data-start="3932" data-end="3935" />Je größer der Wandel von Aufgaben und Verantwortung, desto früher und intensiver muss dieser <em data-start="4028" data-end="4040">Reskilling</em>-Prozess begleitet werden.</p>
<p data-start="4068" data-end="4422"><strong data-start="4068" data-end="4238">Außerhalb von Organisationen erfordert die Förderung lebenslangen Lernens in informellen Kontexten eine koordinierte Anstrengung von Regierungen und Bildungsanbietern</strong> – über das traditionelle Schul- und Universitätssystem hinaus. Menschen müssen dort abgeholt werden, wo sie stehen – in einem Format, das zu ihren individuellen Lebensentwürfen passt.</p>
<p data-start="4424" data-end="5181"><strong data-start="4424" data-end="4620">Die Verantwortung für den Aufbau einer Datenkultur liegt nicht nur bei der Industrie, NGOs oder vergleichbaren Organisationen, sondern auch bei den nationalen Regierungen und EU-Institutionen.</strong><br data-start="4620" data-end="4623" />Sie sollten Maßnahmen ergreifen, um diesen Wandel zu fördern – etwa durch den Dialog zwischen Organisationen mit Weiterbildungsbedarf und Bildungsanbietern. Dies kann über spezialisierte Plattformen und öffentlich-private Partnerschaften geschehen, die niedrigschwellige Formate für den Wissensaustausch und die Reflexion schaffen – integriert in die Orte, an denen Menschen arbeiten und leben.<br data-start="5017" data-end="5020" />Zusätzlich können <strong data-start="5038" data-end="5061">finanzielle Anreize</strong> für Unternehmen – etwa Weiterbildungsbudgets oder bezahlte Freistellungen für Schulungen – diesen Wandel beschleunigen.</p>
<p data-start="5183" data-end="5752"><strong data-start="5183" data-end="5379">Datenkultur in jedem europäischen Bürger zu verankern – ob er am Arbeitsmarkt teilnimmt oder nicht – ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit Europas in einer sich rasant wandelnden Welt.</strong><br data-start="5379" data-end="5382" />Neben dem technologischen Anschluss und der Lernbereitschaft stärkt die Datenkompetenz auch die Fähigkeit von Organisationen, den Anforderungen der <strong data-start="5530" data-end="5550">EU-KI-Verordnung</strong> gerecht zu werden (vgl. Art. 4 zur KI-Kompetenz). Sie beschleunigt die Einführung neuer Tools in Unternehmen, erhöht deren Anpassungsfähigkeit – und trägt zur Resilienz europäischer Gesellschaften bei.</p>
<p data-start="5183" data-end="5752"><em>Autor: Felix Rank, Young Leader bei United Europe e.V.</em></p>
<p>Felix Rank war Teil des United Europe Mentoring-Programms 2024/25: “Das Mentoring-Programm von United Europe gab mir nicht nur wertvolle Einblicke in die Erfahrungen eines Managers aus meiner Branche, sondern auch die Möglichkeit, mich mit Themen auseinanderzusetzen, die meine Karriereentscheidungen betreffen. Die regelmäßigen Treffen halfen mir, neue Perspektiven auf meine Fragen in einem vertrauten Umfeld zu finden. Ich bin dankbar für diese Erfahrung und kann nur empfehlen, sich für die nächste Runde des Programms zu bewerben.”</p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2025/07/stimmen-aus-dem-young-leaders-network-datenkultur-in-organisationen-foerdern-um-ki-zu-nutzen-i-von-felix-rank/">Stimmen aus dem Young Leaders Network: „Datenkultur in Organisationen fördern, um KI besser zu nutzen“ I Von Felix Rank</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Kraft des Austauschs zwischen den Generationen: Warum wir die Diversität unserer älteren Generation in Europa besser nutzen müssen, solange wir sie noch haben</title>
		<link>https://www.united-europe.eu/de/2023/09/die-kraft-des-austauschs-zwischen-den-generationen-warum-wir-die-diversitaet-unserer-aelteren-generation-in-europa-besser-nutzen-muessen-solange-wir-sie-noch-haben-ein-artikel-von-fabian-lukas-gosl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Kaemmerer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Sep 2023 10:04:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Advocacy-Programm]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.united-europe.eu/?p=23368</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich wurde im Juli 1994 geboren und bin am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Herzen der Europäischen Union aufgewachsen. In einer friedlichen Zeit des Wohlstands&#8230;</p>
The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2023/09/die-kraft-des-austauschs-zwischen-den-generationen-warum-wir-die-diversitaet-unserer-aelteren-generation-in-europa-besser-nutzen-muessen-solange-wir-sie-noch-haben-ein-artikel-von-fabian-lukas-gosl/">Die Kraft des Austauschs zwischen den Generationen: Warum wir die Diversität unserer älteren Generation in Europa besser nutzen müssen, solange wir sie noch haben</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class=" wp-image-23349 alignleft" src="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-800x450.jpg" alt="" width="449" height="252" srcset="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-800x450.jpg 800w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-1160x652.jpg 1160w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-1536x864.jpg 1536w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-2048x1151.jpg 2048w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-120x67.jpg 120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-90x51.jpg 90w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-320x180.jpg 320w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-560x315.jpg 560w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-1920x1079.jpg 1920w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-633x356.jpg 633w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-178x100.jpg 178w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-220x124.jpg 220w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-3072x1727.jpg 3072w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-240x135.jpg 240w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-180x101.jpg 180w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-640x360.jpg 640w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-1120x630.jpg 1120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-1600x900.jpg 1600w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-2320x1304.jpg 2320w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-3840x2159.jpg 3840w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-1266x712.jpg 1266w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-356x200.jpg 356w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-440x247.jpg 440w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/antoine-schibler-GimanuXzJBk-unsplash-scaled.jpg 2560w" sizes="(max-width: 449px) 100vw, 449px" />Ich wurde im Juli 1994 geboren und bin am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Herzen der Europäischen Union aufgewachsen. In einer friedlichen Zeit des Wohlstands und der Möglichkeiten, von denen ich als Kind, als Jugendlicher und als Student bis heute profitiert habe. Ich kenne aus eigener Erfahrung kein anderes Leben als dieses, das mit den Vorteilen unserer Staatengemeinschaft einhergeht.</p>
<p>Geprägt hat mich bei diesem Aufwachsen allerdings jemand, der viele Jahre vor mir im Mai 1926 in Osteuropa geboren wurde: mein Großvater Josef. Er wuchs in einem ganz anderen Europa auf, wurde mit 17 Jahren zwangsrekrutiert, erhielt einen Schnellkurs im Umgang mit dem Maschinengewehr und wurde als Soldat im Zweiten Weltkrieg an die Front geschickt. Knapp zehn Jahre später, kurz nach seinem 26. Geburtstag, endete diese dunkle Episode seines Lebens, in der ihm der Krieg Familienangehörige, Freunde und seine Jugend raubte.</p>
<p>Wie er haben Millionen seiner Generation gelitten. Die Zeit, die ich mit meinem Großvater verbringen durfte, und der Austausch, den wir als Europäer verschiedener Generationen miteinander hatten, haben in mir ein wichtiges und starkes Bewusstsein dafür geschaffen, wie blutig und steinig der Weg zu einem vereinten Europa war. Seine Stimme war die Stimme aus einer anderen Zeit, die mich an die Vergangenheit erinnerte und mir gleichzeitig zeigte, dass soziale Innovation und Fortschritt in der Europäischen Union münden können. Seine Stimme hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich für Frieden und Zusammenhalt einzusetzen.</p>
<p>Im April 2022 ist mein Großvater gestorben, seine Stimme ist verstummt. Ich kann immer noch darüber sprechen und sie weitergeben, aber durch mich klingt sie leiser, weil ich die Vergangenheit des kriegsgeteilten Europas nicht erlebt habe. Und gerade jetzt, angesichts des Krieges am Rande Europas und des zunehmenden Populismus auf unserem Kontinent, wäre es wichtig, diese Stimme zu hören, die Stimme der Zeitzeugen.</p>
<p><img decoding="async" class=" wp-image-23359 alignleft" src="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-800x1200.jpg" alt="" width="196" height="294" srcset="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-800x1200.jpg 800w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-1160x1740.jpg 1160w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-1024x1536.jpg 1024w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-1365x2048.jpg 1365w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-120x180.jpg 120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-90x135.jpg 90w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-320x480.jpg 320w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-560x840.jpg 560w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-1920x2880.jpg 1920w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-633x950.jpg 633w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-67x100.jpg 67w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-200x300.jpg 200w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-2048x3072.jpg 2048w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-2731x4096.jpg 2731w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-240x360.jpg 240w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-180x270.jpg 180w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-640x960.jpg 640w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-1120x1680.jpg 1120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-1600x2400.jpg 1600w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-2320x3480.jpg 2320w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-3840x5760.jpg 3840w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-1266x1899.jpg 1266w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-133x200.jpg 133w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-400x600.jpg 400w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/hillaryperalta-dtgSAJVSqv8-unsplash-scaled.jpg 1707w" sizes="(max-width: 196px) 100vw, 196px" />Aber diese Stimmen werden immer weniger und haben oft keine Bühne in der Öffentlichkeit. Keinen Rahmen, der sie an der richtigen Stelle und zu den richtigen Themen zu Wort kommen lässt und sie in einen Dialog mit den jüngeren Generationen bringt.</p>
<p>Gerade für die Generation der Erstwählerinnen und Erstwähler bei den kommenden Europawahlen wäre die Möglichkeit eines solchen Dialogs eine große Chance, der Europäischen Union auf die Spur zu kommen, ihren Wert kennenzulernen und ihren Ursprung als Friedensprojekt emotional zu erfassen, um dann folgerichtig für die Einheit und gegen die Spaltung aufzustehen und zu wählen.</p>
<p>In meinem Politikstudium habe ich oft gehört, dass sich die Geschichte der Teilung und des Zusammenfindens nach einer Katastrophe wiederholt und dass die Probleme der Menschlichkeit und des gesellschaftlichen Zusammenlebens auf der Metaebene heute die gleichen sind wie vor hunderten von Jahren. Die Stärke von uns Europäern liegt in der Vielfalt, nicht nur in der Vielfalt unserer wunderbaren Kulturen und Sprachen, sondern auch in der Vielfalt unseres Alters.</p>
<p>Die ältere Generation kann authentisch von der Vergangenheit erzählen. Sie kann warnen, erinnern und durch ihre Erfahrungen Hoffnung geben; ja, sie schafft eine emotionale und lebendige Verbindung zur Europäischen Union, die kein Vertrag oder ein Lehrbuch über Europa ersetzen kann. Das muss kultiviert werden, um den Kreislauf des Lernens zu schließen und das Friedensprojekt der Europäischen Union gegen populistische Angriffe und extreme Tendenzen zu verteidigen und zu bewahren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-23351 alignright" src="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-800x533.jpg" alt="" width="348" height="232" srcset="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-800x533.jpg 800w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-1160x773.jpg 1160w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-2048x1365.jpg 2048w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-120x80.jpg 120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-90x60.jpg 90w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-320x213.jpg 320w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-560x373.jpg 560w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-1920x1280.jpg 1920w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-633x422.jpg 633w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-150x100.jpg 150w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-220x147.jpg 220w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-3072x2048.jpg 3072w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-240x160.jpg 240w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-180x120.jpg 180w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-640x427.jpg 640w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-1120x747.jpg 1120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-1600x1066.jpg 1600w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-2320x1546.jpg 2320w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-3840x2559.jpg 3840w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-1266x844.jpg 1266w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-300x200.jpg 300w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-440x293.jpg 440w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/arnaud-jaegers-IBWJsMObnnU-unsplash-scaled.jpg 2560w" sizes="auto, (max-width: 348px) 100vw, 348px" />Im Hinblick auf die anstehenden Wahlen sollte der Austausch zwischen Jung und Alt, wie ich ihn privat mit meinem Großvater erlebt habe, geöffnet und in die Öffentlichkeit, auch in die Institutionen, getragen werden. Dieser Dialog zwischen den Generationen und der Kontakt mit Zeitzeugen, der die europäische Idee in sich trägt und von den Älteren an die Jüngeren weitergegeben wird, muss organisiert werden. Es müssen Formate gefunden werden, um junge Menschen über Europa zu informieren und explizit junge Wählerinnen und Wähler zu aktivieren und das &#8222;Warum&#8220; hinter Europa verständlich und zugänglich zu machen.</p>
<p>Die Möglichkeiten der Digitalisierung sollten auch stärker genutzt werden, um die Erinnerungen und Stimmen unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger – Politikerinnen und Politiker, Menschen aus der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft – aufzuzeichnen und zu verbreiten, damit sie auch nach ihrem Tod mehr sind als nur ein Flüstern oder eine Erinnerung. So könnten wir ihre wertvollen Erfahrungen in moderne Lehrmethoden für die Erziehung zu europäischen Werten und europäischem Geist einfließen lassen, insbesondere im Vorfeld von Wahlen.</p>
<p>Die jungen Generationen müssen in die Lage versetzt werden, die Europäische Union mitzugestalten. Es wäre fatal, wenn sie neben dem Drang nach Innovation in Wirtschaft und Technik nicht auch die Stimmen der älteren Generation in ihren Herzen tragen und den Wert der Pflege unserer beispielhaften Einheit und der Errungenschaft der Überwindung unserer einst trennenden Grenzen bewahren würden.</p>
<p><em>Ein Artikel von Fabian Lukas Goslar. Fabian ist Young Advisor bei United Europe, hat an der Universität von Passau seinen Bachelor in &#8222;European Studies&#8220; und in Wien den Master in Politischen Wissenschaften gemacht. Heute arbeitet er als NGO-Gründer für  &#8222;Intergenerational Intelligence&#8220; und unabhängiger Workshop Facilitator.</em></p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2023/09/die-kraft-des-austauschs-zwischen-den-generationen-warum-wir-die-diversitaet-unserer-aelteren-generation-in-europa-besser-nutzen-muessen-solange-wir-sie-noch-haben-ein-artikel-von-fabian-lukas-gosl/">Die Kraft des Austauschs zwischen den Generationen: Warum wir die Diversität unserer älteren Generation in Europa besser nutzen müssen, solange wir sie noch haben</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die digitale Revolution des Euros: Der Weg in die Zukunft der Währungen</title>
		<link>https://www.united-europe.eu/de/2023/08/die-digitale-revolution-des-euros-der-weg-in-die-zukunft-der-waehrungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dyria Alloussi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Aug 2023 08:59:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Advocacy-Programm]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unsere heutige Zeit ist geprägt von tiefgreifender Transformation, exponentialer Entwicklung und grundlegendem Wandel. Vor allem die digitale Transformation durch Technologisierung nimmt eine dominierende Stellung ein.  Sie erfasst alle Lebensbereiche und&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-23271 alignleft" src="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-800x670.jpg" alt="" width="428" height="358" srcset="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-800x670.jpg 800w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-1160x972.jpg 1160w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-1536x1287.jpg 1536w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-120x101.jpg 120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-90x75.jpg 90w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-320x268.jpg 320w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-560x469.jpg 560w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-633x530.jpg 633w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-119x100.jpg 119w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-220x184.jpg 220w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-240x201.jpg 240w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-180x151.jpg 180w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-640x536.jpg 640w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-1120x938.jpg 1120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-1600x1340.jpg 1600w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-1266x1061.jpg 1266w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-239x200.jpg 239w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash-440x369.jpg 440w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2023/08/didier-weemaels-ZKVBM2_Dp84-unsplash.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 428px) 100vw, 428px" />Unsere heutige Zeit ist geprägt von tiefgreifender Transformation, exponentialer Entwicklung und grundlegendem Wandel. Vor allem die digitale Transformation durch Technologisierung nimmt eine dominierende Stellung ein.  Sie erfasst alle Lebensbereiche und macht auch vor dem Finanzsektor und der Währung nicht halt. Im Grunde gibt es „elektronische Währungen“ schon seit geraumer Zeit, denken wir nur an den internationalen Zahlungsverkehr der Banken und Begriffe wie „Giralgeld“, die auch eine zusätzliche Geldschöpfung ermöglichen. Die Währung spielt eine zentrale Rolle als Lebenselixir für wirtschaftliche Transaktionen und erleichtert den Austausch von Waren, Dienstleistungen und Ressourcen. Sie fungiert als universell akzeptiertes Tauschmittels, das über Tauschsysteme hinausgeht und effizienten Handel auf globaler Ebene ermöglicht. In der Tat bildet die Währung das Rückgrat unserer wirtschaftlichen Infrastruktur.</p>
<p>In jüngster Zeit steht die Einführung des digitalen Euros, im Fokus zahlreicher Diskussionen und Analysen innerhalb der Europäischen Union. Der digitale Euro stellt einen Fortschritt im Bereich der Währung und Finanzen dar. Im Gegensatz zu physischen Banknoten und Münzen würde der digitale Euro ausschließlich in digitaler Form existieren und in elektronischen Geldbörsen und Konten gespeichert werden.</p>
<p>Durch die Integration modernster Technologien wie die <strong>Blockchain</strong> oder <strong>Distributed-Ledger-Technologie</strong> verspricht der digitale Euro sichere und transparente Transaktionen zu gewährleisten. Er öffnet eine neue Grenze in der Entwicklung moderner Währungen und könnte sogar mit programmierbaren Funktionen ausgestattet werden, die intelligente Verträge und automatisierte Zahlungen ermöglichen.</p>
<p>Angesichts der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft und des Finanzsektors wird der Schritt zum digitalen Euro als notwendig erachtet, um eine effiziente und sichere Bewältigung dieser Entwicklung zu gewährleisten. Der digitale Euro soll die Vorteile des Euros als stabile Währung nutzen und gleichzeitig Verbrauchern und Unternehmen eine schnelle, sichere und kostengünstige Zahlungsmethode bieten.</p>
<p>Besondere Aufmerksamkeit gilt der Zahlungssicherheit bei der Einführung des digitalen Euros. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt an, dass die digitale Währung mindestens genauso sicher ist wie der physische Euro. Hierzu wird der digitale Euro auf einer sicheren Infrastruktur aufgebaut und mit fortschrittlichen Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet, um Manipulation und Betrug zu verhindern. Die Blockchain-Technologie oder Distributed-Ledger-Technologie bieten revolutionäre Sicherheitssysteme, die dazu beitragen können, die Zahlungssicherheit innerhalb der Europäischen Union zu erhöhen und grenzüberschreitende Transaktionen zu vereinfachen. Dies könnte auch den Einsatz von Kryptowährungen wie Bitcoin und anderen virtuellen Währungen reduzieren, die oft mit betrügerischen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden.</p>
<p>Allerdings gibt es auch einige Herausforderungen und mögliche Schwierigkeiten bei der Einführung des digitalen Euros. Eine mögliche Folge könnte eine zunehmende Abhängigkeit von digitalen Zahlungen und damit verbundener Infrastruktur sein. Eine gezielte, aber auch ungezielte Störung des elektronischen Zahlungsverkehrs, durch z.B. Cyberangriffe, Betriebsstörungen oder Naturkatastrophen, könnte in diesem Fall schwerwiegende Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Verbraucher haben. Dies würde ein Risiko für die finanzielle Stabilität darstellen und das Vertrauen in die digitale Währung untergraben. Zudem steht oft die Nachvollziehbarkeit von Transaktionen und die damit eingeschränkte Privatsphäre in der Kritik, da einige Verbraucher Bedenken hinsichtlich der Überwachung ihrer Transaktionen durch Regierungen haben. Zudem hat der Russland-Ukraine Kriege den Blick auf intensive wirtschaftliche Verflechtung verändert, wie Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, in einem Vortrag, der an der Andrássy-Universität Budapest anmerkte. Handel sei kein Garant für Frieden mehr und zu große Abhängigkeiten, auch und gerade mit Blick auf kritische Infrastrukturen, könnten erhebliche Probleme mit sich bringen.</p>
<p>Trotz dieser potenziellen Herausforderungen wird der digitale Euro voraussichtlich zahlreiche Vorteile bringen, darunter vor allem die Reduzierung von Transaktionskosten und wie bereits angemerkt die Erleichterung von grenzüberschreitenden Zahlungen. Seit dem Start der “Investigation Phase” im Oktober 2021 hat sich bereits viel getan und das Ziel und die Standards eines digitalen Euro wurden weiter ausgearbeitet. Die diesjährigen Ziele für 2023 umfassen die Entwicklung von Kompensationsmodellen, den Zugang zum digitalen Euro-Ökosystem, die Ergebnisse von Prototypen, den Abschluss der Nutzeranforderungen, sowie Vorbereitungen für die Projektrealisierungsphase. Zusätzlich wird eine Entscheidungsvorlage mit Ratschlägen zur möglichen Ausgabe, Gestaltung und Umsetzung des digitalen Euro erstellt. Im Oktober 2023 steht der nächste Meilenstein an, nämlich ein Beschluss des EZB-Rates über die mögliche Einleitung der nächsten Phase. In der nächsten Phase würde die EZB die technischen Lösungen und Geschäftsvereinbarungen weiterentwickeln und testen. Ein möglicher Beschluss des EZB-Rates zur Ausgabe eines digitalen Euro würde erst nach Verabschiedung des Rechtsakts gefasst.</p>
<p>Insgesamt wird der digitale Euro voraussichtlich ein wichtiger Schritt in Richtung einer digitalisierten Wirtschaft und einer sicheren Zahlungsumgebung sein. Er wird eine neue Ära der digitalen Transformation einläuten und eine Vielzahl von Vorteilen und Möglichkeiten bieten.  Die Effizienz des digitalen Euro würde die Art und Weise, wie wir Finanztransaktionen abwickeln, revolutionieren und unsere täglichen Interaktionen reibungsloser und leichter zugänglich machen, indem moderne Technologien zum Einsatz kommen. Dies bietet das Potential für weitere programmierbare Funktionen und intelligente Verträge, die eine Vielzahl von Möglichkeiten für Finanzinnovationen und Automatisierung bieten. Angesichts der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung der Welt ist der digitale Euro ein zukunftsweisender und unverzichtbarer Schritt hin zu einer integrativeren, effizienteren und widerstandsfähigeren finanziellen Zukunft. Allerdings muss die EZB sicherstellen, dass der digitale Euro sicher, zuverlässig und für alle Beteiligten von Vorteil ist. Die Einführung des digitalen Euros erfordert daher sorgfältige Planung und Überwachung, um sicherzustellen, dass alle Risiken minimiert und alle Vorteile genutzt werden.</p>
<p>Letztlich sollte die Einführung des digitalen Euro in mindestens zwei Phasen erfolgen, um seinen doppelten Fokus gerecht zu werden. In der ersten Phase müssen die unmittelbaren Auswirkungen auf die Kapitalmärkte, Bankensysteme und deren Geschäftsmodelle sorgfältig bewertet und gesteuert werden. Die Einführung des digitalen Euros könnte zu einem veränderten Finanzverhalten führen und die Dynamik der Geldverwaltung und der Anlagestrategien verändern. Banken und Finanzinstitute müssen möglicherweise ihre Dienstleistungen und ihre Infrastruktur anpassen, um der neuen digitalen Währung gerecht zu werden. Gleichzeitig muss sich die zweite Phase darauf konzentrieren, die umfassenderen Auswirkungen auf Finanztransaktionen zu verstehen, an denen Nicht-Finanzunternehmen, Regierungen und Haushalte beteiligt sind. Die Einführung der digitalen Währung wird die Art und Weise, wie Transaktionen sektorübergreifend stattfinden, verändern und neue Zahlungsmethoden und Geschäftsmodelle einführen. Die Nicht-Finanzindustrie wird den digitalen Euro in ihre Abläufe integrieren müssen, während die Regierungen sich mit den regulatorischen und rechtlichen Auswirkungen befassen müssen.</p>
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<p>Wir möchten dem Autor, Fabio De Santis Gomez, für seine Teilnahme am United Europe Mentoring Program (class 2022/23) herzlich danken.</p>
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		<title>Rückblick auf United Europes Mentoren-Programm 2021: Michael Suckow – Warum die Antwort auf globale Herausforderungen europäisch sein sollte</title>
		<link>https://www.united-europe.eu/de/2022/08/rueckblick-auf-united-europes-mentoren-programm-2021-michael-suckow-warum-die-antwort-auf-globale-herausforderungen-europaeisch-sein-sollte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Kaemmerer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Aug 2022 14:38:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Zuge der zweiten Auflage des Mentoren-Programms von United Europe betreuten neun Mentoren neun Mentees, die sich in Form von Webinaren, Stellungnahmen und Artikeln an der Arbeit von United Europe&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_22053" aria-describedby="caption-attachment-22053" style="width: 214px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-22053 size-full" src="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01.jpeg" alt="" width="214" height="320" srcset="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01.jpeg 214w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-120x179.jpeg 120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-90x135.jpeg 90w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-67x100.jpeg 67w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-201x300.jpeg 201w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-180x269.jpeg 180w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Michael_Suckow_Mitarbeitende0925_sRGB_01-134x200.jpeg 134w" sizes="auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px" /><figcaption id="caption-attachment-22053" class="wp-caption-text">Michael Suckow</figcaption></figure>
<p>Im Zuge der zweiten Auflage des Mentoren-Programms von United Europe betreuten neun Mentoren neun Mentees, die sich in Form von Webinaren, Stellungnahmen und Artikeln an der Arbeit von United Europe beteiligten. Nach der Brexit-Analyse von Katharina Hug und dem Artikel von Rafael Stein beschließen wir die Reihe mit einem Artikel von Michael Suckow, Senior Consultant beim „Goldenen Hirschen&#8220; in Deutschland. Michael wurde von Paul van Son, seit mehr als 40 Jahren in Aufsichtsräten, Vorständen und in operativen Führungspositionen des internationalen Energiegeschäfts tätig, gecoucht.</p>
<p>Im Jahr 2022 wird es sicherlich nicht an zukunftsweisenden Technologien und Ideen mangeln. Mittlerweile haben sie sich zu Megatrends entwickelt, die grundlegende gesellschaftliche Herausforderungen, wie den Klimawandel oder die Digitalisierung, angehen und Probleme in Zukunft noch leichter lösen und Prozesse auf Basis wissenschaftlicher Erkenntniss verbessern wollen. Künstliche Intelligenz (KI) wird zweifelsohne eine der Schlüsseltechnologien der kommenden Jahre sein. Der für Digitales zuständige, ehemalige Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip, hat vorausgesagt, dass KI die Welt so grundlegend verändern wird wie die Dampfmaschine oder die Elektrizität. Selbstfahrende Autos und Roboter werden in Zukunft höchstwahrscheinlich die Norm sein, und unzählige Smartphone-Apps enthalten bereits selbstlernende Algorithmen, die die Produkte, die wir täglich nutzen, ständig verbessern.</p>
<p>In meinem Arbeitsalltag als Senior Consultant in einer Kreativagentur treffe ich in Berlin sehr oft Mitarbeiter von Bundesministerien und obersten Bundesbehörden. Ich bekomme einen Einblick in die Verwaltungsabläufe – ein praktisches Lehrbeispiel für Max Webers Idealtypus der bürokratischen Organisation. Und doch glaube ich fest daran, dass sich dieser starre Apparat modernisieren und die eingefahrenen Verhaltensmuster des vergangenen Jahrhunderts hinterfragen und hinter sich lassen kann.</p>
<p>Moderne Technologien, insbesondere künstliche Intelligenz, können dabei eine entscheidende Rolle spielen. Die Herausforderung für Regierungen und Führungskräfte besteht darin, die Art und Weise, wie Menschen und Maschinen in Prozessketten und gemischten Teams zusammenarbeiten, neu zu gestalten. Gleichzeitig ist der Einsatz von KI ein Anlass, oder vielmehr eine Chance, für Mitarbeiter, sich auf ihre eigenen Stärken zu besinnen und diese weiterzuentwickeln.</p>
<p>Mit diesem Artikel möchte ich ein positives Beispiel geben. Ich möchte zeigen, dass trotz aller Herausforderungen und Bedenken, die sich aus dem Einsatz moderner Technologien wie der künstlichen Intelligenz ergeben, diese Technologien tatsächlich ein enormes Potenzial haben, unseren Alltag und unser Arbeitsleben nachhaltig zu verbessern, und dass wir ihnen positiv gegenüberstehen sollten. In der Gewissheit, dass wir unsere eigene – eine gemeinsame – europäische Antwort finden werden.</p>
<p><strong>KI ist hier, um zu bleiben</strong><br />
Erinnern Sie sich noch an die Zeit, in der wir bei langen Autofahrten versucht haben, uns auf einer Karte zurechtzufinden? Es gab unzählige Karten für verschiedene Länder und Gebiete in Deutschland und Europa. KI hat die Art und Weise, wie wir reisen, drastisch verändert. Wie selbstverständlich nutzen wir Waze, Google oder Apple Maps auf unseren Smartphones, um an unser Ziel zu gelangen. Doch woher weiß die Anwendung, wohin sie uns leiten muss? Und vor allem: Wie findet sie die optimale Route und umgeht Straßensperren und Staus? Vor nicht allzu langer Zeit gab es nur satellitengestütztes GPS, aber jetzt wird künstliche Intelligenz eingesetzt, um den Nutzern ein viel besseres Erlebnis zu bieten. Mithilfe von maschinellem Lernen erinnern sich die Algorithmen an Gebäude, was eine bessere Darstellung auf der Karte sowie die Erkennung und das Verständnis von Hausnummern ermöglicht. Der Anwendung wurde auch beigebracht, Veränderungen im Verkehrsfluss zu verstehen und zu erkennen, so dass eine Route empfohlen werden kann, die Straßensperrungen und Staus vermeidet. Es ist fast nicht vorstellbar, dass wir in Zukunft ohne diesse Apps auskommen müssen.</p>
<p>Wir nutzen soziale Medien mehr als zwei Stunden am Tag, ohne uns darüber Gedanken zu machen, dass unser Nutzererlebnis durch KI beeinflusst und optimiert wird. Social-Media-Anwendungen nutzen KI-Unterstützung, um Inhalte zu überwachen, Verbindungen vorzuschlagen und Werbung für bestimmte Nutzer zu schalten, um so sicherzustellen, dass Sie immer auf dem Laufenden und „verbunden&#8220; bleiben. KI-Algorithmen können problematische Beiträge, die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, durch die Identifizierung von Schlüsselwörtern und die visuelle Bilderkennung erkennen und schnell entfernen. Die neuronale Netzwerkarchitektur des Deep Learning ist ein wichtiger Bestandteil dieses Prozesses, aber das ist noch nicht alles. Social-Media-Unternehmen wissen, dass ihre Nutzer ihr Produkt sind. Daher nutzen sie KI, um diese Nutzer mit den Werbetreibenden und Vermarktern zu verbinden, die ihre Profile als wichtige Zielgruppen identifiziert haben. KI in sozialen Medien kann auch die Art von Inhalten verstehen, die bei einem Nutzer auf Resonanz stoßen, und ihm ähnliche Inhalte vorschlagen.</p>
<p>Diese Beispiele für künstliche Intelligenz zeigen, warum überall von KI die Rede ist und warum sie überall eingesetzt wird. Unser kompletter Alltag ist nahezu Teil von KI. Instagram zeigt Ihnen vielleicht ein neues Video, während Sie in Ihrer Mittagspause sind. Google Maps  lotst Sie zu dem neuen Restaurant, in dem Sie Ihre Mittagspause verbringen. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen, aber diese wenigen Beispiele für KI zeigen, was sie ist und wie wir sie nutzen.</p>
<p><strong>Das Dilemma – und die europäische Antwort</strong><br />
Künstliche Intelligenz ist zu einer Grundlage der digitalen Transformation geworden und spielt eine wesentliche Rolle in einer Vielzahl von Geschäftsmodellen der digitalen Wirtschaft. Die Lösung der Herausforderungen kann jedoch nicht von der Politik allein bewältigt werden und erfordert die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Medienlandschaft. Künstliche Intelligenz offenbart eine der zentralen globalen Herausforderungen, wenn es darum geht, einen gesellschaftlichen Mehrwert zu generieren, wenn es darum geht, grundlegenden Bedrohungsszenarien wie dem globalen Klimawandel gemeinsam entgegenzutreten und die negativen Folgen in Zukunft zu verhindern oder, wo dies nicht mehr möglich ist, umindest zu reduzieren.</p>
<p>Länder auf der ganzen Welt machen sich die transformativen Auswirkungen der KI auf Wirtschaft und Gesellschaft zunutze. Der Wettbewerb und die Rivalität zwischen Ländern mit fortgeschrittenen KI-Forschungs- und Entwicklungskapazitäten (F&amp;E) stehen im Mittelpunkt, wobei von einem „KI-Wettlauf&#8220; zwischen den Vereinigten Staaten und China die Rede ist. Die ethischen und sicherheitstechnischen Risiken, die entstehen, wenn KI nicht richtig eingesetzt wird, sind jedoch ebenso groß wie ihre potenziellen Vorteile.</p>
<p>Von Gesichtserkennungs- und Einstellungsalgorithmen, die mit Vorurteilen behaftet sind, bis zu selbstfahrenden Autos, die Menschenleben gefährden, sind die Herausforderungen enorm, die mit dem Versagen der KI-Governance verbunden sind, und erfordern gemeinschaftliche Lösungen. Bisher hat Europa einen Mittelweg gefunden, der die Grundrechte schützt und gleichzeitig die Vorteile des KI-Einsatzes nutzt. Die politischen Entscheidungsträger erkennen die Notwendigkeit, technologische, wirtschaftliche und soziale Innovationen zu fördern. Sie erkennen aber auch an, dass beim Einsatz von KI die Grundrechte und Freiheiten, einschließlich Privatsphäre, Datenschutz und Nichtdiskriminierung, gewahrt werden müssen.</p>
<p><strong>Der Erfolg von KI und neuen Technologien erfordert Akzeptanz und Vertrauen</strong><br />
Bei all diesen Herausforderungen kann man ohne Übertreibung sagen, dass die breite Akzeptanz von KI und neuen Technologien noch nicht tief genug in der Gesellschaft verankert ist. Dies wäre – zumindest aus deutscher, wenn nicht auch aus europäischer Sicht – notwendig, um den Informations- und Technologievorsprung von Ländern wie den USA und China zu kompensieren. Es ist daher von größter Bedeutung, der Gesellschaft zu erklären, dass die digitale Transformation viel mehr ist als die Einführung neuer Technologie. Der wesentliche Impuls liegt in der Transformation von Mentalität und Kultur einer Gesellschaft.</p>
<p>Sie hängt von der Akzeptanz der Mitglieder, der Bürger, ab. Selbst wenn es nur teilweise Ablehnung gibt, wird sich dies direkt auf den Erfolg der Umsetzung auswirken. Die zu schaffende Akzeptanz und das Vertrauen in die Automatisierung und Digitalisierung beziehen sich nicht nur auf die Gestaltung der Technik, die sich nicht nur an den menschlichen Faktoren und der Ergonomik orientiert, sondern auch auf die menschliche Informationsverarbeitung und die ethische Bewertung des Menschen. Um das Vertrauen und die Kontrolle in das soziotechnische System aufrechtzuerhalten, müssen höchste Anforderungen an einen menschenzentrierten Gestaltungsansatz und an eine kontinuierliche Bewertung der Verletzung grundlegender Menschenrechte, wie dem Recht auf Privatsphäre und Nichtdiskriminierung gestellt werden.</p>
<p><strong>Nachhaltige Nutzung von Technologien</strong><br />
Die Welt wird durch den Einzug der Digitalisierung in nahezu alle Lebensbereiche besser gestaltbar und bietet eine gute Grundlage, das (europäische) Zusammenleben positiv und nachhaltig zu beeinflussen. Eine hohe Innovationsdynamik – zum Beispiel in den Bereichen Vernetzung, Datenerfassung und Analyse – führt dazu, dass Hardwarekomponenten mit intelligenter Software vernetzt und gesteuert werden. Wichtig ist hier die nur scheinbar selbstverständliche Integration in soziale Prozesse. Nicht nur organisatorische Abläufe werden optimiert, sondern auch politisches Handeln, Arbeitsabläufe und sogar menschliches Verhalten verändern sich. Mit anderen Worten: Um nachhaltige digitale Lösungen zu entwickeln, die Umwelt- und Klimaschutz in die Praxis umsetzen, bedarf es einer technologischen Transformation bei gleichzeitiger gesellschaftlicher Transformation (siehe Abbildung).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-22061" src="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch.png" alt="" width="478" height="482" srcset="https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch.png 480w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch-80x80.png 80w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch-120x120.png 120w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch-90x90.png 90w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch-320x323.png 320w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch-99x100.png 99w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch-220x222.png 220w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch-160x160.png 160w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch-240x242.png 240w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch-180x182.png 180w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch-198x200.png 198w, https://www.united-europe.eu/wp-content/uploads/2022/08/Scope_deutsch-440x444.png 440w" sizes="auto, (max-width: 478px) 100vw, 478px" /></p>
<p>Der nachhaltige Einsatz digitaler Technologien ist notwendig und kann einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele bis 2030 leisten. Das zeigt eine Studie des Digitalverbands Bitkom, die zu dem Ergebnis kommt, dass durch den gezielten und beschleunigten Einsatz digitaler Lösungen die CO2-Emissionen in zehn Jahren um 120 Megatonnen reduziert werden können. Das entspricht fast jeder zweiten Tonne, die Deutschland noch einsparen muss, um die selbst gesetzten Klimaziele zu erreichen.</p>
<p><strong>Verbindung zwischen KI und (emissionsfreier) Energie</strong><br />
Während das Thema KI mit fast allen Lebensbereichen korreliert, bietet die nachhaltige Nutzung digitaler Technologien eine wunderbare Möglichkeit, um einen kurzen Ausflug in die Welt der emissionsfreien Energie zu machen und zu zeigen, welchen bedeutenden Beitrag KI in der Wertschöpfungskette zur Erreichung der global gesetzten Klimaziele leisten kann. Natürlich ist das Thema nicht neu, aber der Grad der Verfeinerung nimmt rapide zu und gibt einen Ausblick auf das, was in Zukunft zu erwarten sein wird.</p>
<p>Die Bedeutung der erneuerbaren Energien für unsere Zukunft wird immer deutlicher, da Regierungen auf der ganzen Welt neue Ziele und Vorschriften zur Begrenzung des Kohlenstoffausstoßes festlegen. Der jährliche Global Wind Report des Global Wind Energy Council (GWEC) hebt hervor, dass die globale Windenergiebranche weiterwächst, da die Unternehmen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz versuchen, ihre Netze und Prozesse effizienter zu gestalten. Erneuerbare Energien sind ein wachsender Teil des globalen Energiesektors, und der Einsatz neuer Technologien wie der KI ist der Schlüssel zum Aufbau einer kohlenstoffärmeren Zukunft. In der Tat bietet KI der Branche der erneuerbaren Energien viele Möglichkeiten, stärkere, nachhaltigere und stabilere Systeme aufzubauen.</p>
<p>Da erneuerbare Energiequellen einen immer größeren Anteil an unserem Energiemix ausmachen, wird die Vorhersage von Kapazitätsniveaus immer wichtiger, um effiziente und stabile Netze zu gewährleisten. Da ein wachsender Anteil unserer Energie aus erneuerbaren Quellen stammt, nimmt die Grundlasterzeugung aus Energieträgern wie Kohle ab, die aufgrund energieintensiver Anlagen wie Gas- und Dampfturbinen für die Trägheit des Netzes verantwortlich sind. Mit geringer oder gar keiner Netzträgheit könnten die Stromnetze stabiler und weniger anfällig für Stromausfälle werden.</p>
<p>KI und Automatisierung können dazu beitragen, diese Risiken zu mindern. Mit Sensortechnologien gesammelte Echtzeitdaten von Wind- und Solaranlagen und Datensätze mit historischen Wetterinformationen können von der KI ausgewertet werden, die dann Kapazitätsniveaus und Ausfallzeiten vorhersagen und entsprechend handeln kann. Dies wiederum trägt zur Aufrechterhaltung stabiler Stromnetze bei. Der Einsatz von KI zur Datenanalyse kann es Netzbetreibern ebenfalls ermöglichen, die Nutzung der Stromnetze zu optimieren, indem der Betrieb an die jeweiligen Wetterbedingungen angepasst wird. Genaue kurzfristige Prognosen können zu einer höheren Dispatching-Effizienz und einer besseren Blocknutzung führen, was die Zuverlässigkeit verbessert und die erforderlichen Betriebsreserven verringert.</p>
<p>KI ist auch in der Lage vorherzusagen, wann Energie von den Verbrauchern am meisten benötigt wird, was bedeutet, dass sie auch eine große Rolle bei der Batteriespeicherung und der Bereitstellung von Nachfrageflexibilität spielen kann. Speicherbatterien können sehr schnell aktiviert werden, um Zeiten mit hohem Energiebedarf zu bewältigen. Künstliche Intelligenz kann Entscheidungen über das Energiemanagement und die Energiespeicherung erleichtern, indem sie Daten aus erneuerbaren Energiequellen und Netzbedingungen in Echtzeit sammelt und vorhersagt, wann Energie am meisten nachgefragt wird,.</p>
<p>Künstliche Intelligenz spielt auch bei der Wartung eine Rolle. Sie kann Systemfehler und Fehlfunktionen fast sofort erkennen. Sie kann erkennen, welche Art von Problemen auftritt und vorhersagen, welche Probleme in Zukunft auftreten könnten. Das macht die Reparatur und Wartung des Netzes wesentlich einfacher und effizienter.</p>
<p><strong>Wie die europäische Antwort aussehen könnte – ein Beispiel</strong><br />
Wie viel Kohlendioxid entsteht bei der Herstellung eines Autos? Und wie können alle Produktionsschritte optimiert werden, um Ressourcen zu sparen? Der Schlüssel zu einer nachhaltigeren Produktion sind Daten: zum einen Maschinendaten, die die Anlagen in den Fabriken kontinuierlich erzeugen, zum anderen Mobilitätsdaten, die entstehen, wenn Zulieferer Motorblöcke, Karosserien oder Bauteile an die Hersteller liefern. Die übergreifende Nutzung dieser Daten bringt mehrere Vorteile mit sich. Sie macht nicht nur ganze Wertschöpfungsketten transparent, sondern zeigt auch, welcher Produktionsschritt nachhaltig optimiert werden kann.</p>
<p>Die Automobilindustrie setzt auf die Schnittstelle GAIA-X. Ein Projekt zum Aufbau einer effizienten und wettbewerbsfähigen, sicheren und vertrauenswürdigen Dateninfrastruktur für Europa, das von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aus Deutschland und Frankreich sowie weiteren, überwiegend europäischen Partnern getragen wird. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat 2019 die Initiative GAIA-X gestartet. Ziel ist es, die Abhängigkeit von amerikanischen und chinesischen IT-Anbietern und datengetriebenen, marktbeherrschenden Plattformen zu verringern. Inzwischen ist das Projekt so erfolgreich angelaufen, dass es von mehreren europäischen Ländern und Unternehmen weltweit unterstützt wird.</p>
<p>GAIA-X kann dazu beitragen, digitale Souveränität, offene Architekturen, europäische Standards und gemeinsame Werte zu etablieren. Durch den sektorübergreifenden, selbstbestimmten, sicheren und souveränen Austausch von Daten wird die GAIA-X-Plattform zum Leben erweckt. Sie ermöglicht kooperatives und gemeinsames Arbeiten und ist eine der Säulen digitaler Geschäftsmodelle.</p>
<p>Bis das Potenzial der europäischen Datenwirtschaft voll ausgeschöpft ist und ein digitaler (Binnen-)Markt entsteht, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Das ökologische Potenzial wird bisher kaum ausgeschöpft. Es sind nicht nur Eigentums-, Hersteller- und Wettbewerbsinteressen, die den Informationsfluss zum Erliegen bringen, sondern auch die Sorge um den Schutz personenbezogener Daten, etwa im Gesundheitsbereich. Nehmen wir das Beispiel der Krankenhäuser, die sensible medizinische Daten nicht mehr weitergeben. GAIA-X trägt durch die Bereitstellung einer digitalen Infrastruktur dazu bei, dass anstelle von Daten KI-Modelle von Ärzten ausgetauscht werden.</p>
<p>Ziel muss es sein, Europa an die Spitze der Digitalisierung zu bringen. Dazu gehört zum Beispiel der Austausch von Daten in der Industrie, um Autos nachhaltiger zu produzieren oder die digitale Skalierbarkeit des medizinischen Fortschritts, um die Heilungschancen zu verbessern.</p>
<p>Konkret: Die lokale Wirtschaft muss unabhängiger von einzelnen Cloud-Anbietern werden. Und zweitens müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die wirtschaftliche Verwertung von Daten im industriellen Maßstab regeln.</p>
<p><strong>Welche Hausaufgaben bleiben?</strong></p>
<p><strong>(1)</strong> Wettbewerb um Talente</p>
<p>Deutschland leistet seit langem einen Beitrag zur akademischen Forschung im Bereich der künstlichen Intelligenz. Aber in einem so dynamischen Bereich muss das Land mehr tun, um sich weltweit zu profilieren. Um für internationale KI-Talente attraktiv zu werden, muss Deutschland zum einen seinen Ruf in Sachen Technologie und Innovation verbessern. Zu viele der offenen KI-Stellen in Deutschland könnten entweder nicht, später als gewünscht oder nur mit weniger begehrten Kandidaten besetzt werden. Deutschland kämpft bereits jetzt mit einem Mangel an Fachkräften. Gerade im Bereich der KI wird es noch schwieriger werden, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden.</p>
<p><strong>(2)</strong> Aufwertung der KMU</p>
<p>Die Bundesregierung will den Einsatz von KI-Technologie in den für Deutschland so wichtigen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fördern. Trotz der Bemühungen der Regierung hat der so genannte Mittelstand, der laut dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes der deutschen Unternehmen ausmacht, den Einsatz von KI nur langsam angenommen. Eine aktuelle Studie des Bundeswirtschaftsministeriums ergab, dass nur etwa 6 Prozent der befragten Unternehmen über den Einsatz von KI-Technologie berichten.</p>
<p>Eine positive Entwicklung in diesem Bereich wird in Zukunft davon abhängen, ob es Deutschland gelingt, die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Ein Bereich, in dem es bekanntermaßen hinter Ländern wie China und den Vereinigten Staaten zurückliegt.</p>
<p><strong>(3)</strong> Breiter gesellschaftlicher Dialog und KI für das Gemeinwohl</p>
<p>Wie bei den KMU ist es von entscheidender Bedeutung, die Zivilgesellschaft bei der Entwicklung von KI-Fähigkeiten und -Kompetenzen zu unterstützen, um das Potenzial der KI für das Gemeinwohl nutzbar zu machen. Darüber hinaus kann die Beteiligung der Zivilgesellschaft die Akzeptanz und das Vertrauen der Bevölkerung in die Technologie fördern. Evaluierungsprozesse sollten institutionalisiert werden, damit bewährte Verfahren ermittelt werden können und eine breite Akzeptanz für den Einsatz von KI geschaffen werden kann.</p>
<p>Im internationalen Wettlauf geht es um Qualität und Geschwindigkeit, aber Europa darf nicht der Versuchung erliegen, nachzuahmen oder zu kopieren. Wie die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen sagt, müssen wir unseren eigenen, europäischen Weg gehen. Dann werden unsere gemeinsamen Anstrengungen zu einem innovativen Unterfangen. Digitale Technologien haben das enorme Potenzial, unser Leben sicherer, besser und komfortabler zu machen. Aber sie können das Leben auch nachhaltiger machen.</p>
<p><em>Ein Artikel von Michael Suckow, Senior Consultant beim „Goldenen Hirschen&#8220;, Deutschland.</em></p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2022/08/rueckblick-auf-united-europes-mentoren-programm-2021-michael-suckow-warum-die-antwort-auf-globale-herausforderungen-europaeisch-sein-sollte/">Rückblick auf United Europes Mentoren-Programm 2021: Michael Suckow – Warum die Antwort auf globale Herausforderungen europäisch sein sollte</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Warum ist Europa bezüglich des Krieges in der Ukraine so gespalten? Ist billige Energie einen ukrainischen Völkermord wert? Ein Artikel von Anna Romandash</title>
		<link>https://www.united-europe.eu/de/2022/04/warum-ist-europa-bezueglich-des-krieges-in-der-ukraine-so-gespalten-ist-billige-energie-einen-ukrainischen-voelkermord-wert-en-artikel-von-anna-romandash/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Kaemmerer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Apr 2022 12:13:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir sagen &#8222;Nie wieder&#8220;, gedenken wir des Zweiten Weltkriegs. Wir versprechen uns selbst und den künftigen Generationen, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Wir wollen den europäischen Frieden wahren&#8230;</p>
The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2022/04/warum-ist-europa-bezueglich-des-krieges-in-der-ukraine-so-gespalten-ist-billige-energie-einen-ukrainischen-voelkermord-wert-en-artikel-von-anna-romandash/">Warum ist Europa bezüglich des Krieges in der Ukraine so gespalten? Ist billige Energie einen ukrainischen Völkermord wert? Ein Artikel von Anna Romandash</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir sagen &#8222;Nie wieder&#8220;, gedenken wir des Zweiten Weltkriegs.<br />
Wir versprechen uns selbst und den künftigen Generationen, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.<br />
Wir wollen den europäischen Frieden wahren und unbedingt verhindern, dass der Krieg einen Konflikt auslöst, der die ganze Welt verschlingen würde.</p>
<p>Und doch haben wir versagt.</p>
<p>Es herrscht Krieg in Europa, und er wird so schnell nicht aufhören. Am 24. Februar 2022 startete Russland die groß angelegte Invasion in der Ukraine. Innerhalb von zwei Monaten töteten die Russen Zehntausende von Ukrainern, verübten Massaker, die der Definition eines Völkermords entsprechen und zwangen mehr als 10 Millionen Ukrainer zur Flucht aus ihrer Heimat. Die Hälfte der ukrainischen Kinder wurde vertrieben.</p>
<p>Aber der Krieg hat nicht am 24. Februar begonnen. Er begann im Jahr 2014, als Russland die Krim annektierte und den Donbas, den östlichen Teil der Ukraine, besetzte.</p>
<p>Der Krieg hat den Charakter eines Völkermordes. Niemand wird hier als Gewinner rausgehen. Russland kann die Ukraine nicht ohne große Verluste erobern. Die Ukraine kann Russland nicht besiegen, ohne enorme Opfer zu beklagen. Und der Rest Europas kann nicht so tun, als sei alles wie immer. Die Zahlen zeigen es. Nach dem 24. Februar hat die EU die Ukraine mit rund einer Milliarde Euro unterstützt. Dieses Geld ist für humanitäre und militärische Hilfe bestimmt. Im gleichen Zeitraum hat Russland fast 40 Milliarden Euro von der EU erhalten. Das ist die Bezahlung für russisches Öl, Gas und Kohle. Das ist europäisches Geld, das den Krieg finanziert.</p>
<p>Die EU befindet sich in einer schwierigen Lage, seit Russland die groß angelegte Invasion gestartet hat. Einerseits hat sie der Ukraine ihre volle Unterstützung zugesagt. Sie hat Sanktionen angekündigt und Russland auch verurteilt.</p>
<p>Auf der anderen Seite kauft die EU weiterhin russische Energie und versorgt den Kreml mit Geld für den Krieg. Für ein Energie-Embargo gibt es keine Mehrheit. Einige der großen russischen Banken sind nicht von den Sanktionen betroffen. Und es gibt eine ständige Debatte darüber, ob der Ukraine schwere Waffen geliefert werden sollen oder nicht. Europa ist hier bereits gespalten.</p>
<p>Zum einen gibt es europäische Länder, die auf ein vollständiges Energie-Embargo drängen. Dabei handelt es sich vor allem um Osteuropäer, die die Ukraine unterstützen und wegen der anhaltenden russischen Aggression Alarm schlagen.</p>
<p>Dann haben wir eine Reihe von westeuropäischen Ländern, die unterschiedlich reagieren. Einige sind wegen der wirtschaftlichen Kosten nicht bereit, auf russische Energie zu verzichten. Einige würden es lieber früher als später tun, warten aber auf eine gesamteuropäische Entscheidung. Und einige wollen Putin nicht noch mehr provozieren. Offenbar ist ein Massaker an ukrainischen Zivilisten kein ausreichendes Argument, um die Einstellung der Finanzierung des Kremls durchzusetzen.</p>
<p>Die Position Deutschlands ist hier besonders interessant. Einerseits ist es ein Land, dessen Führung die Ukraine rhetorisch unterstützt hat und das sich als Verbündeter der Ukraine versteht. Auf der anderen Seite spricht die deutsche Energiepolitik eine andere Sprache. Deutschland lehnt die Kernenergie ab, steigt schrittweise aus der Kohlenutzung aus und erhöht seine Versorgung mit erneuerbaren Energien. Der größte Teil der Energie – über 70 % – stammt nach wie vor aus Öl, Gas und Kohle. Russland ist die Hauptquelle für diese drei Energieträger.</p>
<p>Nachdem Russland 2014 die Krim annektiert und Teile des Donbass besetzt hat, unterstützte die deutsche Regierung trotzdem Nord Stream 2. Und das, obwohl es in diesen letzten acht Jahren – wie auch der Rest der EU – viel Zeit hatte, sich mit der Bedrohung durch die Abhängigkeit von russischer Energie auseinanderzusetzen. In dieser Zeit hätten die europäischen Demokratien ihre Energiequellen diversifizieren können, ohne sich auf ein Land verlassen zu müssen, das von einem rücksichtslosen Diktator regiert wird. Das ist nicht geschehen.</p>
<p>Jetzt diskutieren die EU-Länder über ein Energie-Embargo gegen Russland. Ein Schritt, der schon längst hätte passieren können, hätten die Europäer auf die zahlreichen Warnungen der Ukraine und anderer osteuropäischer Länder gehört, die in der Vergangenheit direkt von der russischen Aggression betroffen waren.</p>
<p>Die deutsche Regierung hat wiederholt die Lieferung schwerer Waffen abgelehnt, hat Nord Stream 2 unterstützt und Russland jahrelang beschwichtigt. Sie hat auch das Energie-Embargo als eine der wichtigsten Sanktionen gegen Russland abgelehnt. Würde die deutsche Regierung ein Energie-Embargo vorantreiben, würden die Debatte in Europa anders verlaufen.</p>
<p>Die Europäer könnten bis Ende 2022 aufhören, russisches Öl (nicht Gas!) zu kaufen. Aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass das Geld, das Europa jetzt zahlt, und noch mindestens bis Dezember zahlen wird, dazu dient, Russlands Krieg zu unterstützen. Und je schneller Deutschland und die anderen sich weigern, den Völkermord an der ukrainischen Bevölkerung zu finanzieren, desto besser wäre es für Europa als Ganzes.</p>
<p>Es ist wichtig zu verstehen, dass Putin und seine Unterstützer so lange kämpfen werden, wie sie können. Und sie werden den Krieg weiterhin führen können, wenn europäisches Geld ihn finanziert.</p>
<p>Für die russische Energie gibt es Alternativen. Studien zeigen, dass es sechs bis neun Monate dauern könnte, russisches Öl volständig zu ersetzen. Gas mag schwieriger sein, aber es ist realistisch und machbar, LNG-Terminals aufzubauen. Dazu kommen die erneuerbaren Energien, deren Potenzial seit Jahren in Europa diskutiert wird, aber das noch nicht ausgeschöpft ist.</p>
<p>Die Entscheidung, keine russische Energie mehr zu kaufen, ist eine politische Entscheidung. Wir sprechen hier über Milliarden von Euro, die die deutschen Unternehmen wegen des Ausfalls von Nord Stream 2 nicht verdienen werden. Wir sprechen von der Notwendigkeit, sich anzupassen, möglicherweise die Preise zu erhöhen und die Wähler mit hohen Preisen zu konfrontieren. Dazu kommt eine starke Wirtschaftslobby, die es nicht erwarten kann, zu einem normalen Handel mit Russland zurückzukehren.</p>
<p>Und wir sprechen auch über die kontinuierliche Finanzierung des russischen Krieges. Wir sprechen über einen Völkermord, der sich live abspielt, über niedergebrannte Städte, gefolterte Zivilisten und Tausende, wenn nicht Zehntausende Tote. Wir sprechen von einem geteilten Europa, in dem die Demokratien kein Problem damit haben, einen Diktator zu finanzieren.</p>
<p>Europa hatte Jahre Zeit, sich von der russischen Energieabhängigkeit zu befreien. Es hat es nicht getan. Aber es kann – und muss jetzt handeln – wenn es zu den Werten steht, die es vertritt.</p>
<p>Vor zwei Monaten ist Russland in die Ukraine einmarschiert. Wir haben gesehen, was die Russen in Butscha, Hostomel, Irpin, Borodyanka und anderen Orten angerichtet haben. Wir sehen die Bilder des zerstörten Mariupol. Die Ukrainer kämpfen weiter. Sie verteidigen ihr Land und somit auch Europa. Wir bitten nur darum, dass der Rest Europas das Töten von Ukrainern nicht finanziert.</p>
<p><em>Anna Romandash, Ukraine, Advocate bei United Europe</em></p>
<p>&nbsp;</p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2022/04/warum-ist-europa-bezueglich-des-krieges-in-der-ukraine-so-gespalten-ist-billige-energie-einen-ukrainischen-voelkermord-wert-en-artikel-von-anna-romandash/">Warum ist Europa bezüglich des Krieges in der Ukraine so gespalten? Ist billige Energie einen ukrainischen Völkermord wert? Ein Artikel von Anna Romandash</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Kommunalwahlen und die EU-Perspektive: Der erste Schritt zu politischen und sozialen Veränderungen – oder vielleicht doch nicht?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Kaemmerer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2020 10:51:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Advocacy-Programm]]></category>
		<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
		<category><![CDATA[Bosnia and Herzegovina]]></category>
		<category><![CDATA[election]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[political stability]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesen Tagen wird in Bosnien und Herzegowina über die Kommunalwahlen diskutiert, die am 15. November stattfanden und nicht über die Corona-Pandemie. Wir lesen viele Schlagzeilen, in denen behauptet wird,&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In diesen Tagen wird in Bosnien und Herzegowina über die Kommunalwahlen diskutiert,</strong> die am 15. November stattfanden und nicht über die Corona-Pandemie. Wir lesen viele Schlagzeilen, in denen behauptet wird, dass die Regierungsparteien auf staatlicher Ebene ihre wichtigsten Hochburgen verloren haben und dass dies ein erster Schritt zu vielen positiven Veränderungen sein könnte, die wir nach den nächsten Parlamentswahlen (2022) erwarten können.</p>
<p>Es gibt zwei Entitäten, 143 lokale Selbstverwaltungseinheiten, 79 in der Föderation Bosnien und Herzegowina und 64 in der Republik Srpska.</p>
<p>Die drei regierenden Parteien sind:<br />
<strong>SDA, </strong>die überwiegend Bosnische Muslime vertritt, die Föderation von Bosnien und Herzegowina<br />
<strong>SNSD</strong> vertritt überwiegend Serben, die Republik Srpska<br />
<strong>HDZ</strong> vertritt überwiegend Kroaten, die Föderation von Bosnien und Herzegowina</p>
<p>Die größte Veränderung hat sich in der Hauptstadt Sarajevo bezüglich der SDA vollzogen. Diese Partei unterlag in drei von vier Gemeinden der „Quartett“-Koalition aus vier Parteien (SDP – Sozialdemokratische Partei, Naša Stranka – Unsere Partei, Narod i Pravda – Volk und Gerechtigkeit, NBL – Unabhängige Bosnische Liste). Es ist interessant zu erwähnen, dass die Bürger Sarajevos den Bürgermeister der Stadt Sarajevo nicht direkt wählen. Die vier Gemeinderäte wählen den Stadtrat von Sarajevo, der den Bürgermeister wählt, was gewöhnlich einige Monate später geschieht.</p>
<p>Viele Menschen, auch in unserem Land, kennen den Unterschied zwischen dem Kanton Sarajevo und der Stadt Sarajevo nicht. Die Stadt Sarajevo besteht aus vier Gemeinden. Der Kanton Sarajevo besteht aus neun Gemeinden (die vier Gemeinden der „Stadt Sarajevo“ plus fünf Nachbargemeinden). Die SDA hat in diesem Kanton viel von ihrer Macht verloren. Was diesen Bereich betrifft, so ist die größte Überraschung für die SDA der Verlust der Gemeinde Ilidža (64 % für den „Quartett“-Kandidaten).<br />
Die HDZ hat nur in Tomislavgrad verloren. Überall sonst ist ihre Macht fast auf gleichem Niveau geblieben.</p>
<p>Können wir in der Republik Srpska eine wesentliche Veränderung feststellen? Nicht wirklich. Die SNSD hat den Bürgermeister der Hauptstadt (Banja Luka – diese Stadt ist das Verwaltungszentrum dieser Entität) verloren, aber diese Partei wird immer noch die Mehrheit im Stadtrat von Banja Luka haben. Die SDS (Serbische Demokratische Partei), die wichtigste Oppositionspartei, ist noch schwächer als vor vier Jahren! Hervorzuheben ist, dass es in dieser Entität 64 lokale Selbstverwaltungseinheiten gibt, und die SNSD (mit ihren Partnern) wird ihren Bürgermeister in 42 haben.</p>
<p>In dieser Entität haben die Bürger zum ersten Mal für den Bürgermeister der Stadt Ost-Sarajevo gestimmt (in der Vergangenheit war das Verfahren dem derzeitigen Wahlverfahren in der Stadt Sarajevo sehr ähnlich). Die Stadt Ost-Sarajevo besteht aus sechs Gemeinden, und der SNSD gewann in den drei von ihnen (gleiche Situation wie vor 4 Jahren). Der SNSD-Kandidat wird aber auch der erste direkt gewählte „Bürgermeister der Stadt“ sein. Das derzeitige Ergebnis (96 % der bearbeiteten Wahllokale) liegt bei 53 % zugunsten des SNSD-Kandidaten.</p>
<p><strong>Wo liegt Mostar?</strong><br />
Mostar ist eine ethnisch geteilte (Kroaten-Bosnische Muslime) Stadt im südlichen Teil des Landes (der Föderation von Bosnien und Herzegowina).<br />
Seit 2008 gab es in Mostar keine Kommunalwahlen mehr, da die Behörden ein Urteil des bosnischen Verfassungsgerichts aus dem Jahr 2010 nicht durchsetzen konnten, in dem es hieß, die Machtteilungsstruktur der Stadt sei verfassungswidrig und müsse reformiert werden (die Hauptakteure des Konflikts: die SDA und die HDZ). Die ersten Wahlen nach 12 Jahren finden am 20. Dezember 2020 statt.<br />
Warum kämpfen wir in Bosnien und Herzegowina? Warum können die Bürger auch 25 Jahre nach dem Dayton-Abkommen keine wirklich positiven Veränderungen erkennen? Es ist traurig, dass einige von uns denken, dass es unmittelbar nach dem Krieg besser war, weil die Menschen damals Hoffnung hatten, aber es scheint, dass im Laufe von 25 Jahren die Hoffnung verschwunden ist.<br />
Die Geschichte von Bosnien und Herzegowina sollte aus der Perspektive der gesamten Region analysiert werden. Bosnien und Herzegowina hat viele einzigartige Merkmale, aber über dieses Land zu diskutieren, ohne eine breitere Perspektive zu berücksichtigen, ist nicht empfehlenswert. <strong>Diese Region ist immer noch in der Vergangenheit gefangen. Die Länder dieser Region waren nicht auf das Ende des Kalten Krieges und den nachfolgenden Zusammenbruch des Ostblocks vorbereitet.</strong> Und noch heute spüren wir all die negativen Auswirkungen der früheren (meist kriegsbedingten) Prozesse. Abgesehen von COVID-19 hat Bosnien und Herzegowina vor allem mit seinen „alten“ Problemen zu kämpfen.</p>
<p>Die Hauptthemen im öffentlichen Diskurs sind fast die gleichen. Sie lassen sich wie folgt beschreiben: <strong>Diskussion über Kompetenzen, Umgang mit dem Erbe radikaler Gewalt, dissonante Töne zwischen politischen Akteuren bezüglich der Gestaltung öffentlicher Politik.</strong> Hier könnten wir viele Beispiele anführen: der strategische Rahmen für die Reform der öffentlichen Verwaltung. Der strategische Plan für die ländliche Entwicklung. Nach so vielen Jahren haben wir immer noch Probleme mit der Schaffung von Strukturen für die ländliche Entwicklung im Rahmen des Instruments für Heranführungshilfe – nur ein offensichtliches Beispiel dafür, wie viele Chancen dieses Land verpasst. Natürlich haben wir immer noch viele Probleme im Zusammenhang mit der Erzielung eines Konsenses über die Geschehnisse in der Vergangenheit (Kriegsverbrechen). Dieses schmerzliche Erbe ist wahrscheinlich unsere schwerste Last. Dies wurde von Josep Borrell, dem Hohen Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, der unser Land vor einigen Tagen besuchte, hervorgehoben. Herr Borrell forderte, dass die Fortschritte Bosnien und Herzegowinas in der EU auch durch eine echte Aussöhnung untermauert werden müssen.</p>
<p><strong>Eine klare Vision, wo dieses Land gerne sein würde, ist nur schwer zu erkennen</strong>. Man konzentriert sich zu sehr auf Fragen, die nicht mit der Verbesserung des Lebensstandards zusammenhängen, was die Hauptrolle der Politiker sein sollte. Man könnte sagen, dass wir in Bosnien und Herzegowina eine Atmosphäre ständiger Krise haben. Neben den oben erwähnten Themen sind die drei wichtigsten relevanten Themen:</p>
<p>&#8211; die negativen Auswirkungen von COVID-19 (die Wirtschaft ist in den letzten fünf Jahren um 3% gewachsen, aber seit dem Frühjahr haben wir es in vielen Sektoren mit einem starken Rückgang zu tun, und es ist schwer vorauszusehen, was passieren wird)<br />
&#8211; die Krise der Migranten<br />
&#8211; die Abwanderung von Jugendlichen</p>
<p>Die EU sollte Bosnien und Herzegowina weiterhin unterstützen, weil es im Interesse der EU liegt, die politische Stabilität an seiner Südostflanke aufrechtzuerhalten. Die Bürger der EU und Bosnien und Herzegowinas verdienen die Chancen, die sich aus einer solchen Stabilität ergeben. Dennoch können wir sagen, dass die öffentliche Unterstützung für die europäische Integration in Bosnien und Herzegowina relativ hoch ist. Wir können viele Themen ausmachen, aber die kritischsten Fragen bezüglich der EU-Perspektive sind:</p>
<p>1) Koordination der verschiedenen Ebenen (Staat, Entitäten, Kantone usw.) in Bezug auf EU-Angelegenheiten<br />
2) Der Kampf gegen Korruption und organisierte Kriminalität. Dieses Thema hindert das Land am Vorankommen und birgt das Risiko in die EU weitergetragen zu werden<br />
3) Die Reform der öffentlichen Verwaltung, um einen professionellen öffentlichen Dienst zu gewährleisten, den Grad der Transparenz zu erhöhen und eine kunden(bürger)orientierte öffentliche Verwaltung gemäß SIGMA-Standards aufzubauen</p>
<p>Diesen Fragen sollte Vorrang eingeräumt werden, um einen angemessenen Rahmen zu schaffen, damit dieses Land sich endlich erholt und menschenwürdige Arbeitsmöglichkeiten bietet, eine gesunde politische Atmosphäre schafft und dieses Land von der letzten Position auf vielen Ranglisten endlich aufrücken kann.<br />
Was Wahlen betrifft, so sollten wir nicht auf einer Matrix von Gewinnern und Verlierern bestehen. <strong>Wir sollten hoffen, dass die wichtigsten politischen Akteure ihr Handeln und ihre Ambitionen überdenken werden. Dies ist der einzige Weg, diese Gesellschaft wiederzubeleben, und die einzige Möglichkeit zu glauben, dass es Zeiten geben wird, in denen unsere Bürger (nicht nur die politischen Akteure) wieder aufblühen können.</strong></p>
<p><em>Autor: Vlado Planinčić, Moderator und Project Manager aus Bosnien und Herzegowina<br />
</em></p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2020/11/kommunalwahlen-und-die-eu-perspektive-der-erste-schritt-zu-politischen-und-sozialen-veraenderungen-oder-vielleicht-doch-nicht/">Kommunalwahlen und die EU-Perspektive: Der erste Schritt zu politischen und sozialen Veränderungen – oder vielleicht doch nicht?</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>#EuropeExplained Video-Serie ist online!</title>
		<link>https://www.united-europe.eu/de/2020/11/europeexplained-ist-online/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dorian Simon]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2020 13:07:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Advocacy-Programm]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
		<category><![CDATA[#europeexplained]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Institutionen]]></category>
		<category><![CDATA[Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Europe]]></category>
		<category><![CDATA[Karina Matvienko]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[United Europe]]></category>
		<category><![CDATA[Young Professional Advisor]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die neue Videoserie #EuropeExplained spricht die Sprache junger Europäer: Ziel ist es, ein junges Publikum fernab der Politik zu erreichen und sie dabei zu unterstützen, sich eine fundierte Meinung zu&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><span class="s1">Die neue Videoserie <strong>#EuropeExplained</strong> spricht die Sprache junger Europäer: Ziel ist es, ein junges Publikum fernab der Politik zu erreichen und sie dabei zu unterstützen, sich eine fundierte Meinung zu europäischen Themen zu bilden. Die Serie repräsentiert eine junge Perspektive und zielt darauf ab, junge Europäer zu politisieren.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1"><strong>#EuropeExplained</strong> sensibilisiert für die Rolle der europäischen Institutionen und wie wir von ihnen profitieren.</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Über unsere erste Protagonistin YPA Karina Matvienko:</span></strong></p>
<ul>
<li class="p1"><span class="s1">Karina ist 24 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Ufa, der Hauptstadt einer zweisprachigen und multikulturellen Region in Russland.</span></li>
<li class="p1"><span class="s1">Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Politikwissenschaft des Moskauer Staatlichen Instituts für Internationale Beziehungen (MGIMO – Universität).</span></li>
<li class="p1"><span class="s1">Zur Zeit macht sie ihren ihren Master in Osteuropastudien mit Schwerpunkt Politik an der Freien Universität Berlin in Deutschland an.</span></li>
<li class="p1"><span class="s1">Karina hat in vier verschiedenen Ländern gelebt und studiert – Russland, Großbritannien, Deutschland und der Schweiz.</span></li>
<li class="p1"><span class="s1">Die Freiwilligenarbeit ist ein großer Teil ihres außerschulischen Lebens. Neben ihrer Tätigkeit als Young Professional Advisor bei United Europe e.V. hat sie sich freiwillig für die Fraueninitiative ReOrient (www.reorient-initiative.com) und für ein Integrationsprojekt für Flüchtlingskinder „School for Freedom“ gemeldet.</span></li>
<li class="p1"><span class="s1">Freiheit und Respekt sind die Leitprinzipien in ihrem persönlichen und beruflichen Leben.</span></li>
</ul>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Was ist der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte?</span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1">Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte überprüft die Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung aller Unterzeichnerstaaten auf Verletzungen der Konvention und steht für die Durchsetzung des Rechts. </span></p>
<p class="p1"><span class="s2">?</span><span class="s1">  Der EGMR wurde 1959 in Straßburg, Frankreich, gegründet. </span></p>
<p class="p1"><span class="s2">4️⃣7️⃣</span><span class="s1"><span class="Apple-converted-space">  </span>Staaten sind Teil der Konvention.</span></p>
<p class="p1"><span class="s2">??‍⚖️ ??‍ </span><span class="s1">Das Gericht schützt mit der Konvention die bürgerlichen und politischen Menschenrechte.</span></p>
<p class="p1"><span class="s2">?</span><span class="s1">  Das internationale Recht nach dem „Wiener Übereinkommen“ über das „Recht der Verträge“ von 1969 hat Vorrang vor innerstaatlichem Recht. Daher haben die Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte Vorrang vor innerstaatlichen Urteilen.</span></p>
<p class="p1"><span class="s2">?? ?? ??</span><span class="s1">  Die meisten Urteile betreffen die drei Länder Italien, Russland und die Türkei.</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Interview mit Karina:</span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1"><strong>United Europe:</strong> Vielen Dank, dass Du dich für unsere Videoserie <strong>#EuropeExplained</strong> gemeldet hast! Könntest Du uns bitte sagen, warum Du beschlossen hast, über den EGMR zu sprechen?</span></p>
<p class="p1"><span class="s1"><strong>Karina:</strong> Ich erinnere mich, dass es eines der Seminare über internationale und europäische Mechanismen zum Schutz der Menschenrechte während meines Austauschsemesters in der Schweiz war, und der Professor uns ein Tortendiagramm mit ausstehenden Klagen zeigte. Die meisten Klagen kamen aus Russland, meinem Land. Diese Informationen verwirrten mich und ich beschloss, mich eingehender mit den Gründen zu befassen, warum wir die meisten Klagen bei dem EGMR haben.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1"><strong>United Europe:</strong> Man könnte also sagen, dass Du direkt von der Arbeit dieser Institution betroffen bist, und der EGMR Deine Interessen vertritt?</span></p>
<p class="p1"><span class="s1"><strong>Karina:</strong> Auf jeden Fall. Ich hätte nicht so viel Aufwand in die Video-Produktion investiert, wenn es für mich nicht so wichtig gewesen wäre. Die Institution verkörpert alles, woran ich glaube. Die Politik lässt uns denken, dass es etwas Wichtigeres als den Schutz der Menschenrechte geben könnte. Ich stimme dem nicht zu. Politiker sind da, um den Interessen der Menschen zu dienen. Und die meisten Länder scheinen dem zuzustimmen, indem sie dem Übereinkommen beitreten. Schauen Dir an, wie unterschiedlich die Mitglieder des Europarates sind. Das macht die Situation natürlich etwas dringlicher, wenn es um den Schutz der Menschenrechte im Inland geht, aber ich bin dankbar, in Zeiten zu leben, in denen diese Grundwerte international geschützt sind.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1"><strong>United Europe:</strong> Gibt es etwas, das Du dem Publikum zu diesem Thema und der von Dir gewählten Institution sagen möchten?</span></p>
<p class="p1"><span class="s1"><strong>Karina:</strong> In Zeiten eines starken Rückfalls der Demokratie weltweit sollte unsere Generation besonders vorsichtig sein mit dem, wofür frühere Generationen so hart gekämpft haben.</span></p>
<p class="p1"><em><span class="s1">Produktionsteam: Karina Matvienko, Dyria Alloussi, Albert Guasch</span></em></p>
<p>&nbsp;</p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2020/11/europeexplained-ist-online/">#EuropeExplained Video-Serie ist online!</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fake News und Fehlinformationen auf WhatsApp &#038; Co.</title>
		<link>https://www.united-europe.eu/de/2020/10/fake-news-und-fehlinformationen-auf-whatsapp-co/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Kaemmerer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2020 10:39:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Advocacy-Programm]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[fake news]]></category>
		<category><![CDATA[Fehlinformationen]]></category>
		<category><![CDATA[GDPR-Datenschutzlinien]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Luis Neumann]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Messenger-Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Behr]]></category>
		<category><![CDATA[United Europe]]></category>
		<category><![CDATA[WhatsApp]]></category>
		<category><![CDATA[Young Professional Advisor]]></category>
		<category><![CDATA[YPA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Studie über die unterschätzte Rolle der Messenger-Dienste in Europa von United Europes Young Professional Advsiors Oliver Behr und Karl Luis Neumann. Die Menge, die Reichweite und die Schnelligkeit von&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4 id="eine-studie-ueber-die-unterschaetzte-rolle-der-messenger-dienste-in-europavon-united-europes-young-professional-advsiors-oliver-behr-und-karl-luis-neumann">Eine Studie über die unterschätzte Rolle der Messenger-Dienste in Europa<br />
von United Europes Young Professional Advsiors Oliver Behr und Karl Luis Neumann.</h4>
<p>Die Menge, die Reichweite und die Schnelligkeit von Fehlinformationen, Verschwörungstheorien oder Fake News, die in der digitalen Welt verbreitet werden, haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Was bedeutet das für die User  und unsere Gesellschaften? Entscheidend sind hier die <strong>privaten digitalen Kommunikationskanäle wie WhatsApp oder iMessage.</strong> Auf diesen Kanälen können Fehlinformationen deutlich effektiver verbreitet werden als auf jedem anderem Kommunikations-Kanal. Bislang waren TV-Programme, Radio-Stationen oder Tageszeitungen wichtige Informationskanäle. Sie alle verfügen über ausgearbeitete Mechanismen zur Überprüfung von Informationen. Redaktionen überprüfen Inhalte und arbeiten daran, Fehlinformationen zu stoppen und unerwünschten Inhalt zu verhindern. Auch Twitter und Facebook verfügen über einen inhärenten Überprüfungsmechanismus, der aber noch nicht ausreichend ist. Nutzer können Inhalte markieren und kommentieren, und seit kurzem unterziehen die Plattform-Anbieter ihre Inhalte einem Faktencheck.</p>
<p>Digitale Instant-Messenger-Dienste wie WhatsApp oder iMessage, über die die Nutzer direkt und privat kommunizieren, verfügen über keinen Überprüfungsmechanismus. Man kann grundsätzlich alles mit seinen Freunden teilen. Mit nur wenigen Klicks leiten die User <strong>Fake News und Verschwörungstheorien</strong> weiter, die sich in der Folge wie ein Lauffeuer über die WhatsApp-Gruppen verbreiten. Beispiele aus <a href="https://www.theguardian.com/world/2019/oct/30/whatsapp-fake-news-brazil-election-favoured-jair-bolsonaro-analysis-suggests">Brasilien</a> und <a href="https://www.bbc.com/news/world-asia-india-47797151">Indien</a> zeigen, wie bei den jüngsten Wahlen die Verbreitung von Fehlinformationen über WhatsApp eine entscheidende Rolle spielten. Bislang haben die Regulierungsbehörden wenig getan, um der Bedrohung zu begegnen, die von privaten Nachrichtenplattformen ausgeht. Jede Gesetzgebung dieser Art ist auf supranationaler Ebene am wirksamsten. Informationen passieren fast augenblicklich die Grenzen und machen nationale Vorschriften überflüssig. Folglich kann es für die Europäische Union eine große Chance sein, dieses Thema gründlich anzugehen. Ähnlich wie bei den<strong> GDPR-Datenschutzvorschriften der EU</strong> kann Europa erneut eine führende Rolle bei der Festlegung der grundlegenden Regeln und Standards der digitalen Welt übernehmen – zum Nutzen aller.</p>
<p>Der folgende Artikel zielt darauf ab, das Bewusstsein für die dem Thema zugrunde liegende systemische Dynamik und ihre Auswirkungen zu schärfen. Es ist dringend notwendig, dass europäische Politiker handeln und eine Diskussion über die Verbreitung von Fehlinformationen auf privaten Nachrichtenplattformen anstoßen!</p>
<p>Die Studie war Teil der „2020 Map the System Challenge“ der Universität Oxford, wo sie als eines der 32 besten Projekte von insgesamt 3.500 Projekten eingestuft wurde.</p>
<p>Lesen Sie den Artikel von Oliver Behr und Karl Luis Neumann auf Englisch <a href="https://www.united-europe.eu/2020/10/fake-news-and-misinformation-on-whatsapp-co/">hier</a>.</p>
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		<title>Fallen die Westbalkanländer auf Chinas „Schuldenfallen-Diplomatie&#8220; herein?</title>
		<link>https://www.united-europe.eu/de/2020/10/fallen-die-westlichen-balkanlaender-auf-chinas-schuldenfallen-diplomatie-herein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dorian Simon]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2020 12:03:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
		<category><![CDATA[17+1 initiative]]></category>
		<category><![CDATA[BRI]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[COSME]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem diesjährigen EU-Westbalkan-Gipfel im Mai bekundeten die 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union ihre uneingeschränkte Unterstützung für die westlichen Balkanländer verbunden mit dem Angebot auf EU-Mitgliedschaft und mehr&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem diesjährigen <strong>EU-Westbalkan-Gipfel</strong> im Mai bekundeten die 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union ihre uneingeschränkte Unterstützung für die westlichen Balkanländer verbunden mit dem Angebot auf EU-Mitgliedschaft und mehr finanzieller Unterstützung, unter anderem, um Chinas Einfluss in der Region Einhalt zu gebieten.<br />
Als sich die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union und der chinesischen Regierung im September zum <strong>EU-China-Gipfel</strong> trafen, stand der westliche Balkan jedoch nicht oben auf der Tagesordnung. Die Teilnehmer des Gipfels konzentrierten sich auf den Handel und das umfassende Abkommen <strong>EU-China Comprehensive Agreement</strong>, jedoch nicht auf die politische Lage im Westbalkan.</p>
<p>Angesichts der chinesischen Aktivitäten auf dem Westbalkan <strong>muss die Europäische Union aktiv werden</strong>. Die aktuelle Debatte verdeutlicht, dass China den Eindruck erweckt, Europa aufzukaufen und zu spalten. Mit Megaprojekten wie der Initiative „17 + 1“, strategischen Investitionen im privaten Sektor und Infrastrukturprojekten will China in und um Europa Einfluss gewinnen (das gesamte Interview finden Sie auf Englisch <a href="https://www.flipsnack.com/unitedeurope/eu-china.html">hier</a>).</p>
<p>Die <strong>Young Professional Advisors (YPAs)</strong> von United Europe führten kürzlich ein Zoom-Interview mit <strong>Jörg Wuttke</strong>, Geschäftsführer und Generalvertreter der BASF in China und Präsident der Europäischen Handelskammer in China, und <strong>Tim Wenniges</strong>, Geschäftsführer von Südwestmetall und ehemaliger Leiter des Shanghaier Büros der Konrad Adenauer Stiftung, um über Chinas anhaltenden Einfluss in Europa zu diskutieren.</p>
<p>„Wir müssen darüber nachdenken, wie wir die osteuropäischen Länder in unseren Umgang mit China integrieren“, sagte <strong>Wuttke</strong>. Und: „Wir müssen an unserem eigenen Appell an die anderen Nationen arbeiten, uns fixieren, uns reformieren, um dann aus einer Position der Stärke herauszukommen, bevor wir uns möglicherweise mit Dingen überladen, zu denen wir eigentlich nicht in der Lage sind.“ Und <strong>Wenniges</strong> ergänzte: „Brüssel investiert mit Bedingungen wie zum Beispiel der Einhaltung von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten. Aus Sicht der östlichen Länder kommt die EU mit Bedingungen und China mit Chancen.“ Aber China, so Wenniges, habe kein Interesse an einem starken Europa. „Es hat ein Interesse an einem stabilen Europa. Unser Interesse ist ein stabiles und starkes Europa. Das ist etwas vollkommen verschiedenes. “</p>
<p><strong>Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping</strong> kündigte 2013 die „<strong>One Belt and One Road Initiative</strong>“ als ein globales Projekt mit einem Investitionsvolumen von über 900 Milliarden US-Dollar an, mit dem internationale Handelsrouten miteinander verbunden werden sollen. Die Initiative 17+1 umfasst Projekte in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, der Tschechischen Republik, Estland, Griechenland, Ungarn, Lettland, Litauen, Nord Mazedonien, Montenegro, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei und Slowenien. Bemerkenswert ist, dass der Kosovo nicht Teil dieser Initiative ist, da die chinesische Regierung dessen Unabhängigkeit nicht anerkennt. 12 von 17 Mitgliedern der Initiative sind EU-Mitgliedstaaten, die übrigen fünf sind EU-Beitrittskandidaten oder potenzielle Kandidatenländer.</p>
<p>Alle sechs westlichen Balkanländer sind von der <strong>Corona-Pandemie</strong> betroffen. Ihre fragilen Demokratien, schwachen Volkswirtschaften und instabilen Regierungen waren aufgrund der relativ großen Zahl betroffener Personen mit erheblichen Engpässen in den Krankenhäusern und einer Knappheit von medizinischen Geräten konfrontiert. Chinas wirtschaftliche Versprechen an den Westlichen Balkan, den Handel und die Investitionen zu steigern, sind deshalb attraktive Angebote, vor allem während der COVID-19-Pandemie.</p>
<p>In der Regel sind <strong>Auslandsinvestitionen ein willkommener Anreiz</strong> für die Wirtschaft. Doch die wachsende wirtschaftliche Abhängigkeit von China zahlt sich nicht in lokaler Währung für die Bevölkerung aus, sondern stellt politische Gefälligkeiten und persönliche Gewinne für die lokalen Eliten dar. <strong>Chinas Auslandsinvestments</strong> werden nach einem wohl überlegten Plan vergeben: Regierungen vergeben große Kredite bei chinesischen Banken, Auftragnehmer der Projekte sind chinesische Unternehmen (meist in chinesischem Staatsbesitz), Materialien und Mitarbeiter werden aus China importiert, so dass chinesische Investitionen häufig keine positive Auswirkungen auf die Lebensbedingungen in diesen Regionen haben. Vielen dieser Projekte mangelt es an Transparenz und öffentlicher Kontrolle über die Vergabeverfahren.</p>
<p>Die von den <strong>chinesischen Banken angeboten Kredite</strong> erhöhen auch die Schuldenquote, was zu einer sogenannten „debt trap diplomacy“ oder “Schuldenfallen Diplomatie” sowie zu politischen Abhängigkeiten führt. In Montenegro ist die Staatsverschuldung beispielsweise auf rund 80% des BIP des Landes gestiegen, und China besitzt daran einen erstaunlichen Anteil von 39%.</p>
<p>Laut dem kürzlich erschienenen Artikel „<a href="https://www.united-europe.eu/de/2020/02/wird-der-green-deal-auf-dem-westbalkan-scheitern-oder-erfolgreich-sein/">Wird der Green Deal auf dem Westbalkan scheitern oder erfolgreich sein?</a>“ von <strong>United Europes YPAs Dyria Alloussi und Dinand Drankier</strong> ist China auch ein wichtiger Akteur bei der Gestaltung der Energiezukunft des Westbalkans – wenn auch nicht in der von der EU gewünschten Weise. Die Autoren zeigen, dass die Prognosen bei den riesigen chinesischen Kohleprojekten (z. B. das Kraftwerk Tuzla in Bosnien-Herzegowina und das Kraftwerk Kostalac in Serbien) bezüglich der Rentabilität allzu optimistisch warenund schwerwiegende Bedenken hinsichtlich der Luft- und Wasserverschmutzung ignoriert werden.</p>
<p>Das „Gegenstück“ der EU zur 17+1-Initiative ist der <strong>Western Balkans Investment Framework (WBIF),</strong> welcher unter anderem Infrastrukturprojekte in Serbien, Mazedonien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Albanien mit einer Mischung aus Darlehen und Zuschüssen mit einer transparenten Governance-Struktur finanziert. Das WBIF bietet in den Bereichen Energie, Umwelt, Soziales, Verkehr und digitale Infrastruktur eine Finanzierung und technische Unterstützung für strategische Investitionen. Es unterstützt auch Entwicklungsinitiativen des Privatsektors. Dieses Verfahren vergibt auf der Grundlage wettbewerbsorientierter Vergabemethoden Zuschüsse für Aktivitäten zur Vorbereitung und Durchführung von Infrastrukturprojekten sowie für Investitionen. Zur Einreichung von Vorschlägen werden Leitlinien veröffentlicht, in welchen transparente Zulassungskriterien festgelegt sind.</p>
<p>„Ich habe nie verstanden, warum Europa wie ein Kaninchen vor der Schlange sitzt&#8220;, sagte <strong>Jörg Wuttke</strong> beim YPA-Interview. „Wir sollten stolz auf unser demokratisches System sein.&#8220;</p>
<p>Einerseits wird die <strong>chinesische Präsenz auf dem Westlichen Balkan</strong> durch wegweisende Infrastrukturinvestitionen und den Einfluss der Regierungschefs sichtbar: China unterstützt Straßenbau, Autobahnbau und den Bau von Eisenbahnen und finanziert dabei mehrere Projekte wie die Eisenbahnlinie Belgrad-Budapest, Autobahnen, die Montenegro mit Serbien und Albanien mit Montenegro verbinden sowie weitere Autobahnen in Albanien, Bosnien und Herzegowina und Nord Mazedonien. Chinesische Kredite werden als „unverbindlich“ wahrgenommen, weil sie, anders als die EU, keine politischen Reformen im Gegenzug einfordern. Peking besteht jedoch auf strengen finanziellen Garantien. Falls die Kredite nicht zurückgezahlt werden, übernimmt China die Kontrolle über das Projekt. Darüber hinaus sind bei einigen Abkommen bei Streitigkeiten chinesische Gerichte zuständig.</p>
<p>Andererseits konzentriert sich die <strong>EU in der Region auf die Modernisierung der Volkswirtschaften durch Demokratisierung, Rechtsstaatlichkeit, Entwicklung grüner Wirtschafts- und Lebensmodelle und die digitale Transformation</strong>. Im Rahmen des jüngsten EU-Haushalts hat die EU über das Instrument for Pre-accession Assistance (IPA II) 11,7 Mrd. Euro für Länder im Balkan bereitgestellt. Das IPA ist ein Mittel, mit dem die EU Reformen in den Erweiterungsländern mit finanzieller und technischer Hilfe unterstützt und darauf abzielt, die Entwicklungsmöglichkeiten der Länder während des gesamten Beitrittsprozesses zu begleiten.</p>
<p>Der <strong>Unterschied zwischen den Investitionen der EU und China</strong> in der Region besteht darin, dass die EU auf dem Westbalkan sowohl institutionelle als auch politische, meist strengere Reformen für ein finanzielles Engagement festlegt, was die Umsetzung vieler Projekte aufgrund komplizierter bürokratischer Verfahren verlangsamt. In Serbien ist die Freigabe der Mittel in der Regel von der politisch sensiblen Normalisierung der Beziehungen zum Kosovo abhängig, dafür ist aber ein institutioneller Rahmen notwendig.</p>
<p>Chinas Investmentpolitik wird von einem zusätzlichen Mechanismus unterstützt: <strong>Soft Power</strong>. In der Region des Westbalkans sind rund 40 Konfuzius-Institute aktiv, die sich auf den Aufbau von Strukturen akademischer Zusammenarbeit und den Studenten, um die kommenden akademischen Generationen für chinesische Prinzipien zu gewinnen und mit der chinesischen Politik zu sympathisieren.</p>
<p>Die „Gegenstücke“ im Bereich der Soft-Power sind EU-Programme wie <strong>Erasmus+, Horizon 2020, Creative Europe </strong>und <strong>COSME</strong>, die die <strong>jüngere Generation, Unternehmer und Forscher</strong> der Region durch die Förderung Mobilität und des akademischen Austausches unterstützen. Ergänzend dazu beläuft sich die humanitäre Hilfe der EU zur Bewältigung der Migrationskrise, beispielsweise in Bosnien und Herzegowina, seit 2018 auf 10,3 Mio. Euro. Darüber hinaus hat die EU den Ländern des Westlichen Balkans 3,3 Mrd. Euro zur Unterstützung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus nach der Pandemie zugesagt.</p>
<p>Da die EU ein führender Handelspartner, Investor und Anbieter von Finanzhilfen für den Westbalkan ist, fordert sie im Gegenzug zusätzliche Anstrengungen zur Entwicklung von Rechtsstaatlichkeit, dem Aufbau gut nachbarschaftlicher Beziehungen und der Umsetzung europäischer Werte.</p>
<p>In diesem Sinne ist eine Entscheidung der Westbalkan-Regierungen zwischen China und der EU <strong>eher eine Option für eine kurzfristige als für eine langfristige wirtschaftliche Entwicklung</strong>. Obwohl die EU-Beitrittskandidaten auf dem Westlichen Balkan vom EU-Erweiterungsprozess enttäuscht sind, dürfen sie nicht vergessen, dass die EU der wichtigste Handelspartner bleibt, der fast 70% des gesamten Handels der Region ausmacht, was einen gewichtigen Hebel gegenüber China darstellt.</p>
<p>Die westliche Balkanregion ist wieder zu einer <strong>Arena für aufstrebende Mächte</strong> <strong>geworden, um ihren Einfluss auszudehnen</strong>. Chinas Werkzeugkasten, welcher sich aus den oben genannten Maßnahmen zusammensetzt, wird verwendet, um geopolitische Ziele in der Region zu erreichen. Die Balkanländer befinden sich in der Mitte Europas und bieten neben Mitgliedschaften einen Zugang zur Adria, zum Ionischen Meer und zum Mittelmeer.</p>
<p>Laut <strong>Jörg Wuttke</strong> hat das System in China einen eigenen Mechanismus, um zu entscheiden, was wichtig ist. Der Einfluss der EU auf das, was China tut, ist begrenzt. Die Tatsache, dass China so selbstbewusst auftritt, könnte allerdings auch dazu führen, dass die EU weniger selbstgefällig und reaktionsschneller wird, so Wuttke. Durch das Hinauszögern von Beitritten zur EU innerhalb der Region drängt die EU die Balkanländer unfreiwillig in die <strong>Schuldenfalle Chinas</strong> und muss sich in der Folge mit möglichen negativen Folgen wie der Abwesenheit von Kontrollmechanismen, der Abhängigkeit von politischen Eliten und undurchsichtigen staatlichen Institutionen auseinandersetzen. In der Tat muss Europa bessere Werkzeuge entwickeln, damit europäische Maßnahmen greifen können und der Westbalkan integriert wird</p>
<p>Wir als Young Professional Advisors sind der Ansicht, dass ein <strong>Fingerzeig auf den Wesbalkan</strong> mit den Bedenken der wirtschaftlichen Abhängigkeit nicht von der Tatsache ablenken sollte, dass der westeuropäische Umgang mit China einen gemeinsamen europäischen Ansatz erschwert. Wie Jörg Wuttke in dem Interview ganz richtig sagte: <strong>„China lässt uns Europa neu überdenken.”<br />
</strong>Wir müssen einen gemeinsamen Weg finden, das Gesamtbild zu betrachten und nicht gegenseitig mit dem Finger aufeinander zeigen, was nur die Beziehungen zwischen verschiedenen europäischen Regionen vergiftet.  Es hilft der EU sicherlich nicht, in dieser Frage keine Einigkeit zu erzielen.</p>
<p><em>Autor*innen: Dyria Alloussi, Armando Guce, Felix Klein, Nevena Milutinovic, Vlado Planincic, Visar Xhambazi</em></p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2020/10/fallen-die-westlichen-balkanlaender-auf-chinas-schuldenfallen-diplomatie-herein/">Fallen die Westbalkanländer auf Chinas „Schuldenfallen-Diplomatie“ herein?</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Anne Latz: Warum Europa wichtig ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Kaemmerer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2020 08:20:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Advocacy-Programm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Als Medizinerin hatte ich die Möglichkeit, mich in verschiedenen Stationen in ganz Europa international ausbilden zu lassen, wobei ich auf die Unterstützung durch europäische Programme und Netzwerke wie ERASMUS stieß.&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Als Medizinerin hatte ich die Möglichkeit, mich in verschiedenen Stationen in ganz Europa international ausbilden zu lassen, wobei ich auf die Unterstützung durch europäische Programme und Netzwerke wie ERASMUS stieß. Es ist für mich selbstverständlich, mich als Bürgerin der Europäischen Union zu bezeichnen. Aktuelle politische Diskussionen und jüngste Entwicklungen wie der Brexit zeigen, dass ‚unser‘ Europa mehr denn je von Furcht, Zweifel und Enttäuschung bedroht sein könnte, vor allem von jenen, die nie die Chance hatten, von einer europäischen Identität in einer Weise zu profitieren, wie es meiner Generation vergönnt war. Eine europäische Stimme, die auf gesamteuropäischer Interaktion basiert, die von allen Generationen verstanden und unterstützt wird – das ist meine Vision, für die ich einstehen und für die ich bei United Europe eingetreten bin. Wir kämpfen dafür, die erstaunliche Kraft und den Wert Europas zu bewahren.”</p>
<p><em>Anne Latz, Chief Medical Officer, Deutschland</em></p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2020/09/anne-latz-warum-europa-wichtig-ist/">Anne Latz: Warum Europa wichtig ist</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Podcast über Nachhaltigkeit mit zwei Mitgliedern von United Europe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dorian Simon]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2020 15:06:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Chashchyna]]></category>
		<category><![CDATA[Bintou Camara]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Expertinnen für Nachhaltigkeit und Umwelt, beide aus Ländern, die nicht Mitglieder der EU sind, aber beide sind Mitglieder von United Europa! Die eine ist Anna Chashchyna aus der Ukraine, eine unserer Young Professional Advisors, die den Podcast „Sustainibility Explored“ gegründet hat und moderiert, in dem sie einen Einblick in Nachhaltigkeit und Innovationen in Wirtschaft und Unternehmen gibt und interessante Experten in diesem Bereich interviewt. Die andere ist Bintou Camara aus Guinea, Nachhaltigkeitsexpertin, Aktivistin für sozialen Wandel und Gründerin von Ong Evolution. United Europe hat beide zusammengebracht, und vor einigen Wochen haben sie sich virtuell getroffen und über indigene Rechte, Identität und Spiritualität vs. Bergbauaktivitäten in Guinea gesprochen. Bitte hören Sie den Podcast (in Englisch) <a href="https://annachashchyna.com/2020/09/24/54-indigenous-rights-identity-and-spirituality-vs-mining-activities-in-guinea-interview-with-bintou-camara/?fbclid=IwAR2N-st4ZQfk3iHegoGkGZxeUncQZ9AXfG9QjoHwZpFZ_yUiNVTJbKouWM0">hier</a>.</p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2020/09/podcast-ueber-nachhaltigkeit-mit-zwei-mitgliedern-von-united-europe/">Podcast über Nachhaltigkeit mit zwei Mitgliedern von United Europe</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Visar Xhambazi: Warum Europa wichtig ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Kaemmerer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2020 08:17:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Advocacy-Programm]]></category>
		<category><![CDATA[Young Leaders Advocacy Voices]]></category>
		<category><![CDATA[EU integration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ich bin ein starker Unterstützer von United Europe, weil ich glaube, dass die EU erst dann wirklich vereint sein wird, wenn der Westbalkan Teil der EU wird. Die Länder des&#8230;</p>
The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2020/09/visar-xhambazi-warum-europa-wichtig-sit/">Visar Xhambazi: Warum Europa wichtig ist</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Ich bin ein starker Unterstützer von United Europe, weil ich glaube, dass die EU erst dann wirklich vereint sein wird, wenn der Westbalkan Teil der EU wird. Die Länder des Westbalkans sind noch nicht von den Kriegen in Jugoslawien geheilt; deshalb kann die EU für eine Zukunft sorgen, die sich auf Zusammenarbeit, Respekt und Solidarität stützt.“</p>
<p><em>Visar Xhambazi, Politikwissenschaftler, Institut für Demokratie und Entwicklung (D4D), Kosovo</em></p>The post <a href="https://www.united-europe.eu/de/2020/09/visar-xhambazi-warum-europa-wichtig-sit/">Visar Xhambazi: Warum Europa wichtig ist</a> first appeared on <a href="https://www.united-europe.eu/de/">United Europe</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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